Dänemark: Anzahl Hirntumoren seit 2001 um 40 % gestiegen (Forschung)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 20.12.2011, 00:38 (vor 2908 Tagen)

Ein Artikel der schwedischen Journalistin Mona Nilsson sorgt in der Szene der Mobilfunkgegner für Aufregung und wir dürfen davon ausgehen, dass auch der kommende Elektrosmog-Report diesen Fisch angeln will.

Doch ist das, was da am Haken hängt nun ein armseliger Stichling oder ein dicker Hecht?

Das Original des Nilsson-Artikels befindet sich <hier>. Darin enthalten auch ein Link zum jüngsten Bericht des dänischen Krebsregisters, der jedoch leider nur in der Landessprache vorliegt.

Gewohnt dramatisch schlug sich der Artikel zuerst im Gigaherz-Forum nieder, im hese-Forum fällt den Teilnehmern dort bisher nicht allzu viel zu der vermeintlichen Sensationsmeldung ein.

Dummerweise postete "Hella" im Giagaherz-Forum erst, als ich meine Anfrage an Joachim Schüz schon auf dem Weg hatte. Hätte ich "Hellas" Posting zuvor gelesen, es wäre nicht zu der Anfrage gekommen.

So aber fragte ich Schüz: Was meinen Sie, passt das noch mit Ihrer Kohortenstudie zusammen und müssen wir uns womöglich wegen der Handys doch Sorgen machen?

Die Antwort aus Lyon ist kurz aber substanziell. Joachim Schüz schreibt am 19.12.2011:

"Frau Nilsson hat dieses Argument auch auf der EMF Konferenz in Brüssel im November vorgebracht und schon damals wurde darauf hingewiesen, dass die Inzidenzraten nur dann informativ sind, wenn man sich die geschlechts-, alters- und tumorspezifischen Raten anschaut. Dies wurde z.B. von Deltour et al für die nordischen Länder, Inskip et al für die USA and de Vocht et al für Groß-Britannien gemacht, alle mit dem Ergebnis, dass sich kein Anstieg abzeichnet, der mit der Verbreitung von Handys in Zusammenhang zu bringen wäre. Ein Update der detaillierten Betrachtung der Raten für die nordischen Länder erscheint noch diesen oder nächsten Monat in der Zeitschrift Epidemiology."

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Statistik, Schüz, Krebsregister, Hirntumor, Ausland, Nilsson, Inzidenzrate, Dänemark

Relaunch: Hirntumor-Inzidenz in Dänemark klettert weiter

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 13.06.2019, 09:53 (vor 176 Tagen) @ H. Lamarr

So aber fragte ich Schüz: Was meinen Sie, passt das noch mit Ihrer Kohortenstudie zusammen und müssen wir uns womöglich wegen der Handys doch Sorgen machen?

Die Antwort aus Lyon ist kurz aber substanziell. Joachim Schüz schreibt am 19.12.2011:

"Frau Nilsson hat dieses Argument auch auf der EMF Konferenz in Brüssel im November vorgebracht und schon damals wurde darauf hingewiesen, dass die Inzidenzraten nur dann informativ sind, wenn man sich die geschlechts-, alters- und tumorspezifischen Raten anschaut. Dies wurde z.B. von Deltour et al für die nordischen Länder, Inskip et al für die USA and de Vocht et al für Groß-Britannien gemacht, alle mit dem Ergebnis, dass sich kein Anstieg abzeichnet, der mit der Verbreitung von Handys in Zusammenhang zu bringen wäre. Ein Update der detaillierten Betrachtung der Raten für die nordischen Länder erscheint noch diesen oder nächsten Monat in der Zeitschrift Epidemiology."

Microwave News hat aufgrund neuer Daten des dänischen Krebsregisters die alte Hirntumorstory von 2011/2012 wieder ausgegraben, titelt "GBM [Glioblastome] Rising in Denmark, Much as in England" und stellt fair die Frage True Increases or Artifacts?

Wenn ich mir die Grafik für Dänemark bei Louis Slesin so ansehe, stellt sich mir auf Anhieb eine ganz andere Frage: Wieso geht dort seit 2015 der Zuwachs der Inzidenzrate wieder bergab? Und wie wird Franz Adlkofer diese jüngste Trendentwicklung verkraften, die so gar nicht zum unvermindert wachsenden Smartphonegebrauch passen mag? Eine plausible Erklärung liefert der Hintergrund.

Hintergrund
Faktencheck: Franz Adlkofers "Tödliche Strahlung"

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