EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 28.07.2011, 23:54 (vor 3511 Tagen)

Gab es eigentlich vor der 26. BImSchV und den ICNIRP-Guidlines auch schon Grenzwerte für künstlich erzeugte elektromagnetische Felder? Bei Tacitus findet sich dazu zwar noch nichts, etwas später aber schon.

Einst als Ressortredakteur in Diensten der Elektronik-Zeitschriften "Funk-Technik" und "Funkschau", hatte ich Zugang zu allen möglichen Industriedokumentationen. Eine davon war der "Valvo-Brief". Unter der Bezeichnung "Valvo" firmierte der Geschäftsbereich Bauelemente der Philips GmbH, Hamburg, ein seinerzeit mächtiges Unternehmen mit 8000 Mitarbeitern und gut 1 Mrd. DM Jahresumsatz. Mit dem Valvo-Brief gab das Unternehmen gut aufbereitete technische Informationen an Techniker und Ingenieure heraus - und an die Fachpresse.

Warum auch immer, den Valvo Brief vom 31. Juli 1981 habe ich (privat) aufgehoben, und zufällig heute - fast auf den Tag genau 30 Jahre später - wiedergefunden. Das wäre nun keine Erwähnung wert, würde der Titel dieses 8-Seiters nicht lauten: Mikrowellen, biologische Wirkungen und Grenzen. Fasziniert von der Historie habe ich mich gleich darin festgelesen und überrascht festgestellt, bereits damals war von nicht-thermischen Wirkungen die Rede. Wo uns doch überzeugte Mobilfunkgegner immerzu glauben machen möchten, diese Wirkungen würden von der Industrie hartnäckig geleugnet. Noch spannender fand ich jedoch die Nennung der Grenzwerte, die damals Gültigkeit hatten. Auch die Grenzwerte in Russland und der DDR werden nicht verschwiegen. Die Seriosität der Publikation erkenne ich daran, dass im Literaturverzeichnis Paul Brodeur, früher und inzwischen vergessener Star der Anti-Mobilfunkszene, nicht vorkommt.

Der Valvo-Brief erlaubt mMn einen selten guten Rückblick auf die EMF-Grenzwertsituation in der Vergangenheit. Ich werde daher versuchen, den Valvo-Brief wieder zu beleben, und die interessantesten Passagen auf der IZgMF-Website im Original-Wortlaut zu bringen. Das kann jetzt ein Weilchen dauern, sollte aber noch dieses Jahr unter Dach und Fach kommen.

Wie aktuell der alte Valvo-Brief noch heute ist, mag folgendes Textfragment verdeutlichen: Bei Flussdichten oberhalb 100 mW/cm² können Katarakte in den Augenlinsen entstehen. Für Rechenmuffel: 100 mW/cm² sind 1000 W/m². Der zeitgemäße Bezug sind die nukleären Katarakte, die bei Kälbern in der Schweiz schon bei drastisch geringeren Flussdichtewerten vermutet werden. Eigentlich - aus Sicht des Valvo-Briefs - schier ein Ding der Unmöglichkeit.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Grenzwert, Brodeur

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

Kuddel, Freitag, 29.07.2011, 00:08 (vor 3511 Tagen) @ H. Lamarr

Wie aktuell der alte Valvo-Brief noch heute ist, mag folgendes Textfragment verdeutlichen: Bei Flussdichten oberhalb 100 mW/cm² können Katarakte in den Augenlinsen entstehen. Für Rechenmuffel: 100 mW/cm² sind 1000 W/m².

Dazu habe ich noch hier (PDF 287kB) etwas gefunden...siehe den Abschnitt Seite 5: "Katarakte durch nicht ionisierende Strahlung".

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

H. Lamarr @, München, Freitag, 29.07.2011, 01:44 (vor 3511 Tagen) @ Kuddel

Wie aktuell der alte Valvo-Brief noch heute ist, mag folgendes Textfragment verdeutlichen: Bei Flussdichten oberhalb 100 mW/cm² können Katarakte in den Augenlinsen entstehen. Für Rechenmuffel: 100 mW/cm² sind 1000 W/m².

Dazu habe ich noch hier (PDF 287kB) etwas gefunden...siehe den Abschnitt Seite 5: "Katarakte durch nicht ionisierende Strahlung".

Ab Seite 5 geht es dort auch um NIR. Die Quelle ist allerdings per se dazu verpflichtet, zahlende Nascher mit Alarmnachrichten zu speisen. Entsprechend einseitig ist dann auch die Auswahl der zitierten Studien, mit denen belegt werden soll, Katarakte gäbe es auch jenseits (unter) 1000 W/m². Wieso Kälber im Mutterlaib dann Grauen Star bekommen sollen, obwohl sie dort nur ein paar µW/m² abkriegen, steht auch dort nicht. Sebastian Pflugbeil, ein Autor des Artikels, ist übrigens auch der These nicht abhold, Hitler habe "seine" A-Bombe am 4. März 1945 erfolgreich testen lassen. Liest sich plausibel und wie ein Tatsachenbericht, ist wissenschaftlich mWn aber nicht belegt, bzw. inzwischen widerlegt.

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Pflugbeil

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

Roger @, Freitag, 29.07.2011, 01:31 (vor 3511 Tagen) @ H. Lamarr

Gab es eigentlich vor der 26. BImSchV und den ICNIRP-Guidlines auch schon Grenzwerte für künstlich erzeugte elektromagnetische Felder? Bei Tacitus findet sich dazu zwar noch nichts, etwas später aber schon.

Einst als Ressortredakteur in Diensten der Elektronik-Zeitschriften "Funk-Technik" und "Funkschau", hatte ich Zugang zu allen möglichen Industriedokumentationen. Eine davon war der "Valvo-Brief". Unter der Bezeichnung "Valvo" firmierte der Geschäftsbereich Bauelemente der Philips GmbH, Hamburg, ein seinerzeit mächtiges Unternehmen mit 8000 Mitarbeitern und gut 1 Mrd. DM Jahresumsatz. Mit dem Valvo-Brief gab das Unternehmen gut aufbereitete technische Informationen an Techniker und Ingenieure heraus - und an die Fachpresse.

Warum auch immer, den Valvo Brief vom 31. Juli 1981 habe ich (privat) aufgehoben, und zufällig heute - fast auf den Tag genau 30 Jahre später - wiedergefunden.

Das erste Mal wo ich auf "Grenzwerte" gestoßen war um 1970 . Ist mir seit dem geläufig . Und hat mich noch nie aufgeregt.

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

ES, Montag, 01.08.2011, 20:10 (vor 3508 Tagen) @ H. Lamarr

Wo uns doch überzeugte Mobilfunkgegner immerzu glauben machen möchten, diese Wirkungen würden von der Industrie hartnäckig geleugnet. Noch spannender fand ich jedoch die Nennung der Grenzwerte, die damals Gültigkeit hatten.

Soweit ich es in Erinnerung habe, schreibt A.Lerchl in diesem Forum,
er kenne keine Ansätze für Wirkweisen unter dem aktuellen Grenzwert.

Dabei gehe ich nun nicht davon aus, dass Sie ihn mit "Industrie" meinen, also sogar Wissenschaftler behaupten derartiges...

Mal eine Frage an Sie.
Wenn Sie sich schon so lange und intensiv mit der Materie beschäftigen, wie kommt es, dass Sie überhaupt jemals zweifel am "Wunderwerk Technik" bekommen konnten, wo Sie doch selbst von den Einwirkungen gar nicht gesundheitlich betroffen sind?

Wirkt auf mich wie einer ihrer Lieblingsausdrücke -> Alarmist

Doch nur sehr wenige mach(t)en "Alarm" auf beiden Seiten, soweit ich das verfolgen kann...

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"Allzu oft muss es erst richtig schlecht werden, bevor es besser wird..."

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

H. Lamarr @, München, Montag, 01.08.2011, 23:38 (vor 3507 Tagen) @ ES

Soweit ich es in Erinnerung habe, schreibt A.Lerchl in diesem Forum, er kenne keine Ansätze für Wirkweisen unter dem aktuellen Grenzwert.

Kann ich mir schlecht vorstellen, dass er das so geschrieben haben soll. Schon dem allerersten Feinbild aller Mobilfunkgegner (Jürgen Bernhardt) wurde knallhart unterstellt, er würde die Existenz "nicht-thermischer Effekte" leugnen. Das ist purer Käse, hohles Geschwätz. Bernhardt hat über nicht-thermische Effekte bereits referiert, als die meisten hier im Forum EMF noch für eine wohltätige Einrichtung der UNO gehalten haben. Wer sich die Mühe macht, hier im Forum oder im www danach zu suchen, der wird diese Quellen auch finden. Nur, diese Mühe machen sich die wenigsten, es ist für frischgebackene Mobilfunkgegner erheblich bequemer und risikoloser, das Daseien von Wiederkäuern zu führen.

Dabei gehe ich nun nicht davon aus, dass Sie ihn mit "Industrie" meinen, also sogar Wissenschaftler behaupten derartiges...

Die üblichen Verdächtigen behaupten auch dies: Dass nämlich nicht nur die "Industrie", sondern auch Wissenschaftler die Existenz athermischer Effekte leugnen. Das ist das Handwerkszeug der Populisten, denn sogar "Hein Doof" kann jetzt 1 + 1 zusammenrechnen und erfreut melden, er habe erkannt, Industrie und Wissenschaft pflegten eine unheilige Allianz. Das sehe zwar auch ich so, aber aus ganz anderen Gründen. Die Versuche, mit Helfern und Helfershelfern beispielsweise Prof. Lerchl aus dem Weg zu räumen, empfinde ich als peinlich und niederträchtig, das alberne Gezicke mit der Absetzung von Mike Repacholi als EMF-Studienkoordinator der WHO steht diesem Trauerspiel an Dilettantismus in nichts nach. Mobilfunkgegner manövrieren sich mMn mit solchen Aktionen auf die Insel der Intriganten. Seitdem ich das beobachte ist Lerchl einer offenen Feldschlacht nie aus dem Weg gegangen, seine Widersacher dagegen ausnahmslos. Heckenschützen finde ich feige.

Mal eine Frage an Sie.
Wenn Sie sich schon so lange und intensiv mit der Materie beschäftigen, wie kommt es, dass Sie überhaupt jemals zweifel am "Wunderwerk Technik" bekommen konnten, wo Sie doch selbst von den Einwirkungen gar nicht gesundheitlich betroffen sind?

Mein Pech: Als "unser" Mast 2002 gebaut wurde hatten wir bereits Internet. Damals konnte ich einen Schornstein nicht 100-prozentig sicher von einer 3-Sektor-Antenne unterscheiden. Also ging ich ins Internet, um mich zu "informieren". Das war der Kardinalsfehler. In Wahrheit suchte ich nämlich nur nach einer Bestätigung meiner Ängste, denn damit hatten meine Frau und ich bereits die unmittelbare Nachbarschaft aufgeschreckt. Wir fanden reichlich was wir suchten auf Elektrosmognews, Bürgerwelle, Stoppschild und Gigaherz. Wer Angst hat, reagiert nicht mehr normal und umsichtig. Wir hatten große Angst, weil unser Mast so verdammt nah an einem unserer Kinderzimmer war, dass sogar ein Bediensteter der Stadt München (Referat für Gesundheit und Umwelt) staunte und sagte, sowas hätte er zuvor noch nicht gesehen. Mit diesem banalen Satz machte der Mann uns "stolz": Unser Mast war der "gefährlichste" der damals ungefähr 700 in München! Natürlich schauten wir auch bei RDW, dem BfS und bei anderen seriösen Quellen wie der FGF vorbei. Doch denen wurde die Wirkung genommen, weil uns Altvordere der Szene einhämmerten, die seien allesamt gekauft und verlogen. So einfach geht das nur, wenn blinde Angst um die Gesundheit der eigenen Familie den Verstand ins Abseits drängt.

Hätten die Angstmacher wenigstens edle Motive oder sonst etwas Sympathisches im Gepäck, ich würde wohl längst Briefmarken sammeln statt Ihnen hier zu antworten. Stattdessen trafen wir auf Überheblichkeit, Uneinsichtigkeit, Feindseligkeit und stellenweise auch auf Hinterfotzigkeit. Das Schlimmste aber ist mMn die Unaufrichtigkeit, die sich am deutlichsten bei den vielen Profiteuren der Mobilfunkdebatte zeigt. Der Eindruck, dass dieser Sumpf sich bis zum Horizont erstreckt kommt daher, dass in der Szene keinerlei Selbstreinigungskräfte erkennbar sind. Jeder darf machen was er will, absurdes, verlogenes, lächerliches, gewinnbringendes, verstörendes - wichtig ist nur eines: wenn es gegen Mobilfunk/Elektrosmog geht, wird es toleriert. Nur so ist es möglich, dass sich Geschäftemacher völlig risikolos zwischen "echte" Mobilfunkgegner drängen können, wobei ich als Geschäftemacher bereits das Heer der angeblichen Helfer sehe, denen es gelungen ist, die Freund/Feind-Erkennung der "echten" Mobilfunkgegner außer Kraft zu setzen.

Wirkt auf mich wie einer ihrer Lieblingsausdrücke -> Alarmist

Damit werde ich wohl leben müssen: Wer vor Alarmisten warnt wird selber als Alarmist gesehen - oder noch besser: als Scherge der Industrie. Es gibt in der Szene ja ein paar Emsige wie den mMn schrägen Herrn Heiming, die alles dransetzen, dass diese simple Gleichung möglichst oft aufgeht.

Doch nur sehr wenige mach(t)en "Alarm" auf beiden Seiten, soweit ich das verfolgen kann...

Vielleicht verstehe ich Sie miss, aber auf Seiten der Gegner machen so gut wie alle Alarm. Es ist aber nur eine Meldekette von oben nach unten. So gesehen gibt tatsächlich nur eine Handvoll Alarm-Initiatoren die Alarme aus, bekannte Initiatoren sind z.B. Bürgerwelle und Diagnose-Funk, der große Rest tut lediglich verbreiten und nachplappern. Gigaherz sehe ich nicht mehr als Initiator, auf Jakobs Zug will kaum noch einer aufspringen, der Mann hat sich trefflich ins Aus bugsiert. Die intakten Meldeketten lassen sich mit Suchmaschinen prima erkunden, keiner aus der Ebene der Bodentruppen wagt es, öffentlich gegen die ständige Indoktrination durch die Initiatoren aufzubegehren. Selbst dazu ist die Szene zu schwach. Es ist eine "Gleichschaltung" der vorgetragenen Standpunkte und Meinungen. Wir alle kennen das z.B. aus dem Zeitalter des Ost-West-Konflikts. Totalitäre Regime betreiben genau diese Gleichschaltung sobald sie an der Macht sind, damit ihnen keiner mehr gefährlich werden kann. Die Alarm-Initiatoren in der Mobilfunkdebatte pochen auf die Deutungshoheit, welche Ziele mit welchen Mitteln bekämpft werden. Aus meiner Sicht stehen dabei Gewinnbetrachtungen im Zentrum des Interesses und nicht die aufopferungsvolle Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung. Lerchl z.B. ist ein strategisches Ziel: Denn wenn er sich durchsetzt, brechen den Mobilfunkgegnern bei den Studien Stützpfeiler weg, verdammt schlecht fürs Geschäft der Geschäftemacher mit einer Angst vor Elektrosmog, die sich dann schlechter vermarkten lässt.

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Tags:
Populismus, Heckenschützenmanier, Bernhardt, Wärmeeffekt, Intregant

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

Schmetterling @, Dienstag, 02.08.2011, 09:00 (vor 3507 Tagen) @ H. Lamarr

Soweit ich es in Erinnerung habe, schreibt A.Lerchl in diesem Forum, er kenne keine Ansätze für Wirkweisen unter dem aktuellen Grenzwert.

Kann ich mir schlecht vorstellen, dass er das so geschrieben haben soll. Schon dem allerersten Feinbild aller Mobilfunkgegner (Jürgen Bernhardt) wurde knallhart unterstellt, er würde die Existenz "nicht-thermischer Effekte" leugnen. Das ist purer Käse, hohles Geschwätz. Bernhardt hat über nicht-thermische Effekte bereits referiert,...

...

Die üblichen Verdächtigen behaupten auch dies: Dass nämlich nicht nur die "Industrie", sondern auch Wissenschaftler die Existenz athermischer Effekte leugnen...


(So, und da beißt sich nun die Katze in den eigenen Schwanz.)

Wenn denn Ansätze für Wirkweisen nichtthermischer Effekte unter den Aktuellen Grenzwerten bestehen, wo ist das Wirkprinzip?


der Schmetterling

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

H. Lamarr @, München, Dienstag, 02.08.2011, 11:13 (vor 3507 Tagen) @ Schmetterling

Die üblichen Verdächtigen behaupten auch dies: Dass nämlich nicht nur die "Industrie", sondern auch Wissenschaftler die Existenz athermischer Effekte leugnen...

(So, und da beißt sich nun die Katze in den eigenen Schwanz.)

Wenn denn Ansätze für Wirkweisen nichtthermischer Effekte unter den Aktuellen Grenzwerten bestehen, wo ist das Wirkprinzip?

Sie wissen, dass diverse Wirkmechanismen von diversen Wissenschaftlern propagiert werden, etwa von Dr. Warnke. Soweit ich das beurteilen kann, hat es jedoch keiner dieser Vorschläge geschafft, eine ernsthafte wissenschaftliche Diskussion nach sich zu ziehen. Zu widersprüchlich sind sie anscheinend. Im Fall von Dr. Warnke ist die Frage nach dem "warum nicht" konkreter zu beantworten: Er hat seine These lediglich Laien gegenüber vorgetragen, nicht der Wissenschaftlergemeinde in einem ihrer anerkannten Fachblätter.

Was immer wieder durcheinander gebracht wird, von einigen mMn mit voller Absicht, ist folgendes: Athermmische Effekte der EMF wurden wie gesagt bereits vor mehr als 30 Jahren beschrieben. Deren Existenz ist unstrittig, zuletzt hat das Schweizer Forschungsprogramm NFP57 den Einfluss schwacher Handyfunkfelder auf den Blutfluss im Hirn als so einen Effekt gewertet. So weit so gut.

Strittig ist, ob diese Effekte irgendeine gesundheitliche Relevanz haben: eine positive, negative oder gar keine. Noch nicht einmal die Wissenschaftler der Kritikerseite können die kolportierte Schädlichkeit nachweisen, sondern diese nur befürchten. Und das tun sie denn auch. Die Dramatiker unter den Mobilfunkgegnern, das sind die, die am stärksten vom Fortgang der Debatte profitieren, machen aus den wissenschaftlich vorsichtig formulierten Bedenken dann die hinlänglich bekannten polemisch-radikalen Alarmbotschaften im feinsten Bürgerwellendeutsch: Verantwortliche für Massaker müssen lebenslang hinter Gitter! Sowas zieht nicht an, es stößt ab. Diagnose-Funk hat daraus gelernt und gibt sich seriöser, die Ziele bleiben die gleichen.

Mein liebstes Demonstrationsbeispiel für so einen athermischen Effekt ist die Pupille: Stellen Sie sich einen mittelalterlichen Arzt vor, der eine migränegeplagte Königin betüddeln muss und entdeckt, dass sich eine Pupille bei Lichteinfall verengt. Der könnte im Land verkünden lässt: Licht ist gefährlich, es verkrampft sichtbar das Hirn. Oder so ähnlich ...

In 100 Jahren wissen wir mehr.

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EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

Schmetterling @, Dienstag, 02.08.2011, 12:38 (vor 3507 Tagen) @ H. Lamarr

... Strittig ist, ob diese Effekte irgendeine gesundheitliche Relevanz haben: eine positive, negative oder gar keine...

(Sie haben einen "ellenlangen Vernebelungstext" auf meine Antwort geschrieben, wenn ich das mal so formulieren darf.)

Die Frage, ob und welche gesundheitl. Relevanz nt. Effekte haben, braucht man erst dann stellen, wenn man das Wirkprinzip kennt, weil es erst dann eine Antwort geben kann. Alles andere ist Spekulation.
Warum setzt man nicht alles daran, selbiges zu finden?

Mich würde eine kurze direkte Aussage vom Prof. Lerchl sehr interessieren.


der Schmetterling

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

H. Lamarr @, München, Dienstag, 02.08.2011, 12:49 (vor 3507 Tagen) @ Schmetterling

(Sie haben einen "ellenlangen Vernebelungstext" auf meine Antwort geschrieben, wenn ich das mal so formulieren darf.)

Verzeihung, ich dachte Sie hätten eine Frage gestellt. Wird nicht mehr vorkommen.

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EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

Schmetterling @, Dienstag, 02.08.2011, 13:32 (vor 3507 Tagen) @ H. Lamarr

(Sie haben einen "ellenlangen Vernebelungstext" auf meine Antwort geschrieben, wenn ich das mal so formulieren darf.)

Verzeihung, ich dachte Sie hätten eine Frage gestellt. Wird nicht mehr vorkommen.

Sorry, ich habe mich ganz einfach veschrieben, statt Antwort habe ich Frage gemeint. Das passiert, wenn man in Eile schreibt.

Was nicht diskussionsfördernd ist, ist Ihr Ablenken "auf die Dramatiker unter den Mobilfunkgegnern". Das stand nicht zur Debatte.

Auch nicht, ob und welche gesundheitliche Relevanz.

Nur, ob nt. Effekte anerkannt werden und wie das mit dem Wirkp. ist. (Und ob der Prof. Lerchl diese leugnet oder nicht.)

Ich hoffe, ich habe nicht noch mehr Fehler geschrieben, weil ich muss mich beeilen und kann nicht nochmal durchlesen.


der Schmetterling

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

Capricorn, Dienstag, 02.08.2011, 16:19 (vor 3507 Tagen) @ H. Lamarr

Mal eine Frage an Sie.
Wenn Sie sich schon so lange und intensiv mit der Materie beschäftigen, wie kommt es, dass Sie überhaupt jemals zweifel am "Wunderwerk Technik" bekommen konnten, wo Sie doch selbst von den Einwirkungen gar nicht gesundheitlich betroffen sind?

Mein Pech: Als "unser" Mast 2002 gebaut wurde hatten wir bereits Internet. Damals konnte ich einen Schornstein nicht 100-prozentig sicher von einer 3-Sektor-Antenne unterscheiden. Also ging ich ins Internet, um mich zu "informieren". Das war der Kardinalsfehler. In Wahrheit suchte ich nämlich nur nach einer Bestätigung meiner Ängste, denn damit hatten meine Frau und ich bereits die unmittelbare Nachbarschaft aufgeschreckt. .. Wir hatten große Angst, weil unser Mast so verdammt nah an einem unserer Kinderzimmer war ... So einfach geht das nur, wenn blinde Angst um die Gesundheit der eigenen Familie den Verstand ins Abseits drängt.

Die eigentliche Frage ist doch:
Warum hat einer, der Ressortredakteur der Elektronik-Zeitschriften "Funk-Technik" und "Funkschau" war, überhaupt Angst vor der ach-so-harmlosen Funktechnik?
Zufälligerweise erst dann, wenn seine eigene Familie das abkriegen soll. Die Funklöcher der VIPs lassen grüssen! :no:

Es gibt wohl nichts Unglaubwürdigeres als "Wasser predigen aber Wein trinken".

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

hans, Dienstag, 02.08.2011, 18:05 (vor 3507 Tagen) @ Capricorn

....Die Funklöcher der VIPs lassen grüssen! :no:

Was Sie nicht alles (zu) wissen (meinen).

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

H. Lamarr @, München, Dienstag, 02.08.2011, 18:27 (vor 3507 Tagen) @ Capricorn

Es gibt wohl nichts Unglaubwürdigeres als "Wasser predigen aber Wein trinken".

Stimmt. Deshalb sollten Sie schleunigst damit aufhören, um zu retten, was zu retten ist.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

EMF-Grenzwerte vor 30 Jahren

Capricorn, Dienstag, 02.08.2011, 21:30 (vor 3506 Tagen) @ H. Lamarr

Es gibt wohl nichts Unglaubwürdigeres als "Wasser predigen aber Wein trinken".

Stimmt. Deshalb sollten Sie schleunigst damit aufhören

Wie bitte?? Wo tue ich das denn?
Die Frage ist, warum Sie das taten (und noch tun)!

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