Blinde Kälber: Fall Sturzenegger vor dem Finale (Medien)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.03.2012, 00:03 (vor 3005 Tagen)

Der Landwirt Hans Sturzenegger will den Mobilfunkbetreiber Orange vor Gericht verklagen. So zumindest lässt der Schweizer dies in jüngsten Medienberichten verlauten.

Am 22. Februar 2012 hieß es in 20 min Online: "So lange mag Sturzenegger nicht warten: Er will erneut gegen Orange klagen."

Und am 6. März 2012 legte der Winterthurer Stadtanzeiger mit einem tendenziösen Artikel nach: "Der Winterthurer Landwirt will nun mit Kollegen vor Gericht ziehen. «Nach der veröffentlichten Studie und den vielen Fakten liegt es nun an den Mobilfunkanbietern, ihre Unschuld zu beweisen! Der zeitliche Kausalzusammenhang ist offensichtlich."

Worauf genau der Bauer, der neben der Viehhaltung auch Tabak anbaut, klagen möchte ist nicht auf Anhieb ersichtlich, denn der Mobilfunkmast, den Sturzenegger 1999 auf seinem Hof errichten ließ, wurde bereits 2006 wieder abgebaut. Angeblich sollen die Funkfelder dazu geführt haben, dass auf dem Hof Kälber blind zur Welt kamen. Seither verbreitet der Landwirt diese Behauptung in allen ihm erreichbaren Medien, bei Anti-Mobilfunk-Vereinen hat er es zum Elektrosmog-Vorzeigebauern gebracht.

Man mag die Geschichte von Sturzenegger glauben oder nicht, das kann jeder selbst bestimmen. Doch wer sie glaubt, ist selber schuld. Denn ein Höhepunkt in der jüngsten Berichterstattung über den Fall Sturzenegger ist die Behauptung, eine Studie der Uni Zürich würde die Einschätzung des Bauern bestätigen. Das ist schlicht falsch und ganz schön dreist gelogen!

Die Studie gibt es tatsächlich, nur die von Anti-Mobilfunk-Hetzern frech daraus gezogenen Schlüsse, die sind falsch. Kürzlich veröffentlichten die Autoren der Studie im Februar-Heft der Zeitschrift "Schweiz. Arch. Tierheilk." den Artikel "Vermehrtes Auftreten von nukleärer Katarakt beim Kalb nach Erstellung einer Mobilfunkbasisstation". Und darin heißt es abschließend klar und deutlich:

"Für die Hypothese, dass die Mobilfunkanlage Ursache der nukleären Katarakte ist, spricht die zeitliche Korrelation ihres Auftretens mit dem Betrieb dieser Anlage unter Berücksichtigung einer Latenz von 6 bis 12 Monaten. Daraus einen kausalen Zusammenhang abzuleiten erscheint aber nicht zulässig. Elektromagnetische Felder können möglicherweise verschiedenste unspezifische Symptome hervorrufen, doch von den Symptomen auf die Ursache zu schliessen, ist hier nicht möglich. Da es keinen Test für Störungen durch EMF gibt, kann ein möglicher Zusammenhang mit gesundheitlichen Störungen zur Zeit nicht festgestellt werden. Die Beweisführung ist nur über Ausschlussdiagnosen möglich."

Das liest sich völlig anders als die Behauptungen der Mobilfunkgegner.

Der Artikel in der "Tierheilkunde" fördert noch andere Erkenntnisse zutage, die die Skepsis gegenüber dem Fall Sturzenegger stützen:

"Fünfzig Meter neben den Landwirtschaftsgebäuden befindet sich eine vierspurige Autobahn. Zehn Meter vor dem Wohnhaus und parallel zur Autobahn zieht eine Hochspannungsleitung (110 kV) vorbei, und im Land sind zwei Erdgasleitungen verlegt. In 120 m Entfernung verläuft die einspurige Eisenbahn mit einer doppelspurigen Haltestelle in 500 m Entfernung. Die Mobilfunkanlage umfasst 3 Sendeantennen für GSM 1800 in einer Höhe von 15.4 m über Boden. Insgesamt konnten 5 Mobilfunkkanäle auf 3 Sektoren gleichzeitig bedient werden. Der Stall liegt im Bereich zwischen zwei Hauptstrahlrichtungen."

Auch stimmt das Schaubild aus Sturzeneggers Dokumentation nicht, das den Eindruck erweckt, 2008 sei die Anzahl neugeborener Kälber mit grauem Star auf Null zurück gegangen. Richtig ist, dass im ersten Quartal 2008 und im zweiten Quartal 2009 jeweils ein blindes Kalb geboren wurde - obwohl Orange den Mast bereits im Juni 2006 abbaute.

Meiner Meinung nach sollte Bauer Sturzenegger lieber heute als morgen Orange verklagen, je eher desto besser. Am besten mit täglicher Live-Berichterstattung aus dem Gerichtssaal, damit alle mitkriegen, was dort vorgetragen wird. Das schreibe ich, weil ich darauf vertraue, dass auch die eidgenössischer Justiz noch alle Latten am Zaun hat und dem Kläger deutlich seine Grenzen aufzeigt. So wie es vor ein paar Jahren in Deutschland im Fall Kind passiert ist, einem Ehepaar, das sich leichtsinnigerweise mit dubiosen Gutachten bekannter Mobilfunkgegner auf einen Rechtsstreit einließ - und prompt unterlag. Seither sind die Kinds, die zuvor so medienpräsent waren wie gegenwärtig Sturzenegger, wie vom Erdboden verschluckt. Nicht dass ich mir wünschte, der Bauer möge in einem Erdloch versinken. Ich fände es nur an der Zeit, dass er mit seiner kruden Elektrosmog-Geschichte nicht länger hausieren geht und labilen Menschen damit unnötig Angst einjagt. Also, Hans Sturzenegger, nicht Angst einjagen, sondern durch alle Instanzen klagen! Notfalls mit einem Spendenaufruf, es werden sich schon wieder ein paar Dumme und ein "Förderverein" finden.

Mehr zum Fall Sturzenegger
http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&id=49260

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Hochspannungstrasse, Sturzenegger, Kälberblindheit, Pendlerzeitung, Kälber

Blinde Kälber: Eine Lügengeschichte geht um die Welt

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.03.2012, 11:49 (vor 3004 Tagen) @ H. Lamarr

"Für die Hypothese, dass die Mobilfunkanlage Ursache der nukleären Katarakte ist, spricht die zeitliche Korrelation ihres Auftretens mit dem Betrieb dieser Anlage unter Berücksichtigung einer Latenz von 6 bis 12 Monaten. Daraus einen kausalen Zusammenhang abzuleiten erscheint aber nicht zulässig. Elektromagnetische Felder können möglicherweise verschiedenste unspezifische Symptome hervorrufen, doch von den Symptomen auf die Ursache zu schliessen, ist hier nicht möglich. Da es keinen Test für Störungen durch EMF gibt, kann ein möglicher Zusammenhang mit gesundheitlichen Störungen zur Zeit nicht festgestellt werden. Die Beweisführung ist nur über Ausschlussdiagnosen möglich."

Auch die Bürgerwelle will es nicht wahr haben und verbreitet ohne mit der Wimper zu zucken über den Fall Sturzenegger die Lüge "Wissenschaftlich bestätigt, aber genauer Wirkmechanismus noch unklar". Anscheinend glauben Hardcore-Mobilfunkgegner fest daran, dass durch ständiges Wiederholen einer Lüge diese Stück für Stück wahrer wird. Sie wird es natürlich nicht. Dass diese üble Methode überhaupt praktiziert wird, zeigt ziemlich ungeschminkt, wie skrupellos einige Vereine in der Szene inzwischen vorgehen. Der Fall Sturzenegger ist aus meiner Sicht eine Platzpatrone, die zur panzerbrechenden Granate hochgelogen wird. Wer dies nötig hat, hat akuten Munitionsmangel.

Wer alles die Lügengeschichte von der wissenschaftlichen Bestätigung des Falls Sturzenegger verbreitet, dies lässt sich hier erforschen.

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Lügengeschichte: Was sagt eigentlich Prof. Hässig dazu?

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.03.2012, 21:06 (vor 3004 Tagen) @ H. Lamarr

Anscheinend glauben Hardcore-Mobilfunkgegner fest daran, dass durch ständiges Wiederholen einer Lüge diese Stück für Stück wahrer wird. Sie wird es natürlich nicht. Dass diese üble Methode überhaupt praktiziert wird, zeigt ziemlich ungeschminkt, wie skrupellos einige Vereine in der Szene inzwischen vorgehen.

Sehr geehrter Herr Prof. Hässig,

Ihr Artikel in der Februar-Ausgabe der "Tierheilkunde" ist von der Szene der Mobilfunkgegner fest vereinnahmt worden. Ganz ungeniert wird jetzt behauptet (mal mit und mal ohne Vorbehalt), der Fall Sturzenegger sei "wissenschaftlich bestätigt". Ich konnte diese Bestätigung in Ihrem Artikel jedoch nirgends finden.

Aus meiner Sicht werden Sie mit Fehlinterpretationen Ihrer Arbeit unfreiwillig zum Kronzeugen von Mobilfunkgegnern gemacht. Da ich davon ausgehe, dass Ihnen diese Rolle nicht zusagt, bitte ich Sie um eine Stellungnahme, mit der Sie sich von den Falschmeldungen zu Ihrer Arbeit unmissverständlich distanzieren. Denn wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann können Sie einen Kausalzusammenhang gegenwärtig weder bestätigen noch ausschließen. Daraus die Behauptung der wissenschaftlichen Bestätigung abzuleiten halte ich, egal ob dies mit oder ohne Vorbehalt geäußert wird, für verwerflich. Ich hoffe, mein Vorschlag ist daher auch in Ihrem Sinne, denn wer will schon Kronzeuge von Mobilfunkgegnern sein.

Mein Interesse an der Stellungnahme ist, dass ich der meiner Meinung nach unerträglichen Panikmache einiger Anti-Mobilfunk-Vereine etwas Substanzielles von Ihnen entgegen stellen kann. Etwas, was Sie zurück bringt auf die objektive Seite der Wissenschaft, und jeglicher spekulativer Umdeutung in Richtung Alarmismus eine klare Absage erteilt.

Ich hoffe, ich bringe Sie mit meiner Bitte jetzt nicht in eine Zwickmühle. Aber ich muss Sie wenigstens fragen, denn ich habe mit (labilen) Menschen zu tun, die von den Panikmachern der Anti-Mobilfunk-Szene zwar via www und "Newsletter" in Angst und Schrecken versetzt werden, die dann aber in Ihrer Not allein gelassen werden. In einem krassen Fall traute sich eine ältere Dame fast ein Jahr lang nicht mehr in ihre Wohnung - wegen eines angeblich schädlichen DECT-Telefons des Nachbarn! Wenn Sie solche Opfer der Elektrosmog-Panikmacher erleben, können Sie vielleicht verstehen, warum ich die Kreise der Paniker mit belastbaren Fakten stören möchte.

Mit freundlichen Grüßen
IZgMF

Stephan Schall

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Anfrage, Falschmeldung, Hässig

Lügengeschichte: Das sagt Prof. Hässig dazu!

Gast, Mittwoch, 07.03.2012, 21:12 (vor 3004 Tagen) @ H. Lamarr

Anscheinend glauben Hardcore-Mobilfunkgegner fest daran, dass durch ständiges Wiederholen einer Lüge diese Stück für Stück wahrer wird. Sie wird es natürlich nicht. Dass diese üble Methode überhaupt praktiziert wird, zeigt ziemlich ungeschminkt, wie skrupellos einige Vereine in der Szene inzwischen vorgehen.

Sehr geehrter Herr Prof. Hässig,
[...]

Sehr geehrter Herr Schall

ich teile Ihre Interpretation unserer Resultate. Auch in der Schweiz kenne ich die Szene mit all ihren Missinterpretationen und geschürten Ängsten. Wir haben allen Medien, welche sich bei uns gemeldet haben bereitwillig Auskunft gegeben und die so entstandenen Artikel (NZZ, NZZ am Sonntag, TeleZüri, TeleBern, Tagesanzeiger, etc.) haben sehr objektiv berichtet. Da wir aber die freie Meinungsbildung und -äusserung nicht beeinflussen können und wollen, werden wir in dieser Sache nicht weiter aktiv. Wer unsere Meinung hören will kann uns anfragen, wir werden sicher antworten, und er kann auch den Artikel haben.


Mit freundlichen Grüssen

Michael Hässig

Michael Hässig
Prof. Dr. med. vet. MPH FVH ECBHM ECVPH
Universität Zürich, Vetsuisse-Fakultät
Nutztierklinik, Ambulanz & Bestandesmedizin
Winterthurerstr. 260
CH-8057 Zürich
Schweiz

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Hardcore-Kritiker

Lügengeschichte: kurz nachgefragt

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.03.2012, 21:22 (vor 3004 Tagen) @ Gast

Da wir aber die freie Meinungsbildung und -äusserung nicht beeinflussen können und wollen, werden wir in dieser Sache nicht weiter aktiv. Wer unsere Meinung hören will kann uns anfragen, wir werden sicher antworten, und er kann auch den Artikel haben.

Spatenpauli: Was meinen Sie mit "Wer unsere Meinung hören will ..."? Ist damit Ihre Meinung zu den Missinterpretationen Ihrer Arbeit gemeint oder Ihre Meinung zu der Arbeit an sich?

M. Hässig: Beides. Wenn sich Medienschaffende melden werden sie nach ihren Wünschen bedient.

Spatenpauli: Hat einer der Vereine Gigaherz, funkstrahlung.ch, Bürgerwelle Schweiz und Diagnose-Funk schon Ihre Meinung angefragt?

M. Hässig: Nein, nur unsere Resultate interpretiert und publiziert.

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Diagnose-Funk, Täuschung, Narrenhaus, Funkstrahlung, Hässig

Fall Sturzenegger: Die Miete für den Mast ging an die Stadt

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 08.03.2012, 17:41 (vor 3003 Tagen) @ H. Lamarr

Er will erneut gegen Orange klagen.

Erneut? Hat Hans Sturzenegger bereits einmal gegen Orange geklagt? Und wie ist das eigentlich mit der Errichtung des Sendemasten auf seinem Pachtbetrieb gewesen, wurde er dazu gezwungen, den Masten hinzunehmen?

Ich habe bei Orange nachgefragt und Antwort von Therese Wenger bekommen (Director Media, PR & Political Affairs):


Sehr geehrter Herr Schall
[...]
Der Vertrag zur Erstellung der Mobilfunkanlage wurde mit der Stadt Winterthur als Landeigentümerin abgeschlossen. Die Miete für den Antennenstandort wurde entsprechend der Stadt Winterthur entrichtet. Die Mobilfunkanlage wurde, wie Sie richtigerweise annehmen, mit dem Einverständnis von Herrn Sturzenegger errichtet.

Eine Klage liegt Orange bis zum heutigen Datum nicht vor. Herr Sturzenegger trat in den letzten Jahren verschiedentlich mit Schadenersatzforderungen an Orange heran, welche Orange bisher immer ablehnte.
[...]

Freundliche Grüsse

Therese Wenger

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Fall Sturzenegger: Die Miete für den Mast ging an die Stadt

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 08.03.2012, 17:54 (vor 3003 Tagen) @ H. Lamarr

Die Miete für den Antennenstandort wurde entsprechend der Stadt Winterthur entrichtet. Die Mobilfunkanlage wurde, wie Sie richtigerweise annehmen, mit dem Einverständnis von Herrn Sturzenegger errichtet.

Die Mietzahlung an die Stadt, statt an den Landwirt, erklärt eines der Rätsel im Fall Sturzenegger. Denn hätte der Bauer die Miete für den Antennenstandort kassiert, hätte er sich mit dem vorzeitigen Abbau des Standortes 2006 ins eigene Fleisch geschnitten. So aber konnte er den Abbau betreiben, ohne finanzielle Mieteinbußen fürchten zu müssen.

*Spekulation ein*
Hätte sich der Fall Sturzenegger anders entwickelt, wäre die Mietzahlung von Orange dem Landwirt zugeflossen?
*Spekulation aus*

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Fall Sturzenegger: keine Klage gegen Orange

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 17.07.2013, 11:22 (vor 2507 Tagen) @ H. Lamarr

Eine Klage liegt Orange bis zum heutigen Datum nicht vor.

Das war der Stand im März 2012. Und wie steht es im Juli 2013?

Auf Nachfrage erklärte Orange: Nein, eine Klage des Landwirts und Tabakpflanzers liege noch immer nicht vor. Der Mobilfunkbetreiber rechnet auch nicht mehr damit, dass die Ankündigung Sturzeneggers jemals in die Tat umgesetzt wird, denn eine solche Klage wäre "vollkommen haltlos". Offensichtlich sind sich Orange und Sturzenegger in dieser Lageeinschätzung inzwischen einig.

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Klage, Sturzenegger

Blinde Kälber: Kommentar der FSM

H. Lamarr @, München, Dienstag, 03.04.2012, 01:19 (vor 2978 Tagen) @ H. Lamarr

Die Schweizerische Forschungsstiftung Mobilkommunikation (FSM) hat zu der Veröffentlichung "Hässig, M. et al (2012). Vermehrtes Auftreten von nukleären Katarakten beim Kalb nach Erstellung einer Mobilfunkbasisstation, Schweiz. Arch. Tierheilk., 154, 2, 82-86" einen 3 Seiten umfassenden Kommentar (PDF) verfasst.

Gefunden bei Gigaherz.

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Tiere, Hässig, Kälber

Fall Sturzenegger: Anfrage Estermann an schweizer Bundesrat

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 21.05.2014, 23:55 (vor 2199 Tagen) @ H. Lamarr

Und noch immer irrlichtert der "Fall Sturzenegger" durch die schweizer Berge und Täler.

Diesmal ist es Nationalrätin Yvette Estermann, die, vermutlich von ihrer Kollegin und Waffenschwester Yvonne Gilli inspiriert, auf die Idee kam, den schweizer Bundesrat am 6. März mit einer ziemlich albernen Anfrage zum Fall Sturzenegger zu quälen:

In Bezug auf die Kataraktstudie (Kälberblindheit) von Professor Dr. M. Hässig in Sachen "Bauernhof Rütihof"/Hans Sturzenegger, stellt sich die Frage: Hat sich der Bundesrat mit der Studie befasst? Wenn ja, sieht er hier Handlungsbedarf oder eine Notwendigkeit, die Bestimmungen und Gesetze entsprechend anzupassen?

Der Bundesrat ließ sich nichts anmerken und beschied der Fragestellerin am 30. April:

Dem Bundesrat ist die genannte Studie zur Kälberblindheit bekannt. Für die auf dem besagten Hof festgestellte Häufung von Katarakten bei Kälbern konnte keine der bekannten Ursachen identifiziert werden. Ob die Strahlung der auf diesem Hof befindlichen Mobilfunkanlage eine Rolle spielte, blieb offen. Das Ergebnis dieser Fallstudie gibt deshalb keinen Anlass dazu, die Schutzbestimmungen der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (SR 814.710) anzupassen. Im Anschluss an diese Fallstudie hat das Bafu bei der Universität Zürich eine Folgeuntersuchung mit kontrollierter Exposition von Kühen gegenüber Mobilfunkstrahlung in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse der Folgestudie werden nach Abschluss dieser Untersuchungen veröffentlicht. Zudem wurde eine Meldeplattform für Gesundheitsprobleme bei Nutztieren, für die nichtionisierende Strahlung als Ursache vermutet wird, eingerichtet.

Die Antwort des Bunderates mobilisierte Hans-Ueli vom Anti-Mobilfunk-Verein Gigaherz, aufzusatteln und wieder einmal gen Bern zu reiten. Wer sich ein paar vergnügliche Minuten mit dem "erschütterten" Gigaherz-Präsident auf seinem gefährlichen Ritt zur Höhle des Drachen gönnen möchte - bitte hier entlang. Wie immer glaubt Jakob, alles besser zu wissen.

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Sturzenegger, Estermann

Der Fall "Schni"

Kuddel, Donnerstag, 22.05.2014, 18:04 (vor 2198 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Donnerstag, 22.05.2014, 18:50

Die Antwort des Bunderates mobilisierte Hans-Ueli vom Anti-Mobilfunk-Verein Gigaherz, aufzusatteln und wieder einmal gen Bern zu reiten.

Die Seite Gigaherz weckt bei mir Assoziationen and den "Schwarzen Kanal"(*), wobei Hans-Üli die Rolle des Moderators und Kommentators "Schni" (**) innehat.

Wie Hans-Ueli auch, verwendte "Schni" gerne Fäkaliengleichnisse und zielte darauf ab, die "offiziellen" Verschwörungstheorien seiner linientreuen Mitstreiter mit Anscheinsbeweisen aus verstümmelten Zitaten zu nähren..

....Na wenn das kein Zufall ist.... ;-)

K


(*) Das Westfernsehen war für ihn eine Fäkalienleitung und seine Sendung sah er als (Auf)-Kläranlage , daher auch der Name "schwarzer Kanal"

(**) (Für die linientreuen Bürger der DDR "Karl Eduard von Schnitzler", aber weil die nicht-linientreuen Bürger genau in dem Moment umschalteten, in dem sich der Moderator vorstellte, kannten diese ihn nur als "Schni").

Große Auswahl an Sturzenegger

H. Lamarr @, München, Freitag, 23.05.2014, 11:06 (vor 2197 Tagen) @ H. Lamarr

Und noch immer irrlichtert der "Fall Sturzenegger" durch die schweizer Berge und Täler.

... sogar eBay interessiert sich schon dafür.

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