Was motiviert Sendemastengegner zum Protest? (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 20.09.2011, 11:37 (vor 2978 Tagen)

Eigentlich sollten sich nach rund 20 Jahren Digital-Mobilfunk die Leute an die Technik gewöhnt haben und gegenüber dem Unbekannten angstfrei sein. Stimmt auch, was die Mobiltelefone angeht, die sind weltweit akzeptiert, nur bei den Masten hapert es. Die Gründe dieser Schieflage haben wir hier im Forum mindestens 100-mal erörtert, ich möchte es jetzt zum 101-mal tun.

Sich als Sendemastengegner zu betätigen, hat nicht einen, sondern viele Gründe, zum Beispiel diese inzwischen gut ausdiskutierten, die mir spontan einfallen wollten:

- Angst, im Internet steht so viel Schlimmes ...
- Nutznießer ziehen aus dem Protest gesellschaftlichen/finanziellen Profit ...
- Ablenkungsmanöver der Tabaklobby, um von den Gefahren des Rauchens abzulenken ...
- "Nützliche Idioten", die sich von Nutznießern leicht instrumentalisieren lassen ...

Seit Juli 2010 kann ich mir jedoch noch einen weiteren Grund vorstellen: die AZK und ihre (Glaubens)krieger.

Begründung

Im Juli 2010 schaffte es die AZK in München aus dem Stand heraus rund 700 Anhänger für die Vorführung der Anti-Mobilfunk-Eigenproduktion "Karma" zu mobilisieren. Das Interesse der AZK am Thema Mobilfunk sollte damit unstrittig sein. Damals schrieb ich:

"Ob von dem Film eine "Gefahr" ausgeht wage ich zu bezweifeln, beunruhigend ist eher der Zulauf, den die AZK in München vorweisen konnte. Wenn diese Leute wieder in ihren Städten und Dörfern sind und die Botschaft der AZK tatsächlich umsetzen, wird die Mobilfunkdebatte neu angeheizt, ohne dass sichtbar wird, dass es in Wahrheit AZK-Leute sind, die einen Auftrag erledigen. Ich fürchte, die ohnehin schon widersprüchliche Mobilfunkdebatte wird noch widersprüchlicher, denn Sasek tourt mit seiner Veranstaltung jetzt durch mehrere große Städte Deutschlands hinauf bis nach Hannover."

Wozu die AZK imstande ist, zeigte sie im Herbst 2009 in Stuttgart. Bis zu 2000 Menschen sollen dort damals protestierend durch die Straßen gezogen sein - vorgeblich, um gegen Mobilfunk zu demonstrieren, tatsächlich war das Ganze eine Inszenierung, um Szenen für den Film "Karma" zu bekommen.

Der überzeugte Elektrosensible Uli W. kann mit AZK-Chef Sasek, der sich selber als elektrosensibel sieht, so gut, dass er auf AZK-Veranstaltungen auftreten durfte. Uli W. ist aber auch der, der schon zum Protest gegen Tetra aufgerufen hat, als andere noch dachten, dies sein ein Getränkekarton.

Aus dieser undurchsichtigen Melange von Sektenwesen, Organisationstalent, Mediendrang und persönlicher Hingabe könnte mMn leicht das entspringen, was wir als plötzlich aktiv werdenden Sendemastengegner oder auch Gründer von "Landesverbänden" gegen Mobilfunk erleben.

Und auch dies würde gut passen: Da die Zentrale der AZK in der Schweiz sitzt, erstreckt sich ihr Einzugsgebiet im benachbarten Ausland bevorzugt auf Süddeutschland - genau dorthin also, wo seit jeher der Protest gegen Mobilfunk am heißesten gekocht wird.

Man darf die Chefetage der AZK nicht mit pausbäckigen Wutbürgern verwechseln, das sind dort mMn gewiefte Medienprofis, die genau wissen, wie man Menschen einwickelt. Dazu braucht man sich nur mal eines der Videos über eine der AZK-Veranstaltungen ansehen, das hat nichts mit Hinterstuben zu tun, das ist "Reichskanzleistil" (wer nicht suchen mag, hier ein "Hetzbericht" zur AZK und hier eine Linksammlung).

Auf der AZK-Veranstaltung in München habe ich hunderte AZK-Anhänger gesehen. Die hatten alle keinen Pferdefuß, keine Hörner, das waren nette freundliche und sympathisch wirkende Leute wie etwa dieser Polizist. Bekämen diese Anhänger Weisung aus der Zentrale, sich gegen Tetra- oder Mobilfunkmasten zu erheben, so wie es schon geballt für Stuttgart geschah, kein Außenstehender würde die Zusammenhänge erkennen können. Und deshalb ist es mMn notwendig, sich die lauten unter den Sendemastengegnern genauer anzusehen, was mögliche schräge Motivationen anbelangt, auch wenn dies von den Betroffenen gar nicht geschätzt wird. Und da es keine ernst zu nehmenden Sachargumente gegen Tetra- oder Mobilfunk-Sendemasten gibt, führt diese Suche nach wahren Motivationen zuweilen zu richtig erhellenden Erkenntnissen, beispielsweise dieser hier.

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Untersuchung über Strahlenbelastung in Nürnberger U-Bahn

H. Lamarr @, München, Montag, 24.10.2011, 11:18 (vor 2944 Tagen) @ H. Lamarr

Seit Juli 2010 kann ich mir jedoch noch einen weiteren Grund vorstellen: die AZK und ihre (Glaubens)krieger.

Wie so etwas konkret aussieht zeigt der ASR-Stammtisch Nürnberg. Aufmerksam wurde ich auf diesen "Stammtisch", weil exklusiv im hese-Forum darauf verlinkt wird. Auf den ersten Blick sind auf der Seite der übliche Aktionismus laienhafter Mobilfunkgegner zu erkennen, das gewohnte Munkeln und Raunen mit vermeintlich sorgenzerfurchter Stirn und die Verlinkung auf bekannt trübe Quellen. Erst der Link "Mobilfunk - die verschwiegene Gefahr" macht deutlich, woher der Wind wirklich weht, er führt nämlich zu einem 32-seitigen PDF einer sogenannten "Anti-Genozid-Bewegung" mit Sitz in Göppingen. Das PDF ist ein gruseliges Sammelsurium sämtlicher Klischeevorstellungen aus der Steinzeit der Mobilfunkgegnerei. Aufmerksam wurde ich auf die "Bewegung" erstmals 2010 anlässlich einer AZK-Veranstaltung in München, dort lagen auf Infotischen Flugblätter von ihr aus.

Was es mit diesem ASR-Stammtisch (Alles Schall und Rauch) auf sich hat, sagt die Selbstbeschreibung: "Der Stammtisch hat die Intention, Leute an einen Tisch zu bekommen, die kritisch und distanziert gegenüber Faschismus, Zentralismus, demokratiefeindlichen Gruppierungen und dumpfen, zensierten Massenmedien sind." Anscheinend will die ASR-Truppe frustrierten Wutbürgern eine geistige Heimat geben.

Darüber, ob die ASR-Bewegung demokratiefreundlich ist, will ich jetzt nicht nachdenken, außerdem hat "Anka" dafür einen besseren Blick. Die "dumpfen zensierten Massenmedien" sind jedenfalls auch die, gegen die die AZK antritt. Da sind AZK und ASR Brüder im Geiste. Aus meiner Sicht ist die beklagte Zensur allerdings nur der ganz normale journalistische Eingangsfilter, der verhindert, dass allzu krude Verlautbarungen allzu kruder Interessengruppen sich die Verbreitungsmacht der Medien zunutze machen können. Die so Zensierten suchen sich im www-Zeitalter ihr neues Ventil mit eigenen Websites und natürlich konventionell mit "Stammtischen". Das Problem dieser Kleinklima-Brutkästen für schräge Ideen konnte ich neulich an einer Kleinplantage für Zierpaprika erkennen. Die zehn in Torftöpfchen kultivierten Pflänzchen packte ich zum besseren Gedeihen in ein Fensterbank-Gewächshäuschen. Wegen fehlender Frischluft sind sie dort dem Schimmel zum Opfer gefallen.

Den Teilnehmer "surfer" im hese-Forum ficht das alles nicht an, er verlinkt ohne Vorwarnung auf die schräge ASR-Seite. Da diese Seite sonst kaum zu finden ist, scheint "surfer" Kontakte ins ASR-Milieu zu haben. Auch dies wäre eine Erklärung für die bedenkliche Kehrtwende des hese-Forums hin zu einer Verlautbarungsplattform für überzeugte Mobilfunkgegner und Strippenzieher, denn "surfer" rechne ich zur hese-Belegschaft.

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Untersuchung über Strahlenbelastung in Nürnberger U-Bahn

helmut @, Nürnberg, Montag, 24.10.2011, 13:08 (vor 2944 Tagen) @ H. Lamarr

Da bin ich richtig froh über diese "Meßergebnisse".

Wieder mal nur 10 000 bis 100 000 fach unter Grenzwert.
Das ist doch beruhigend ...

MfG
Helmut

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In der Mobilfunk-BI und
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Meine Kommentare sind stets als persönliche Meinungsäußerung aufzufassen

Schweiz - Alles Schall und Rauch (ASR)

KlaKla, Montag, 24.10.2011, 16:12 (vor 2943 Tagen) @ H. Lamarr

Alles Schall und Rauch (kurz ASR) ist der Name eines anonymen und werbefinanzierten Schweizer Internet-Blogs, das von einem Schweizer namens Manfred Petritsch (alias Freeman) organisiert wird und den diversen Internetaktivitäten der Truther-Szene zuzuordnen ist. Im Eigenverständnis bezeichnet man sich als Wahrheitssuchende.

Quelle: Esowatch

[Hinweis: Esowatch heißt jetzt PSIRAM.COM]

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"Alles Schall und Rauch"

AnKa, Montag, 24.10.2011, 21:33 (vor 2943 Tagen) @ H. Lamarr

Was es mit diesem ASR-Stammtisch (Alles Schall und Rauch) auf sich hat, sagt die Selbstbeschreibung: "Der Stammtisch hat die Intention, Leute an einen Tisch zu bekommen, die kritisch und distanziert gegenüber Faschismus, Zentralismus, demokratiefeindlichen Gruppierungen und dumpfen, zensierten Massenmedien sind."

Ich empfehle eine präzise Analyse der zentralen Aussage dieses Blogs. Sie ist im Namen aufzufinden. Die verallgemeinernde Selbstbezeichnung "Alles Schall und Rauch", als eine Art politisches Motto zelebriert, demonstriert schon aus sich heraus eine nihilistische Geisteshaltung.

"Alles Schall und Rauch" - man bewirft mit solch wegwerfender Ausdrucksweise, in grotesker Überschätzung der eigenen Beurteilungsfähigkeiten, gerade solche Menschen mit Schmutz, die Leistung ob des Einsatzes ihres Geistes, ihrer Bildung und ihres erarbeiteten Sachverstandes erbringen. Die Behauptung, man sei gegen "Faschismus" und allerlei andere Übel, ist da bloße Fassade.

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Anti-Genozid-Bewegung

Doris @, Montag, 24.10.2011, 21:46 (vor 2943 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Doris, Montag, 24.10.2011, 22:10

einer sogenannten "Anti-Genozid-Bewegung" mit Sitz in Göppingen.

Göppingen ist sozusagen nur die deutsche Niederlassung. Der Ursprung dieser Bewegung liegt in der Schweiz und zwar bei Ivo Sasek. Aus dieser Bewegung ging 2008 die Anti-Genozid-Partei hervor. Vizepräsidentin dieser Partei ist Anni Sasek, die Ehefrau von Ivo Sasek.

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Sekte, Schweiz, AZK, Anti-Genozid-Bewegung, Sasek, OCG-Lehre

Untersuchung über Strahlenbelastung in Nürnberger U-Bahn

Doris @, Montag, 24.10.2011, 23:06 (vor 2943 Tagen) @ H. Lamarr

Den Teilnehmer "surfer" im hese-Forum ficht das alles nicht an, er verlinkt ohne Vorwarnung auf die schräge ASR-Seite. Da diese Seite sonst kaum zu finden ist, scheint "surfer" Kontakte ins ASR-Milieu zu haben.

Kann sein, muss aber nicht sein.

Ich las von diesem Vorhaben bereits Ende September, als es für den 02.10.angekündigt wurde. Hingewiesen wurde darauf auf dieser Facebook Seite "Mobilfunk und Gesundheit". Und da ja irgendein Teilnehmer sowohl im Gigaherz als auch bei hese immer wieder auf diese FB Seite verlinkt, kam man dadurch auch zu dieser Schall und Rauch Seite.

Untersuchung über Strahlenbelastung in Nürnberger U-Bahn

H. Lamarr @, München, Dienstag, 25.10.2011, 00:02 (vor 2943 Tagen) @ Doris

Den Teilnehmer "surfer" im hese-Forum ficht das alles nicht an, er verlinkt ohne Vorwarnung auf die schräge ASR-Seite. Da diese Seite sonst kaum zu finden ist, scheint "surfer" Kontakte ins ASR-Milieu zu haben.

Kann sein, muss aber nicht sein.

Ich las von diesem Vorhaben bereits Ende September, als es für den 02.10.angekündigt wurde. Hingewiesen wurde darauf auf dieser Facebook Seite "Mobilfunk und Gesundheit". Und da ja irgendein Teilnehmer sowohl im Gigaherz als auch bei hese immer wieder auf diese FB Seite verlinkt, kam man dadurch auch zu dieser Schall und Rauch Seite.

Wenn "surfer" schon von der schrägen Facebook-Seite abgeschrieben hat, was anscheinend der Fall ist, dann wäre es nur fair gewesen, die Quelle zu nennen. Hat er nicht gemacht und ist deshalb in den Verdacht gekommen, etwas mit der noch schrägeren ASR zu haben. Mit Quelle wär' das nicht passiert :-P .

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Alle Spuren führen - in die Schweiz

H. Lamarr @, München, Dienstag, 25.10.2011, 00:25 (vor 2943 Tagen) @ H. Lamarr

@KlaKla und Doris

Danke, das sind ja mal wieder erhellende Recherchen gewesen!

Ich habe den Eindruck, das aus der Schweiz heraus seit 2006 versucht wird, die Mobilfunk-/Elektrosmogdebatte zu steuern. Die Schweizer haben diese Debatte nicht erfunden, sie befeuern sie jedoch in auffälliger Weise. Als da aus der Schweiz bis nach Deutschland hinein in der Debatte mitmischen ...

Gigaherz
Bürgerwelle Schweiz

Diagnose-Funk
Fostac AG
Anti-Zensur-Koalition (AZK)
Anti-Genozid-Bewegung
Alles-Schall-und-Rauch-Bewegung (ASR)

Für ein so kleines Land sind das mMn überproportional viele Akteure

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