NF+HF: Ist gemischte Exposition biologisch aggressiver? (Allgemein)

Gast, Samstag, 08.06.2013, 02:23 (vor 3530 Tagen)

Mobilfunkgegner sind ausgesprochen erfinderisch wenn es darum geht, den wissenschaftlichen Kenntnisstand mit irgendwelchen Hypothesen infrage zu stellen. Die meisten dieser Hypothesen sind abwegig oder leicht widerlegbar und daher ohne Belang. Zu den wenigen ernst zu nehmenden Hypothesen zählt die des Feldmixes. Die Feldmix-Hypothese besagt: Praktisch nirgendwo ist ein einfaches Expositionsszenario mit nur einer einzigen Feldquelle gegeben, sondern es herrscht immer ein Feldmix, ausgelöst durch eine NF-Quelle (50/60 Hz) und eine oder mehrere HF-Quellen (GSM, UMTS, LTE, Tetra, Rundfunk, W-LAN ...). An jedem Punkt der Erde sei ein anderer Feldmix anzutreffen und deshalb seien Laborversuche, bei denen z.B. sogenannte "Elektrosensible" mit einem einzigen HF-Signal befeldet werden (z.B. UMTS), praxisfremd und daher wertlos. Ziel der Feldmix-Hypothese ist es, entwarnende Laborstudien gleich paketweise als grundlegend fehlerhaft zu brandmarken. Die Expostion mit nur einer Feldquelle ist bei Laborversuchen schon als Gründen der praktischen Handhabung gang und gäbe.

Mit plakativen Vergleichen versuchen Mobilfunkgegner die Feldmix-Hypothese gegenüber Laien plausibel zu machen. So ein Vergleich gilt beispielsweise dem "grauen Faltentintling". Ein Speisepilz, der, wenn er jung ist, gut schmeckt. Wird zu so einem Pilzgericht jedoch Alkohol getrunken, kann es richtig gefährlich werden, denn dann ist der Pilz giftig!

Würde man den Pilz nun allein (ohne Alkohol) auf Giftigkeit testen, so die überzeugende Schlussfolgerung, könnte man dies 100 Jahre lang ohne Befund tun. So wie bei Laborstudien mit nur einer HF-Feldquelle "Elektrosensible" nicht reagieren. Erst wenn der Alkohol als zweite Einflussgröße hinzu käme (Laborstudie: NF), würde sich das wahre Gefährdungspotenzial des grauen Faltentintlings zeigen.

Leicht vorstellbar, dass ein Referent der Mobilfunkgegner auf einer Veranstaltung "im Dorfkrug" seine Zuhörer auf diese Weise einwickeln kann. Bei Laien mag das funktionieren, nicht aber bei Fachleuten.

Was Dr. Giulia Ratto (Pseudonym) zur biologischen Relevanz der Feldmix-Hypothese und zur Giftigkeit des Faltentintlings zu sagen hat, das steht schon seit 4. August 2010 hier.

Tags:
NF, Hypothese, Feldmix, HF

NF+HF: Ist gemischte Exposition biologisch aggressiver?

charles ⌂ @, Samstag, 08.06.2013, 08:51 (vor 3530 Tagen) @ Gast

Wo gibt es denn HF ohne von NF begleitet zu sein?

Handy GSM900, Trägerwelle 900+MHz, Pulsrate 217Hz
Sendemast GSM900, Tragerwelle 900+MHz, Pulsrate 1344Hz.

UMTS, Trägerwelle 2150MHz.
Die Haupt-Pilotkanäle bei UMTS sorgen für einen 15 kHz-Pulscharakter. Darüber hinaus setzt sich das UMTS-Signal noch aus einer Vielzahl von Einzelfrequenzen von 100 Hz und ganzzahligen Vielfachen sowie 1,5 kHz und ganzzahligen Vielfachen zusammen.

Und meiner Meinung nach sind es die NF Anteile bei HF, die biologisch mehr aktiver sind.

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Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

NF+HF: Ist gemischte Exposition biologisch aggressiver?

Kuddel, Samstag, 08.06.2013, 11:42 (vor 3530 Tagen) @ charles
bearbeitet von Kuddel, Samstag, 08.06.2013, 12:14

Handy GSM900, Trägerwelle 900+MHz, Pulsrate 217Hz
Sendemast GSM900, Tragerwelle 900+MHz, Pulsrate 1344Hz.

Charles, Sie verwechseln da etwas.

Mit "gemischter Befeldung" ist eine Mischung aus niederfrequent gepulsten Magnetfeldern zeitgleich mit einer hochfrequenten Exposition gemeint, welche unterschiedlichen Ursprung (Quelle) haben.
Die Pulsung der Hochfrequenz ist dabei völlig egal.

Ein niederfrequent gepulstes, hochfrequentes Signal enthält überhaupt keine niederfrequenten Magnetfelder!
Real ist nur ein hochfrequentes Signal vorhanden, dessen Intensität mit der "niedrigen" Freqenz schwankt.

=> Ein NF-Magnetfeld-Meßgerät würde unmittelbar an der Antenne eines Sendmasten nichts anzeigen, nur ein HF-Meßgerät würde etwas anzeigen !
=> Hier geht es um Expositionen, wo ein "HF-Meßgerät" und ein "NF-Meßgerät" zeitgleich etwas anzeigen !

Ein niederfrequentes Magnetfeld kann sich auch nicht -wie eine hochfrequente Welle- von der Antenne ablösen und in den Raum abgestrahlt werden.

Es bleibt quasi innerhalb kurzer Distanz an die "Magnetfeld-Quelle" gebunden (z.B. rotierender Magnet in einem Dynamo, Elektromotor, Bahnstrom, Haushaltsstrom umittelbar an der Leitung...)

Eine solche gemischte Befeldung kann z.B. bei einem GSM Mobiltelefon vorkommen. Die Antenne steuert den hochfrequenten Anteil bei, der schwankende Gleichstrom durch den Akku des Mobiltelefons steuert den niederfrequenten Anteil bei.

Ein ähnliches Szenario ist ,wenn Sie neben einem großen Transformator stehen und zeitgleich mit einem "analogen" Funkgerät arbeiten => gemischte Befeldung.

K

Tags:
, Pulsung, Gleichfelder, Magnetfeld, Wechselfelder

NF+HF: Ist gemischte Exposition biologisch aggressiver?

charles ⌂ @, Samstag, 08.06.2013, 13:37 (vor 3529 Tagen) @ Kuddel

Ich habe nichts von NF Magnetfelder erwähnt.

Übrigens ist es so, dass wenn Sie ein Magnetfeld Messgerät gerade vor ein Sender halten, sie da schöne Werte ablesen können.
Das war auch eine meiner Reklamationen der TNO-Cofam Studie, wo man nur das elektrische Feld gemessen hat, und in die ganze Rapportage kein Magnetfeld Messgerät erwähnt hat.
Die Probanden befanden sich für GSM900 im Nahfeld, aber für UMTS im Fernfeld.
Im Nahfeld bei Hochfrequenz, ist das elektrische- noch nicht mit dem magnetische Feld verbunden, und sollten beide Felder getrennt gemessen werden. Vorbei das Nahfeld, also im Fernfeld sind das elektrische- mit dem magnetische Feld zusammen verbunden, und reicht es nur das elektrische Feld zu messen, woraus man beliebig das magnetische Feld errechnen kann.
Die TNO Leute haben gemogelt. Die Rede war 1V/m und 0,7V/m. Das wurde nicht während, sondern vorher gemessen mit eine Messonde, der laut Hersteller von 3 bis 300V/m messen kann. Ein TNO Techniker erklärte mir später dass man dies mit Kalibrieren geregelt hat.
Die Messsonde war etwa 40CM vor der Sender montiert.
Aber das ist Mogelei.

Aber es ist richtig dass eine Frequenzgemisch anders funktioniert als nur eine einzige Frequenz.
Ich habe in der Praxis feststellen können, dass bestimmte Elektrosensitive ein wenig an bestimmte Elektrosmog Mischungen sich langsam etwas gewöhnen können. Sehr merkwürdig ist es dann, dass wenn sie in eine andere Mix kommen, wo zum Beispiel viel weniger Elektrosmog anwesend ist, sie schwere körperliche Beschwerden bekommen.
Spatenpauli würde sagen: Das muss man sich mal langsam über die Zunge gehen lassen!
Also es wäre möglich dass wenn morgen plötzlich viel weniger Elektrosmog da ist, manche Elektrosensitive erhebliche Probleme erfahren werden.

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Charles Claessens
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NF+HF: Ist gemischte Exposition biologisch aggressiver?

H. Lamarr @, München, Sonntag, 09.06.2013, 02:11 (vor 3529 Tagen) @ charles

Ich habe nichts von NF Magnetfelder erwähnt.

Stimmt, "Charles", haben Sie nicht. Doch weil Sie statt Elektrotechnik (eigenen Angaben zufolge) Maschinenbau studiert haben, ist es zu mühsam, Ihnen klar zu machen, warum die Einwände von "Kuddel" dennoch zutreffend sind. Schade, hätten Sie Elektrotechnik studiert, würden Sie dem Hokuspokus, den Sie stellenweise verbreiten, (wahrscheinlich) so skeptisch gegenüber stehen, dass Sie sich selbst widerlegen müssten. Da Sie aber Maschinenbauer sind, bleiben die sagenumwobenen NF-Anteile modulierter Hochfrequenzsignale für Sie selbst dann bestehen, wenn Sie nicht einmal ansatzweise erklären können, wie beim Fehlen eines Demodulationsmechanismus' im Körper diese mörderischen NF-Anteile überhaupt zur Wirkung kommen sollen.

Im übertragenen Sinne behaupten Sie: Finger weg von einer Gewehrpatrone, denn sie bringt dich um! Skeptiker wenden dagegen ein: Falsch, die Gewehrpatrone kann niemanden umbringen, solange kein Schlagbolzen auf das Zündhütchen trifft und das Pulver in der Patrone zündet. Was beim Gewehr der Schlagbolzen ist, wäre im Körper ein Demodulator, der aus der ankommenden HF die NF (Modulation) freisetzt. Diesen Demodulator sucht die Wissenschaft schon länger, gefunden hat sie ihn jedoch nicht. Dr. Ratto schrieb in ihrem Kalzium-Artikel: 2003 hat Quirino Balzano eine theoretische Überlegung vorgeschlagen, nach der man testen könnte, ob Zellen modulierte Hochfrequenzsignale demodulieren (Balzano & Sheppard 2003). Diese Theorie wurde im Rahmen des Britischen Forschungsprogramms überprüft, eine Demodulation wurde nicht gefunden (Sheppard et al. 2008).

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

NF+HF: Ist gemischte Exposition biologisch aggressiver?

charles ⌂ @, Sonntag, 09.06.2013, 11:07 (vor 3529 Tagen) @ H. Lamarr

Ist sehr gut, das ich Maschinenbau studiert habe.

Dadurch kann ich auch andere Vorstellungen begreifen, die Elektriker nicht verstehen können/wollen.
Und dadurch bin ich in der Lage mal verrostete und veraltete Paradigmen, die Elektriker und Physiker anhängen, beiseite zu schieben und neue Sachen zu entdecken.
Als Einzige in Europa habe ich eine kostenlose Therapie entwickelt, womit Elektrosensitive ihre Empfindlichkeit für Elektrosmog mindern können.

Irgendwo in den Haufen habe ich mal zwei Studien, die ein Unterschied zwischen gepulste und ungepulste HF untersucht haben auf Lebewesen. Aber ich weiss nicht mehr wo.

Auf: http://www.milieuziektes.nl/Pagina109.html steht meine Geräusche Sammlung.
Wenn man diese Geräusche, MP3 Dateien, an Elektrosensitive hören lässt, bekommen die die gleiche Symptome, als wäre der originelle Quelle da.
Das haben Andere auch ausprobiert und bestätigt.
Aber, in eine MP3 Datei ist nur Platz für Frequenzen van ca. 20Hz bis 20kHz.
Kein Platz für Trägerwellen wie 900MHz, oder 1890MHz oder 2150MHz.

Ich habe verschiedene Frequenz Therapie Geräte. Die Frequenzen werden an die Haut am Körper abgegeben. Trotzdem haben tief im Körper befindliche Organen davon Profit.
Das ist keine Einbildung.
So hatte ich mein Gehör auf einen Monat zeit mit 10dB verbessern können, was vom KNO Artz bestätigt wurde. Also mit Handelektroden die Ohren verbessern!

Was glauben Sie weshalb wir auf unsere hohe Alter noch so gesund sind? Das ist nicht wegen der ungesunde und gefährliche Umwelt, und Nahrung die nicht mehr enthält wie in meine Jugend.

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Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

NF+HF: gemischte Exposition biologisch schützend?

H. Lamarr @, München, Montag, 17.06.2013, 22:38 (vor 3520 Tagen) @ Gast

die Arbeitsgruppe Salford arbeitete 2011 genau so, wie es sich Mobilfunkgegner wünschen:

Feld 1: reine HF-Befeldung
Feld 2: reine 50-Hz-Befeldung (Magnetfeld)
Feld 3: Mix aus HF + NF

Zur Kontrolle wurde eine Scheinbefeldung durchgeführt.

Das Ergebnis ist für Mobilfunkgegner wenig erfreulich:

Bei keinem der schein-exponierten Tiere gab es ein pathologisches Albumin-Austreten im Gehirn. Bei den Hochfrequenz-exponierten Ratten gab es eine etwas erhöhte Ausströmung (bei 25% der Tiere), wohingegen die "extrem niederfrequent"- und "extrem niederfrequent + hochfrequent"-exponierten Gruppen nicht signifikant unterschiedlich von der Kontrollgruppe waren.

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist die Mischbefeldung nicht nur biologisch unwirksam, die zusätzliche 50-Hz-Feldkomponente hat gegenüber der reinen HF-Befeldung sogar noch eine Schutzwirkung! Denn ohne NF-Feld zeigte das HF-Feld noch eine gewisse biologische Wirkung auf die BHS.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
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