Wiebusch ./. Hensinger: Duell der Lobbyisten (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.06.2012, 11:29 (vor 2912 Tagen)

Die Website "Mobile Business" hat zwei in der Mobilfunkdebatte aktive Lobbyisten zum Interview gebeten.

In der einen Ecke Dagmar Wiebusch von dem Verein IZMF (Mobilfunkindustrie) und in der anderen Ecke der renommierte Mobilfunkgegner Peter Hensinger von dem Anti-Mobilfunk-Verein Diagnose-Funk. Die beiden Links führen zu den Interviews mit den beiden Lobbyisten.

Die am 4. Mai 2012 getrennt voneinander geführten Interviews wurden von Mobile Business auch getrennt ins Netz gestellt, über beiden thront zusätzlich noch der Artikel "Die Risiken von Mobilfunkstrahlung: Gesundheitsschädigend oder völlig harmlos?".

Bemerkenswert an dieser Trilogie sind die Interviews, denn Interviewerin Ina Schlücker stellt Dagmar Wiebusch und dem renommierten Mobilfunkgegner Peter Hensinger dieselben Fragen! Damit ist ein Vergleich möglich, wie Lobbyisten der Mobilfunkindustrie und renommierte Lobbyisten der Mobilfunkgegnerei argumentieren.

Hier in direkter Gegenüberstellung eine kleine Auswahl der Antworten, wie sie Dagmar Wiebusch und der renommierte Mobilfunkgegner Peter Hensinger auf gleich lautende Fragen gaben. Dort findet sich auch die Antwort auf die Frage, warum ich ausgerechnet dem unerfahrenen Peter Hensinger so viel Renommee zugestanden habe:


Frage Interviewerin: Inwiefern nehmen z.B. Mobilfunkanbieter oder Handyhersteller auf solche Studien gezielt Einfluss?

Antwort Wiebusch: Die Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland unterstützen die Forschungsaktivitäten, die die Bundesregierung im Bereich der elektromagnetischen Felder initiiert. Sie fördert diese Aktivitäten finanziell ohne auf die Studien selbst Einfluss zu nehmen. Die Vergabe der Gelder liegt beim Bundesamt für Strahlenschutz, das sich bei der Festlegung der Forschungsfragen mit der Strahlenschutzkommission berät.

Antwort Hensinger: Es gibt Untersuchungen, die feststellen, dass industriefinanzierte Mobilfunkstudien meist keine Effekte finden, im Gegensatz zu Studien, die unabhängig oder ausschließlich aus öffentlichen Geldern finanziert werden. Wer zahlt, bestimmt über das Ergebnis. Solche Vorgänge sind ja aus der Tabak-, Pharma- oder Genforschung gut bekannt. Aber über solche Vorgänge in der Mobilfunkbranche berichten die Medien nicht, weil hier durch die Werbeeinnahmen Abhängigkeiten bestehen. Über die institutionelle Korruption in der deutschen Mobilfunkforschung führte erst kürzlich die renommierte Harvard Law School eine Veranstaltung durch. Auch darüber wird nicht berichtet.


Frage Interviewerin: Zahlreiche Studien untersuchten bereits die Folgen von Mobilfunkstrahlung auf den menschlichen Organismus – mit den unterschiedlichsten Ergebnissen. Wie kommt es zu den teils drastisch abweichenden Studienergebnissen?

Antwort Wiebusch: Die Studien zu gesundheitlichen Wirkungen des Mobilfunks sind vielfältig, sowohl was die Krankheitsbilder, die erforscht werden, als auch die Forschungsmethodik angeht. Es gibt Studien, die sich nur mit Befindlichkeitsstörungen wie z.B. Kopfschmerzen befassen, andere untersuchen ausschließlich eine mögliche Krebsentwicklung. Die eine Forschergruppe wertet Bevölkerungsstatistiken aus, andere arbeiten ausnahmslos mit Zellproben, eine dritte nur mit Versuchstieren. Dass die daraus resultierenden Ergebnisse sehr unterschiedlich und schwer vergleichbar sind, ist nicht verwunderlich.

Aus diesem Grund gibt es wissenschaftliche Expertengremien wie die IARC, ICNIRP, WHO, das Bundesamt für Strahlenschutz oder die Strahlenschutzkommission des Bundes (SSK), die regelmäßig alle Studien sichten und wissenschaftlich bewerten. Diese Gremien sind sich bislang einig, dass Mobilfunk keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen verursacht.

Antwort Hensinger: Es gibt Gebiete, auf denen die Studienlage eindeutig ist. So stellte das renommierte Ecolog-Institut nach einer Auswertung aller Studien zum Thema Handy und Spermienschädigung im Oktober 2011 fest, dass von 27 weltweit veröffentlichen Studien 22 ein Schädigungspotential zeigen. Nach Meinung des Ecolog-Institutes „sollten gerade junge Männer mit späterem Kinderwunsch aus Vorsorgegründen darauf achten, ihr Mobiltelefon nicht eingeschaltet am Gürtel oder in der Hosentasche zu tragen, z.B. während eines Telefonats mit Freisprecheinrichtung oder mit einem Headset, und möglichst auch nicht im Stand-by-Modus.“

Unterschiede in den Studienergebnissen im Labor und an Tieren lassen sich zum Beispiel aus der Verwendung von unterschiedlichen Zelllinien und Versuchsparametern erklären. Die Sensibilität von Menschen auf diese Strahlung ist unterschiedlich. Rauchen tötet ja auch nicht jeden. Wir wissen heute, dass der individuelle Zustand des Immunsystems, epigenetische Faktoren und Vorschädigungen eine starke Rolle spielen. Elektrohypersensibilität ist eine neue Zivilisationskrankheit, die in Schweden bereits als Behinderung anerkannt wird.

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Unterstellung, Korruption, Tabak, Hensinger, Freisprecheinrichtung, IZMF, Bundesregierung, Renommee, Hypersensibilität, Harvard

Hinweise zur "eindeutigen Studienlage" von Herrn Hensinger

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.06.2012, 13:16 (vor 2912 Tagen) @ H. Lamarr

Antwort Hensinger: Es gibt Gebiete, auf denen die Studienlage eindeutig ist. So stellte das renommierte Ecolog-Institut nach einer Auswertung aller Studien zum Thema Handy und Spermienschädigung im Oktober 2011 fest, dass von 27 weltweit veröffentlichen Studien 22 ein Schädigungspotential zeigen.

Jetzt schau'n wir mal, auf was die angeblich "eindeutige" Studienlage aufbaut.

Dass Herr Hensinger keine Kompetenz hat, Studien zur Fruchtbarkeit des Mannes (nicht: Furchtbarkeit ...) zu beurteilen, kann man ihm nicht vorwerfen, der Mann ist dem Vernehmen nach Deutschlehrer und kein Wissenschaftler. Er ist daher auf fremde Hilfe angewiesen. Im aktuellen Beispiel holt er sich diese beim "renommierten Ecolog-Institut". Das Ecolog-Institut mit Sitz in Hannover beschäftigt acht angestellte Mitarbeiter, von denen, weil es die einzige Biologin des Instituts ist, eigentlich nur Julia Osterhoff für die Bewertung von Studien zum Thema Fertilität fachlich geeignet ist.

Die Arbeit, auf die sich der Lobbyist von Diagnose-Funk beruft, sie entstammt der Publikation EMF-Monitor 5/2011 des Ecolog-Instituts, nennt jedoch als Autor Herrn Hartmut Voigt, einen Dr. der Physik. Hensinger, der sonst das Gras wachsen hört, stört sich daran nicht, denn der Ecolog-Beitrag eignet sich zum Alarm schlagen. Das Institut selbst sieht den eigenen Beitrag freilich weitaus weniger dramatisch, in der Inhaltsangabe zu der Publikation heißt es dem Sachstand angemessen verhalten: "Unfruchtbarkeit beim Mann als mögliche Folge der Nutzung von Mobiltelefonen". Die "mögliche Folge" gedeiht erst unter der Darstellung des Mobilfunkgegners zur "eindeutigen Studienlage".

Und es kommt noch besser.

In den 22 alarmierenden Studien, auf die sich erst das Ecolog-Institut und darauf dann in bewährter Copy-Paste-Manier Herr Hensinger stützen, sind auch zwei Studien von Salama et al. enthalten, nämlich:

Salama N., Kishimoto T., Kanayama H.0. & Kagawa S. 2009: The mobilephone decreases fructose but not citrate in rabbit semen: a longitudinal study.Syst. Biol. Reprod. Med.55 (5-6): l8l-187.

Salama N., Kishimoto T. & Kanayama H.O. 2010: Effects of exposure to amobile phone on testicular function and structure in adult rabbit. Int. J. Androl.33 (l):88-94

Mit diesen beiden Studien hat es eine besondere Bewandtnis: Prof. Alexander Lerchl von der SSK hat sie sich genauer angesehen, das für Salama desaströse Resultat kann man hier nachlesen. Warum in der Studienliste von Ecolog die dritte Salama-Fertilitätsstudie - aus dem Jahr 2010 und ebenfalls zurückgezogen - fehlt, ist nicht ersichtlich (Effects of exposure to a mobile phone on sexual behavior in adult male rabbit: an observational study. Salama N, Kishimoto T, Kanayama HO, Kagawa S. Int J Impot Res. 2010; 22:127-33).

Der "eindeutigen Studienlage" Hensingers wurden damit im März 2012 zwei (von 22) alarmierende Studien entzogen. Herr Hensinger wird jetzt vermutlich denken: "Na und, bleiben doch noch 20 übrig!". Leider ist in der Mobilfunkszene diese verkürzte Sichtweise gang und gäbe, solange sie nur die eigenen Interessen stützt. Schluckt man jedoch nicht unkritisch alles, was schmeckt, sondern schaut genauer hin, was drin ist, dann ist mit Überraschungen zu rechnen, etwa mit fehlerhafter Dosimetrie, wie in diesem IZgMF-Beitrag beschrieben. Niemand weiß momentan, was von den verbleibenden 20 alarmierenden Studien übrig bleibt, wenn diese einer kritischen Prüfung, z.B. der Dosimetrie unterzogen werden. Immer lohnenswert ist auch ein Blick auf die Stärke der Befeldung, Mobilfunkgegner haben nämlich erfahrungsgemäß keinerlei Hemmungen mit Studien Alarm zu schlagen, die weit über Grenzwert befelden.

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Dosimetrie, Qualitätsmängel, Fruchtbarkeit, Trick, Fruchtbarkeitsstörung, Fertilität, Kolportage, Diagnose:Funk, Unfruchtbarkeit, Salama, über Grenzwert

Erscheint der EMF-Monitor noch?

Alexander Lerchl @, Donnerstag, 07.06.2012, 15:53 (vor 2912 Tagen) @ H. Lamarr

..... in der Inhaltsangabe zu der Publikation heißt es dem Sachstand angemessen verhalten: "Unfruchtbarkeit beim Mann als mögliche Folge der Nutzung von Mobiltelefonen". Die "mögliche Folge" gedeiht erst unter der Darstellung des Mobilfunkgegners zur "eindeutigen Studienlage".

Komisch ist übrigens, dass auf der oben verlinkten Seite die Inhaltsangaben des EMF-Monitor bei Ausgabe 05/2011 enden. Erscheint der nach wie vor und hat ecolog nur vergessen, die Seite zu aktualisieren, oder gibt es ihn nicht mehr?

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EMF-Monitor: noch erscheint er

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.06.2012, 17:51 (vor 2912 Tagen) @ Alexander Lerchl

Komisch ist übrigens, dass auf der oben verlinkten Seite die Inhaltsangaben des EMF-Monitor bei Ausgabe 05/2011 enden. Erscheint der nach wie vor und hat ecolog nur vergessen, die Seite zu aktualisieren, oder gibt es ihn nicht mehr?

Die Annäherung von Ecolog und Diagnose-Funk war vor rund 1 Jahr hier im Forum Thema und kürzlich bewarb der Anti-Mobilfunk-Verein auch noch die Ausgabe 1/2 des EMF-Monitors 2012, die bei Ecolog selbst nicht mehr erwähnt wird.

Möglicherweise wird Diagnose-Funk den Vertrieb des EMF-Monitors übernehmen, das aber ist Spekulation. Keine Spekulation ist, dass Klaus Böckner vom ehemaligen "Hessischen Landesverband" HLV in Frankfurt die Versandstelle für die Papiere von Diagnose-Funk betreibt.

Nachdem im vergangenen Jahr Diagnose-Funk das Magazin "Impuls" eingestellt hat, trifft es dieses Jahr die Monatspublikation "Kompakt". Diese erschien bislang mit acht normalen Ausgaben im Jahr plus zwei Doppelausgaben, ab jetzt gibt es sie nur noch mit sechs Doppelausgaben im Jahr. Der Umfang ist mit 12 Seiten jedoch ziemlich klein und der Preis fürs Jahresabo mit 40 Euro ziemlich hoch (Nichtmitglieder; Mitglieder zahlen 25 Euro - mit Speck fängt man Mäuse).

Über die Gründe der Verschlankung gibt es keine Angaben, vielleicht haben die Geldgeber des Vereins den Hahn ein wenig zugedreht.

Ob sich mit solchen kostenpflichtigen Monatspublikationen nennenswert Umsatz machen lässt, möchte ich bezweifeln. Um 2003 herum dürfte dies noch anders gewesen sein, da blühte die Mobilfunkgegnerei. Inzwischen aber hat a) die angebotene Anzahl dieser Heftchen zugenommen und hat b) sich der Markt seit 2004 kontinuierlich zurück entwickelt. Ich denke, dies ist eine plausible Erklärung für die "Doppelnummern", die gegenwärtig im Markt der EMF-Publikationen ein Absatzproblem melden. Wobei "Doppelnummern" im Prinzip ja nicht schlecht sind ;-).

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ECOLOG-Institut, Böckner, Kompakt, Vorstand, EMF-Publikationen

Mobilfunkgegner mit Augenklappe: Und nun, Herr Hensinger?

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.06.2012, 16:59 (vor 2912 Tagen) @ H. Lamarr

Antwort Hensinger: Es gibt Untersuchungen, die feststellen, dass industriefinanzierte Mobilfunkstudien meist keine Effekte finden, im Gegensatz zu Studien, die unabhängig oder ausschließlich aus öffentlichen Geldern finanziert werden.

Hmmm, tja, es gibt also Studien ...

Genau genommen gibt drei solche Studien.

2006: Henry Lai (Uni Washington) und Mobilfunkkritiker L. Slesin (Microwavenews) untersuchen den Zeitraum 1994 bis 2006 und haben darin 308 Studien gefunden, von denen 93 (30 %) industriefinanziert waren. Nur 29 % dieser industriefinanzierten Studien fand eine EMF-Wirkung, wogegen von den anderen, nicht-industrieförderten Studien, 68 % einen Effekt fanden.

2006: Berner Wissenschaftler (M. Egger u.a.) untersuchten alle Laborstudien, die sich zwischen 1995 und 2005 mit der Wirkung von EMF auf Menschen beschäftigt haben. Nach Darstellung der Wissenschaftler fanden sie unter 222 Studien nur 59 Studien, die ihren Anforderungen genügten. 12 (20 %) dieser Studien wurden allein von der Mobilfunkindustrie gefördert. Nur 33 % dieser rein industriegeförderten Studien fanden zumindest einen (1) biologischen Effekt, wogegen dies bei den übrigen 47 Studien mit anderen Finanzierungsformen (inkl. unbekannter Finanzierung) in 76 % der Fälle zutraf.

2007: Der Schweizer Studienkritiker W.K. attackiert im IZgMF die Berner Studie heftig in seinem Beitrag mit den Titel Fehlerhafte Studie für fehlgeleitete öffentliche Meinung.

Offenbar blieben Herrn Hensinger die Einwände des Studienkritikers W.K. verborgen oder er ignoriert diese.

Richtigerweise nennt Hensinger u.a. auch die Tabakindustrie als schlechtes Beispiel. Was der Stuttgarter Mobilfunkgegner aber geflissentlich übersieht: Die Stiftung Verum, gegründet von der Tabakindustrie und bis vor kurzem unter der Leitung eines ehemaligen Tabaklobbyisten, hat 17 Studien finanziell gefördert, darunter mit Reflex eine der Lieblingsstudien des Stuttgarters. Wundersam nur, dass von den 17 Studien nur eine einzige keinen Effekt fand, 16 dagegen "erfolgreich" waren und einen Effekt fanden. Auf diesem Auge aber ist Peter Hensinger bekanntermaßen blind.

Auch die Arbeit von Lai/Slesin muss man keineswegs so schlucken, wie sie einem der Anti-Mobilfunk-Verein Diagnose-Funk unterjubeln möchte. Meine skeptischen Anmerkungen dazu habe ich <hier> wiedergefunden.

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Interessenkonflikt, Tabak, Hensinger, Prahlhans, Autodidakt, Studienbewertung

Mobilfunkgegner mit Augenklappe: Und nun, Herr Hensinger?

RDW ⌂ @, Donnerstag, 07.06.2012, 18:06 (vor 2912 Tagen) @ H. Lamarr

Seien wir doch einmal offen:
Welche Bedeutung hat es denn, was ein ehemaliger Drucker und heutiger Deutschlehrer zu den biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder sagt?
Das ist doch Kindergartenniveau, wie einfach manche Mobilfunkkritiker sich all das vorstellen und glauben andere belehren zu können.

RDW

Mobilfunkgegner mit Augenklappe: Und nun, Herr Hensinger?

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.06.2012, 18:45 (vor 2912 Tagen) @ RDW

Seien wir doch einmal offen:

Einmal? Immer! ;-)

Welche Bedeutung hat es denn, was ein ehemaliger Drucker und heutiger Deutschlehrer zu den biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder sagt?

Sind Sie sicher mit dem Deutschlehrer? Über ihren Beruf machen speziell Mitglieder von Diagnose-Funk zwar gerne ein Geheimnis und sie vernebeln ihre "Expertise" wahrscheinlich aus gutem Grund, Herr Hensinger hat sich 2011 jedoch, wenn auch nur vage, dem (unheimlichen) Gesundheitswesen selbst zugeordnet:

"Zunächst möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Peter Hensinger, ich komme aus Stuttgart, meine Mutter ist in Bruneck geboren und stammt aus einer Lajener Familie. Dadurch komme ich seit den 50er Jahren jährlich mehrmals nach Südtirol. Zum ersten Mal bin ich im Gsieser Tal.

Wie kam ich zur Auseinandersetzung mit der Mobilfunktechnologie? Ich arbeitete im Gesundheitswesen, im Jahr 2004 sollte auf unsere Klinik ein Umsetzer kommen. Ich war Betriebsrat und in die Beratungen einbezogen. Ein Arzt kannte sich aus und lehnte wegen der Schädlichkeit der Strahlung die Vermietung ab, was auch geschah. Dann, im Jahr 2006 wurde auf unserem Nachbarhaus, 30 m vor unserem Balkon, ein Umsetzer praktisch über Nacht errichtet. 80 Anwohner gründeten eine Bürgerinitiative. In unserer Bürgerinitiative haben wir einen Hochfrequenztechniker, einen Biophysiker und auch meine medizinischen Kenntnisse kamen zum Tragen."

Das ist doch Kindergartenniveau, wie einfach manche Mobilfunkkritiker sich all das vorstellen und glauben andere belehren zu können.

Stimmt, aber das weiß nur der, der die Szene kennt - doch wer kennt diese kleine Szene schon? Der Artikel in "Mobile Business" hat es leider versäumt, die Qualifikation abzufragen und zu publizieren, mit der Herr Hensinger glaubt, nun schon im sechsten Jahr EMF-Aufklärung mit seiner besonderen Art betreiben zu müssen. Ich kann für ihn nur hoffen, dass er nicht die rote Laterne übernimmt, die momentan (bei mir) sein Kollege, der "Diplom-Astrologe" von Diagnose-Funk hat. Die Herumdruckserei wegen seines Berufs, so mein Bauch, deutet allerdings auf nichts Gutes hin.

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Mobilfunkgegner mit Augenklappe und geschlossenem Visier

RDW ⌂ @, Donnerstag, 07.06.2012, 19:19 (vor 2912 Tagen) @ H. Lamarr

Seien wir doch einmal offen:

Einmal? Immer! ;-)

Welche Bedeutung hat es denn, was ein ehemaliger Drucker und heutiger Deutschlehrer zu den biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder sagt?

Sind Sie sicher mit dem Deutschlehrer?

Nein. Aber ich kenne folgende Aussage und erlaubte mir daher die Interpretation mit dem Deutschlehrer:
"Druckerlehre, dann Studium der Germanistik und Pädagogik"
Wer mehr über seine Qualifikation weiß, darf dies gerne vorstellen. Es zählen Ausbildung und tatsächliche praktische Tätigkeit, wobei Letzteres bitte nicht so ungenau wie dieses da:

... Ich arbeitete im Gesundheitswesen

Das Verschleiern hat bei Mobilfunkkritikern schon seinen Grund, bei mehr Offenheit über ihre tatsächliche Qualifikation und wahren Absichten wären die meisten wohl schnell in der Versenkung oder gar eine Lachnummer.

RDW

Mobilfunkgegner mit Augenklappe und geschlossenem Visier

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.06.2012, 20:41 (vor 2912 Tagen) @ RDW

Das Verschleiern hat bei Mobilfunkkritikern schon seinen Grund, bei mehr Offenheit über ihre tatsächliche Qualifikation und wahren Absichten wären die meisten wohl schnell in der Versenkung oder gar eine Lachnummer.

Wer nach Herrn Hensinger im www sucht, wird feststellen: vor dem 24. Juli 2006, Gründungsdatum seiner BI, hat er so gut wie keine Spuren hinterlassen. Seit diesem Datum ackert er offenkundig ausschließlich für seine Ziele als Mobilfunkgegner. Gäbe es "Germany's next Top-Wutbürger", ich vermute, er wäre vorne mit dabei.

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Mobilfunkgegner mit Augenklappe und geschlossenem Visier

RDW ⌂ @, Donnerstag, 07.06.2012, 21:57 (vor 2911 Tagen) @ H. Lamarr

Das Verschleiern hat bei Mobilfunkkritikern schon seinen Grund, bei mehr Offenheit über ihre tatsächliche Qualifikation und wahren Absichten wären die meisten wohl schnell in der Versenkung oder gar eine Lachnummer.

Ich persönlich halte es auch für eine Ausdrucksform von Unehrlichkeit, andere über die eigene Qualifikation im Unklaren zu lassen bzw. ihnen gar etwas vorzumachen und gleichzeitig über die Arbeitsergebnisse oder Schlussfolgerungen von tatsächlichen Fachleuten herzuziehen. Das ist Tarnen und Täuschen, meist mit dem Zweck der Irreführung.

Wer nach Herrn Hensinger im www sucht, wird feststellen: vor dem 24. Juli 2006, Gründungsdatum seiner BI, hat er so gut wie keine Spuren hinterlassen. Seit diesem Datum ackert er offenkundig ausschließlich für seine Ziele als Mobilfunkgegner. Gäbe es "Germany's next Top-Wutbürger", ich vermute, er wäre vorne mit dabei.

Aus seiner Sicht erfolgreich, wie sonst wäre er je "prominent" geworden. Nur dumm, daß er dazu im Jahr 2008 aus Gründen der Glaubwürdigkeit sein Handy abschaffen musste:wink:

RDW

Der Autodidakt

Lilith, Freitag, 08.06.2012, 08:17 (vor 2911 Tagen) @ RDW

Nein. Aber ich kenne folgende Aussage und erlaubte mir daher die Interpretation mit dem Deutschlehrer:
"Druckerlehre, dann Studium der Germanistik und Pädagogik"
Wer mehr über seine Qualifikation weiß, darf dies gerne vorstellen. Es zählen Ausbildung und tatsächliche praktische Tätigkeit, wobei Letzteres bitte nicht so ungenau wie dieses da:

... Ich arbeitete im Gesundheitswesen


Herrn Hensinger eilt der Ruf eines Autodidakten und "Experten" in Sachen Mobilfunkgefahren voraus.

Die "Stuttgarter Nachrichten" lobten Hensinger vor einiger Zeit z.B. so:

"Peter Hensinger hat sich selbst zum Experten gemacht. Er referiert die neuesten Forschungserkenntnisse über Mobilfunkstrahlen so stotterfrei wie ein Wissenschaftler. Kein Wunder, seinen Vortrag über die angebliche, unsichtbare Gefahr hat Peter Hensinger bereits dutzende Male gehalten. Bei den Kritikern von Mobilfunkmasten gilt der Mann aus Stuttgart-West als Beispiel dafür, dass bürgerlicher Unmut weit mehr sein kann als Gebruddel. Peter Hensinger sammelt Information um Information - seit er mit anderen aus dem Westen die Initiative 'Der Mast muss weg' gegründet hat."

http://content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2380035_0_9223_--quot-es-geht-um-vorsorge-quot-.html

Ein Autodidakt ist ein gebildeter Mensch, der sich Qualifikationen im fleißigen Selbststudium angeeignet hat. Ein Autodidakt ist im weiteren Sinn also einer, der den Zugang zu Bildung sucht und für sich einen Weg dorthin realisiert, der ihm aus verschiedentlichen anderen Gründen über die klassischen Bildungswege verschlossen geblieben war. Ein gebildeter Mensch ist und bleibt der Autodidakt aber nur dann, wenn ihn die Bereitschaft umtreibt, einmal gewonnene Erkenntnisse immer wieder zu überprüfen und Kritik zuzulassen.

Dem gegenüber wird innerhalb der Mobilfunkgegnerei-Szene der Sinn, der dem Begriff "Autodidaktik" Gestalt gibt, verballhornt und in das Gegenteil verdreht. In der Mobilfunkgegnerei-Szene gilt einer als "Autodidakt" und "Experte", der auf der Grundlage einer einmal gewonnenen Überzeugung (Beispiele: "Der Mast muss weg!", "Zwangsbestrahlung!", "Krebs durch Mobilfunk!") fortan nichts mehr anderes tut, als zu sammeln, zu sammeln, zu sammeln, was diese seine Überzeugung stützt. Solch einseitig gerichteter Fleiss führt innerhalb der Szene zu einer dem Außenstehenden bisweilen skurril anmutenden Anerkennung.

Ein Hochstapler, der solche Praktiken des Sammelns konsequent zu betreiben und eloquent zu vermarkten in der Lage ist, wird es innerhalb der Mobilfunkgegnerei-Szene geradezu zwangsläufig zu höchsten Weihen bringen können. Zum Beispiel zum "Sprecher" einer vorgeblichen "Bewegung", deren Kennzeichen ein fortschrittsfeindliches, also destruktives Weltbild, und der Hang zu Verschwörungstheorien sind.

Die Textbausteine des Herrn Hensinger sind denen, die sich mit dieser Szene befasst haben, noch nicht einmal in irgendeinem letzten Nebensatz neu. Neu ist, dass mit Hensinger ein "Sprecher" der "Bewegung" zur ansprechbaren Adresse geworden ist. Fordern darf man in so einem Falle, dass der Mann seine Qualifikationen unmissverständlich offen legt. Wenn er sich vor fachlich unbeschlagenen Bürgern kokett mit der Aussage "ich arbeitete im Gesundheitswesen" aufführt, dann kann das bedeuten, dass er in medizinischer Hinsicht Erfahrung hat. Es kann aber auch bedeuten, dass er Bürokraft oder Hausmeister gewesen ist.

Druckerlehre, Germanistik, Pädagogik, Gesundheitswesen. Das klingt je nach Draufsicht mal beeindruckend, mal chaotisch. Herr Hensinger sollte, wenn er denn schon öffentlich als vermeintlicher Experte auftritt und als Vertreter einer Organisation Interviews gibt, für Ordnung sorgen und der interessierten Öffentlichkeit einen Überblick über seinen beruflichen Werdegang und über die Grundlagen seiner Qualifikation zugänglich machen.

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Meine Beiträge sind als Meinungsäußerungen aufzufassen. Die Meinungsäußerungsfreiheit ist ein in allen zivilisierten Ländern gesetzlich geschütztes Grundrecht.

"Wer die Dummbatzen gegen sich hat, verdient Vertrauen." (frei nach J.-P. Sartre)

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Der Entdecker

H. Lamarr @, München, Freitag, 08.06.2012, 17:52 (vor 2911 Tagen) @ Lilith

Dem gegenüber wird innerhalb der Mobilfunkgegnerei-Szene der Sinn, der dem Begriff "Autodidaktik" Gestalt gibt, verballhornt und in das Gegenteil verdreht. In der Mobilfunkgegnerei-Szene gilt einer als "Autodidakt" und "Experte", der auf der Grundlage einer einmal gewonnenen Überzeugung (Beispiele: "Der Mast muss weg!", "Zwangsbestrahlung!", "Krebs durch Mobilfunk!") fortan nichts mehr anderes tut, als zu sammeln, zu sammeln, zu sammeln, was diese seine Überzeugung stützt.

Dabei fing das alles 1887 höchst bescheiden an, gänzlich frei vom Drang, ein darbendes Geltungsbedürfnis zu befriedigen:

Am Neujahrstag 1894 starb der große Physiker Heinrich Hertz in Bonn, wenige Wochen vor Vollendung seines 37. Lebensjahres. Ihm gelang es, in den Jahren 1887/1888 die elektromagnetischen Wellen zu entdecken und sie bei seinen Versuchen an der Technischen Hochschule Karlsruhe auszusenden und zu empfangen.
Nach dem Tod von Hertz würdigte sein Lehrer, großer Förderer und naher Freund, Hermann von Helmholtz, die Persönlichkeit und das Werk des großen Gelehrten mit den Worten: „Hertz hat sich durch seine Entdeckung einen bleibenden Ruhm in der Wissenschaft gesichert. Ihm selbst war es nur um der Wahrheit zu tun, die er mit äußerstem Ernst und mit aller Anstrengung verfolgte, nie machte sich die geringste Spur von Ruhmessucht oder persönlichem Interesse bei ihm geltend.“

Quelle: http://www.seefunknetz.de/hhertz1.htm

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Der Entdecker - die Todesursache

H. Lamarr @, München, Samstag, 09.06.2012, 00:44 (vor 2910 Tagen) @ H. Lamarr

Am Neujahrstag 1894 starb der große Physiker Heinrich Hertz in Bonn ...

Bevor unsere Eva wieder auf phantastische Zusammenhänge kommt: Heinrich Hertz starb an der seltenen Wegener-Granulomatose, das ist eine der wenigen Erkrankungen, die bisher weltweit von Dr. med. Waldmann-Selsam noch nicht in Verbindung mit EMF-Einwirkung gebracht wurde.

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Wiebusch ./. Hensinger: Duell der Lobbyisten

KlaKla, Donnerstag, 07.06.2012, 19:02 (vor 2912 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von KlaKla, Donnerstag, 07.06.2012, 19:27

Die am 4. Mai 2012 getrennt voneinander geführten Interviews wurden von Mobile Business auch getrennt ins Netz gestellt, über beiden thront zusätzlich noch der Artikel "Die Risiken von Mobilfunkstrahlung: Gesundheitsschädigend oder völlig harmlos?".

Aus dem Artikel, Zitat, Peter Hensinger
„Und die EU fordert seit 2009 ein umfassendes Programm zur Vorsorge vor allem für Kinder, Jugendliche und Schwangere im Bereich der elektromagnetischen Felder, dessen Umsetzung der deutsche Strahlenschutz konsequent verweigert“, berichtet Peter Hensinger. Demgemäß fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland die Senkung des Grenzwertes von 10.000.000 Mikrowatt/qm auf 100 Mikrowatt/qm und einen medizinischen Vorsorgewert von 1 Mikrowatt/qm.

Der BUND fordert, was dem Geschäft der Baubiologie förderlich ist.

Da der BUND 2009 keine Kompetenz zum Thema hatte, importierte er diese aus den Reihen der Anti-Mobilfunker. Zu nennen wäre da: Bernd Rainer Müller, Dr. Karl Richter, Dr. Stefan Spaarmann, Dr. Waldmann-Selsam, Dr. U. Warnke, Dr. Peter Germann.

Unter Beratung dieser „Experten“ wurde das legendäre Positionspapier des BUND zum Mobilfunk ersonnen. Auffällig dabei ist, dass die Sorge des BUND sich ausschließlich auf Sendemasten bezieht und nicht auf Handys. Schon damals war die Ausrichtung des BUND ein Skandal. Hier geht's zur damaligen Diskussion.

Die Linkliste, die der BUND anbietet gibt Aufschluss über seine Kompetenz. Vermessen, erachte ich, dass der BUND Laien auf Hobbyexperten (Hensinger/Schorpp/Zwerenz/Matz/Richter) verweist.

Der Lobbyverband der Baubiologie hat mVn letztendlich den BUND dazu gebracht, seine Forderungen als BUND-Forderungen auszugeben. Die Kooperation mit dem privat wirtschaftlichen Unternehmen "Institut für Baubiologie" in Neubeuern (IBN), Geschäftsführer Rupert Schneider füllt eine Schlüsselposition aus.

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