Elektrosmog soll Asthmarisiko bei Babys erhöhen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 02.08.2011, 22:40 (vor 3610 Tagen)

Das Asthmarisiko von Kindern ist höher, wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft stärkerem und anhaltendem Elektrosmog ausgesetzt waren. Das zeigt eine Langzeit-Studie US-amerikanischer Forscher an 801 werdenden Müttern und ihren Kindern.

Quelle: Welt Online

Kommentar: Sendemastengegner bitte aufpassen, bei dieser Studie geht es nicht um Elektrosmog made by Mobilfunk, sondern um den E-Smog von Hochspannungsleitungen. Leider nennt der Artikel keinerlei konkrete Werte, was unter "stärkerem und anhaltendem Elektrosmog" zu verstehen ist. Dies sehe ich als Qualitätsmangel, denn ohne Werte kann jeder alles oder nichts darunter verstehen - womit wir schnurstracks wieder einmal im Reich der Desinformation angekommen sind. Wem nutzt dieser Artikel am meisten? Der Bevölkerung nutzt er mMn so gut wie nichts, denn fehlender Werte wegen bleibt unterm Strich nur diffuse Angst vor Hochspannungsmasten übrig. Und wer profitiert von eben dieser Angst? Wer hier regelmäßig mitliest weiß die Antwort. Besseren Journalismus bieten z.B. das Deutsche Ärzteblatt oder der "Spiegel".

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Spiegel, Deutsche Aerzteblatt, Hochspannungsleitung, Asthma

Elektrosmog soll Asthmarisiko bei Babys erhöhen

Doris @, Dienstag, 02.08.2011, 23:20 (vor 3610 Tagen) @ H. Lamarr

Kommentar: Sendemastengegner bitte aufpassen, bei dieser Studie geht es nicht um Elektrosmog made by Mobilfunk, sondern um den E-Smog von Hochspannungsleitungen.

nein, Handys und WLAN wuren gar nicht berücksichtigt. Die Studie startete bereits in den 90er Jahren und beobachtete die Kinder bis zu ihrem 13. Lebensjahr. Es geht aber auch nicht nur um Hochspannungsleitungen, sondern um Magnetfelder, wie sie durch normale Geräte im Wohnumfeld entstehen.

Leider nennt der Artikel keinerlei konkrete Werte, was unter "stärkerem und anhaltendem Elektrosmog" zu verstehen ist.

An average magnetic field exposure of just 2 mG (0.2 µT) during pregnancy more than triples the child's risk of getting asthma by the age of 13....

bessere und informativere Quelle:

Prenatal Exposure to Weak Magnetic Fields
Leads to Childhood Asthma (microwavenews)

Das ist der Wissenschaftler -----> De Kun Li

der 2002 schon eine Studie über Fehlgeburten im Zusammenhang mit Magnetfeldern veröffentlicht hat ----> http://www.emf-portal.de/viewer.php?aid=8541&sid=74db98af0dddd45beb42ca83dd8d595f&sform=7&pag_idx=0&l=g

und 2010 eine über Magnetfelder und Spermienqualität ----> http://www.emf-portal.de/viewer.php?aid=18151&sid=74db98af0dddd45beb42ca83dd8d595f&sform=7&pag_idx=0&l=g

Tags:
Wohnumfeld, Asthma, Fehlgeburt

Störche, schwarze Katzen, Cartoons im Fernsehen

ama, Dienstag, 02.08.2011, 23:28 (vor 3610 Tagen) @ Doris

http://archpedi.ama-assn.org/cgi/content/short/archpediatrics.2011.135

[*QUOTE*]
----------------------------------------------------------------
Online First: August 1, 2011

ONLINE FIRST
Maternal Exposure to Magnetic Fields During Pregnancy in Relation to the Risk of Asthma in Offspring

De-Kun Li, MD, PhD; Hong Chen, MPH; Roxana Odouli, MSPH

Arch Pediatr Adolesc Med. Published online August 1, 2011. doi:10.1001/archpediatrics.2011.135

Objective To determine whether maternal exposure to high levels of magnetic fields (MFs) during pregnancy is associated with the risk of asthma in offspring.

Design A prospective cohort study.

Setting Kaiser Permanente Northern California.

Participants Pregnant Kaiser Permanente Northern California members in the San Francisco area.

Main Outcome Measures Asthma was clinically diagnosed among 626 children who were followed up for as long as 13 years. All participants carried a meter to measure their MF levels during pregnancy.

Results After adjustment for potential confounders, a statistically significant linear dose-response relationship was observed between increasing maternal median daily MF exposure level in pregnancy and an increased risk of asthma in offspring: every 1-mG increase of maternal MF level during pregnancy was associated with a 15% increased rate of asthma in offspring (adjusted hazard ratio [aHR], 1.15; 95% confidence interval [CI], 1.04-1.27). Using the categorical MF level, the results showed a similar dose-response relationship: compared with the children whose mothers had a low MF level (median 24-hour MF level, 0.3 mG) during pregnancy, children whose mothers had a high MF level (>2.0 mG) had more than a 3.5-fold increased rate of asthma (aHR, 3.52; 95% CI, 1.68-7.35), while children whose mothers had a medium MF level (>0.3-2.0 mG) had a 74% increased rate of asthma (aHR, 1.74; 95% CI, 0.93-3.25). A statistically significant synergistic interaction was observed between the MF effect and a maternal history of asthma and birth order (firstborn).

Conclusion Our findings provide new epidemiological evidence that high maternal MF levels in pregnancy may increase the risk of asthma in offspring.


Author Affiliations: Division of Research, Kaiser Foundation Research Institute, Kaiser Permanente, Oakland, California.
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[*/QUOTE*]


Mit aller gebotenen Höflichkeit, Freundlichkeit und Vorsicht: DAS IST MIST!

Die Zahl der Störche, der Fernsehcartoons und die schwarzen Katzen von links haben MINDESTENS den gleichen Einfluß.

Tags:
Katzen, Storch

Störche, schwarze Katzen, Cartoons im Fernsehen

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.08.2011, 00:17 (vor 3610 Tagen) @ ama

Mit aller gebotenen Höflichkeit, Freundlichkeit und Vorsicht: DAS IST MIST!

Kapiere ich nicht: Wieso ist das Mist?

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Umwelt mit diesen Magnetfeldern hat auch ganz andere Stoffe

ama, Mittwoch, 03.08.2011, 01:12 (vor 3610 Tagen) @ H. Lamarr

"Mit aller gebotenen Höflichkeit, Freundlichkeit und Vorsicht: DAS IST MIST!"

"Kapiere ich nicht: Wieso ist das Mist?"

Nehmen wir den idealen Fall an und es wurde SAUBER gearbeitet. Dann bekamen die Mütter protokollierende Meßgeräte mit, die das Magnetfeld x Monate lang rund um die Uhr gemessen und notiert haben.

TROTZDEM ist das Ganze absoluter Mist. Warum? Antwort: Weil ZWEI gründsätzliche Fehler begangen wurden.

ERSTENS müssen die Kinder nach der Geburt ALLE in einem FÜR ALLE gleichen feldfreien Raum sein, also aus dem Raum entfernt werden, in dem sie bis zu ihrer Geburt waren.

ZWEITENS sind die Magnetfelder doch nicht der einzige Umwelteinfluß, dem die Mütter ausgesetzt sind. Die Frage ist dabei, WARUM die Mütter in diesen Magnetfeldern waren. Die Umwelt mit diesen Magnetfeldern hat doch auch ganz andere Stoffe enthalten, ganz sicher auch RAUCH und STAUB und WEICHMACHER.

Das einzige, was man VIELLEICHT festgestellt hat: daß IN VERBINDUNG mit den Magnetfelder GEMEINSAM ETWAS ist, das eine Wirkung hervorgerufen hat. Man darf aber auf keinen Fall sagen, daß es die Magnetfelder waren.

Um zu verhindern, daß die Kinder dem gleichen Einfluß ausgesetzt sind wie ihre Mütter, muß man sie aus dieser Umgebung entfernen.

Eine Mutter in einer Farm weit draußen in the country hat ganz andere Umwelteinflüsse als eine Frau in einer Kneipe, einem Büro oder einem Supermarkt, wo alles gerammelt voll ist mit Plastik un Elektrogeräten - und das alles in der miesen Luft eines mit PKWs und LKWs nahezu stehenden Verkehrsflußes.

Umwelt mit diesen Magnetfeldern hat auch ganz andere Stoffe

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.08.2011, 12:53 (vor 3610 Tagen) @ ama

"Kapiere ich nicht: Wieso ist das Mist?"

ERSTENS ...

ZWEITENS ...

Danke, schlüssig erklärt! Ich wünschte mir, "Capricorn" würde einmal so nachvollziehbar auf eine Nachfrage reagieren.

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Elektrosmog soll Asthmarisiko bei Babys erhöhen - Nachtrag

Doris @, Dienstag, 02.08.2011, 23:50 (vor 3610 Tagen) @ Doris

Das ist der Wissenschaftler -----> De Kun Li

hab noch was vergessen....

De Kun Li arbeitet bei/für Kaiser Permanente. Kaiser Permanente
ist in den USA Krankenversicherung, Klinikbetreiber, Ärzteorganisation und
Apothekenkette in einem.

Den Beitrag im "Ärzteblatt" und im "Spiegel" habe ich jetzt erst durchgelesen. Da steht ja schon so ziemlich alles drin, auf was ich verwiesen habe. Hätte ich vorher durchlesen sollen, dann hätte ich mir das ein oder andere sparen können.

Tags:
, Wissenschaftler, Krankenversicherung

Elektrosmog soll Asthmarisiko bei Babys erhöhen - Nachtrag

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.08.2011, 00:29 (vor 3610 Tagen) @ Doris

Hätte ich vorher durchlesen sollen, dann hätte ich mir das ein oder andere sparen können.

Aber das nicht: 2 mG = 0.2 µT
Hätte ich jetzt aus dem Stegreif nicht runterspulen können :lookaround:.

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Spurensuche in der "Legacy Tobacco Documents Library"

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.08.2011, 00:01 (vor 3610 Tagen) @ Doris

Das ist der Wissenschaftler -----> De Kun Li

... für dessen Wirken sich u.a. auch Philip Morris interessierte. Was immer das auch heißen mag. Es könnte eine harmlose Erklärung dafür geben, immerhin führt auch der Suchbegriff "Lerchl" in dieser speziellen Sammlung zu Treffern. Es könnte aber auch belastend sein. Das zu beurteilen bin ich gegenwärtig jedoch nicht imstande.

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Tags:
Tabak, Hardell, Adlkofer, Philip Morris, Carlo, Tobacco, Tabak-Library

Spurensuche in der "Legacy Tobacco Documents Library"

Doris @, Mittwoch, 03.08.2011, 00:32 (vor 3610 Tagen) @ H. Lamarr

... für dessen Wirken sich u.a. auch Philip Morris interessierte. Was immer das auch heißen mag. Es könnte eine harmlose Erklärung dafür geben, immerhin führt auch der Suchbegriff "Lerchl" in dieser speziellen Sammlung zu Treffern. Es könnte aber auch belastend sein. Das zu beurteilen bin ich gegenwärtig jedoch nicht imstande.

Habe ich auch nachgeschaut. Wenn Sie den Namen eingrenzen, wird das Ganze überschaubarer und in den 11 Dokumenten geht es auch nicht bei allen um De Kun Li. Er wird in mehreren gleichlautenden Dokumenten in Zusammenhang mit einer Forschungsarbeit genannt, wo es um den plötzlichen Kindstod geht und dann geht es noch um eine durchgeführte Studie aus den 80er Jahren, die sich mit dem Einfluss von Rauchen auf das Geburtsgewicht auseinandersetzt.

Die Tabakler haben auch die Arbeit von "Kaiser Permanente" verfolgt, die viel zu den Rauchrisiken geforscht haben. Dazu gibt es einige Dokumente.

Tags:
Philip Morris

Und was bedeutet nun "average"?

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.08.2011, 00:47 (vor 3610 Tagen) @ Doris

An average magnetic field exposure of just 2 mG (0.2 µT) during pregnancy more than triples the child's risk of getting asthma by the age of 13....

<Hier> gibt es einige Informationen über das Vorkommen von 0,2 µT in Haushalten und darüber, dass statt des arithmetischen Mittelwerts besser der Median genommen wird. Warum der Median die bessere Wahl sein kann steht <hier>. Mit welchem Mittelwert De-Kun Li nun tatsächlich gerechnet hat, ist aus den bisher verfügbaren Informationen für mich nicht ersichtlich. Im Ärzteblatt wird jedoch erwähnt, dass er zuvor einmal mit (seltenen) Peakwerten gearbeitet hat und dafür kritisiert wurde.

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Papperlapapp!

ama, Mittwoch, 03.08.2011, 01:22 (vor 3610 Tagen) @ H. Lamarr

"An average magnetic field exposure of just 2 mG (0.2 µT) during pregnancy more than triples the child's risk of getting asthma by the age of 13...."

Was dieser Knalltüt in den USA da geschrieben hat, ist unglaublich. DREIZEHN JAHRE LANG werden Kinder beobachtet. Von denen kriegen einige Asthma. Und das bloß, weil die Mütter ein bißchen im Magnetfeld gebadet haben?

HA! Mit dem würde ich Schlitten fahren!


Wieviele Probanden braucht man wohl, um DAS auch nur annähern sicher sagen zu können? Und welche Anforderungen müssen diese Probanden erfüllen`

Ein Beispiel: Man muß die Probanden vergleichen mit Kindern aus der gleichen Umgebung. Wieviele braucht man als Vergleichspersonen für die rund 600 Probanden?

Man braucht ABERTAUSENDE Probanden für so einen Versuch. Vor allem hat man das riesengroße Problem, daß in den dreizehn Jahren in der immer dreckiger werdenden Umgebung SO VIEL ist, was Asthma auslösen kann, und dabei VIEL, VIEL STÄRKER ist als alle anderen Einflüsse. Wie will man die schwachen Einflüsse des Magnetfelds (neun Monate) vergleichen mit den starken Einflüssen von Staub und Schimmelpilzen in dreizehn Jahren!?

Papperlapapp!

Capricorn, Mittwoch, 03.08.2011, 02:38 (vor 3610 Tagen) @ ama

Wie will man die schwachen Einflüsse des Magnetfelds (neun Monate) vergleichen mit den starken Einflüssen von Staub und Schimmelpilzen in dreizehn Jahren!?

Man muss schon sehr pharmagläubig sein, um zu glauben, Asthma bekäme man von Staub, und Pollenallergie bekäme man von Pollen! (Wenn es so wäre, dann müssten ja alle Menschen eine Pollenallergie haben, und das schon immer -- nicht erst mit massivem %-Anstieg seit Ende des letzten Jahrhunderts!) Aber der Trigger ist nicht die Ursache!

So nahmen z.B. die Allergien in der Ex-DDR nach der Wende stark zu. Obwohl der "Staub" (Abgase etc.) abnahm! Tip: Es liegt u.a. an Lm-Zusatzstoffen und Impfstoffen.

Tags:
Meinung

Papperlapapp!

Christopher, Mittwoch, 03.08.2011, 07:26 (vor 3610 Tagen) @ Capricorn

So nahmen z.B. die Allergien in der Ex-DDR nach der Wende stark zu. Obwohl der "Staub" (Abgase etc.) abnahm! Tip: Es liegt u.a. an Lm-Zusatzstoffen und Impfstoffen.

Die DDR hatte eine höhere Impfquote und weniger Allergiker - aber ich fürchte, das wollen Sie nicht hören.

Papperlapapp!

ama, Mittwoch, 03.08.2011, 08:12 (vor 3610 Tagen) @ Capricorn

"Man muss schon sehr pharmagläubig sein, um zu glauben, Asthma bekäme man von Staub, und Pollenallergie bekäme man von Pollen!"

Quark!

Asthma ist eine Reaktion auf Umwelteinflüsse, wobei Schimmelpilze, Stäube und Chemikalien wie zum Beispiel Waschmittel und Weichmacher eine verdammt große Rolle spielen. Impfstoffe sind in der Menge so lächerlich gering, daß sie nicht der Auslöser sein können.

Welche Folge hat zum Beispiel die Bausanierung in der DDR? Bis zur Wende sind die Häuser verfallen. DANACH wurden sie MIT NEUEN METHODEN AUS DEM WWESTEN "saniert". Diese Methoden sind teilweise idiotisch, weil sie die Verschimmelung ERHEBLICH verstärken oder überhaupt erst hervorrufen.

mehr zum Thema Bausanierung:
http://www.konrad-fischer-info.de/

Prospektive Studien / retrospektive Studien

Doris @, Mittwoch, 03.08.2011, 07:18 (vor 3610 Tagen) @ ama

Ein Beispiel: Man muß die Probanden vergleichen mit Kindern aus der gleichen Umgebung. Wieviele braucht man als Vergleichspersonen für die rund 600 Probanden?

Wenn ich das was ich in den letzten Tagen gelesen habe, richtig verstanden habe, dann beschreiben Sie eine Fall-Kontroll-Studie, die zu der Gruppe der retrospektiven Untersuchungen gehören ----> Wikipedia.

Die Magnetfeldstudie ist eine prospektive Studie (Wikipedia) und zwar laut Slesin

Li's study is the first prospective epidemiological study ever carried out on any group exposed to any type of electromagnetic fields (EMFs)..

Die "Vorteile" der prospektiven Studien wurden erst kürzlich durch Martin Röösli bei der Publikation der CEFALO Studie genannt. Er sagte

Röösli and Tarone say that at least one clear lesson has been learned from CEAFALO and Interphone: There is no point doing any more retrospective case-control studies. "If I knew five years ago what I know now, I would not have started this study," Röösli said. "Prospective studies would make more sense."

Die angelaufene COSMOS Studie, von der man im Gegensatz zu der Interphone Studie aussagekräftigere Daten erwartet, ist eine z.B. prospektive Kohortenstudie.

Hier gibt's noch eine weitere Erklärung zu den Unterschieden der beiden Studientypen.

Tags:
Studie, COSMOS, Röösli, Cefalo-Studie, Kohortenstudie

Prospektive Studien / retrospektive Studien

ama, Mittwoch, 03.08.2011, 08:23 (vor 3610 Tagen) @ Doris

"Ein Beispiel: Man muß die Probanden vergleichen mit Kindern aus der gleichen Umgebung. Wieviele braucht man als Vergleichspersonen für die rund 600 Probanden?"

"Wenn ich das was ich in den letzten Tagen gelesen habe, richtig verstanden habe, dann beschreiben Sie eine (http://de.wikipedia.org/wiki/Fall-Kontroll-Studie), die zu der Gruppe der retrospektiven Untersuchungen gehören"

Wikipedia ist keine seriöse Quelle.

Ob prospektiv oder nicht, spielt keine Rolle. Die Probanden sind 13 Jahre (!!!) lang stark exponiert. Um unter diesen Umständen etwas aussagen zu können, braucht man SEHR VIELE PROBANDEN, um überhaupt eine Gruppe zu haben, bei der man alle diese anderen Einflüsse ausschließen kann.

Was sich De-Kun Li geleistet hat, kann ich nur als allerschlimmsten Stümperkram bezeichnen.

Stümperkram ./. Diskussionsanreiz

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.08.2011, 10:01 (vor 3610 Tagen) @ ama

Was sich De-Kun Li geleistet hat, kann ich nur als allerschlimmsten Stümperkram bezeichnen.

Ihre Argumente leuchten mir ein. So ganz einfach hat es sich De-Kun Li aber nicht gemacht. Im "Spiegel"-Artikel ist dies daran erkennbar: "Allerdings rechneten die Forscher Risikofaktoren für Asthma ebenso wie soziale und demografische Unterschiede heraus."

Wenn die Studie tatsächlich allerschlimmster Stümperkram wäre, würde dann eine auf 100 Jahre Tradition zurückblickende Fachzeitschrift mit Peer-Review den Artikel bringen? Und würden seriöse Publikationen wie Ärzteblatt und Spiegel sich den Stümperkram angeln, um darüber zu berichten? Ich meine nein, die Studie hat sicher grundsätzliche Schwächen, sie will aber, so De-Kun Li (laut Ärzteblatt), nur "Diskussionsanreiz" sein - und das hat sie hier und jetzt bei uns ja schon mal geschafft ;-).

Was "Capricorn" anscheinend übersehen hat: Gemäß Ärzteblatt hat De-Kun Li mit seiner Studie etwas gefunden, was "Capricorns" absurde These von den "Reichen ohne E-Smog" stützen könnte: "... fällt als mögliche Störgröße einzig noch eine erhöhte Exposition von Elektrosmog bei Müttern mit einem geringen Einkommen auf." Zu dumm nur, dass es in der Studie nicht um hochfrequenten Elektrosmog gegangen ist, prinzipiell aber könnte "Capricorn" damit seine These weiter ausbauen und neue lähmende Diskussionen dazu vom Zaum brechen.

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Stümperkram ./. Diskussionsanreiz

ama, Mittwoch, 03.08.2011, 12:47 (vor 3610 Tagen) @ H. Lamarr

"So ganz einfach hat es sich De-Kun Li aber nicht gemacht. Im "Spiegel"-Artikel ist dies daran erkennbar: "Allerdings rechneten die Forscher Risikofaktoren für Asthma ebenso wie soziale und demografische Unterschiede heraus.""

Offensichtlich sind die Formeln so schön dehnbar, daß man damit alles "beweisen" kann.

Erstens: Die Zahl der Probanden ist VIIIIIIEL zu klein.

Zweitens: Es sind so unglaublich viele Faktoren, die die Probanden in den dreizehn Jahren treffen können, daß man wegen jedes einzelnen Faktors VIELE Probanden braucht.

Beispiel: In den USA sind die Ströme höher als in Deutschland. Warum? Antwort: Weil in den USA 110 Volt Netzspannung (115?) sind, in Europa 230 Volt.

Bügeleisen mit 1 Kilowatt? In Europa kein Problem. Aber in den USA? Nur halbe Leistung fahren oder doppelten Strom nehmen? Klar, die Amerikaner wollen bügeln, also her mit dem Strom.

Wenn eine amerikanische Mutti Hemden und andere Kleidung bügelt, was macht sie da? Sie hält das Bügeleisen in der Hand und kriegt bei dem doppelt starken Strom ein stärkeres Magnetfeld ab. SUPER! Macht sich megamäßig toll in der Statistik des Herrn De-Kun Li.

Weniger gut ist hingegen die feuchte Luft beim Bügeln. Das Abdampfen der feuchten Kleidung und der feuchten Umgebung (Bügeln erzeugt DAMPF!) ist für die Lungen schlecht. Besonders schlecht ist es, wenn mit dem Dampf noch Spuren des Waschmittels in die Atemluft gelangen (was sie tun!) und so die Lungen schädigen.

Arme Leute haben kleine Wohnungen. Besser betuchte haben größere Wohnungen, haben mehr Geld für die Heizung, können also auch viel stärker lüften. In diesen Wohnungen ist die Dampfbelastung also weitaus geringer. Wenn die Mütter nicht selbst bügeln, ist auch das Magnetfeld schwächer. Kein Bügeleisen, kein Magnetfeld, kein Waschpulverdampf.


Man darf nur Menschen und Situationen vergleichen, die vergleichbar sind.

So einfach ist das.

Zusatz: Hier sieht man auch, warum ich gesagt habe, die Bedingungen müssen sich nach der Geburt für Alle ändern, und vor allem eines sein: für alle gleich sein.

Kinder, deren Mütter bügeln, sind nach der Geburt in dem Dampf, der durch das Bügeln erzeugt wird. Die Kinder kriegen den Dampf ab.

Und noch eins drauf: Abgesehen von der Wohnsituation hätte De-Kun Li auch die Waschmittel berücksichtigen müssen (unter anderem wegen deren Enzymanteilen).

Hat er?

Wollen wir ihn fragen? :wink:

Haken zur Cosmos-Studie

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.08.2011, 13:02 (vor 3610 Tagen) @ ama

Wollen wir ihn fragen? :wink:

Och nö, die Antwort wissen Sie doch eh schon. Was mich mehr interessieren würde: Doris hat ja "Cosmos" als prospektive Studie mit ins Spiel gebracht. Wenn ich Ihre Ausführungen zur Asthmastudie richtig verstanden habe, dann ist "Cosmos" - obwohl ebenfalls mit den Problemen prospektiver Studien geschlagen - weitaus besser aufgestellt. Sehen auch Sie das so?

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Haken zur Cosmos-Studie

ama, Mittwoch, 03.08.2011, 13:17 (vor 3609 Tagen) @ H. Lamarr

"Wollen wir ihn fragen? :wink:"

"Och nö, die Antwort wissen Sie doch eh schon."

Wissen nicht. Aber wissen, was ich mit ihm tun würde, DAS schon: Schlitten fahren! :wink:

"Was mich mehr interessieren würde: Doris hat ja http://www.ukcosmos.org/ "Cosmos" als prospektive Studie mit ins Spiel gebracht. Wenn ich Ihre Ausführungen zur Asthmastudie richtig verstanden habe, dann ist "Cosmos" - obwohl ebenfalls mit den Problemen prospektiver Studien geschlagen - weitaus besser aufgestellt. Sehen auch Sie das so?"

Da muß ich völlig passen. Erstens sehe ich die Fragen nicht mal und müßte mich zweitens auch noch registrieren. Dazu habe ich leider keine Zeit. Ich nutze die optische Reflektionsstrahlung beflügelter Mehrfüßer, die die Fernwirkung der wasserstoffischen Kernenergie auf organischen Solarkollektoren genießen. Olfaktorisch auch nicht schlecht. :wink:

http://www.schmetterling-raupe.de/

Elektrosmog soll Asthmarisiko bei Babys erhöhen

Doris @, Freitag, 05.08.2011, 19:04 (vor 3607 Tagen) @ Doris

Im neuen WIK-EMF Brief 53/2011 gibt es ebenfalls einen ausführlichen Beitrag zu der Studie mit weiteren Links zu Seiten auf welchen die methodischen Schwächen der Studie aufgezeigt werden.

Und auf irgendeiner der vielen Seiten gab es auch einen Link auf die Originalstudie.

Elektrosmog soll Asthmarisiko bei Babys erhöhen

Capricorn, Mittwoch, 03.08.2011, 00:43 (vor 3610 Tagen) @ H. Lamarr

Kommentar: Sendemastengegner bitte aufpassen, bei dieser Studie geht es nicht um Elektrosmog made by Mobilfunk, sondern um den E-Smog von Hochspannungsleitungen.

Sendemastengegner sind i.d.R. zugleich Hochspannungsleitungsmastengegner.
Sie wahrscheinlich auch, sobald eine Hochspannungsleitung in der Nähe Ihres Kinderzimmers geplant ist...

Ausserdem sagt diese Studie nichts über die "Harmlosigkeit" von Sendemasten, da diese darin gar nicht berücksichtigt wurden.

Elektrosmog soll Alzheimerrisiko bei Babys erhöhen

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.08.2011, 01:00 (vor 3610 Tagen) @ Capricorn

Ausserdem sagt diese Studie nichts über die "Harmlosigkeit" von Sendemasten, da diese darin gar nicht berücksichtigt wurden.

Selbstverständlich. Es gibt unter Sendemastengegnern jedoch einige, die ein ganz besonderes auffälliges Geschick darin haben, mit vorhandenem Material völlig falsche Zusammenhänge herzustellen. Da wird dann aus obiger Studie im Handumdrehen: Mobilfunk erhöht Alzheimerrisiko bei Babys. Derartiges ist keine Fiktion oder Spekulation, sondern alles live erlebt und irgendwo im Bauch des Forums dokumentiert.

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Elektrosmog soll Alzheimerrisiko bei Babys erhöhen

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.08.2011, 12:41 (vor 3610 Tagen) @ H. Lamarr

Ausserdem sagt diese Studie nichts über die "Harmlosigkeit" von Sendemasten, da diese darin gar nicht berücksichtigt wurden.

Selbstverständlich. Es gibt unter Sendemastengegnern jedoch einige, die ein ganz besonderes auffälliges Geschick darin haben, mit vorhandenem Material völlig falsche Zusammenhänge herzustellen. Da wird dann aus obiger Studie im Handumdrehen: Mobilfunk erhöht Alzheimerrisiko bei Babys. Derartiges ist keine Fiktion oder Spekulation, sondern alles live erlebt und irgendwo im Bauch des Forums dokumentiert.

Ein "Anonyma" war so freundlich, bei Gigaherz das i-Tüpfelchen zu meiner Sorge bezusteuern. Wo wäre die Mobilfunkdebatte heute angekommen, wenn es solche atemberaubende Bremser wie "Anonyma" nicht gäbe :no:. Das leicht okkulte Thema zieht anscheinend "Spinner" an wie Licht die Motten oder xxx die Fliegen.

Es gibt übrigens im Posting einen (schwachen) Hinweis darauf, dass "Anonyma" so anonym nicht ist, sondern eine Stammposterin bei GHz.

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Elektrosmog soll Alzheimerrisiko bei Babys erhöhen

ama, Mittwoch, 03.08.2011, 13:04 (vor 3610 Tagen) @ H. Lamarr

"Da wird dann aus obiger Studie im Handumdrehen: Mobilfunk erhöht Alzheimerrisiko bei Babys."

Man nehme

Bügeleisen in die LINKE Hand

Handy in die RECHTE Hand

EINSCHALTEN!

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Wo brutzelt jetzt ein schön starkes Magnetfeld!?


Ach, da fällt mir ein: Gibt es abgeschirmte Bügeleisen für EHS-Finsternusse? Die müßten doch bei jeder Schaltphase des Plättomaten einen Schock in ihre Infinitesimalplatttektonik ihrer Hirnwindungen kriegen.

Das B-Team: Bügeln mit Holzkohle. Das hat was. :wink:

Magnetfelder: Handy schlimmer als Bügeleisen

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 03.08.2011, 23:08 (vor 3609 Tagen) @ ama

Man nehme

Bügeleisen in die LINKE Hand

Handy in die RECHTE Hand

EINSCHALTEN!

Wo brutzelt jetzt ein schön starkes Magnetfeld!?

Sie meinen beim Plätteisen? Ich meine beim Handy!

Bei normalen Gebrauch bewirkt ein Bügeleisen in 30 cm Abstand (Unterleib) eine Flussdichte von 0,1 - 0,3 µT (Quelle). Die Oberwellen der NF-Felder eines Handys (Stromversorgung Senderendstufe) schaffen dagegen an der Gehäuseoberfläche (Ohr) auch schon mal Peakwerte von 8 bis 75 µT. Glaubst du nicht? Guckst du <hier> (PDF). Diese NF-Felder eines Handys können sogar, je nach Gerätemodell, die ICNIRP-Grenzwerte im Frequenzbereich bis 1000 Hz überschreiten. Was das möglicherweise für Folgen haben kann, haben wir 2008 <hier> mal zugunsten der EHS diskutiert.

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Magnetfelder sollen höheres Asthmarisiko bewirken

H. Lamarr @, München, Freitag, 18.11.2011, 09:27 (vor 3503 Tagen) @ H. Lamarr

Besseren Journalismus bieten z.B. das Deutsche Ärzteblatt oder der "Spiegel".

Jetzt, ein paar Monate später, taucht diese Geschichte noch einmal auf, diesmal in Deutsche Ärztezeitung. Dort wird wenig skeptisch berichtet, leicht denkbar, dass Ärzte durch solche Beiträge zu "Elektrosmog-Diagnosen" verleitet werden. Bekanntlich ist laut einer Studie der Kenntnisstand von Ärzten bezüglich elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder erschreckend schlecht. Dies erhöht die Anfälligkeit der Mediziner, vorgetragene Schlüsse auch dann unbesehen zu übernehmen, wenn es glatte Fehlschlüsse sind oder sie auf wackligen Beinen stehen.

Die Elektrosmog-Asthma-Studie ist im Gegensatz zur Darstellung in der Ärztezeitung so ein Wackelkandidat, dem nicht blind Glauben geschenkt werden darf. Zu den im Strang bereits geschilderten skeptischen Anmerkungen habe ich auf der Website junkscience.com*) noch eine weitere substanzielle Kritik gefunden, der zufolge die Studie ursprünglich gar nicht auf einen Zusammenhang von Magnetfeldimmission und Asthma aus war: "... the study was designed to look for an association between EMF exposure and and miscarriage, not EMF and asthma. The asthma finding is there fore mostly likely to be an artifact of the study design — one most likely found through the multiple comparisons fallacy (i.e., if you look for enough associations, one or more will occur simply by chance)."

Ein Arzt, der den Artikel in der Ärztezeitung unbesehen inhaliert muss zu einem völlig anderen Schluss kommen als einer seiner Kollegen, der misstrauisch ist und sich die Mühe macht, zusätzliche Informationen einzuholen. Beim einen ist die (irrtümliche) Elektrosmog-Diagnose gut möglich, beim anderen nicht.

Der unheilvolle Effekt einseitiger Information hat in der Mobilfunkdebatte mMn einen besonders hohen Stellenwert. Viele der Akteure fühlen sich von den komplexen elektrotechnischen Zusammenhängen völlig überfordert. Dies erst ist die große Chance der Anti-Mobilfunk-Vereine wie Bürgerwelle, Diagnose Funk oder Gigaherz, die den Überforderten sehr gerne meinungsbildend die Welt erklären. Mangels eigener Kompetenz und vielleicht auch wegen einer gehörigen Portion Bequemlichkeit glauben die Leute, das, was ihnen die Vereine an "Information" vorsetzen. Und damit ist die Falle auch schon zugeschnappt, "ohne Sinn und Verstand" werden die Parolen verbreitet und die Phrasen gedroschen, die wöchentlich der Glaubensgemeinschaft mit Newslettern und dergleichen eingeimpft werden. Hier in unserem Fall wird etwa das Ergebnis der Asthma-Studie als erwiesene Tatsache ausgegeben und alles an Einsprüchen weggelassen, was diesen Eindruck schmälern könnte. So wird seit jeher Meinung für Bequeme und [...] gemacht.

Dass die Glaubensgemeinschaft nicht "nur so" oder weltverbesserisch regelmäßig neu mit Desinformation befruchtet wird, sondern aus ganz konkreten und mMn unredlichen Motiven heraus, das ist wieder eine andere Geschichte.

*) Nachtrag vom 19.11.2011, 22:13 Uhr: Die genannte Website wird von einem Mann betrieben, der mit der Tabakindustrie verbandelt war und evtl. noch ist, nachzulesen in diesem Strang.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Magnussen, Tabakdokumente, Ablenkungsforschung, Asthmar

Verkürzte Schwangerschaft soll Asthmarisiko bei Babys erhöhen

H. Lamarr @, München, Sonntag, 04.03.2012, 01:29 (vor 3396 Tagen) @ H. Lamarr

Das Asthmarisiko von Kindern ist höher, wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft stärkerem und anhaltendem Elektrosmog ausgesetzt waren. Das zeigt eine Langzeit-Studie US-amerikanischer Forscher an 801 werdenden Müttern und ihren Kindern.

Möglicherweise ist dieses Ergebnis nicht auf E-Smog, sondern auf einen nicht beachteten Störfaktor zurück zu führen:

"Kommen Babys zu früh auf die Welt, leidet ihre Gesundheit. Forscher haben jetzt (März 2012) herausgefunden, wie stark der Effekt ist: Schon eine um zwei oder drei Wochen verkürzte Schwangerschaft lässt das Asthmarisiko der Kinder steigen, auch andere Krankheiten drohen."

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