Franzosen erforschen EHS mit klinischer Studie (Forschung)

Gast, Donnerstag, 16.02.2012, 01:07 (vor 3943 Tagen)

Frankreich: Klinische Studie zum Zusammenhang zwischen Hypersensibilität und elektromagnetischen Feldern

In Einklang mit den Beschlüssen des Runden Tisches zum Thema "Funkfrequenzen, Gesundheit und Umwelt" wurde in Frankreich im Februar 2012 eine Studie gestartet, die zum Ziel hat, das spezialisierte Behandlungskonzept von Patienten, die unter der auf elektromagnetische Felder zurückgeführten idiopathischen Umweltunverträglichkeit (Hypersensibilität) leiden, einer Bewertung zu unterziehen.

Die multizentrische nationale Studie untersucht die Empfindlichkeit von Patienten während der Exposition in elektromagnetischen Feldern sowie ihre Gesundheit und Lebensqualität und soll in den regionalen Beratungsstellen für Berufs- und Umweltkrankheiten durchgeführt werden. Das landesweit einheitliche Untersuchungsprotokoll sieht mehrere Arztbesuche vor, um Symptome zu ermitteln, die Exposition gegenüber EMF über den Zeitraum von einer Woche zu messen und zu identifizieren sowie die Auswirkungen insbesondere auf psychologischer und sozialer Ebene zu bewerten. Die aufgetretenen Symptome werden über einen Zeitraum von einem Jahr beobachtet. Die Teilnahme an dieser Untersuchung ist freiwillig und es entstehen den Patienten keine Kosten.

Um an der Studie teilzunehmen, sollten sich betroffene Personen in einer der 24 französischen Beratungsstellen für Berufs- und Umweltkrankheiten anmelden.

Weitere Informationen in französischer Sprache unter:
http://www.radiofrequences.gouv.fr/spip.php?article102

Quelle: http://www.wik-emf.org/38.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=1473&tx_ttnews[backPid]=39
Nachricht von: "Doris"

Verwandter Strang
Die Angst der Elektrosensiblen vor der Geisteskrankheit

Tags:
Idiopathie

Franzosen erforschen EHS mit klinischer Studie

Christopher, Donnerstag, 16.02.2012, 18:06 (vor 3942 Tagen) @ Gast

Um an der Studie teilzunehmen, sollten sich betroffene Personen in einer der 24 französischen Beratungsstellen für Berufs- und Umweltkrankheiten anmelden.

Ob die Studie Erfolg haben wird? Eher nicht, es wird ja schon davor gewarnt, teilzunehmen...
Eins ist mir aber neu gewesen (siehe hier):
Für die Wissenschaftler ist auch das voll bewusste Leugnen ohne jegliches Risiko, denn sie unterstehen nicht dem Strafrecht.

Mensch, ich hätte doch eine Karriere in der Wissenschaft anstreben sollen... Nicht dem Strafrecht unterworfen zu sein, wäre ein echtes Privileg, mit dem auch die eher schlechte Bezahlung im wissenschaftlichen Bereich nicht mehr so wild wäre. Bei Bedarf könnte man ja einfach gelegentlich eine Bank ausrauben - mit dem Strafrecht kriegt man die Wissenschaftler ja nicht dran. Klasse!

Leider kann ich Vergleichbares nicht von den Elektrosensiblen behaupten: Sie sind weiterhin uneingeschränkt den Naturgesetzen unterworfen. Und deshalb bin ich ziemlich sicher, daß der Beweis ihrer Strahlenfühligkeit noch lange auf sich warten läßt. Sehr lange.

Franzosen erforschen EHS mit klinischer Studie

Kuddel, Freitag, 17.02.2012, 16:25 (vor 3941 Tagen) @ Christopher
bearbeitet von Kuddel, Freitag, 17.02.2012, 16:47

Leider kann ich Vergleichbares nicht von den Elektrosensiblen behaupten: Sie sind weiterhin uneingeschränkt den Naturgesetzen unterworfen.

Das ist es ja gerade, manche Menschen wollen sich nicht "unterwerfen".
Auch nicht irgendwelchen "Naturgesetzen" die schließlich nicht demokratisch legitimiert sind.

"Unterwerfen" hat so etwas "diktatorisches" an sich und ist für diese Menschen das Gegenteil von "Demokratie".

Da hilft nur eins: "Nieder mit den üblen Naturgesetzen, zum Wohle der Demokratie !"

Sie hörten eine Werbesendung des Vereins für Mensch, Umwelt und Demokratie :wink:

Tätäää-Tätääää-Tätääää....Tsching-Bumm...

K

Strafrecht und Wissenschaft

Christopher, Sonntag, 19.02.2012, 22:36 (vor 3939 Tagen) @ Christopher

Um an der Studie teilzunehmen, sollten sich betroffene Personen in einer der 24 französischen Beratungsstellen für Berufs- und Umweltkrankheiten anmelden.


Ob die Studie Erfolg haben wird? Eher nicht, es wird ja schon davor gewarnt, teilzunehmen...
Eins ist mir aber neu gewesen (siehe hier):
Für die Wissenschaftler ist auch das voll bewusste Leugnen ohne jegliches Risiko, denn sie unterstehen nicht dem Strafrecht.


Wer Wind sät... Offensichtlich fällt es manchen Menschen wirklich schwer, Fehler zuzugeben, siehe Antwortpost hier. Bisher hatte ich die Schwächen meiner Nemesis wuff eher im Bereich der Logik und der Naturwissenschaften vermutet - es kann also nur an fundamental unterschiedlichen Grammatikregeln in der Schweiz liegen, daß ich den oben zitierten Satz nicht folgendermaßen verstanden habe: (...) dass sämtliche Falschaussagen, sämtliches Leugnen und Lügen von Wissenschaftlern im Zusammenhang mit "wissenschaftlichen" Aussagen straffrei ist, da die Wissenschaftfreiheit ein verfassungsmässiges Grundrecht ist (wohl auch in Deutschland).
Abgesehen davon, daß die Aussage auch in der klargestellten Form nicht korrekt ist: Für mich hätte der Satz dann ab dem Komma sinngemäß lauten müssen: "... denn strafrechtlich relevant ist es nicht".

Dreht man es um, sollten auch die Elektrosensiblen froh sein um das in dieser Hinsicht lasche Strafrecht: Das Aufstellen unbelegter Tatsachenbehauptungen (einschließlich des Fälschens von Studien) ist nämlich ebenfalls nicht strafrechtlich relevant, solange es nicht in die Persönlichkeitsrechte von Mitmenschen eingreift (oder im Zusammenhang mit diesen Behauptungen eidesstattliche Versicherungen oder ähnliches unterzeichnet wurden)...

Und ob der §130 StGB relevant ist? Der enthält ja die Formulierung "in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören" - was ich bei diesem kleinen Forum mal ausschließen würde (jedenfalls sind mir noch keine Zusammenrottungen von Mobilfunkgegner-Gegnern aufgrund von IZgMF-Postings bekannt). Die Formulierung "beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet" ist in meinen Augen auch nicht zutreffend (zumal wenn man liest, was die Gegenseite so schreibt...). Und dabei wäre es so einfach, eine Probe aufs Exempel zu machen - die Staatsanwaltschaften nehmen entsprechende Anzeigen gerne an, und eventuell gibt es sogar ein Aktenzeichen (!).

Tags:
Aktenzeichen, Tatsachenbehauptung, Staatsanwaltschaft

Strafrecht und Wissenschaft

H. Lamarr @, München, Sonntag, 19.02.2012, 22:47 (vor 3939 Tagen) @ Christopher

Und dabei wäre es so einfach, eine Probe aufs Exempel zu machen - die Staatsanwaltschaften nehmen entsprechende Anzeigen gerne an, und eventuell gibt es sogar ein Aktenzeichen (!).

Nein, das geht leider nicht, denn "man" ist noch unterwegs, um die Franzosen zu warnen. Wenn "man" wieder zurück ist, werden "wir" uns wohlwollend um Ihren Vorschlag kümmern und ggf. je"man"d in Marsch setzen. "Wir" danken für Ihr Verständnis.

Ein Problem von "wuff" ist, dass er seine Identität preisgeben müsste, wenn er selber an die Front ziehen würde. Das will er nicht, er zieht anonymes Kritisieren vor und delegiert Frointeinsätze, nur, es hört ihm halt niemand (mehr) zu.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Halbzeit: Franzosen erforschen EHS mit klinischer Studie

H. Lamarr @, München, Freitag, 28.02.2014, 22:42 (vor 3199 Tagen) @ Gast

In Einklang mit den Beschlüssen des Runden Tisches zum Thema "Funkfrequenzen, Gesundheit und Umwelt" wurde in Frankreich im Februar 2012 eine Studie gestartet, die zum Ziel hat, das spezialisierte Behandlungskonzept von Patienten, die unter der auf elektromagnetische Felder zurückgeführten idiopathischen Umweltunverträglichkeit (Hypersensibilität) leiden, einer Bewertung zu unterziehen.

Wie sich <hier> unschwer erkennen lässt, hat die Studie eine Laufzeit von 44 Monaten, von denen jetzt 24 Monate verstrichen sind. Ab Oktober 2015 könnte es also theoretisch für EHS noch einmal spannend werden. Praktisch aber nicht. Denn das Studiendesign erinnert stark an das Umweltmedizinische Beratungsnetz der Schweiz. Das hatte zwar nur eine Anlaufstelle, und nicht 24 wie bei den Franzosen, dafür rührte Gigaherz von Anfang an kräftig die Werbetrommel, damit sich möglichst viele EHS melden. Doch nach 30 Monaten waren es gerade einmal 155 Menschen, die glaubten, von Elektrosmog betroffen zu sein. Keine 50 konnten erfolgreich davon überzeugt werden, wegen der Beschwerden einen Umweltarzt aufzusuchen.

Das alles sind für laute EHS niederschmetternde Zahlen. Kein Wunder, dass Next-up in Frankreich gegen die Studie polemisiert und zum Boykott aufruft. Die wissen, dass am Ende nur warme Luft rauskommt. So können sie jetzt wenigstens das Hintertürchen benutzen, von den Abermillionen EHS in Frankreich hätten sich nur wegen des Boykottaufrufs - sagen wir hochgerechnet mal - 1872 EHS in die 24 Behandlungszentren verirrt, der gewaltige Rest darbe daheim weiter. Next-up benutzt den Trick der selbsterfüllenden Prophezeiung gerne.

Die multizentrische nationale Studie untersucht die Empfindlichkeit von Patienten ...

Daraus macht der Google-Übersetzer ohne mit der Wimper zu zucken:

"Diese multi-nationalen Studie wird die Empfindlichkeit des Patienten ..."

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
, EHS, Frankreich, Next-up, Boykott, Ausland, Beratungsstelle

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