"Disconnect" von Devra Davis soll verfilmt werden (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 17.10.2011, 02:05 (vor 3192 Tagen)

Kevin Kunze ist, eigenen Angaben zufolge, in den USA ein unabhängiger Filmemacher und Aktivist. Mit dem Thema Elektrosmog infiziert hat er sich bei einer Begegnung mit Ellie Marks, deren Ehemann nach angeblich 22 Jahren Handygebrauch die Diagnose - nicht Funk -, sondern Hirntumor traf. Der Fall ist allerdings schon ein paar Jahre alt (2008). Kunze, der sich auch schon mal Koonz nennt, inspirierte die Begegnung jedenfalls, anschließend das Buch "Disconnect" (Auflegen) von Devra Davis zu lesen, der Autorin, der Spurenelemente einer "Friedensnobelpreisträgerin" zukommen. Und jetzt will Kunze dazu einen Film drehen, finanziert von Mobilfunkgegnern. Das Sollbudget beziffert er auf 5000 Dollar. Doch irgendwie will das Projekt nicht so recht in Gang kommen, nach momentan sechs Monaten gibt es erst zehn Spender, die es auf eine Gesamtsumme von 364 Dollar bringen. Deshalb werden jetzt auf einschlägig bekannten Seiten wie Gigaherz Spendenaufrufe eingestellt, damit die Verfilmung von "Disconnect" aus dem Dornröschenschlaf erwacht.

Das Gegenteil von "Disconnect" ist "Connect" (Verbinden). Der Handykonzern Nokia warb vor Jahren mit dem Slogan "Connecting People" und wurde dafür prompt frivol auf die Schippe genommen (2004 haben wir diese Verulkung erstmals brauchen können im Streit mit Nokia).

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Devra Davis über Franz Adlkofer

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 23.11.2011, 20:04 (vor 3154 Tagen) @ H. Lamarr

Zufällig bin ich auf diesen Blog gestoßen, in dem es an 268. Stelle um Devra Davis und ihr Buch "Disconnect" geht. "Nikita" schreibt dort, anscheinend mit Bezug auf Davis' Buch:

"Among a host of fascinating characters, Davis introduces Om P. Gandhi, a world expert on how cell phone radiation penetrates the human brain. Once a consultant to major cell phone companies, Gandhi now refuses to work with them. Franz Adlkofer led the multi-lab study that showed once and for all that brain cell DNA is unraveled by cell phone microwave radiation-and, as Davis dramatically portrays, it nearly cost him his career."

Wer hätte das gedacht, Franz Adlkofer, so ist zu lesen, leitete eine Multi-Labor-Studie, die ein für allemal zeigte, dass die Strahlung von Mobiltelefonen die DNA von Hirnzellen beeinträchtigt, was - wie Davis dramatisch schilderte, ihm beinahe seine Karriere gekostet hätte.

Franz Adlkofer ist heute 75. Da ist mir nicht ganz klar, von welcher beihnahe zersprungenen Karriere Devra Davis spricht. Bevor Adlkofer sich mit Mobilfunk beschäftigte war er Kopf der deutschen Tabakforschung. Sollte der Textauszug echt sein und keiner Verdrehung von Tatsachen entspringen, macht das Zitat mMn spätestens jetzt klar, wo Frau Davis in der Mobilfunkdebatte Platz genommen hat, obwohl es daran schon zuvor bei mir keine Zweifel gegeben hat. Wem etwa Gigaherz-Jakob zujubelt, der kann aus meiner Sicht unmöglich auf dem Pfad der Objektivität unterwegs sein.

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"Disconnect" von Devra Davis soll verfilmt werden

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 23.11.2011, 23:42 (vor 3154 Tagen) @ H. Lamarr

Das Sollbudget beziffert er auf 5000 Dollar. Doch irgendwie will das Projekt nicht so recht in Gang kommen, nach momentan sechs Monaten gibt es erst zehn Spender, die es auf eine Gesamtsumme von 364 Dollar bringen.

Gut einen Monat später sind es noch immer 364 Dollar. Gottseidank, denn wenn das, was Kunze im "Teaser" des geplanten Films zum Besten gibt (siehe unten), auch im Werk selbst kommen soll, dann ist dieses in meinen Augen ein übles polemisches Machwerk. Eines, das mit Mitteln der Computeranimation das versucht, was sonst die Vereine gegen Mobilfunk auf ihren Webseiten versuchen: Übertriebene Ängste gegenüber schwachen Funkfeldern wecken und schüren. Doch wie sollte es auch möglich sein, dass der Film besser als das Buch ist. Die Idee, das Medium Film einzuspannen, führte schon 2006 zu einem inhaltlich indiskutablen Vierteiler aus Liechtenstein, dessen Macher mit dem idyllischen Heimatfilmtitel "Die Glocken von Sankt Mamerta" immerhin das Durchschnittsalter der Mobilfunkgegner richtig einschätzten.

Im Teaser bringt Devra Davis ab Minute 2:32 ein praktisches Hirn zum Aufklappen, um dem Publikum die Eindringtiefe von Handy-Funkfeldern dramatisch vor Augen zu führen. Auch dieser Auftritt wirkt wie aus einer Jahrmarkt-Schaubude (Menschen, Tiere, Sensationen) exportiert und macht mir Frau Davis ein weiteres Stückchen unglaubwürdiger, denn noch immer weiß kein Mensch auf dieser Welt, ob Handys im Kopf Schaden anrichten können, und falls ja, wie dies überhaupt funktionieren sollte. Derartige Zweifel plagen Davis anscheinend nicht.

Und dann wieder diese gleichartigen gelben Schilder bei Demonstranten ... :lookaround:

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Disconnect-Kurzfilm mit 364 Dollar produziert

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 24.05.2012, 19:41 (vor 2971 Tagen) @ H. Lamarr

Das Sollbudget beziffert er auf 5000 Dollar. Doch irgendwie will das Projekt nicht so recht in Gang kommen, nach momentan sechs Monaten gibt es erst zehn Spender, die es auf eine Gesamtsumme von 364 Dollar bringen.

Am 24. Mai 2012 zeigt der Spendeneingangszähler noch immer 364 Dollar an. Die Nachfrage nach diesem Film hält sich unübersehbar in überschaubaren Grenzen.

Na gut, sagten sich Kevin Kunze und Devra Davis, dann eben kein abendfüllender Spielfilm wie "Karma", sondern nur ein Kurzfilm. Gottseidank nur acht Minuten.

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Spendenaufruf

Mobilize: Disconnect ab Januar im Kino

H. Lamarr @, München, Sonntag, 10.01.2016, 17:25 (vor 1645 Tagen) @ H. Lamarr

Das Sollbudget beziffert er auf 5000 Dollar. Doch irgendwie will das Projekt nicht so recht in Gang kommen, nach momentan sechs Monaten gibt es erst zehn Spender, die es auf eine Gesamtsumme von 364 Dollar bringen.

Am 24. Mai 2012 zeigt der Spendeneingangszähler noch immer 364 Dollar an. Die Nachfrage nach diesem Film hält sich unübersehbar in überschaubaren Grenzen.

Na gut, sagten sich Kevin Kunze und Devra Davis, dann eben kein abendfüllender Spielfilm wie "Karma", sondern nur ein Kurzfilm. Gottseidank nur acht Minuten.

Der Film "Disconnect" hat es doch noch geschafft, er kommt im Januar in die deutschen Kinos!

Allerdings war das im Januar 2014 und statt Devra Davis spielt Hope Davis eine Hauptrolle (Quelle) :-P.

Möglicherweise waren vergebene Namensrechte der Grund dafür, dass Kevin Kunze umdisponiern musste. Denn nach dem Kurzfilm (siehe oben), der heute nicht mehr abrufbar ist, brachte der US-Filememacher Ende 2014 doch noch einen abendfüllenden Anti-Mobilfunk-Streifen mit 1:25 Stunden Spielzeit unter dem Titel Mobilize heraus.

Anlässlich einer öffentlichen Vorführung in San Franzisko gab es eine Fragestunde, doch nicht etwa ausgewogen mit Vertretern von Pro und Kontra, sondern mit Kevin Kunze, Ellie Marks, Joel Moskowitz und Lloyd Morgan. Also alles eingeschworene Mobilfunkgegner. Bemerkenswert: Marks, Moskowitz und Devra Davis sind "Associate Producer" von Kunzes Werk. Wikipedia schreibt über diese Produzentenvariante:

Als „Associate Producer“ wird in Deutschland wie im angloamerikanischen Sprachraum ein Produzent bezeichnet, der an einer Produktion mittelbar beteiligt ist, d. h. keinen direkten Einfluss ausübt, aber trotzdem an Gewinnen wie Verlusten beteiligt ist – z. B. weil er Mitinhaber der Produktionsfirma ist.

Typisch für Filme dieser Art: Sie werden als kommerziell motivierter Kaufartikel produziert. Auch "Mobilize" hätte einmal 10 Dollar kosten sollen. Doch wer, außer glühenden Mobilfunkgegnern, legt für solche Werke auch noch Geld hin? Das Käuferpotenzial ist ergo sehr bald erschöpft und die Filme landen recht schnell bei Youtube, um das eigentliche Ziel, breite Bevölkerungsschichten, zu erreichen. So ist denn auch "Mobilize" inzwischen für Hinz & Kunz in voller Schönheit auf Youtube zu sehen.

Der klare Desinformationsauftrag von "Mobilze" ist einfach zu erkennen: Der Film zeigt keine seriöse Auseinandersetzung mit der Frage, ob Mobilfunk möglicherweise krank macht. Stattdessen wird, wie von allen Mobilfunkgegnern, ein (einseitiges) Zerrbild des wissenschaftlichen Kenntnisstandes dargereicht und mit dramatischen Einzelschicksalen werden tief sitzende Urängste vor einem unsichtbaren Feind herauf beschworen. Der Film ist populistisch und jounalistisch durch und durch unseriös, denn die manipulative Absicht steht außer Frage.

Witzigerweise wird "Mobilize" ausgerechnet von einer Medienfirma namens "Disinformation" (Desinformation) vertrieben. Das ist sozusagen die US-Schwester der schweizerischen Anti-Zensur-Koalition AZK. Auf dem Videoportal Vimeo beschreibt sich der Desinformationsbetrieb, der auch unter dem Namen "TDC Entertainment" auftritt, so:

The Disinformation Company is a dynamic, independent media company based in New York City. We are active in book publishing, film production and home video distribution, with well over 100 books and films in our catalog. We are known for working with filmmakers and authors to promote important political, social or cultural issues that are ignored by the mainstream media.

Damit hat auch diese Recherche wieder einmal das übliche Ergebnis hervor gebracht: Wer sich Aktionen aus den Hexenküchen organisierter Mobilfunkgegner genauer ansieht, muss nicht tief schürfen, um höchst befremdliche Zusammenhänge zu entdecken die zeigen: Die Mobilfunkgegnerei ist ein Bierdeckel, der auf einem unübersehbaren Sumpf schwimmt und deshalb keinerlei Tiefgang verträgt.

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Desinformation mit Abstandsgebot der Handyhersteller

H. Lamarr @, München, Montag, 11.01.2016, 23:34 (vor 1644 Tagen) @ H. Lamarr

Der klare Desinformationsauftrag von "Mobilze" ist einfach zu erkennen: Der Film zeigt keine seriöse Auseinandersetzung mit der Frage, ob Mobilfunk möglicherweise krank macht. Stattdessen wird, wie von allen Mobilfunkgegnern, ein (einseitiges) Zerrbild des wissenschaftlichen Kenntnisstandes dargereicht und mit dramatischen Einzelschicksalen werden tief sitzende Urängste vor einem unsichtbaren Feind herauf beschworen. Der Film ist populistisch und jounalistisch durch und durch unseriös, denn die manipulative Absicht steht außer Frage.

Ein konkretes Beispiel für Desinformation. Ab Minute 2:30 macht sich ein Moderator lustig darüber, dass er laut Bedienungsanleitung sein Handy nur 15 Millimeter vom Kopf weg benutzen dürfe. Er hat damit die Lacher auf seiner Seite.

Doch ab Minute 3:05 ist u. a. kurz folgender Ausschnitt aus der Bedienungsanleitung eines iPhone 4 zu sehen:

[image]

Die 15 Millimeter gelten gar nicht für die Benutzung des Smartphones am Kopf, sondern wenn es am Körper getragen wird. Denn im Gegensatz zum Gebrauch am Kopf kann das Gerät am Körper getragen auch "falsch" herum in der Hosentasche stecken, mit der Rückseite (dort ist die Antenne) zum Körper. Da in so einem Fall der zulässige SAR-Wert bei schlechtem Empfang überschritten werden kann gilt das Abstandsgebot. Beim Telefonieren am Kopf wird das Handy automatisch richtig gehalten (Rückseite zeigt vom Kopf weg), deshalb entfällt hier das Abstandsgebot.

Die Problematik, dass Handys am Körper getragen werden, kam erst im Laufe der Zeit mit der Miniaturisierung der Geräte. Alte Modelle waren zu klobig, um sie in Hosentaschen oder BHs mit zu führen.

Da die Antenne aber nun einmal unverzichtbarer Bestandteil eines Mobiltelefons ist und sich in aller Regel an der Rückseite eines Handys befindet, ist das vorsorgliche Abstandsgebot eine logische Folge des veränderten Gebrauchsverhaltens. Nichts davon erfährt der Zuschauer in "Mobilize". Stattdessen wird suggeriert, Handys wären gefährlich, die Empfehlungen für Sicherheitsabstände würden in den Gebrauchsanweisungen versteckt. Zum Problem erklären dies nur organisierte Mobilfunkgegner. Von einer konkreten Gefährdung kann jedoch keine Rede sein, da die Grenzwerte (Teilkörper-SAR) für die Allgemeinbevölkerung ausreichende Sicherheitsreserven für gelegentliche Überschreitungen haben (z.B. 4 W/kg statt 2 W/kg am Kopf), erkennbar daran, dass bei beruflicher Exposition 5-fach höhere Werte zulässig sind!

Um Schadenersatzansprüche vorsorglich abzuwehren füllen Produkthersteller die Handbücher zu ihren Produkten mit teils grotesken Sicherheitshinweisen, nur um gegen jeden noch so absurden nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch ihrer Produkte abgesichert zu sein. Bei Handyherstellern ist es nicht anders.

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