UMTS-Mobilfunkantenne aus dem Jahr 1900 entdeckt (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 01.12.2011, 00:36 (vor 2929 Tagen)

Als ich heute beim Zähne putzen noch leicht verschlafen ausm Fenster schaute dachte ich, ich sehe nicht richtig. Unser UMTS-Sendemast von gegenüber sah irgendwie anders aus, neuer als sonst. Das Bild zeigt, was ich meine.

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Wenige Tage zuvor hatte der Sendemast aus gleicher Perspektive noch anders ausgeschaut, nämlich so wie auf dem folgenden Foto:

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Da nicht genau zu erkennen ist, ob neue Antennenpanele hinzu gekommen sind, möglicherweise LTE, und ich keine Lust hatte los zu marschieren, um mir das aus der Nähe anzusehen, machte ich einen Ausflug zur EMF-Datenbank der BNetzA. Denn dort müsste sich am Datum der Standortbescheinigung leicht erkennen lassen, ob sich gegenüber dem ursprünglichen Datum aus dem Jahr 2002 etwas getan hat. So dachte ich jedenfalls. Und es hat sich tatsächlich etwas getan, nur, das Datum hätte jünger werden müssen (2011), doch es wurde sagenhaft älter (1900, siehe Bild)

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Jetzt bin ich nicht einmal so schlau wie zuvor, sondern sogar etwas weniger schlau. Wie gibt's denn so was: eine Standortbescheinigung aus dem Jahr 1900 für einen UMTS-Sendemast?! Damals war Guglielmo Marconis mit seiner Funktelegraphie-Firma gerade mal drei Jahre im Geschäft. Sicherheitshalber habe ich die BNetzA auf den Fehler hingewiesen und warte jetzt auf die Korrektur. Dann werde ich ja sehen, ob der 90 Meter entfernte Mast ein paar neue Antennen bekommen hat oder nicht. Zum Rüberlaufen ist mir dieser Weg noch immer zu weit. Denn es wäre uns hier wurscht, wenn aus drei Panelen sechs geworden wären, schöner wird der Standort dadurch ohnehin nicht.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
EMF-Datenbank, Standortbescheinigung

UMTS-Mobilfunkantenne aus dem Jahr 1900 entdeckt

cassandra, Mittwoch, 07.12.2011, 11:09 (vor 2922 Tagen) @ H. Lamarr

Jetzt bin ich nicht einmal so schlau wie zuvor, sondern sogar etwas weniger schlau. Wie gibt's denn so was: eine Standortbescheinigung aus dem Jahr 1900 für einen UMTS-Sendemast?!

Da steht in der Standortbescheinigung kein Ausstellungsdatum, daher setzt die Website automatisiert 1900/01/01 ein. Die Genehmigung stammt aus dem Jahr 2002.

UMTS-Mobilfunkantenne aus dem Jahr 1900 entdeckt

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.12.2011, 11:34 (vor 2922 Tagen) @ cassandra

Jetzt bin ich nicht einmal so schlau wie zuvor, sondern sogar etwas weniger schlau. Wie gibt's denn so was: eine Standortbescheinigung aus dem Jahr 1900 für einen UMTS-Sendemast?!

Da steht in der Standortbescheinigung kein Ausstellungsdatum, daher setzt die Website automatisiert 1900/01/01 ein. Die Genehmigung stammt aus dem Jahr 2002.

Hmmm. Danke für die Auskunft, ich könnte mir aber vorstellen, dass diese nicht stimmt.

Denn weil das einer von "meinen" Masten ist, den ich vom Wohnzimmerfenster aus sehe, habe ich mich natürlich beizeiten in der EMF-Datenbank mit meinem Sendemasten beschäftigt. Und ich meine, dass damals durchaus das Datum 2002 drin stand, mit Tag und Monat. Der Antennenträger wurde 2002 dort errichtet. Soll heißen: In der initialen Standortbescheinigung dürfte das Datum noch genannt gewesen sein.

Wenn jetzt das Datum fehlt, deutet dies auf eine neue Standortbescheinigung hin, dies würde auch zum Augenschein passen, der ja eine deutlich veränderte Antennengeometrie zeigt.

Ich fände es besser, wenn bei fehlendem Datum von der Software nicht automatisch und sinnfrei Neujahr 1900 eingetragen wird, sondern ein Hinweisfenster für den Operator aufpoppt, dass er noch eine Information nachbestellen muss.

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UMTS-Mobilfunkantenne aus dem Jahr 1900 entdeckt

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 07.12.2011, 11:56 (vor 2922 Tagen) @ H. Lamarr

Hmmm. Danke für die Auskunft, ich könnte mir aber vorstellen, dass diese nicht stimmt.

Irgendwie ist da anscheinend tatsächlich der Wurm drin.

Die Mobilfunkkarte der Stadt München zeigt für den Standort (Freisinger Landstraße 6) folgendes:

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Kaum vorstellbar, dass eine 2002 fix und fertig errichtete Anlage - wir haben beim Bau zugesehen - erst vier Jahre später (2006) in Betrieb gegangen sein soll. Etwas Jüngeres als 2006 zeigt aber auch diese Datenbank nicht an.

Hilfreich ist dieses Informationsangebot aus meiner Sicht nicht, eher irritierend.

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EMF-Datenbank auf dem Irrweg

H. Lamarr @, München, Montag, 19.12.2011, 23:02 (vor 2910 Tagen) @ H. Lamarr

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Kaum vorstellbar, dass eine 2002 fix und fertig errichtete Anlage - wir haben beim Bau zugesehen - erst vier Jahre später (2006) in Betrieb gegangen sein soll.

Habe ich da 2006 geschrieben? Das war falsch, die Erstinbetriebnahme ist etwas später, nämlich 20006 :surprised:.

Auch die Stadt München hat bei diesem Standort ein ziemliches Datumsproblem.

Und inzwischen wissen wir auch: Unser Mast muss sich heimlich gepaart und fortgepflanzt haben, statt drei Sektorantennen sind jetzt nämlich sechs am Masten. Sagenhaft, aus unserer Perspektive sind die drei Neuankömmlinge so nicht zu erkennen, erst aus anderem Blickwinkel wird deutlich, was los ist.

Auch der von drei auf sechs Sektorantennen ausgebaute Standort ist bei Vögeln nach wie vor sehr beliebt.

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Die EMF-Datenbank aber zeigt weiter unbeirrt das Jahr 1900 als Datum der jüngsten Standortbescheinigung an und auch bei den drei bisherigen Sektorantennen ist es laut BNetzA geblieben.

Nun ist es allerdings so, dass die Anzahl von Antennen für einen Standort in der Datenbank nicht unbedingt mit dem Augenschein übereinstimmen muss. Die Datenbank listet nämlich allein Sendeantennen (ab 10 W Sendeleistung) auf, keine Empfangsantennen. Ein typischer Antennendiversity-Rundstrahler mit 2 Empfangsantennen und 1 Sendeantenne taucht in der Datenbank deshalb als 1 Antenne auf. Doch diese Erklärung passt bei uns nicht, die Antennen sind eindeutig Sektorantennen und bei denen sind die kleinen Sende- und Empfangsantennen in ein und demselben Gehäuse montiert.

Die einzige jetzt noch mögliche Erklärung, die die EMF-Datenbank vom Vorwurf eines Fehlers trennt, ist der Umstand, dass für die drei neuen Sektorantennen möglicherweise noch keine Betriebsanzeige durch den Betreiber (Telekom) vorliegt. Denn auch dies ist Fakt: Die Datenbank zeigt nur Antennen an, die auch in Betrieb sind. Da es betriebswirtschaftlich jedoch blödsinnig ist, Antennen zu montieren und diese dann nicht in Betrieb zu nehmen, ist für mich ein Fehler im Meldeweg die wahrscheinlichste Ursache der Diskrepanz.

Welchen Wert eine Auskunftei hat, deren Auskünften nicht blind vertraut werden darf, steht auf einem anderen Blatt. Einem ohne Dramatik. Denn bleiben Fehler seltene Ausnahmen, möchte ich die Datenbank keinesfalls missen. Ich habe noch die Zeit ohne sie erlebt, da verhallten Standortfragen wie Rufe in der Wüste, es sei denn, man wohnte sowieso vor Ort und sah mit eigenen Augen, was andere gerne am Bildschirm gesehen hätten.

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