Zeitfokus Online: Vorsicht beim Kommentieren (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 29.09.2011, 00:34 (vor 4086 Tagen)

Wer keine eigene Website und Mühe hat, die üblichen Medien für sich und sein Anliegen zu begeistern, der kann Autorenportale nutzen. Das sind Websites, die einem nach kurzer Registrierung eine Möglichkeit bieten, beliebige Texte ins Netz zu stellen.

Dr. Joachim Mutter hat sich für das Autorenportal "Zeitfokus Online" entschieden, dort veröffentlichte er am 27. Juli 2011 diesen Beitrag.

Zwei Monate später, am 27. September bin ich über diesen Beitrag gestolpert und habe dazu gegen 12:30 Uhr folgenden Kommentar (grün) abgegeben:


Was Dr. med. J. Mutter nicht schreibt:

Adilza Dode ist in Belo Horizonte Direktorin eines Unternehmens, das auch im Bereich "Elektrosmog" tätig ist und z.B. Beratung und Messungen anbietet. Frau Dode hat somit ein kommerzielles Interesse daran, die Angst vor Funkwellen möglichst lebendig zu halten, dies bringt Aufträge. Im Forum des IZgMF gibt es noch etliche andere Hinweise, die die Bedeutung der "Belo-Horizonte-Krebsstudie" stark infrage stellen. So ist etwa ein Prüfer der Doktorarbeit von Frau Dode zugleich Mitarbeiter ihres Unternehmens. Details dazu hier:

http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=thread&id=47961

Was Dr. Mutter ebenfalls nicht erwähnt: Er betreibt in Brasilien eine sogenannte "Funklochklinik", in der sich von Elektrosmog verängstigte Menschen, die glauben, dadurch krank geworden zu sein, erholen können. Auf eigene Kosten natürlich, Kassen zahlen derartige "Kuren" nicht. Mehr zu Dr. Mutter, der übrigens auch dem umstrittenen brasilianischen Geistheiler João de Deus zugetan ist, hier:

http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=35710


Aber: Kommentare müssen bei "Zeitfokus Online" frei geschaltet werden. Da meiner auch nach Stunden nicht erschienen war, fragte ich am Abend des 27. September bei "Zeitfokus Online" nach. Doch Antwort gab's keine und auch mein Kommentar bleibt bis jetzt verschwunden.

So, und jetzt wird's interessant.

Der Mutter-Beitrag blieb zwei Monate gänzlich unkommentiert, bis zu meinem Kommentar, der nicht erschien. Dafür erschien am 28. September ein anderer Kommentar, der am 27. September, abends um 20:37 geschrieben wurde, also rd. acht Stunden nach meinem Kommentar.

Das mag Zufall sein, wahrscheinlicher ist aber folgende Erklärung:

"Zeitfokus Online" leitet Kommentare (automatisch) zur Freischaltung an den Autor eines Artikels weiter und macht so die Füchse heimlich zu den Chefs im Hühnerstall. Mein kritischer Kommentar über Dr. Mutter landete ausgerechnet bei diesem zur Freischaltung!

Das Ergebnis kann man sich leicht ausrechnen. Und auf diese Weise auf die Kommentarfunktion aufmerksam geworden, ließ Dr. Mutter noch am selben Tag den befreundeten Mobilfunkgegner "handystrahlung" antreten, und unter einem Vorwand (Volltext der Studie) einen werblichen Kommentar für Diagnose-Funk schreiben.

Wenn die Erklärung zutreffend ist, dann betreibt "Zeitfokus Online" eine besonders perfide hinterfotzige Form der Zensur. Denn nicht transparente Regeln, sondern die Autoren eines Beitrags bestimmen darüber, welcher Kommentar zulassen wird und welcher nicht. Die Reflektion des tatsächlichen Meinungsbildes wird so unterdrückt und stattdessen eine verzerrte Wahrnehmung gefördert, eine, die den Interessen des Autors dienlich ist.

Schade, dass mir solche negativen Erfahrungen ausschließlich mit überzeugten Mobilfunkgegnern passieren, mit der sogenannten "Gegenseite" ist mir vergleichbar Hintertriebenes zu keiner Zeit widerfahren, nicht mal ansatzweise.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Totalitär, Zensur, Manipulation, Mutter, Meinungsbildung, Belo-Horizonte-Studie

Zeitfokus Online: Kommentar erschienen

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 29.09.2011, 13:00 (vor 4086 Tagen) @ H. Lamarr

Kommentare müssen bei "Zeitfokus Online" frei geschaltet werden. Da meiner auch nach Stunden nicht erschienen war, fragte ich am Abend des 27. September bei "Zeitfokus Online" nach. Doch Antwort gab's keine und auch mein Kommentar bleibt bis jetzt verschwunden.

Neuer Sachstand von heute, 29. September, 12:30 Uhr: Jetzt steht mein Kommentar unter Dr. Mutters Beitrag!

Der Kommentar wurde heute um 12:09 Uhr nachträglich frei geschaltet, wie aus einer automatisch von "Zeitfokus Online" verschickten Quittungsmail hervorgeht.

Das freut mich!

Aber: Warum, wieso, weshalb erst jetzt, zwei Tage nach Schreiben des Kommentars? Ich weiß es nicht, denn der Betreiber der Site hat auf meine Anfrage (siehe Startposting) auch nachträglich nicht reagiert. Dies lässt Raum für Spekulationen. Etwa die, dass der Protest gegen die Unterdrückung des Kommentars Wirkung zeigte. Oder, dass Dr. Mutter der Freischaltung des Kommentars doch noch zustimmte. Oder, ...

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– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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