Leszczynski und Rubin über sogenannte Elektrosensible (Forschung)

H. Lamarr @, München, Samstag, 07.01.2012, 21:09 (vor 2868 Tagen)

Der Brite James Rubin ist der Wissenschaftler, der in den letzten Jahren das Bild der Wissenschaft von überzeugten Elektrosensiblen (EHS) mit am deutlichsten geprägt hat. Zuletzt kam Rubin 2010 in einem Update seiner letzten Review (wieder) zu dem Schluss, EHS beruhe nicht auf der ungewollten Fähigkeit zur Feldwahrnehmung, sondern auf dem Nocebo-Effekt. Diese Einschätzung stützt sich auf die Auswertung von über 40 Studien mit mehr als 1000 EHS-Probanden.

Im Dezember 2011 legte Rubin nun eine weitere Studie nach mit dem Titel Do people with idiopathic environmental intolerance attributed to electromagnetic fields display physiological effects when exposed to electromagnetic fields? A systematic review of provocation studies. Diesmal trug er 29 Blind/Doppelblind-Studien zusammen, die sich um physiologische und kognitive Effekte bei EHS unter Feldeinwirkung gekümmert haben. Fünf dieser Studien fanden signifikante Expositionswirkungen wie reduzierte Herzratenvariabilität und Blutdruck, veränderte Pupillenraktionen, reduzierte optische Wahrnehmung, besseres räumliches Gedächtnis, sich im Schlaf von einer EMF-Quelle wegdrehen und EEG-Veränderungen im Schlaf. Allerdings handelt es sich hierbei meist um Einzelbeobachtungen, die nicht repliziert werden konnten. Und die EEG-Veränderungen im Schlaf von EHS wurden in ähnlicher Form auch bei Personen einer Kontrollgruppe festgestellt (Nicht-EHS). Rubin und seine Arbeitsgruppe bekräftigen abschließend die bisherige Einschätzung, es gäbe keine belastbaren Beweise dafür, dass die Symptome bei überzeugten EHS auf EMF-Exposition zurückzuführen seien.

Wie "Merlin" im hese-Forum entdeckte, hat sich Dariusz Leszczynski in seinem Blog über die jüngste Studie von Rubin Gedanken gemacht. Der Finne ist Wissenschaftler bei der finnischen Strahlenschutzkommission (Stuk) und damit in vergleichbarer Position zu Alexander Lerchl in Deutschland. Und wie Lerchl legt auch Leszczynski am Ende seines Beitrags wert auf die Feststellung, dass er in dem Blog seine persönliche Meinung vorbringt, die nicht als Stellungnahme der "Stuk" zu werten ist. Lerchl wird für seine sinngleiche Differenzierung hierzulande von einigen überzeugten Mobilfunkgegnern regelmäßig attackiert, von Angriffen auf Leszczynski ist dagegen nichts bekannt.

Leszczynski ist weder ein Freund noch ein Feind der EHS. Womit er nichts anzufangen weiß sind überzeugte EHS, die versuchen, ihre eigene Wahrnehmung zum Maßstab für andere zu machen. Kategorisch ausschließen will der Finne Elektrosensibilität jedoch nicht, er hält es für möglich, dass bestimmte Menschen auf elektromagnetische Felder empfindlicher reagieren als andere, solche Sensibilitäten gäbe es auch auf anderen Bereichen. Leszczynski sagt, er kenne EHS persönlich und viele davon seien nicht als Spinner zu sehen, sondern als glaubwürdig und sorgfältig. Es fehle jedoch an angemessenen Tests für EHS, die EHS-Forschung müsse besser werden.

Meine Meinung: Isoliert betrachtet, ohne die umgebende Szene, könnte jemand durchaus zu einer Einschätzung wie Leszczynski kommen. Die Realität aber ist anders. Hierzulande öffentlich wahrgenommene EHS (ich will jetzt keine Namen nennen) sind für mich alles andere als glaubwürdig: Auf konkrete Fragen gibt es Ausflüchte, einige sind mit Schwindeleien aufgefallen, andere sehe ich als Schwindler und Täuscher mit kommerziellem Hintergrund. Um diese unglaubwürdigen EHS schwirren hierzulande jede Menge Nutznießer der E-Smog-Debatte herum, Mediziner, Messtechniker, Baubiologen, selbsternannte Aufklärer, vereinsmäßig organisierte Alarmgeber, Politiker und Wissenschaftler, um nur die wichtigsten zu nennen. Sie alle tanzen seit Jahren den stets gleichen Reigen, der allen Beteiligten materiellen oder immateriellen Gewinn bringt und so ein sich selbst stabilisierendes System Alarm-Angst-Rettung schafft. Niemand wird ernsthaft geschädigt, selbst die Geprellten sind äußerst zufrieden, es gibt keine Verlierer, nur Gewinner.

Und Sie sagen sich jetzt: Aber die armen EHS, die leiden doch unter E-Smog wie ein Fisch auf dem Trockenen! Ich sage: Woher wollen Sie das wissen? Beispiel: Die überzeugte Extrem-EHS Eva W. schrieb im Fettdruck an den Chef des BfS: "Meine Situation wird so unerträglich, dass ich nun endgültig aus meinem Haus muss." Das war im Dezember 2006. Doch heute, im Januar 2012 wohnt Eva W. nach wie vor in ihrem Haus. Sie hat Ihre Ankündigung nicht wahr gemacht, welche Ausflüchte (z.B. Schirmung) es dafür auch immer geben mag. Und damit höre ich auch schon wieder auf, wer's genauer wissen will, schaue sich hier im Forum um, gefühlt haben wir zur Glaubwürdigkeit von EHS hunderte Stränge mit mehr als 1000 Postings geschrieben.

Nach zehn Jahren auf Tournee mit dem Elektrosmog-Zirkus bin ich vom Glauben an EHS abgefallen. Nach anfänglicher Begeisterung über EHS gelangte ich mit jeder Pleite und jeder Enttäuschung im Laufe der Jahre über den wohlwollenden Skeptiker zunächst zum kritischen Skeptiker. Noch vor zwei drei Jahren hielt ich EHS wenigstens für möglich, das tue ich heute nicht mehr, jedenfalls was EHS anbelangt, die vorgeben, Funkfelder im µW/m²-Bereich äußerst unangenehm zu spüren. Die Symptome anzuerkennen habe ich keinerlei Problem, wenn aber Funk als Ursache reklamiert wird, dann ist für mich Schluss.

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Elektrosmog-Phobie, EHS, Herzratenvariabilität, Inszenierung, Leszczynski, STUK, Rubin, Idiopathie, HRV, EHS-Probanden, Elektrosensibel

Leszczynskis Blog: das Schweigen der Prominenz

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.01.2012, 15:17 (vor 2867 Tagen) @ H. Lamarr

Wie "Merlin" im hese-Forum entdeckte, hat sich Dariusz Leszczynski in seinem Blog über die jüngste Studie von Rubin Gedanken gemacht.

Leszczynski ist dort wie die Wand beim Squash: Wer dagen drischt, kriegt den Ball garantiert zurück, manchmal an den Kopf. Erstaunlich, wie er das schafft, der Mann steht noch voll im Arbeitsleben und hat sicher mehr zu tun als die Ruheständler, die sich normalerweise in der Elektrosmog-Debatte abarbeiten.

Das Schweigen der Wortführer
In den 5 Tagen seit Einstellen seines Beitrags am 3. Januar haben sich Leszczynski und 21 andere dort 71-mal zu Wort gemeldet. Das ist für den Blog eines international bekannten Wissenschaftlers, der auch an "Reflex" beteiligt war, eigentlich nicht umwerfend viel. Noch viel verblüffender aber ist, wer dort die Diskussion mit Leszczynski sucht: Es findet sich kein einziger Name, der hierzulande bekannt ist, es findet sich kein einziger Wissenschaftler, kein einziger aus der sogenannten "Kompetenzinitiative" (KOI), keiner von dem Verein "Diagnose-Funk", niemand vom Verein der Elektrosensiblen, keiner von der Bürgerwelle oder von Gigaherz. Als ob der Blog Leszczynskis auf einem anderen Stern stattfindet. Ähnlich erging es Lerchl im IZgMF- und Gigaherz-Forum: Er stellte sich für jedermann als Diskussionspartner zur Verfügung. Und Hinz und Kunz nutzten und nutzen auch die Gelegenheit, ich kann mich aber nicht erinnern, dass Szenegrößen, z.B. von der KOI oder Sprecher des Vereins Diagnose-Funk sich mit Lerchl messen wollten. Die kritisieren lieber risikolos im Monolog einer Flut von Druckwerken.

Kontroversen im www meiden
Das finde ich nach wie vor bemerkenswert, dass hierzulande die, die in der E-Smog-Debatte am lautesten sind, konsequent durch Abwesenheit in den drei E-Smog-Foren glänzen (Ausnahme: Sigi Zwerenz gab im IZgMF mal ein Intermezzo). Es herrscht da eine in Absprache getroffene Einigkeit, lieber zu kneifen, als sich unter Beschuss nehmen zu lassen. Beliebte Ausrede ist, man wolle sich nicht mit anonymen Postern abgeben, oder man habe keine Zeit, sich in Foren herum zu treiben. Leszczynski aber ist einflussreicher Wissenschaftler - dennoch sucht die Prominenz der E-Smog-Szene in den D-A-CH-Ländern auch mit ihm keinen Dialog in dem ansonsten gerne bis zur Erschöpfung diskutierten Thema Elektrosensibilität.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß
Ich sehe darin eine weitere Bestätigung für den begründeten Verdacht, dass von Frontleuten der Mobilfunkgegnerei die Diskussion mit echten Fachleuten gemieden wird, weil es nichts zu gewinnen aber viel zu verlieren gibt. Gesellschaftlicher oder finanzieller Gewinn lässt sich für die Schweigsamen sogar viel besser einfahren, wenn man riskanten Sachdiskussionen aus dem Weg geht. Denn damit wird die mit großer Sicherheit eintretende Niederlage, die im www noch dazu konserviert wäre, vermieden, und man kann vor Laienpublikum weiterhin den "Experten" geben, ohne unangenehme Fragen fürchten zu müssen.

Zivilcourage in Diffamierlust umdeuten
Diese "Experten" möchten natürlich in Ruhe gelassen werden, um ungestört die von Vereinen angebotene Desinformation über Elektrosmog verbreiten zu können. Wer dennoch stört wird in aller Regel jedoch nicht direkt angegriffen, sondern indirekt, indem z.B. Klagen über ein "diffamierfreudiges Forum" gebetsmühlenartig wiederholt werden. Ich frage mich dagegen, wenn Scharlatane, Schwindler, Pseudoexperten, Geschäftemacher "diffamiert" werden, ist das andernorts nicht viel eher unter dem Begriff "bürgerliche Zivilcourage" bekannt?

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Leszczynskis Blog: das Schweigen der Prominenz

Kuddel, Sonntag, 08.01.2012, 18:22 (vor 2867 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Sonntag, 08.01.2012, 19:16

Wie "Merlin" im hese-Forum entdeckte, hat sich Dariusz Leszczynski in seinem Blog über die jüngste Studie von Rubin Gedanken gemacht.

Leszczynski ist dort wie die Wand beim Squash: Wer dagen drischt, kriegt den Ball garantiert zurück, manchmal an den Kopf. Erstaunlich, wie er das schafft, der Mann steht noch voll im Arbeitsleben und hat sicher mehr zu tun als die Ruheständler, die sich normalerweise in der Elektrosmog-Debatte abarbeiten.

... Die kritisieren lieber risikolos im Monolog einer Flut von Druckwerken.

Die "Zielgruppe" dieser Druckwerke sind m.M.n. nicht Fachleute, sondern die Angehörigen des "Inneren Zirkels" (Glaubensbrüder), die Bevölkerung und Entscheidungsträger in der Politik.

Leszczynski ist Wissenschaftler: Kontroverse Diskussion ist Bestandteil der Wissenschaft.
Die MF-Kritiker diskutieren nicht kontrovers, sondern in Monologen und lassen keinen Widerspruch zu, bzw jeder Widerspruch wird mit rhetorischen Mitteln statt Argumenten gekontert.
Das ist m.M.n. so, weil es unter den Mobilfunkkritikern (Koi,DF etc) keinen einzigen "echten" Wissenschaftler gibt, der genügend Ahnung von der Materie hätte.
Es gibt dort lediglich ein paar "Akademiker", die aber offenbar kaum die Grundlagen (Natur-)Wissenschaftlichen Arbeitens beherrschen ,inkl kontroverser Diskussion. (Lehrer, einfache Ärzte, Verwaltungsangestellte, Literaturprofessoren, ..)

Selbst ein Prof. A., der Einzige mir bekannte "Wissenschaftler" unter den MF-Gegnern, könnte vermutlich in Bezug auf "Elektrosensibilität" nichts Wesentliches beitragen, weil Elektrosensibilität kein Gebiet ist, auf dem er geforscht hat.

Mir ist noch in Erinnerung, daß im Protokoll der Komission zur Beurteilung wissenschafltichen Fehlverhaltens innerhalb "Reflex" die "entscheidende" Mitarbeiterin ausgesagt hat, daß ihr Chef Prof. R. (der ja auch in der Publikation genannt ist) kein einziges mal selbst ins Mikroskop geschaut hat, und sie sich die erforderlichen Arbeitsmethoden durch Eigenstudium selbst beibringen musste...

K

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Monolog, Methode, Lehrer, Wissenschaftliches Fehlverhalten, Leszczynski, Laborantin, Trick, Multiplikator, Laien

Das Scheitern der "Prominenz"

RDW ⌂ @, Sonntag, 08.01.2012, 20:14 (vor 2867 Tagen) @ Kuddel

Die "Zielgruppe" dieser Druckwerke sind m.M.n. nicht Fachleute, sondern die Angehörigen des "Inneren Zirkels" (Glaubensbrüder), die Bevölkerung und Entscheidungsträger in der Politik.

Das sehe ich genau so. Und deshalb werden diese Initiativen-Konglomerate aus verirrten Laien, Wichtigtuern, Pseudo-Experten und Angstprofiteuren auf Dauer auch scheitern. Denn letztendlich interessiert sich "die Bevölkerung" nicht wirklich dafür und Politiker mit Verantwortungsbewusstsein merken früher oder später, wie sehr sie irregeführt und benutzt werden sollen.


Leszczynski ist Wissenschaftler: Kontroverse Diskussion ist Bestandteil der Wissenschaft.
Die MF-Kritiker diskutieren nicht kontrovers, sondern in Monologen und lassen keinen Widerspruch zu, bzw jeder Widerspruch wird mit rhetorischen Mitteln statt Argumenten gekontert.
Das ist m.M.n. so, weil es unter den Mobilfunkkritikern (Koi,DF etc) keinen einzigen "echten" Wissenschaftler gibt, der genügend Ahnung von der Materie hätte.
Es gibt dort lediglich ein paar "Akademiker", die aber offenbar kaum die Grundlagen (Natur-)Wissenschaftlichen Arbeitens beherrschen ,inkl kontroverser Diskussion. (Lehrer, einfache Ärzte, Verwaltungsangestellte, Literaturprofessoren, ..)

Dazu kommt noch gemäß meinen eigenen persönlichen Eindrücken, daß zumindest bei manchen Akteuren bei der Mitwirkung in diesen Initiativen solche positiven Eigenschaften wie der Sinn für Qualität sowie Anstand ersetzt werden durch den Drang zur Täuschung und Scheinheiligkeit, zudem noch ergänzt durch Hinterhältigkeit.
Manche darunter halten dies vielleicht für ein scheinbar legitimes Mittel zur Erreichung scheinbar sinnvoller Ziele, andere sehen es vielleicht auch nur als Möglichkeit, ihre charakterlichen Mängel ungehindert ausleben zu können.

RDW

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Elektrosensibilität für möglich halten

H. Lamarr @, München, Sonntag, 08.01.2012, 20:27 (vor 2867 Tagen) @ RDW

Dazu kommt noch gemäß meinen eigenen persönlichen Eindrücken, daß zumindest bei manchen Akteuren bei der Mitwirkung in diesen Initiativen solche positiven Eigenschaften wie der Sinn für Qualität sowie Anstand ersetzt werden durch den Drang zur Täuschung und Scheinheiligkeit, zudem noch ergänzt durch Hinterhältigkeit.
Manche darunter halten dies vielleicht für ein scheinbar legitimes Mittel zur Erreichung scheinbar sinnvoller Ziele, andere sehen es vielleicht auch nur als Möglichkeit, ihre charakterlichen Mängel ungehindert ausleben zu können.

Was mich bei Ihnen wundert ist, dass Sie nach all dem Erlebten - und Sie sind ja noch länger dabei als ich - noch immer "Elektrosensibilität" für möglich halten. Ich verstehe das so, dass Sie sich nicht ganz sicher sind, ob z.B. ein Uli W. nun ein Schwindler ist oder vielleicht doch ein EHS. Was mich angeht, so habe ich die Spekulation, dass es womöglich doch Menschen gibt, die Funkfelder weit mehr als 1000-fach unterhalb geltender Grenzwerte sinnlich schmerzhaft/unangenehm spüren können, zu den Akten gelegt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Elektrosensibilität nicht für unmöglich halten

RDW ⌂ @, Sonntag, 08.01.2012, 21:49 (vor 2867 Tagen) @ H. Lamarr

Dazu kommt noch gemäß meinen eigenen persönlichen Eindrücken, daß zumindest bei manchen Akteuren bei der Mitwirkung in diesen Initiativen solche positiven Eigenschaften wie der Sinn für Qualität sowie Anstand ersetzt werden durch den Drang zur Täuschung und Scheinheiligkeit, zudem noch ergänzt durch Hinterhältigkeit.
Manche darunter halten dies vielleicht für ein scheinbar legitimes Mittel zur Erreichung scheinbar sinnvoller Ziele, andere sehen es vielleicht auch nur als Möglichkeit, ihre charakterlichen Mängel ungehindert ausleben zu können.

Was mich bei Ihnen wundert ist, dass Sie nach all dem Erlebten - und Sie sind ja noch länger dabei als ich - noch immer "Elektrosensibilität" für möglich halten. Ich verstehe das so, dass Sie sich nicht ganz sicher sind, ob z.B. ein Uli W. nun ein Schwindler ist oder vielleicht doch ein EHS. Was mich angeht, so habe ich die Spekulation, dass es womöglich doch Menschen gibt, die Funkfelder weit mehr als 1000-fach unterhalb geltender Grenzwerte sinnlich schmerzhaft/unangenehm spüren können, zu den Akten gelegt.

Die Tatsache, daß auf dem Gebiet der Elektrosensibilität und den zugehörigen Geschäftsmodellen eine m M. n. überwältigende Mehrheit von Naivlingen, Spinnern und Profiteuren unterwegs sind, schließt die Existenz dieses Phänomens ja nicht aus. Sie macht die Beurteilung des Ganzen nur deutlich schwieriger, zumindet für die, die es ehrlich damit meinen. Und damit meine ich nicht z. B. Uli W.

RDW

Elektrosensibilität nicht für unmöglich halten

H. Lamarr @, München, Montag, 09.01.2012, 00:30 (vor 2867 Tagen) @ RDW

eine m M. n. überwältigende Mehrheit von Naivlingen, Spinnern und Profiteuren unterwegs sind, schließt die Existenz dieses Phänomens ja nicht aus. Sie macht die Beurteilung des Ganzen nur deutlich schwieriger, zumindet für die, die es ehrlich damit meinen. Und damit meine ich nicht z. B. Uli W.

Okay. Aber wer in der Szene der EHS und deren Paten meint es Ihrer Einschätzung nach wirklich ehrlich? Mir will da einfach kein Name einfallen!

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Elektrosensibilität nicht für unmöglich halten

charles ⌂ @, Montag, 09.01.2012, 01:11 (vor 2867 Tagen) @ H. Lamarr

Da muss ich euch doch widersprechen.

Bis jetzt gibt es noch keine einzige seriöse Studie wegen Elektrosensitivität, wo man mit alle Aspekte der Elektrosensitivität Rechnung gehalten hat.
Und das gilt für beide Seiten der Diskussion.
Nicht jeder reagiert auf die gleiche Quelle, und auch nicht nach der gleiche Zeitspanne. Das ist sehr unterschiedlich.

Ausser die paar Personen die immer die Publizität suchen, gibt es auch Personen die in aller Stille leiden.
Ich kenne so etliche Leute.

Und es gibt dabei auch Personen, die in der Lage waren ihre Empfindlichkeit zu erniedrigen.
So gibt es jetzt Personen die vorher stark auf viele Formen von Elektrosmog reagierten, die jetzt von Sendemasten, DECT Telefone und Handys nichts mehr spüren.
Komisch dabei ist, das eine geringe Anzahl trotzdem noch reagieren kann auf schwache Magnetfelder und was ich nenne *dirty air* von zum Beispiel bestimmte Scheinwerfer wie sie in Möbelläden verwendet werden. Aber gar nicht mehr von Sendemasten und Leuchstoffröhren, wie man viel bei Metro und Ikea hat.

Ich habe erfahren, das nicht die Hochfrequenz das schädliche ist, sondern die niederfrequente Komponenten (Modulationen), die sich meistens so zwischen 5kHz und 30MHz befinden.
Und, so habe ich auch festgestellt, das hierzulande die Erdleitungen seht mit diese Frequenzen verschmutzt sind, und geerdete Abschirmungen diese Frequenzen sogar in die Wohnung leiten.

Also, Elektrosensitivität ist nicht ein unumkehrbares Prozess.
Es ist wie eine Krankheit, eine Allergie, die man mit geeignete Mitteln heilen kann.
Und Spatenpauli, wenn Sie es nicht glauben wollen, dann kommen Sie mal hierher und dann zeige ich es Ihnen.
Wir haben jetzt in die Niederlande auch ein holländisches geschlossenses Forum, wo man täglich darüber berichtet.
Aber auch in Deutschland gibt es Personen die mit diese Methode Erfolg haben.
Und wie mir berichtet wurde gibt es in Deutschland Personen die etliche Sendemasten erfolgreich *entstört* haben. Jedenfalls erfahren sie keine negative Reaktionen mehr.

So, nun haben sie wieder was zu jammern.
Und ja, Sie haben recht. Nicht viele Elektrosensitive sind daran interessiert sich zu heilen. Sie jammern und heulen lieber, als dass sie einiges unternehmen sollen.
Das habe ich auch erfahren. Wahrscheinlich sind sie noch nicht krank genug.

Meine Frau sagte mir vorgestern noch: *Eigentlich kann ich mich jetzt gar nicht mehr vorstellen wie stark ich unter den Elektrosmog gelitten habe!*
(Wir waren früher Holland deswegen geflüchtet nach Belgien.)

--
Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

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Elektrosensitivität

Sich ehrlich irren

RDW ⌂ @, Montag, 09.01.2012, 18:00 (vor 2866 Tagen) @ H. Lamarr

eine m M. n. überwältigende Mehrheit von Naivlingen, Spinnern und Profiteuren unterwegs sind, schließt die Existenz dieses Phänomens ja nicht aus. Sie macht die Beurteilung des Ganzen nur deutlich schwieriger, zumindet für die, die es ehrlich damit meinen. Und damit meine ich nicht z. B. Uli W.

Okay. Aber wer in der Szene der EHS und deren Paten meint es Ihrer Einschätzung nach wirklich ehrlich? Mir will da einfach kein Name einfallen!

Achtung Glatteis! Es ehrlich zu meinen, heißt nicht daß man nicht im Irrtum ist.
Viele aus der Szene der EHS irren sich vielleicht auch schlichtweg, aber ich bin nicht in der Position das zu beurteilen und deshalb möchte ich auch nichts ausschließen.

Allerdings fallen mir einige Namen von Beteiligten ein, die ich definitiv als unehrlich erlebt habe, also die wissentlich und absichtlich Unwahrheiten entweder verbreiten oder diese trotz Hinweis nicht korrigieren, oder solche Unwahrheiten bewusst "im Kopf des Lesers" entstehen lassen.
Wer dieses Forum verfolgt (oder die Suchfunktion nutzt), stösst immer wieder auf entsprechende von mir genannte Namen.

RDW

Sich ehrlich irren

H. Lamarr @, München, Dienstag, 10.01.2012, 00:40 (vor 2866 Tagen) @ RDW

Okay. Aber wer in der Szene der EHS und deren Paten meint es Ihrer Einschätzung nach wirklich ehrlich? Mir will da einfach kein Name einfallen!

Achtung Glatteis! Es ehrlich zu meinen, heißt nicht daß man nicht im Irrtum ist.
Viele aus der Szene der EHS irren sich vielleicht auch schlichtweg, aber ich bin nicht in der Position das zu beurteilen und deshalb möchte ich auch nichts ausschließen.

Allerdings fallen mir einige Namen von Beteiligten ein, die ich definitiv als unehrlich erlebt habe ...

Das beruhigt mich. Auch Sie kennen also keinen greifbaren Fels der Tugend im Meer der Gewinnsuchenden und hoffen nur darauf, dass sich irgendwo gar nicht mediengeile EHS still und ohne Pressemeldung in feldarme Umgebung zurückgezogen haben, Leute, mit denen man sachlich und kontrovers diskutieren kann, die zuhören können, die nicht mit angeschimmelten Parolen aus den Kellern der Anti-E-Smog-Vereine daher kommen, die alberne Verschwörungsmythen lächelnd zurückweisen und weder auf Magnetsohlen noch auf Heilsteine oder Wünschelruten schwören, und die selbstkritisch und Manns genug sind, einen Irrtum bei ihrer Selbstdiagnose für denkbar zu halten.

Toll!

Aber: Guten Morgen, RDW, ausgeträumt?

--
Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Mythen

Elektrosensibilität für möglich halten

Kuddel, Sonntag, 08.01.2012, 22:40 (vor 2867 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Montag, 09.01.2012, 00:09

Die Frage war zwar nicht an mich gerichet, aber bei mir war es ähnlich wie bei Ihnen:

Anfangs, (ca 2005 ?), als ich mich hier anmeldete, hielt ich ES für möglich. Allerdings beschäftigte mich die Frage eher im Zusammenhang mit Handy-Telefonaten und Kopfschmerzen. Als ich dann erstmals von ES in Zusammenhang mit Basisstationen erfuhr, fand ich das erschreckend, auch "merkwürdig", aber nicht von vornherein ganz unmöglich. Es machte mich zunächst neugierig. Ich hielt es in Extremfällen für denkbar, wenn z.B. jemand in kurzer Entfernung zu einem Masten in einem Dachgeschoss wohnt.

Eine Zeitlang hatte ich mich dann sehr intensiv mit den diversen, kursierenden "Fallbeispielen" beschäftigt und fielen mir bei fast jeder Geschichte "Ungreimtheiten" auf (mal früher, mal später).

- Fast immer "verwunderte" es mich, daß ES mehr im Zusammenhang mit (teils extrem) schwachen Feldern von Basisstationen auftauchte und kaum mit Handy-Benutzung und seltenst mit sehr hohen Feldstärken im Dachgeschoss.

- Die Feldstärke schien völlig egalzu sein, es reichen offenbar Felder nahe der Nachweisbarkeitsgrenze üblicher Meßgeräte. Ich hatte den subjektiven Eindruck, Im Laufe eines Jahrzehnts wurden die Meßgeräte empfindlicher und parallel sank die ES -"Schwelle".

- Beobachtung: Ein überzeugter ES reduziert nach und nach seine persönliche Belastung durch Abschirmung. Er glaubt, daß sich sein Zustand bessert, dann kommen die Symptome zurück, der Vorgang wiederholt sich. Dies führt auch nach dem 2. Durchlauf nicht dazu, daß er seine Hypothese "ES zu sein" verwirft, nein er glaubt er wurde "sensibilisiert" und beruft sich auf irgendwelche Heilpraktiker. Irgendwann gelangt der ES dann auf das baubiologische Sensibilitätsniveau.

Überhaupt: Sehr oft findet man frühzeitige "Beziehungen" zur Ökoszene, der Alternativmedizin oder findet eine Affinität zur Esoterik .
Gefühlt ein Drittel aller ES entsteht in Öko-Häusern. Prominentestes Beispiel war "Marianne".
Baubiologen sind praktisch immer irgendwann im Spiel und wenn nicht, dann besitzt "ES" ein eigenes Meßgerät.

-Beobachtung: Ein überzeugter ES baut sich eine "Abschirmung" in den Garten. 2 Jahre geht es ihm gut, dann bekommt er wieder "Symptome". Er läßt nachmessen und stellt daraufhin angeblich fest, daß der Mobilfunkbetreiber etwas geändert haben muß und die Sendeleistung um 100%!! erhöht wurde. 100% sind aber lediglich 3dB und liegen weit unterhalb der normalen Schwankungen, die schon allein bei leichtem Positionswechsel auftreten.

- Wesentliche (entlastende) Tatsachen werden in Fallbeispielen konsequent verschwiegen
z.B. Es wird so getan, als ob man Funktechnik überhaupt nicht verdächtigte, dann Symptome spürte und erst später völlig überrascht erkannte, daß die Probleme ursächlich von einer jüngst in Betrieb genommenen Basisstation ausgehen. Hintenherum erfährt man aus anderer Quelle: => Der Betroffene wußte schon vor Auftreten der Symptome von der bevorstehenden Inbetriebnahme und hatte sich vor "ES Werdung" ein Meßgerät besorgt und einschlägig informiert eingeholt..
Z.B. Jemand beklagt er könne aufgrund der "Belastung" nur noch im Wald leben und es würde ihm so schwer fallen => Aus anderer Quelle erfährt man, er war schon seit je her ein begeisterter Camper.

- Manche ES behaupten sie können auf der Autobahn "im Vorbeifahren" jeden Masten spüren, oder sobald jemand in der Nähe ein Handy nutzt, spüre er ein Ziehen im Nacken. Wenn es aber um einen ES test geht, dann ist dies aufgrund des "Stresses" fast unmöglich, bzw nur in privater häuslicher Umgebung und man muß ihm auch eine erhebliche Zeitspanne (1/2 Stunde und mehr) zugestehen, um "reagieren" zu können oder sich zu "erholen".

Über die Jahre sind es immer noch dieselben "Extrem-ES", die sich in der Öffentlichkeit bemerkbar machen. Die meisten wurden innerhalb des Zeitraums (1995..2005) sensibel, aber trotz Zunahme der Funk_masten kamen in den letzen 5 Jahren praktisch keine Fallbeispiele oder neue "Extrem-ES" dazu.

Die Extrem ES sind wenig tolerant. Glaubt nicht nicht daran, ist man "Feind".

Warum gibt es wesentlich mehr "Extrem ES", BI's und baubiologische Aktivitäten im Süden als im Norden ?

Wie dem auch sei, die Skepsis gegenüber selbsterklärter ES wuchs bei mir sehr rasch von Jahr zu Jahr...

Ich halte es immer noch für möglich, daß mancher Handybenutzer "reagiert", oder man bei 0,1W/m² Dauerbestrahlung Symptome bekommen könnte.
Davon liest man aber merkwürdigerweise fast nichts in "Fallbeispielen".
Wenn ES, dann bei "uW/m²" Flußdichten...

Ich würde wirklich gerne wissen, ob es gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Funk gibt. Das "Geschrei", die Pöbelei , der Drang zur Übertreibung und teilweise die Unehrlichkeit der Front-Aktivisten verdrängt aber jegliche bedächtige Stimme (sofern vorhanden)und reißt sie mit in die kollektive Unglaubwürdigkeit.

K

Elektrosensibilität für möglich halten

H. Lamarr @, München, Montag, 09.01.2012, 00:26 (vor 2867 Tagen) @ Kuddel

Wie dem auch sei, die Skepsis gegenüber selbsterklärter ES wuchs bei mir sehr rasch von Jahr zu Jahr...

Ja, der zunehmenden Anzahl von negativen Erfahrungen steht keine einzige positive gegenüber, etwa eine glaubwürdige Fallschilderung, die bei näherer Betrachtung nicht ganz von selbst zerbröselt.

Ich halte es immer noch für möglich, daß mancher Handybenutzer "reagiert", oder man bei 1W/m² Dauerbestrahlung Symptome bekommen kann.

Beides sind hohe Belastungen nahe der Grenzwerte, nur, wer ist schon ständig Ganzkörper 1 W/m² ausgesetzt? Ein solcher Fall ist mir nicht bekannt.

Davon liest man aber merkwürdigerweise fast nichts in "Fallbeispielen".
Wenn ES, dann bei "uW/m²" Flußdichten...

Genau, nur so kommen doch überhaupt die Rettungsangebote von BBs nennenswert ins Spiel.

Ich würde wirklich gerne wissen, ob es gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Funk gibt. Das "Geschrei", die Pöbelei , der Drang zur Übertreibung und teilweise die Unehrlichkeit der Front-Aktivisten verdrängt aber jegliche bedächtige Stimme (sofern vorhanden)und reißt sie mit in die kollektive Unglaubwürdigkeit.

Das ist mMn das, das die Szene zur Randerscheinung verkümmern lässt: Je oller, desto doller. Es gibt keinen seriösen Flügel, der als Gesprächspartner anerkannt ist und der sich deutlich von teils absurden und heftig flatternden Paradiesvögeln distanziert, die die Szene immer wieder hervor bringt. Wer jeden noch so schrägen Otto verbissen mit Zähnen und Klauen verteidigt, sobald er sich nur als überzeugter EHS deklariert, den kann ich nicht mehr ernst nehmen.

Nur: Sie schreiben, die Schreihälse würden - so vorhanden - die Bedächtigen unter den EHS verdrängen. Das kann man so sehen, auch Leszczynski tut dies ja. Ich bezweifle jedoch die Richtigkeit dieser These und meine, das Hintertürchen sollte nicht endlos offen gehalten werden. Aus meiner Sicht ist überzeugte Elektrosensibilität ein Ausschlusskriterium für "ernst zu nehmen". Was als glaubwürdiger EHS erscheint ist so gesehen lediglich einer, dessen Motivation noch nicht erkannt wurde. Damit meine ich z.B. einen verborgenen Hang zu Alternativmedizin oder Esoterik, das Einfahren von sekundärem Krankheitsgewinn oder das Verdrängen einer Lebenskrise und was wir hier im Forum sonst noch alles an nicht offenkundigen Motivationen gefunden haben, sich subjektiv als EHS zu fühlen. Die ungefähr 70 qualitativ anspruchsvolleren EHS-Studien (Auswertung von Rubin) bestätigen diese Einschätzung nachdrücklich. Ich meine es ist auch für mich langsam an der Zeit, das Kapitel EHS zu schließen und die Behandlung von EHS den dafür ausgebildeten Fachärzten zu überlassen. Nur, was weiß ein Psychologe oder Psychotherapeut schon von EMF? Nix! Diesen Ärzten kompetente Hilfestellung zu geben, damit die sich über das relativ junge Krankeitsbild nicht alles selber zusammenkratzen müssen, das ist mMn ein zielführender Ansatz, der weitaus stärker verfolgt werden müsste, nicht vom IZMF, sondern von den Kammern. Gemeint ist natürlich "echte" Weiterbildung, kein Kurs eines sogenannten medizinischen (bayerischen) Qualitäszirkels von Ärzten, dessen einschlägig bekannten Mitglieder allesamt der Auffassung nachhängen, Elektrosmog sei die Pest des 21. Jahrhunderts.

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