Geschäft mit Elektrosmog in Dortmund: Alles Müller, oder was? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 27.03.2013, 22:49 (vor 2429 Tagen)

In Dortmund beschloss 2011 der Umweltausschuss der Stadt untersuchen zu lassen, wie viele Menschen in einem 2 x 180 Meter breiten Korridor links und rechts von Hochspannungstrassen im Raum Dortmund wohnen. Die Untersuchung ergab: Rund 38'000 Einwohner (fast 8 Prozent der Dortmunder Bevölkerung) leben in solchen „Magnetfeldzonen“. So weit, so gut.

Doch jetzt beginnt die Posse mit Dortmunds Wutbürgern (Zusammenfassung eines Artikels aus lokalkompass.de):

Ein Messprogramm will nun Klarheit bringen, wie stark die Magnetfelder in dem Korridor sind. Die lokalen Bürgerinitiativen aber sollen darauf bestanden haben, diese Messungen durch einen unabhängigen Elektrosmog-Experten ihres Vertrauens begleiten zu lassen. Die "Gegenseite" (RWE-Amprion und die Stadtverwaltung) hatte keine Einwände, vorausgesetzt die Initiativen würden ihren Mann selbst entlohnen. Im Gespräch waren bescheidene 2000 Euro. Die Initiativen widersprachen und boten 50 % Kostenübernahme an. Doch die Stadt ließ sich nicht erweichen und verweigerte aufgrund desolater Haushaltslage jegliche Kostenübernahme. Und plötzlich ist das Geld auf der anderen Seite dann doch da: Die Initiativen beschlossen den "Elektrosmog-Experten" des BUND, Bernd Rainer Müller, komplett aus eigener Tasche zu bezahlen. Damit soll jetzt ein Mindestmaß an Objektivität und Kontrolle bei der Konzeptionierung sowie der Mess- Aus- und Bewertung gewährleistet sein.

Kommentar: Ich finde es ganz schön dreist von den Dortmunder Wutbürgern, die Kosten für Herrn Müllers Dienste auch noch auf andere abwälzen zu wollen. Ebenso dreist finde ich, wie Bernd Rainer Müller den BUND als Werbeplattform für seine privaten Geschäfte verwenden darf. Dieses infame System aus gezielter Angstmache und anschließender persönlicher Vorteilnahme funktioniert noch immer. Dass man den "nützlichen Idioten" (Dortmunder Initiativen) einen Vorwurf machen kann, sehe ich eher nicht, ich bin anfangs ja selber auf die Angstprediger und vermeintlichen Helfer hereingefallen. Dennoch: Was sich da in Dortmund abspielt, ich finde es von Seiten der Bürgerinitiativen beschämend bis erschreckend, es wiederholt sich alles, was schon bei der Mobilfunkdebatte zu beobachten war. Und mit Herrn Müller steht wieder einer derselben Nutznießer der Angst da und macht ungestört sein Geschäft damit. Dass dieses unanständig simple Geschäftsmodell überhaupt noch funktioniert, das ist es mMn, was man den schlecht informierten Initiativen vorwerfen könnte, bildlich gesprochen kommen diese mir wie Schweine vor, die sammeln, um ihren Metzger bezahlen zu können. Das Honorar für Müller wird den Initiativen aller Voraussicht nach keinen wirklichen Gegenwert erbringen. Denn a) werden die Auftraggeber das Gift ihres fahrlässig freiwillig injizierten Misstrauens gegenüber der Stadtverwaltung nicht mehr los und b) ist es geradezu ein Sickerwitz für Kurzsichtige, Herrn Müller als "unabhängig" zu sehen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Filz, BUND, Egoismus, Korruption, Alarmschläger, Sozialer Unfrieden, Wutbürger, Müller, Hessen

Geschäft mit Elektrosmog in Dortmund: Alles Müller, oder was?

kritiker, Donnerstag, 28.03.2013, 09:10 (vor 2429 Tagen) @ H. Lamarr

Bemerkenswert:

Die IHK hat, wohl auch mit Blick auf die in der Energiewende zu erwartenden Diskussionen um neue Stromtrassen, einen eigenen Sachverständigen für Messungen geschaffen:

http://www.ifsforum.de/cms/dokumentdetail.php?sv[id]=159166

Ob Herr Müller da mithalten kann?

Experte von Gottes Gnaden

H. Lamarr @, München, Freitag, 29.03.2013, 11:36 (vor 2428 Tagen) @ kritiker

Ob Herr Müller da mithalten kann?

Nein, im IHK-Sachverständigenverzeichnis (öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige) ist der sogenannte Mobilfunk-Experte des BUND, Herr Bernd Rainer Müller, unter der Kategorie EMVU nicht gelistet (auch nicht unter EMV). Ebenso wenig ist dort z.B. Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München zu finden, Dr. Peter Nießen dagegen (unerwartet) schon.

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Nießen

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