Elektrosensibler Sendemastmonteur bewußtlos (Allgemein)

Gast, Freitag, 22.02.2013, 00:57 (vor 3509 Tagen)

Am Dienstagnachmittag wurde einem Mitarbeiter einer Telekommunikationsfirma bei der Arbeit an einem Sendemast schlecht und er kam nicht mehr aus eigener Kraft herunter.

Der Mann hatte in etwa 30 Metern Höhe eine Funkrichtstrecke auf einem Sendemast anbringen wollen, als ihm schlecht wurde. Zeitweise verlor er das Bewusstsein und übergab sich mehrfach.

zum Beitrag ...

Kommentar: Für Dr. Cornelia Weber-Funk liegt der Sachverhalt unverkennbar blank. Der (elektrosensible) Sendemastenmonteur wurde natürlich deshalb bewußtlos, weil er von der Nebenkeule der Mobilfunkantenne unvorbereitet am Kopf getroffen wurde.

Elektrosensibler Sendemastmonteur bewußtlos

helmut @, Nürnberg, Freitag, 22.02.2013, 10:21 (vor 3508 Tagen) @ Gast

Der Monteur kam eher einem Abluftkamin bei der
FLESIMA Fleischschweinemast GmbH zu nahe

MfG Helmut

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In der Mobilfunk-BI und
"In der Abendsonne kann selbst ein kleiner Zwerg große Schatten werfen" (frei nach Volker Pispers)


Meine Kommentare sind stets als persönliche Meinungsäußerung aufzufassen

Elektrosensibler Sendemastmonteur bewußtlos

H. Lamarr @, München, Freitag, 22.02.2013, 23:06 (vor 3508 Tagen) @ Gast

Der Mann hatte in etwa 30 Metern Höhe eine Funkrichtstrecke auf einem Sendemast anbringen wollen, als ihm schlecht wurde. Zeitweise verlor er das Bewusstsein und übergab sich mehrfach.[/i]

Eva W. weiß von einem weiteren Fallbericht:

"1992: Dipl.-Ing. .... Hochfrequenzingenieur für Senderinbetriebnahme, erlebt, dass auffallend viele seiner, an Hochfrequenzsendern arbeitenden, Kollegen vor dem Rentenalter starben und dass die meisten Ärzte nichts über die Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf den Menschen wussten. Daher reichte er am 11.11.1992 eine Petition wegen Elektrosmog beim Bayerischen Landtag ein. Er bat um Analyse der Erkrankungen und Todesursachen der Fachgruppe "Sendertechnisches Personal" ab 1960, universitäre Forschungen über Langzeitschäden, Ausbildung von Ärzten und Juristen über Hochfrequenzerkrankungen, unabhängige arbeitsmedizinische Gutachter und Senkung der Grenzwerte."

Der Bayerische Landtag lehnte am 17.01.94 in Berufung auf das Bundesamt für Strahlenschutz die Petition ab."

Warum Frau W. den Namen Seidel anonymisiert hat weiß sie vermutlich selber nicht so recht, vielleicht schöpfte sie auch nur aus einer Sekundärquelle. Die Primärquelle ist Frau Waldmann-Selsam und die hat kein Problem mit der Namensnennung. Die Petition des Herrn Seidel ist Bestandteil von W-S' famoser Sammlung anekdotisch berichteter Kasuistiken, die es mittlerweile von dem belächelten "roten Heftchen" zu einem Webauftritt geschafft hat. Über Dipl.-Ing. H. Seidl und seine Petition geht es <hier>, und mit Verlaub, diese Petition hätte auch ich abgelehnt. Nicht weil das Thema nicht interessant wäre, sondern weil einige Forderungen befremdlich sind, vor allem aber weil der begründete Anfangsverdacht fehlt. Mit einer vagen subjektiven Einschätzung (... auffallend viele seiner an Hochfrequenzsendern arbeitenden Kollegen vor dem Rentenalter starben) eine sündteure Studie anleiern zu wollen, das geht halt so nicht, da hätte der Herr Seidel seinen Verdacht wenigstens mit den ihm zugänglichen Fakten belegen müssen.

Solche "Kasuistiken" sind typisch für die W-S-Sammlung. Die Ärztin selektiert nicht nach Glaubwürdigkeit, sondern nach Dramatik. Hier war es wahrscheinlich die Aussicht auf Hunderte oder Tausende von Elektrosmog-Fällen bei Personen, die wie Herr Seidel "Sendereinschaltingenieur" waren. Bemerkenswert: Im Original ist Seidel "ehemaliger Sendereinschaltingenieur", bei Frau Webers Textfassung ist von "ehemalig" nicht mehr die Rede. Wahrscheinlich ist Herr Seidel Rentner und vertreibt sich die Zeit mit ein bisschen E-Smog-Panikmache. Das kommt nicht gut im Vergleich zu einem aktiv im Berufsleben stehenden "Hochfrequenzingenieur für Senderinbetriebnahme". Diese kleinen Schwindeleien von überzeugten Mobilfunkgegnern, sie könnten Bände füllen. Das Ziel der Mogeleien ist immer gleich: Faktenarmen Geschichten einen Hauch mehr Glaubwürdigkeit oder Dramatik geben.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Elektrochonder

Elektrosensibler Sendemastmonteur bewußtlos

H. Lamarr @, München, Freitag, 22.02.2013, 23:35 (vor 3508 Tagen) @ H. Lamarr

Er bat um Analyse der Erkrankungen und Todesursachen der Fachgruppe "Sendertechnisches Personal" ab 1960 ...

Dem Mann kann geholfen werden: Robinette et al., 1990.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Elektrosensibler Sendemastmonteur bewußtlos

MDurr, Donnerstag, 28.02.2013, 22:36 (vor 3502 Tagen) @ H. Lamarr

Extra um auf diesen Beitrag zu antworten habe ich mich hier registriert... ärgerlicherweise kam gar keine zweite Bestätigungsmail, so dass ich es heute mal auf gut Glück mit dem einloggen hier versucht hab.

Also, ich werde dafür zwar in einigen Personenkreisen um mich herum immer wieder belächelt/bekopfschüttelt, aber ich kann da ehrlich gesagt nicht glauben, dass Fälle wie dieser hier wirklich was mit den Wellen zu tun haben sollen.

Wie etwa auch hier nachzulesen ist: "Es ist nicht anzunehmen, dass niedrige elektromagnetische Wellen, wie Radiowellen, schädlich sind." Dafür wären schon deutlich höhere Energiewerte nötig. Nun könnte man natürlich argumentieren "Aber der ist ja Sendemastmonteur und hat täglich mit den Dingern zu tun, und ist auch viel näher dran als der Durchschnittsbürger." Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass das so viel ausmachen kann... Wenn ich durch nen Bahnhof gehe krieg ich bestimmt auch ne ungewöhnlich hohe "Dosis" Radiowellen ab. Vermutlich aus mehreren Quellen zusammengenommen mehr als der Monteur von der einen... Ebenso wie all die Pendler, die jeden Tag durch Bahnhöfe gehen... die werden auch nicht alle bewusstlos. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Und... okay mal einmal angenommen, es gibt wirklich derart "elektrosensible" Menschen, dass er von geringen Mengen Radiowellen bewusstlos werden könnte... Und der merkt das dann erst nachdem er jahrelang Sendemasten montiert?? :no:

Elektrosensibler Sendemastmonteur bewußtlos

Kuddel, Freitag, 01.03.2013, 21:18 (vor 3501 Tagen) @ MDurr
bearbeitet von Kuddel, Freitag, 01.03.2013, 21:49

Es gibt da eine bestimmte "Ökoszene" die ist stark besorgt, weil Heilpraktiker und Rutengänger=Baubiologen und auch einige Ärzte eine funkbedingte Apokalypse weissagen.

Nicht wenige von ihnen glauben an die "Informationsmedizin" bzw "Energiemedizin".

Auch die Homöopathie mit den bekannten Globuli, welche durch fast unendliche Verdünnung de facto keinerlei Wirkstoff mehr enthalten, zählt zur Informationsmedizin.
Einige Heilkpraktiker arbeiten mit den Prinzipien der Radionik oder Bioresonanztherapie, sie benutzen also modulierte Funkwellen oder moduliertes Licht, um heilende Information in den Körper zu bringen.

Da sie fest an die Wirksamkeit glauben, glauben sie auch im Umkehrschluß an die schädigende Wirkung von modulierten Funkwellen, quasi eine unerwünschte Medikamentengabe an Gesunde, die dadurch krank werden.

Insbesondere "gepulste" Strahlung soll da schädlich sein, weil ja auch die Nerven mit ähnlichen Pulsfrequenzen kommunizieren.

Bis heute ist es aber noch keinem gelungen, die Existenz von Elektrosensitivität weit unterhalb geltender Grenzwerte wissenschaftlich nachzuweisen. Genausowenig, wie in der Homöopathie oder Radionik je ein echter Wirksamkeitsnachweis erbracht wurde.

Die Glaubengemeinschaft der Heilpraktiker und Baubiologen beruft sich auf die selbst erlebte "Evidenz", was bedeutet: Weil sie das eine oder andere Mal die Erfahrung gemacht haben, dass nach dem Ausstöpseln eines DECT Gerätes irgendwelche Symptome verschwanden, gehen sie von einer Kausalität aus.

Wie kommt es eigentlich, daß früher auch Wünschelrutengänger genau die gleichen Heilerfolge erzielen konnten, nachdem sie ein Bett verschoben haben, da es angeblich auf einer Wasserader stand ?

Es gibt es bestimmte Personen, meist Baubiologen, aber auch die Ärztin (im Ruhestand) Frau Dr. Waldmann Selsam, welche als Hobby "Kasuistiken" sammeln, die einen so genannten (Anscheins-) Beweis darstellen.

Wenn ihnen bekannt wird, dass irgendjemand erkrankt ist, dann wird geschaut, ob nicht ein Sendemast oder eine DECT Basis in der Gegend ist. Das wird dann dokumentiert und in "Fallbeispiele" verarbeitet.
Wie stark die Strahlung wirklich ist, interessiert dabei nur beiläufig, da ja die "Information" gefährlich ist. So kommt es, daß die gefundenen "Elektrosensiblen" angeblich schon bei 1 Millionstel Watt pro Quadratmeter Symptome bekommen können.

Leider ignorieren die Kasuistik-Sammler generell die Negativbeweise, d.h. sie achten überhaupt nicht auf Situationen, in welchen eine Expostion besteht, aber niemand erkrankt.
Sie begründen es damit, daß es ja auch Allergiker gibt, die auf winstigste Substanzmengen reagieren, die Gesunde problemlos vertragen.
Daher nennen sie Elektrosensible auch Elektroallergiker.

Sie ignorieren auch den Fakt, daß Symptome ganz von selbst verschwinden können.

Man überlege sich, wieviele mögliche Gründe es geben könnte, daß jemandem auf der Arbeit schlecht wird.
=> Vielleicht hat er sich einfach nur mit Novoviren infiziert.
=> 30 Meter hoch einen Mast raufkraxeln ist Schwerstarbeit und mit dem Alter stellen sich ja nicht selten Kreislaufprobleme ein.
Derartige plausiblen Gründe werden aber in Kasuistiken regelrecht ausgeblendet.

So. Nun gibt es aber auch gutgläubige Patienten, die es "glauben", wenn ein "Doktor" ihnen sagt, ihre Probleme (bzw Symptome), für welche sich bislang keine Ursache finden ließ, lägen an einer "Strahlung".

Ein in der "Szene" allzu gern strapaziertes Argument ist nämlich die Ausschlußdiagnose:
=> Der Doktor hat alles untersucht und nichts gefunden, also kann es nur noch am Elektrosmog liegen.
Diese Patienten bekommen dann den Rat, In Urlaub zu gehen, und wenn es ihnen im Urlaub besser geht, dann sei das der "Beweis", dass es am Elektrosmog liegt.

Das Problem dabei ist, dass der eine oder andere "Patient" eine Angststörung entwickelt, weil er sich durch Funkmasten einer schädlichen "Strahlung" unausweichlich ausgeliefert sieht (Konditionierung).

Eine Charakteristik vieler Elektrosensibler ist, daß sie mögliche psychische Ursachen für ihre Beschwerden mit äußerster Vehemenz verneinen und Psychotherapie oder auch nur den Besuch bei einem Psychiater generell und kategorisch ablehnen.
In den Vereinen Elektrosensibler ist "Psychotherapie" das Unwort schlechthin. Sobald dieses Wort fällt, argumentieren sie reflexartig , daß "profitgierige, übermächtige,gewissenlose Industrie- und Regierungs-vertreter" am Werk seien, welche sie "psychiatrisieren" wollen.


K

Tags:
Psychiatrisierung, Kasuistiken, Glauben, Globulies, Psychotherapie, Radionik

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