HPA-Report 2012: Keine Belege für Schädlichkeit von Mobilfunk (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 29.04.2012, 12:52 (vor 3277 Tagen)

Auszug aus heise online:

Mobilfunk: Weiterhin keine Beweise für Schädlichkeit
Für mögliche Gesundheitsschäden durch Mobilfunkstrahlung gibt es auch weiterhin keinen Beleg. Das geht aus einem Bericht der britischen Gesundheitsbehörde HPA (Health Protection Agency) hervor, der am Donnerstag bekannt gemacht wurde.

Wissenschaftler der Expertenkommission AGNIR (Advisory Group on Non-ionising Radiation) haben dafür zahlreiche Studien gesichtet. Ihr Ergebnis: Menschen, die einer Strahlung innerhalb der britischen Grenzwerte ausgesetzt waren, wiesen keine erkennbaren Symptome auf. Auch eine Wirkung der hochfrequenten elektromagnetischen Felder auf nach eigenen Angaben elektrosensible Menschen konnte nicht festgestellt werden. Ebenfalls wurden keine Hinweise darauf gefunden, dass Hirntumore und andere Krebserkrankungen gefördert und Fruchtbarkeit sowie Herzgesundheit geschädigt würden.

Hintergrund
Zusammenfassung der HPA zum Elektrosmog-Gesundheitsreport 2012 (englisch)
Download des aktuellen Reports

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Tags:
Krebs, Fruchtbarkeit, HPA, AGNIR

HPA-Report 2012: Keine Belege für Schädlichkeit von Mobilfunk

Doris @, Sonntag, 29.04.2012, 23:59 (vor 3277 Tagen) @ H. Lamarr

Wissenschaftler der Expertenkommission AGNIR (Advisory Group on Non-ionising Radiation) haben dafür zahlreiche Studien gesichtet. Ihr Ergebnis: Menschen, die einer Strahlung innerhalb der britischen Grenzwerte ausgesetzt waren, wiesen keine erkennbaren Symptome auf. Auch eine Wirkung der hochfrequenten elektromagnetischen Felder auf nach eigenen Angaben elektrosensible Menschen konnte nicht festgestellt werden. Ebenfalls wurden keine Hinweise darauf gefunden, dass Hirntumore und andere Krebserkrankungen gefördert und Fruchtbarkeit sowie Herzgesundheit geschädigt würden.

Solche Berichte gehen dann als "Neue Studie Handys wahrscheinlich doch nicht krebserregend" über stern.de raus.

Unter Studie verstehe ich was anderes, es handelt sich um einen Report der 2009 (also vor der Interphone Veröffentlichung und vor der IARC Entscheidung) begonnen wurde und erstrangig die bis dahin veröffentlichten Studien bewertet, die auch von anderen Gremien bereits schon bewertet wurden. Und auch diese kamen natürlich zu keinem anderen Ergebnis, warum auch? Mit eingeflossen sind auch noch 2010er Arbeiten und ein Teil aus 2011. Der Interphone Studie wurde ein Kapitel gewidmet, der IARC Entscheidung (schlagt mich, wenn ich's übersehen habe) kein Wort. Verwunderlich ist das insofern nicht, da der Chairmann von HPA Dr. Anthony Swerdlow zur ICNIRP gehört, die bekanntlich die IARC Bewertung nicht teilen.

Wie vertrauenswürdig ist Dr. Anthony Swerdlow? Nein, im Vorstand der Baubiologen ist er nicht, aber ...

"A.J.S. holds shares in the telecom companies Cable and Wireless Worldwide and Cable and Wireless Communications. A.J.S.’s wife holds shares in the BT group, a global telecommunications services company"

(so steht's unter einer Bewertung der Interphone Studie im Zusammenhang mit der IARC Entscheidung aus dem Jahr 2011 des ICNIRP Ausschusses).
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Ansonsten bringt auch dieser knapp 350 seitige Bericht nichts anderes als all die anderen Reviews die es in den letzten Jahren gab mit den üblichen Einschränkungen (weitere Überwachung, keine Langzeitrisiken bekannt, Kinder sollen sich zurückhalten...) Wem bringt's was, für einen Mediendurchgang wie oben reicht es allemal.

Aufgefallen ist mir aber dennoch was. Die Studien Diem et al (2005) und Schwarz et al (2008) sind mit aufgelistet und bewertet, wie wenn nichts gewesen wäre. Dr. Lerchls Bemühungen wurden mit keinem Wort erwähnt, bzw. es wurde nur in einem Nebensatz erwähnt (There was some scientific concern about the validity of these data...) Die Entkräftigung der Diem Resultate wurde durch die Nicht Reproduzierbarkeit von Speit et al bewertet.

350 Seiten Auflistung von Studien mit positiven und negativen Resultaten die letztendlich doch mehr oder weniger zur üblichen Entwarnung führen von einem in England doch sehr bedeutenden Gremium. Da muss man sich doch wundern, dass die IARC nach Durchsicht der wohl selben Daten zu einem anderen Ergebnis kam, welches von den verschiedensten Seiten seitdem immer wieder attackiert wird.
Ein für mich eindeutiges Plus ist jedoch, dass die IARC Mitglieder wirklich aus den unterschiedlichsten "Ecken" kamen, und sich am Schluss - bis auf Frau Dr. Blettner - auf ein eindeutiges Ergebnis einigen konnten.

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ICNIRP, Glaubwürdigkeit, Diem, Speit, krebserregend, Entwarnung

HPA-Report 2012: Kann denn Aktienbesitz Sünde sein?

H. Lamarr @, München, Dienstag, 01.05.2012, 01:13 (vor 3276 Tagen) @ Doris

Wie vertrauenswürdig ist Dr. Anthony Swerdlow? Nein, im Vorstand der Baubiologen ist er nicht, aber ...

"A.J.S. holds shares in the telecom companies Cable and Wireless Worldwide and Cable and Wireless Communications. A.J.S.’s wife holds shares in the BT group, a global telecommunications services company"

(so steht's unter einer Bewertung der Interphone Studie im Zusammenhang mit der IARC Entscheidung aus dem Jahr 2011 des ICNIRP Ausschusses).

Sie machen die Vertrauenswürdigkeit von Dr. Anthony Swerdlow daran fest, dass er und seine Frau Aktien von Telcos halten? Das wäre dann aber reichlich dünn, zumal das "Geheimnis" aller Voraussicht nach von den Swerdlows selbst preis gegeben wurde. Das wiederum finde ich ehrlich und unbedenklich. Wissen wir denn, welche Aktien Dr. Adlkofer hält, welche Herr Dinger, Herr Zwerenz oder Dr. Richter? Nein, wir wissen es nicht und sie werden es uns wahrscheinlich auch nicht verraten.

Ansonsten bringt auch dieser knapp 350 seitige Bericht nichts anderes als all die anderen Reviews die es in den letzten Jahren gab mit den üblichen Einschränkungen (weitere Überwachung, keine Langzeitrisiken bekannt, Kinder sollen sich zurückhalten...) Wem bringt's was, für einen Mediendurchgang wie oben reicht es allemal.

Ich kann Ihren Standpunkt nicht ganz nachvollziehen. Auf mich wirkt es so, als störte es Sie, dass seit vielen Jahrhunderten bei der Berechnung 10+10 immerzu dasselbe herauskommt. Damit will ich sagen: Wenn die Bewertungsmaßstäbe der HPA gleich geblieben sind und diese sich an gängigen wissenschaftlichen Standards orientieren, dann kommt nun mal langweiligerweise im Großen und Ganzen bei einem gemeinsamen Datenpool auch das gleiche heraus. Dass die IARC-Arbeitsgruppe Handys als möglicherweise krebserregend eingestuft hat, sehe ich nicht als Widerspruch.

Die 31 - 1 in Lyon haben sich 2011 in Sachen Handy bekanntlich auf 2B verständigt. Sie mussten es, ein Konsens war Pflicht und die Leute wollten endlich wieder heim. Wenn ich mich recht entsinne, konnten sogar Laien wie wir dieses Ergebnis ziemlich zutreffend voraussagen. Und was passiert jetzt? Nix! In Essig eingelegtes Gemüse wie Gurken wurde von der IARC 1993 in die Gruppe 2B aufgenommen. Das ist bald 20 Jahre her, bei mir im Kühlschrank steht dennoch ein Glas. Oder nehmen Sie den Standardvergleich "Kaffee": Der wurde vor 21 Jahren in 2B aufgenommen und erfreut sich dennoch ungebrochener Beliebtheit, so als hätte er die Traumwertung 4 gekriegt.

Was ich sagen will ist: Die 2B-Wertung der IARC für Handys und andere körpernah einwirkende Funkimmission ist eine von derzeit 271 2B-Wertungen. Gab es nun wegen den Essigguken irgendein Tamtam? Nein! Beim Kaffee? Ja, ein bisschen. Und jetzt beim Handy? Da wird die Sau durch alle Dörfer getrieben, die hier rufen. Ich meine das liegt weder an der IARC, noch an den 31 Wertungsgebern und schon gar nicht an der 2B-Wertung. Es liegt an den Wurzeln der E-Smog-Debatte: Da gibt es einfach viel zu viele Leute, die im Sumpf dieser Debatte waten und ihren materiellen und immateriellen Gewinn dabei machen, mit all den Tricks, von denen wir im Forum etliche aufdecken konnten. Mit der künstlich geschürten Angst vor Funkwellen lässt sich Profit machen, mit Angst vor Kaffee oder Essiggurken nicht. Für mich ist dies ein überzeugendes und durch viele Hinweise und einige Beweise gestütztes Erklärungsmodell, warum der EMF-Krebs in der öffentlichen Wahrnehmung so ganz anders abschneidet als der Essiggurken-Krebs und der Kaffee-Krebs.

Aufgefallen ist mir aber dennoch was. Die Studien Diem et al (2005) und Schwarz et al (2008) sind mit aufgelistet und bewertet, wie wenn nichts gewesen wäre. Dr. Lerchls Bemühungen wurden mit keinem Wort erwähnt, bzw. es wurde nur in einem Nebensatz erwähnt (There was some scientific concern about the validity of these data...) Die Entkräftigung der Diem Resultate wurde durch die Nicht Reproduzierbarkeit von Speit et al bewertet.

Auch mir ist was aufgefallen: Die im März 2012 zurückgezogenen Salama-Studien sind im HPA-Report berücksichtigt. Die Retraktion konnten die Briten nicht vorhersehen, Salamas weitgehend funktionslose Expositionsapparatur hätte aber auch so als schwerwiegender Fehler erkannt werden können. Wurde sie aber nicht. Wieso sieht Lerchl so etwas, er ist Biologe, kein Kommunikationselektroniker.

350 Seiten Auflistung von Studien mit positiven und negativen Resultaten die letztendlich doch mehr oder weniger zur üblichen Entwarnung führen von einem in England doch sehr bedeutenden Gremium. Da muss man sich doch wundern, dass die IARC nach Durchsicht der wohl selben Daten zu einem anderen Ergebnis kam, welches von den verschiedensten Seiten seitdem immer wieder attackiert wird.

Eigenartig finde ich, niemand interessiert sich augenscheinlich dafür, wie es mit der 2B-Wertung für Handys nun weitergehen wird. Steht die auch noch 2100 in der Liste so drin oder wird es jemals eine Prüfung geben, ob denn die Wertung aus dem Jahr 2011 die richtige war? Der Kaffee trägt sein 2B-Kainsmal nun schon lange 21 Jahre und nichts deutet darauf hin, dass er es irgendwann einmal wieder los sein wird oder er z.B. in 2A aufrückt.

Ein für mich eindeutiges Plus ist jedoch, dass die IARC Mitglieder wirklich aus den unterschiedlichsten "Ecken" kamen, und sich am Schluss - bis auf Frau Dr. Blettner - auf ein eindeutiges Ergebnis einigen konnten.

Die Reviewer und Report-Autoren der einzelnen Länder kommen ebenfalls aus den unterschiedlichsten "Ecken". Das ist mMn nicht die Erklärung, warum Lyon 2B hervorbrachte. Wie oben angedeutet sehe ich Lyon nicht als Fanal besonders guter, kritischer oder un(ver)käuflicher Wissenschaftler. Die 31 in Lyon haben wahrscheinlich ebenso wie die anderen nach bestem Wissen & Gewissen gewertet und sind um eine Nuance strenger gewesen. Das ändert aber nichts daran, dass Wissenschaft ein kumulativer Prozess ist, auch Lyon wird sich in die lange Reihe der Risikobewertungen einreihen müssen und erst was dort unterm Strich rauskommt, das ist das, was politisch/wirtschaftlich konsensfähig ist. Dass dieses Mahlwerk Zeit braucht, liegt auf der Hand - dennoch finde ich die 21 Jahre beim Kaffee irgendwie selbstzerstörerisch für die IARC. Denn einmal nach gemeinsamen Hirnen 2B auszurufen und sich danach länger als zwei Dekaden nur die Echos anhören, das erweckt bei mir den Eindruck, es sei alles nicht so richtig ernst gemeint. Die Idee der IARC-Monographs ist sicherlich gut, meiner unmaßgeblichen Meinung nach fehlt aber so etwas wie die kraftvolle Weiterverfolgung einer gefundenen Spur.

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HPA-Report 2012: Kann denn Aktienbesitz Sünde sein?

Doris @, Dienstag, 01.05.2012, 12:33 (vor 3275 Tagen) @ H. Lamarr

Wie vertrauenswürdig ist Dr. Anthony Swerdlow? Nein, im Vorstand der Baubiologen ist er nicht, aber ...

"A.J.S. holds shares in the telecom companies Cable and Wireless Worldwide and Cable and Wireless Communications. A.J.S.’s wife holds shares in the BT group, a global telecommunications services company"

Sie machen die Vertrauenswürdigkeit von Dr. Anthony Swerdlow daran fest, dass er und seine Frau Aktien von Telcos halten?

vorab zur Information zu den Unternehmen, bei denen die Swerdlows Aktien haben.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/fuer-eine-milliarde-pfund-vodafone-uebernimmt-cable-und-wireless/6542880.html

http://en.wikipedia.org/wiki/BT_Group

Wenn Sie sich meinen obigen Satz anschauen, dann sehen Sie dahinter ein Fragezeichen.:-( Ich habe mich, nachdem ich in den letzten Tagen einiges zu dem möglichen Interessenkonflikt von Dr. Swerdlow gelesen habe, mich dazu entschieden in diesem Forum hier diese Frage zu stellen. Allerdings hält sich meine Hoffnung doch auch in Grenzen dazu unterschiedliche Meinungen zu hören.

Sie haben die Überschrift richtig gewählt. Kann Aktienbesitz Sünde sein? Ist die Entscheidung/Wertung in einer noch nicht abgeklärten Sache von jemand, der Geld in solchen Unternehmen hat, ob ehrlich zugegeben oder nicht, glaubwürdig/zuverlässig oder nicht? Dazu muss es doch Meinungen geben, die gibt es doch auch, wenn es sich um Verbandelungen zu Baubiologen usw. handelt.

Die Kontroverse in der EMF Diskussion ist nicht ob da was geheimgehalten wird. Solche Diskussionen werden nur in der Elektrosmog-Szene geführt und die ist relativ unbedeutend. Diskussionen gibt es nicht über die Quanität der Forschung sondern über die Qualität. Und deshalb ist die Sache noch nicht entschieden und die Argumentation unterschiedlich. Von daher fallen auch die Gremienbewertungen unterschiedlich aus.

zumal das "Geheimnis" aller Voraussicht nach von den Swerdlows selbst preis gegeben wurde. Das wiederum finde ich ehrlich und unbedenklich.

Ja, es wurde von den Swerdlows selbst preisgegeben und es ist ehrlich. Aber trotzdem steht für mich noch die Frage, ob es unbedenklich ist.

Wissen wir denn, welche Aktien Dr. Adlkofer hält, welche Herr Dinger, Herr Zwerenz oder Dr. Richter? Nein, wir wissen es nicht und sie werden es uns wahrscheinlich auch nicht verraten.

Sie vergleichen Leute die lediglich in der Elektrosmogszene was zu melden haben mit Leuten die einen ganz anderen Einfluss und ein wesentlich wichtigere Bedeutung haben.
Und dennoch meine ich, dass Sie bei den einen kritischer sind als bei den anderen. Wären Sie ganz ehrlich noch offen für Ergebnisse, die aus der Adlkofer Ecke kommen auch mit dem Wissen über seine Tabak Vergangenheit?

Die Frage der Sicherheit der Handys wird unter anerkannten Wissenschaftlern/Gremien geführt und nicht zwischen solchen Leuten, die Sie oben anführen und einflussreichen Gremien.

Aufgefallen ist mir aber dennoch was. Die Studien Diem et al (2005) und Schwarz et al (2008) sind mit aufgelistet und bewertet, wie wenn nichts gewesen wäre. Dr. Lerchls Bemühungen wurden mit keinem Wort erwähnt, bzw. es wurde nur in einem Nebensatz erwähnt (There was some scientific concern about the validity of these data...) Die Entkräftigung der Diem Resultate wurde durch die Nicht Reproduzierbarkeit von Speit et al bewertet.

Auch mir ist was aufgefallen: Die im März 2012 zurückgezogenen Salama-Studien sind im HPA-Report berücksichtigt. Die Retraktion konnten die Briten nicht vorhersehen, Salamas weitgehend funktionslose Expositionsapparatur hätte aber auch so als schwerwiegender Fehler erkannt werden können. Wurde sie aber nicht. Wieso sieht Lerchl so etwas, er ist Biologe, kein Kommunikationselektroniker.

Immerhin wurde in dem Bericht die Kritik von Lerchl und Bornkessel zu den o.g. Studien erwähnt und das obwohl die Sache noch ganz neu ist. Warum wurde der abgeschlossenen REFLEX Kritik durch Dr. Lerchl, die schon länger zurückliegt keine größere Bedeutung beigemessen? Das ist es, was mich an dem ganzen Bericht stört. Ich sehe darin eine Pflichterfüllung eine Sache, zu der die Autoren eine abgeschlossene Meinung haben auf den neuesten Stand zu bringen.
Dr. Lerchl wird zwar nachgesagt, dass er nur in Studien, die Effekte findet die Fehler sucht, aber auf jeden Fall deckt er methodische Schwächen auf. Und die soll und muss es ja dann auch in Studien geben, die keine Effekte findet. Ein Beispiel ist z.B. auch die Arendash Studie (Handys schützen vor Alzheimer), die ja auch von Dr. Lerchl kritisiert wurde. Schlechte Studien werden nicht aussortiert, sondern fließen mit ein in die Bewertung, da stelle ich mir dann die Frage warum überhaupt Geld investiert wird bzw. müsste es neue Ansätze geben um die Sache in Schwung bzw. zum Abschluss zu bringen.

Eigenartig finde ich, niemand interessiert sich augenscheinlich dafür, wie es mit der 2B-Wertung für Handys nun weitergehen wird.

Richtig das spricht für meine Meinung der Trägheit, die diese Sache so an sich hat.
Auf was wartet man, ob's gut geht oder nicht.

Steht die auch noch 2100 in der Liste so drin oder wird es jemals eine Prüfung geben, ob denn die Wertung aus dem Jahr 2011 die richtige war? Der Kaffee trägt sein 2B-Kainsmal nun schon lange 21 Jahre und nichts deutet darauf hin, dass er es irgendwann einmal wieder los sein wird oder er z.B. in 2A aufrückt.

Nein, wird es nicht. Ich habe kürzlich irgendwo an bedeutender Stelle gelesen, (ich weiß nicht mehr wo), was es mit der Eingruppierung auf sich hat. Die Eingruppierungen bleiben bestehen, die können höher bewertet, wenn sich eine Schädlichkeit herausstellt, aber eine erneute Prüfung ob die frühere Eingruppierung gerechtfertigt ist oder nicht gibt es nicht.

Die Idee der IARC-Monographs ist sicherlich gut, meiner unmaßgeblichen Meinung nach fehlt aber so etwas wie die kraftvolle Weiterverfolgung einer gefundenen Spur.

Richtig und wer könnte daran was ändern? Es fehlt ja offensichtlich die Motivation von anerkannten und einflussreichen Leuten/Wissenschaftlern, die Sache wirklich zu bewegen. Und da stellt sich mir die Frage, warum das so ist.
Und da geht es nicht um einen Zwerenz, Dinger, Adlkofer und all die "Größen" im süddeutschen Raum. Die interessieren ganz ehrlich so wenig wie der Dreck unter den Fingernägeln. Die eigentlichen Diskussionen finden auf ganz anderer Ebene statt.

Aber ich bin sicher, die Zeit und der damit verbundene wissenschaftliche Fortschritt, aber auch der damit einhergehende "Personalwechsel" wird die Frage einer möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigung klären.

HPA-Report 2012: Kann denn Aktienbesitz Sünde sein?

Sektor3, Mittwoch, 02.05.2012, 15:36 (vor 3274 Tagen) @ Doris

Wissen wir denn, welche Aktien Dr. Adlkofer hält, welche Herr Dinger, Herr Zwerenz oder Dr. Richter? Nein, wir wissen es nicht und sie werden es uns wahrscheinlich auch nicht verraten.

Sie vergleichen Leute die lediglich in der Elektrosmogszene was zu melden haben mit Leuten die einen ganz anderen Einfluss und ein wesentlich wichtigere Bedeutung haben.

Wer sind diese Leute, "die einen ganz anderen Einfluss und ein wesentlich wichtigere Bedeutung haben"?

Und dennoch meine ich, dass Sie bei den einen kritischer sind als bei den anderen. Wären Sie ganz ehrlich noch offen für Ergebnisse, die aus der Adlkofer Ecke kommen auch mit dem Wissen über seine Tabak Vergangenheit?

Halten Sie das anderst? Sind Sie bei allen Aussagen immer gleich kritisch, ungeachtet von Reputation, Hintergrund und Ihrer Einschätzung, dass diese "Ecke" lediglich in der Elektrosmogszene was zu melden hat?

Die Frage der Sicherheit der Handys wird unter anerkannten Wissenschaftlern/Gremien geführt und nicht zwischen solchen Leuten, die Sie oben anführen und einflussreichen Gremien.

Was disqualifiziert Ihrer Meinung nach Prof. A. - ein Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften, der mit Geldern der EU zum Thema geforscht hat und der seine Ergebnisse vor der WHO und vor Regierungen/Parlamenten vorgetragen hat - als Diskussionsteilnehmer um diese Frage?
Und weiter, ist Prof. Lerchl Ihrer Meinung nach kein ernsthafter Wissenschaftler, weil er aus dem erlauchten Kreis der IARC-Diskutanten ausgeschlossen wurde?

Prof. A. und die Europäische Akademie der Wissenschaften

H. Lamarr @, München, Sonntag, 25.11.2012, 22:59 (vor 3067 Tagen) @ Sektor3

Was disqualifiziert Ihrer Meinung nach Prof. A. - ein Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften ...

Ähem.

Wie kommen Sie eigentlich darauf, Prof. A. sei Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften? Oder meinen Sie etwa mit A. (Marek) Abramowicz?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Prof. A. und die Europäische Akademie der Wissenschaften

Sektor3, Montag, 26.11.2012, 08:56 (vor 3066 Tagen) @ H. Lamarr

Was disqualifiziert Ihrer Meinung nach Prof. A. - ein Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften ...

Ähem.

Wie kommen Sie eigentlich darauf, Prof. A. sei Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften? Oder meinen Sie etwa mit A. (Marek) Abramowicz?

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_members_of_European_Academy_of_Sciences_and_Arts

Kann denn Aktienbesitz Sünde sein? - ja!

Doris @, Donnerstag, 03.05.2012, 13:12 (vor 3273 Tagen) @ H. Lamarr

Sie machen die Vertrauenswürdigkeit von Dr. Anthony Swerdlow daran fest, dass er und seine Frau Aktien von Telcos halten? Das wäre dann aber reichlich dünn, zumal das "Geheimnis" aller Voraussicht nach von den Swerdlows selbst preis gegeben wurde. Das wiederum finde ich ehrlich und unbedenklich.

Ehrlich ist nicht gleich unbedenklich.

Ich habe Ihre Frage oben weiterverfolgt und habe nun eine Meinung, die m.E. auf recht stabilen Beinen steht.

Das International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE) hat dazu was verfasst unter dem Titel

Uniform Requirements for Manuscripts Submitted to Biomedical Journals:
Ethical Considerations in the Conduct and Reporting of Research: Conflicts of Interest

Ich zitiere daraus einen Auszug:

Conflict of interest exists when an author (or the author’s institution), reviewer, or editor has financial or personal relationships that inappropriately influence (bias) his or her actions (such relationships are also known as dual commitments, competing interests, or competing loyalties). These relationships vary from being negligible to having great potential for influencing judgment. Not all relationships represent true conflict of interest. On the other hand, the potential for conflict of interest can exist regardless of whether an individual believes that the relationship affects his or her scientific judgment. Financial relationships (such as employment, consultancies, stock ownership, honoraria, and paid expert testimony) are the most easily identifiable conflicts of interest and the most likely to undermine the credibility of the journal, the authors, and of science itself

Aktienbesitz (stock ownership) ist neben anderem klar genannt als

"am leichtesten erkennbare Interessenkonflikte und die wahrscheinlichsten , um die Glaubwürdigkeit der Zeitschrift, der Autoren und der Wissenschaft selbst zu untergraben"

Und jetzt nehme ich mal an, Dr. Swerdlow ist bei AGNIR das, was Dr. Lerchl bei der SSK ist. Er bewertet und gibt quasi den Stand des Wissens/die Empfehlung. Und Aktienkurse reagieren mMn nach schon auf Stirnrunzeln.

Tags:
AGNIR

Kann denn Aktienbesitz Sünde sein? Kommt drauf an!

H. Lamarr @, München, Freitag, 04.05.2012, 01:30 (vor 3273 Tagen) @ Doris

Sie machen die Vertrauenswürdigkeit von Dr. Anthony Swerdlow daran fest, dass er und seine Frau Aktien von Telcos halten? Das wäre dann aber reichlich dünn, zumal das "Geheimnis" aller Voraussicht nach von den Swerdlows selbst preis gegeben wurde. Das wiederum finde ich ehrlich und unbedenklich.

Ehrlich ist nicht gleich unbedenklich.

Halten wir doch mal die Fakten fest:

<Hier> erfolgte im März 2011 Anthony Swerdlows Selbstauskunft über den Aktenbesitz.
Und <dort> schlachtet einer diesen Hinweis in bekannter Art und Weise aus.

Diese Methode, die dahinter steckt, ist mir inzwischen sehr vertraut: Kannst du deinen Gegenspieler nicht sauber und fair vom Ball trennen, dann musst du eben foul spielen. Der Zweck heiligt die Mittel.

Die Methode wird seit Jahren auf mich selbst angewendet indem ohne den geringsten Hinweis oder Beweis ins Blaue hinein behauptet wird, ich bekäme für meine Kritik an den Kritiker Geld aus der Mobilfunkindustrie. Auf diese Weise, so das Kalkül, wird dem "Spatenpauli" von den lieben Mitstreitern gar nichts mehr geglaubt.

Anderes Beispiel: Prof. Lerchl macht aus freien Stücken hier im Forum öffentlich, dass ihm die Teilnahme an der IARC-Arbeitsgruppe verweigert wird. Einigen seiner Gegner hat diese Informationen enorme Hormonausschüttungen beschert, die Szene hat sich vor lauter Geifern mehrfach überschlagen, Diagnose-Funk beeilte sich mit einem Extrablatt. Alles das hatte nur ein Ziel: In die Integrität des unbequemen Lerchl Löcher stanzen, denn fachlich schaffen ihn seine Gegner nicht. Wie bei den Swerdlows ist es auch bei Lerchl erst die eigene Transparenz gewesen, die Mobilfunkgegner in den Sattel geholfen hat. Ein grobes Foul sehe ich darin, dass die Gegner die Selbstauskunft nicht einmal anerkennen, sondern häufig so tun als wären sie es gewesen, die ein "dunkles Geheimnis" aufgedeckt hätten.

Die Liste der Beispiele ließe sich mühelos fortsetzen: Repacholi, Bernhardt, Röösli, Silny, um nur einige zu nennen: Sie alle wurden Ziel von persönlichen Angriffen und Unterstellungen, mit denen die Wirkung der Leute geschmälert werden sollte.

Auch den "Skandal" um Anders Ahlbom rechne ich dazu, sein Vergehen, das ihm die Teilnahme an der IARC-Arbeitsgruppe gekostet hat, ist mMn emotionslos betrachtet doch eher ein Bagatelldelikt gewesen.

Der Trick mit den "Skandalnachrichten" ist zwar steinalt, funktioniert aber noch immer wie geschmiert. Die Strippenzieher und Meinungsmacher in der E-Smog-Szene wären ohne diesen Trick ziemlich aufgeschmissen, denn mit belastbaren Fakten tun sie sich seit jeher schwer.

Zurück zu den Swerdlows.

Ihre Recherche zu Interessenkonflikten in Ehren, ich möchte folgendes aber nicht ganz außer 8 lassen: Es ist doch sicher unstreitig eine Frage der Quantität des Aktenbesitzes, ob die Swerdlows angreifbar sind oder nicht. Was, wenn die nur ein paar Aktien haben, so wie der Deutsche Michel sie auch hat? Oder sündigen die Swerdlows schon aus Prinzip, wenn sie nur je 1 Aktie haben? Klar, wer Swerdlow was ans Zeug flicken möchte, der könnte dies so sehen - ich find's nur absurd. Oder was, wenn die Swerdlows ihre Telco-Aktien z.B. im Mai 2011 abgestoßen haben?

Niemand, der den Aktienbesitz der Swerdlows im www als üble Sache geißelt, hat sich die Mühe gemacht, das Pärchen mal zu befragen. Wozu auch?! Um Anthony Swerdlows Integrität zu schaden genügt es völlig, die Selbstauskunft des Wissenschaftlers auszuschlachten. Bei Lerchl war es 2011 nicht anders: Diagnose-Funk hielt es nicht für nötig, in Sachen "Brennpunkt" wenigstens mal den Kontakt zu suchen. Ich finde das richtig erhellend, denn es zeigt deutlich, dass dieser Verein kein Interesse an ausgewogener Berichterstattung hat.

Der einzige Weg zur Klärung führt nicht über Deklarationen zu Interessenkonflikten, sondern über eine Selbstauskunft der Swerdlows. Erst dann lässt sich aus meiner Sicht die Frage, ob deren Aktienbesitz Sünde sein kann, sauber und fair bewerten. Voraussetzung ist natürlich, dass die Wahrheit gesagt wird, wovon ich im Fall der Swerdlows ausgehe, denn ich habe gegenwärtig keinen Anlass, es anders zu sehen.

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