Stuttgarter Mobilfunkgegner - vermeidbare Falschmeldung (Medien)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 31.05.2012, 09:34 (vor 3467 Tagen)

Traditionell ist NRhZ-Online ein (besser: das) Sprachrohr überzeugter Mobilfunkgegner. Gegenwärtig bringt dieses Portal den mehrteiligen Beitrag eines Stuttgarter Mobilfunkgegners. Es sind die üblichen Behauptungen, Halbwahrheiten und Vermutungen, wie sie das Internet zuhauf zur Frage über mögliche biologische Nebenwirkungen des Mobilfunk ausspuckt. Ein Neuheitenwert des NRhZ-Beitrags ist nicht erkennbar, wer nichts besseres zu tun hat kann ihn aber trotzdem lesen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, warum Mobilfunkgegner heute nicht weiter sind als vor zehn Jahren.

Der Autor, Peter Hensinger, ist von einer selbst erteilten Mission beseelt, den Menschen die Augen zu öffnen. Denn er, er weiß es schließlich besser. Welch' schlichter Orientierung er dabei folgt, erkennt man an Textpassagen wie diesen:

  • "Doch die Wahrheit lässt sich nicht unterdrücken. Weltweit arbeiten Wissenschaftler zusammen und veröffentlichen die von der Industrie unterdrückten oder verfälschten Forschungsergebnisse."
  • "Es ist zu befürchten, dass die Mobilfunklobby alle Hebel in Bewegung setzt, damit solche kritischen Stimmen nicht zum Zug kommen."

In Teil 3 seines NRhZ-Beitrags behauptet Hensinger, Grünen-Chef Cem Özdemir säße im Beirat der Vodafone-Stiftung. Als Quelle nennt Hensinger www.gruene-fraktion-bremen.de

Diese Behauptung wird unverzüglich im hese-Forum kolportiert, und in einen anderen Zusammenhang gestellt.

Doch die Behauptung von Hensinger ist falsch. Wer tatsächlich im Beirat der Vodafone-Stiftung sitzt, lässt sich an dieser Primärquelle zweifelsfrei feststellen.

Vermutlich saß Özdemir einmal in diesem Beirat und Hensinger hat nur schlecht (Veraltetes) recherchiert. Die fehlerhafte und vor allem einseitige Recherche ist ein typisches Defizit eifriger Mobilfunkgegner, wie sich in diesem Forum an vielen Beispielen z.B. hier nachlesen lässt.

Es ist unverständlich, warum Hensinger auf eine Sekundärquelle für seine Behauptung ausweicht, die noch dazu versiegt ist, wenn er mühelos auch auf die Primärquelle (Stiftung Vodafone) hätte verlinken können. Der erstbesten Quelle blind zu vertrauen ist kein Indiz für verantwortungsbewussten Umgang mit Information.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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NRhZ-Online, Gerücht, Falschmeldung, Hese-Forum

Stuttgarter Mobilfunkgegner - vermeidbare Falschmeldung

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 31.05.2012, 10:29 (vor 3467 Tagen) @ H. Lamarr

2008: Cem Özdemir spendet 5000 Euro

Im Tätigkeitsbericht 2009 der Stiftung wird Özdemir noch als Beirat genannt, 2010 dann nicht mehr.

Wohin das große Geld der Stiftung wirklich fließt, lässt sich anhand der Tätigkeitsberichte und dem darin genannten Finanzstatus ganz gut nachvollziehen. Eine private Uni in Bremen rangiert dabei auf einem der letzten Plätze - auch wenn sich einige Mobilfunkgegner redlich abmühen, einem das Gegenteil vorzuführen.

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Falschmeldung ?

ths, Donnerstag, 31.05.2012, 11:31 (vor 3467 Tagen) @ H. Lamarr

Der Beitrag
"Risiko Mobilfunk – Teil 3 - Mobilfunklobby an den Schalthebeln der Macht",
Online-Flyer Nr. 229, Neue Rheinische Zeitung,

stammt vom 23.12.2009.

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14594
http://www.nrhz.de/flyer/suche.php?ressort_id_menu=19&ressort_menu=Wirtschaft%20und%20Umwelt


Laut "Tätigkeitsbericht 2009" der Vodafone Stiftung war Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen, im Jahr 2009 Mitglied im Beirat der Vodafone Stiftung. (siehe PDF S. 135)

http://www.vodafone-stiftung.de/publikationmodul/detail/5.html
http://www.vodafone-stiftung.de/scripts/getdata.php?DOWNLOAD=YES&id=3145

Als Primärquelle hätte der Bericht 2006/2007
http://www.vodafone-stiftung.de/upload/pdf/VSD_TAETI_06_07.pdf oder diese Pressemeldung dienen können.

http://www.presseportal.de/pm/53198/987834/unternehmensnahe-stiftungen-erleben-boom-vodafone-stiftung-praesentiert-studie

Eine Falschmeldung aber liegt hier wohl nicht vor.

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NRhZ-Online

Keine Falschmeldung!

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 31.05.2012, 12:19 (vor 3467 Tagen) @ ths

Der Beitrag
"Risiko Mobilfunk – Teil 3 - Mobilfunklobby an den Schalthebeln der Macht",
Online-Flyer Nr. 229, Neue Rheinische Zeitung,

stammt vom 23.12.2009.

Danke für den Hinweis!

Nachdem Sie dieses Datum genannt haben, hab' auch ich es in dem unübersichtlich formatierten Artikel gefunden.

Meine Irrtumskette beginnt im hese-Forum, in dem am 30. Mai 2012 der Beitrag "Özdemir, die PKW-Maut, Mobilfunk und "das grüne - ...äähm" mit Link auf den NRhZ-Beitrag eingestellt wurde. Da bei NRhZ-Online über dem Artikel dann (heute) auch noch steht "Aktueller Online-Flyer vom 31. Mai 2012", war auch die zweite Weiche Richtung Irrtum gestellt. Den 2009er-Stand des Artikels habe ich zwar bemerkt, bin aber davon ausgegangen, dass Peter Hensinger sein altes Material für die NRhZ neu aufbereitet hat - obwohl es gar keine Doktorarbeit ist ;-).

Eine Falschmeldung aber liegt hier wohl nicht vor.

Nein, unter diesen Umständen liegt das Problem beim irreführenden Layout von NRhZ-Online.

Ob das, was Herr Hensinger in seinem Beitrag inhaltlich sonst noch so zum besten gibt richtig ist oder falsch, möchte ich jedoch offen lassen ...

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Falschmeldung

Jacobs University & Vodafone-Stiftung

H. Lamarr @, München, Freitag, 01.06.2012, 21:36 (vor 3465 Tagen) @ ths

Als Primärquelle hätte der Bericht 2006/2007
http://www.vodafone-stiftung.de/upload/pdf/VSD_TAETI_06_07.pdf [...] dienen können.

Einige Mobilfunkgegner versuchen bekanntlich den Eindruck zu erwecken, exklusiver Liebling der Vodafone-Stiftung sei eine private Hochschule in Bremen. Damit soll der Unterstellung der Weg geebnet werden, wissenschaftliche Mitarbeiter dieser Hochschule wären Vodafone gegenüber zu Dank verpflichtet. Wie es wirklich ist, darüber gibt der oben verlinkte Rechenschaftsbericht Auskunft:

"Durch das Stipendienprogramm „Vodafone Chancen“ erhielten vom Wintersemester 2006/2007 an Studierende ein Stipendium an ausgewählten privaten Hochschulen. Die Bucerius Law School in Hamburg war dabei, die European Business School in Oestrich-Winkel bei Wiesbaden, die WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar bei Koblenz und später auch die Jacobs University in Bremen. Das Stipendium umfasst neben Studiengebühren auch Lebenshaltungskosten, ein studienbegleitendes Mentoring und ein Bildungsprogramm. Voraussetzungen sind überdurchschnittliche Schulleistungen, Begabung und soziales Engagement."

Hintergrund
"Vodafone-Günstling" Lerchl: die wahre Geschichte

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Jacobs Universität

Neue Rheinische Zeitung als Abklatsch

Lilith, Donnerstag, 31.05.2012, 18:36 (vor 3467 Tagen) @ H. Lamarr

Traditionell ist NRhZ-Online ein (besser: das) Sprachrohr überzeugter Mobilfunkgegner. Gegenwärtig bringt dieses Portal den mehrteiligen Beitrag eines Stuttgarter Mobilfunkgegners. Es sind die üblichen Behauptungen, Halbwahrheiten und Vermutungen, wie sie das Internet zuhauf zur Frage über mögliche biologische Nebenwirkungen des Mobilfunk ausspuckt. Ein Neuheitenwert des NRhZ-Beitrags ist nicht erkennbar, wer nichts besseres zu tun hat kann ihn aber trotzdem lesen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, warum Mobilfunkgegner heute nicht weiter sind als vor zehn Jahren.

Der Autor, Peter Hensinger

Dieser Vorgang zeigt übrigens, wenn auch nur an einem nebensächlichen Beispiel, das Dilemma der sogenannten Linken in Deutschland.

Die Neue Rheinische Zeitung (NRhZ) war eine von Karl Marx in den Jahren 1848 und 1849 im zu der Zeit zu Preußen (Rheinprovinz) gehörenden Köln herausgegebene Tageszeitung, die sich auch unter kommunistisch-sozialistischen Aspekten mit den revolutionären gesellschaftspolitischen Ereignissen der Zeit beschäftigte. Auch Marx’ Weggefährte Friedrich Engels arbeitete als Redakteur mit wesentlichen Artikeln an der Zeitung mit (Wikipedia).

Die heutigen Nutzer dieses berühmten tradierten Namens wollen, so darf man voraussetzen, eine Praxis aufklärerischer, linker Veröffentlichungspolitik fortsetzen oder wenigstens wiederbeleben, und lehnen sich deshalb mit der Wahl des Namens "Neue Rheinische Zeitung" sicher nicht von ungefähr an ihr großes Vorbild an.

Zu diesem ihrem löblichen Vorhaben passt jedoch nicht, dass sie in Gestalt der Artikel dieses Herrn Hensinger beim Veröffentlichen der traurigen Konstruktstorys eines weltverbessernden Verschwörungstheoretikers gelandet sind. Leider aber entspricht diese Veröffentlichungspraxis dem traurigen Bild, das die deutsche Linke in ihrer Mehrheit schon seit langem abgibt.

Dort ist es nämlich Mode und stur eingehaltener Brauch, den Kapitalismus nicht als das studierenswerte Prinzip, das er darstellt, zu begreifen. Diese Gesellschaftsform ist dem Gros der Linken vielmehr nichts anderes und nicht mehr als eine groß angelegte Verschwörung. Aus der Unfähigkeit, das eine, das zum Denken verleitet, vom anderen, das sich im besinnungslosen Wiederkäuen vollendet, unterscheiden zu können, erklärt sich die erfolglose Geschichte der deutschen Linken.

Das vorgeblich "linke" Denken in Verschwörungstheorien, es bildet nicht nur den Urgrund für anhaltende Erfolglosigkeit und regelmäßig wiederkehrende Zwiste untereinander, sondern ist auch das Einfallstor für verschlichene Verschwörungsphantasten, die das Bilderstürmen und das "Kämpfen" gegen die Zeiterscheinungen der Moderne mit fortschrittlicher politischer und gesellschaftliche Praxis verwechseln.

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Meine Beiträge sind als Meinungsäußerungen aufzufassen. Die Meinungsäußerungsfreiheit ist ein in allen zivilisierten Ländern gesetzlich geschütztes Grundrecht.

"Wer die Dummbatzen gegen sich hat, verdient Vertrauen." (frei nach J.-P. Sartre)

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Verschwörungstheorie, NRhZ-Online

Neue Rheinische Zeitung als Abklatsch

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 31.05.2012, 22:54 (vor 3466 Tagen) @ Lilith

Die heutigen Nutzer dieses berühmten tradierten Namens wollen, so darf man voraussetzen, eine Praxis aufklärerischer, linker Veröffentlichungspolitik fortsetzen oder wenigstens wiederbeleben, und lehnen sich deshalb mit der Wahl des Namens "Neue Rheinische Zeitung" sicher nicht von ungefähr an ihr großes Vorbild an.

"Die heutigen Nutzer ...". Hmmm. Ich glaube es hätte schon die Einzahl genügt, statt Mehrzahl:
1 Mann, 1 Wort, 1 Redakteur.
Womit auch klar ist, warum die "Kompetenzinitiative" hier so häufig den Fuß in der Tür hat.

Ich such' mir jetzt auch so ein Objekt mit einem überlasteten Redakteur, um mein Zeugs "in den Medien" zu lesen. NRhZ-Online wäre allerdings für so ein Unterfangen schon ein ganz besonderes Pflaster.

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NRhZ-Online

Neue Rheinische Zeitung als Abklatsch

Lilith, Freitag, 01.06.2012, 07:24 (vor 3466 Tagen) @ H. Lamarr

NRhZ-Online wäre allerdings für so ein Unterfangen schon ein ganz besonderes Pflaster.

Die Nutzung des Zeitungstitels hat ein bißchen was von Hochstapelei. Erscheint mir auch respektlos.

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Stuttgarter Mobilfunkgegner - vermeidbare Falschmeldung (II)

H. Lamarr @, München, Freitag, 01.06.2012, 12:01 (vor 3466 Tagen) @ H. Lamarr

Der Autor, Peter Hensinger, ist von einer selbst erteilten Mission beseelt, den Menschen die Augen zu öffnen. Denn er, er weiß es schließlich besser.

Rückblick zum Abschluss des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms, dem mit Abstand größten EMF-Forschungsprogramm, das die Welt bis dato gesehen hat.

Seinerzeit reagierte Herr Hensinger verärgert, weil ein TV-Team drei Stunden lang bei ihm in Stuttgart gefilmt und Interviews geführt hatte, jedoch: "Im gesendeten Beitrag um 22.15 Uhr wurden alle Argumente, Banner und jeder Hinweis auf den Widerstand weggeschnitten und alles reduziert auf aus dem Zusammenhang gerissene Zitate über persönliche Ängste."

Hensinger reagierte trotzig und drohte im Juni 2008 in einer sogenannten Presseerklärung (PDF): "Die Bürgerinitiativen werden jetzt ihre Aufklärungsarbeit verstärken, um dieses lobbyistische Verharmlosungs- und Schweigekartell zu durchbrechen. Wir fordern die sofortige mögliche Minimimierung der Strahlenbelastung, Aufklärung der Bevölkerung und mit Hochdruck eine Forschung für eine Kommunikationstechnologie, die gesundheitsverträglich ist."

Da spricht offenkundig ein Wutbürger. Bemerkenswert ist diese "Presserklärung" jedoch wegen etwas ganz anderem. Hensinger behauptet darin:

"Die Studienergebnisse der Wiener UMTS - Studie wurden bereits 2006 Minister Gabriel von den Forschern vorgelegt. Minister Gabriel ignoriert nachweislich diese Ergebnisse. Dies deckt die deutsche Wissenschaftlervereinigung Kompetenzinitiative e.V. in einer aktuellen Dokumentation "Angebliche und tatsächliche Manipulationen im UMTS-Staat oder Wie der Strahlenschutz das Strahlenrisiko verdoppelt" (16.6.2008) auf (4)."

Mir geht es um das Datum 2006. Die berühmt/berüchtigte UMTS-Studie wurde erst im Mai 2008 in der Fachzeitschrift Int Arch Occup Environ Health publiziert. Vor so einer Publikation in einem anerkannten Journal gelten wissenschaftliche Arbeiten regulär als nicht existent. Dr. Franz Adlkofer hat allerdings die Neigung, alarmierende Mobilfunkstudien, an denen er mitwirkt, vorzeitig in die Öffentlichkeit zu bringen. Dies war bei der Reflex-Studie so, und so war es auch bei deren Nachfolgestudie (UMTS). Aber: Adlkofer brachte die UMTS-Studie nicht 2006, sondern erstmals am 1. Oktober 2007 in die Öffentlichkeit. Schwer vorstellbar, dass bereits 2006 belastbare Resultate vorlagen, die Minister Gabriel beeindrucken konnten.

Herr Hensinger beklagt im Juni 2008: "Minister Gabriel ignoriert nachweislich diese Ergebnisse." Sollte es überhaupt so gewesen sein, lag der Minister goldrichtig. Denn am 23. Mai 2008 distanzierte sich die Medizinische Universität Wien nachdrücklich von ihrer eigenen UMTS-Studie. Warum Hensinger danach noch mit seiner "Presserklärung" mit den Vorwürfen gegen Gabriel kam, das weiß nur er. Listigerweise trägt seine "Presserklärung" kein Datum, nur an den Dateieigenschaften des PDFs ist ersichtlich, dass es am 18. Juni 2008 angefertigt wurde, da waren die Fälschungsvorwürfe gegen die UMTS-Studie bereits drei Wochen bekannt.

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UMTS-Studie, Diagnose-Funk, Reflex, Hensinger, DMF, Falschmeldung, ATHEM-Projekt, Knotenpunkt, Fachkompetenz, EMF-Forschungsprogramm

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