Statistik: Krebszunahme um 75 Prozent erwartet (Allgemein)

Gast, Samstag, 19.01.2013, 13:26 (vor 3607 Tagen)

Überzeugte Mobilfunkgegner argumentieren gerne mit der Krebszunahme, die regelmäßig in den Medien thematisiert wird. Diese Zunahme auf Mobilfunk zurückzuführen ist jedoch zu kurz gegriffen und spekulativ, es gibt stattdessen plausible und wissenschaftlich belastbare Zusammenhänge, die eine Zunahme der jährlichen Neuerkrankungen von derzeit weltweit etwa 13 Mio. auf 22 Mio. im Jahr 2030 erwarten lassen. Details nennt ein Artikel auf ärzteblatt.de vom Juni 2012, der nachfolgend in Auszügen wiedergegeben wird:

Lyon – Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, rechnet in den nächsten Jahrzehnten mit einem deutlichen Anstieg der globalen Krebsinzidenz. Verantwortlich sind laut den Berechnungen in Lancet Oncology (2012; doi: 10.1016/S1470-2045(12)70211-5) vor allem die wirtschaftliche Entwicklung in den ärmeren Ländern und Schwellenländern sowie die steigenden Lebenserwartung.

Aus dem GLOBOCAN 2008, in dem die IARC die Daten zu 184 Ländern der Erde zusammengetragen hat, geht hervor, dass 40 Prozent aller Krebserkrankungen derzeit in den sehr hoch entwickelten Ländern (Nordamerika, Westeuropa, Australien) auftreten, in denen nur 15 Prozent der Weltbevölkerung leben.

In diesen Ländern entfallen, ebenso wie in den hoch-entwickelten Ländern (Osteuropa, Lateinamerika, einige Ölstaaten des Nahen Ostens) die Hälfte aller Krebserkrankungen auf Karzinome von Brust, Prostata, Darm und Lunge, was mit den Risikofaktoren Kinderarmut (Brust), Alter (Prostata), Ernährung (Darm) und Rauchen (Lunge) in Verbindung gebracht wird, die Teil des westlichen Lebensstils sind.

Im Rest der Welt erkranken viele Menschen (noch) an infektionsbedingten Krebserkrankungen wie Zervixkarzinom (HPV), Magenkrebs (H. pylori), Leberkrebs (HBV, HCV) oder auch dem Kaposi-Sarkom (HIV). Sie sind dort häufiger als Lungen-, Brust oder Darmkrebs. Nimmt man noch den häufigen Speiseröhrenkrebs hinzu, entfallen fast zwei Drittel aller Krebserkrankungen auf sieben Entitäten.

Der IARC-Forscher Freddie Bray hat die Daten des GLOBOCAN 2008 mit den Trends für die Jahre 1988–2002 der Monografie Cancer Incidence in Five Continents kombiniert. Sein Ergebnis: In den nächsten beiden Jahrzehnten wird die Zahl der Krebsneuerkrankungen weltweit von 12,7 Millionen (in 2008) um 75 Prozent auf 22,2 Millionen (in 2030) ansteigen.

Tags:
IARC, Lungenkrebs, Krebsrate, Lebenserwartung

Statistik: Krebszunahme um 75 Prozent erwartet

Doris @, Samstag, 19.01.2013, 14:26 (vor 3606 Tagen) @ Gast

Aus dem GLOBOCAN 2008, in dem die IARC die Daten zu 184 Ländern der Erde zusammengetragen hat, geht hervor, dass 40 Prozent aller Krebserkrankungen derzeit in den sehr hoch entwickelten Ländern (Nordamerika, Westeuropa, Australien) auftreten, in denen nur 15 Prozent der Weltbevölkerung leben.

Dazu gibt es eine sehr informative und gut gemachte Seite

http://www.cancerresearchuk.org/cancer-info/cancerstats/world/cancer-worldwide-the-global-picture

und rechts an der Seite gibt es eine pdf "cancer worldwide map" auf welcher die Verteilung der Krebserkrankungen weltweit aufgelistet sind.

Ich habe die vor längerer Zeit mal gefunden und wollte sie damals auch im Forum hochladen, was mir jedoch nicht gelungen ist.

Tags:
Krebsentwicklung

Statistik: Krebszunahme um 75 Prozent erwartet

H. Lamarr @, München, Sonntag, 20.01.2013, 02:07 (vor 3606 Tagen) @ Doris

Dazu gibt es eine sehr informative und gut gemachte Seite

http://www.cancerresearchuk.org/cancer-info/cancerstats/world/cancer-worldwide-the-global-picture

Stimmt.

und rechts an der Seite gibt es eine pdf "cancer worldwide map" auf welcher die Verteilung der Krebserkrankungen weltweit aufgelistet sind.

Ja, schöne Karte. Jetzt ist mir auch klar, warum die EMF-"Strahlung" ausgerechnet in Australien immer mal wieder für Schlagzeilen sorgt.

Ich habe die vor längerer Zeit mal gefunden und wollte sie damals auch im Forum hochladen, was mir jedoch nicht gelungen ist.

Das konnte Ihnen nicht gelingen. Teilnehmer dürfen nur Bilder hochladen, keine PDFs (darf nur der Admin). Und auch keine beliebig großen Bilder, sondern nur solche, die maximal 600 Pixel Kantenlänge haben und nicht mehr als 60 KByte Speicherplatz brauchen. Größere Bilder versucht die Software zu komprimieren, klappt das nicht hilft nur eins: selbst kleiner machen.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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