EU-Forscher: "Handys verursachen Leukämie" (Forschung)

KlaKla, Montag, 08.08.2005, 19:51 (vor 6884 Tagen)

[Hinweis: Nach Überprüfung auf Verbotsbehauptungen wieder frei gegeben am 16.03.2012]

WIEN. Mobilfunk-Strahlung verursache Zellmutationen und könne Unfruchtbarkeit und Leukämie auslösen,
warnt die Wiener Ärztekammer. Kinder sollten nicht mit dem Handy telefonieren.

Zwölf wissenschaftliche Arbeitsgruppen aus sieben EU-Staaten haben sich drei Jahre lang mit der Frage beschäftigt, ob der Einfluss elektromagnetischer Felder zu Veränderungen im Organismus von Menschen und Tieren führen könne.
Die EU hat diese sogenannte "Reflex-Studie" mit mehr als zwei Millionen Euro unterstützt.

"Wir haben die Auswirkungen der Strahlen auf menschliche Zellen in zwei Expositionskammern der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich untersucht", berichtet Hugo Rüdiger, Leiter der klinischen Abteilung für Arbeitsmedizin am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) in Wien im OÖN-Gespräch. Der Wissenschafter war an den Zell-Experimenten federführend beteiligt. Das Forscherteam will den 300 Seiten starken Endbericht im Herbst der Öffentlichkeit präsentieren. Ergebnis dieser Studie: erstmals habe man "einen eindeutigen gentoxischen Effekt von Mobilfunkstrahlen in der Stärke, wie sie von jedem GSM-Handy erzeugt wird, auf den Organismus nachweisen können". Soll heißen: seien Zellen langfristig intensiver elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt, seien Mutationen in der Erbsubstanz, die den Beginn einer Tumorerkrankung bedeuten könnten, möglich. Tägliches Aufbewahren eines eingeschalteten Handys in der Hosentasche könne auch zu Unfruchtbarkeit führen, sagen Mediziner.

"Kinder stärker gefährdet"

"Würden Medikamente dieselben Ergebnisse wie Handy-strahlen liefern, müsste man sie sofort vom Markt nehmen", warnt Erik Huber, Umweltmediziner der Ärztekammer in Wien. Die Ärztekammer warnt die Bevölkerung zum "sorgfältigeren Umgang mit Mobilfunk-Telefonie". "Wir müssen davon ausgehen, dass Kinder gegenüber hochfrequenter Strahlung empfindlicher sind als Erwachsene, da der Schädelknochen dünner ist und die kindlichen Zellen eine erhöhte Teilungsrate aufweisen", warnt die Kammer, die Leitlinien für einen bewussteren Umgang mit dem Handy erstellt hat (siehe Grafik).

"Schauermärchen verbreiten"

Es sei "sorg- und verantwortungslos", wenn die Ärztekammer "Schauermärchen" verbreite, wettert das Forum Mobilkommunikation (FMK), die Brancheninitiative aller österreichischen Mobilfunkbetreiber. Die von der Weltgesundheitsorganisation der UNO empfohlenen Grenzwerte würden, insbesondere für Kinder, einen ausreichenden Schutz darstellen. (staro)

vom 06.08.2005

Quelle: http://www.nachrichten.at/lokal/377663?PHPSESSID=6b7b3f199c2fe431bf4479cff264cd70

Details dazu hier: http://www.izgmf.de/Aktionen/Meldungen/Archiv_04/Reflex-Abschlussbericht/reflex-abschlussbericht.html

Kommentar: Ist doch klar, dass die Betreiber sich hier aufmandeln, denn Ihnen wird das Geschäft verhargelt. Wenn die Bürger den Empfehlungen der Ärztekammer nach gehen und weniger konsumieren, verdienen die Betreiber weniger.

Nachtrag März/2012: Die Ergebnisse der Reflex-Studie sind sehr umstritten.
Hier die Stellungnahme der OeAWI zum Skandal um Reflex
Hier der Sammelstrang - Reflex-Replikationen

--
Meine Meinungsäußerung

Tags:
Leukämie, Reflex, Wien, Spermien, Aerztekammer, Unfruchtbarkeit, Huber

Rumoren in Austria

H. Lamarr @, München, Montag, 08.08.2005, 20:07 (vor 6884 Tagen) @ KlaKla

Und munter weiter geht's in Österreich hier: http://www.nachrichten.at/lokal/377852
Nur: Wer zum Kuckuck ist Anschober?! Schutti, wissen Sie's?

Mit "Vergleichbare Systeme seien europaweit in mehreren Ländern bereits im Einsatz" (siehe zuvor genannte www-Quelle) ist vermutlich nicht der Warnhinweis für Handys gemeint, wie er demnächst (vielleicht) in Israel auf Handys draufkommen soll, sondern so etwas wie der Blaue Engel. Der aber wird in Deutschland von allen handyherstellern boykottiert, d. h. die entsprechde Blauer-Engel-Rubrik für strahlungsarme Handys ist komplett leer. In dieser Form ist das "Pickerl" leidlich nutzlos!

--
Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Rumoren in Austria

Schutti @, Montag, 08.08.2005, 21:20 (vor 6884 Tagen) @ H. Lamarr

Und munter weiter geht's in Österreich hier:
http://www.nachrichten.at/lokal/377852
Nur: Wer zum Kuckuk ist Anschober?! Schutti, wissen Sie's?

Ich kenne einen Rudi Anschober, der ist bei den Grünen.

Mit "Vergleichbare Systeme seien europaweit in mehreren Ländern bereits im Einsatz" (siehe zuvor genannte www-Quelle) ist vermutlich nicht der Warnhinweis für Handys gemeint, wie er demnächst (vielleicht) in Israel auf Handys draufkommen soll, sondern so etwas wie der Blaue Engel. Der aber wird in Deutschland von allen handyherstellern boykottiert, d. h. die entsprechde Blauer-Engel-Rubrik für strahlungsarme Handys ist komplett leer. In dieser Form ist das "Pickerl" leidlich nutzlos!

Handys die weniger "strahlen" sind wie Glühbirnen die weniger leuchten.
Man sollte lieber die Empfängerempfindlichkeit streng normen damit es weniger taube Handys gibt, dann kann die Leistungsregelung besser runterschalten.
Diese Pickerl sind das Material nicht wert.

Schutti

Empfängerempfindlichkeit

H. Lamarr @, München, Dienstag, 09.08.2005, 00:13 (vor 6883 Tagen) @ Schutti

Man sollte lieber die Empfängerempfindlichkeit streng normen damit es weniger taube Handys gibt

Ja ist es denn nicht so, dass die Empfängerempfindlichkeit eines Handys in den GSM-Recommendations definiert ist (max. 2,44 % Bit-Error-Ratio bei -102 dBm RX-Pegel) und in den Prüffeldern der Handyfabriken dieser Wert mit Funkmessplätzen bei jedem Handy auf Konformität hin geprüft wird?

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Empfängerempfindlichkeit

DN1JO, Dienstag, 09.08.2005, 15:54 (vor 6883 Tagen) @ H. Lamarr

Man sollte lieber die Empfängerempfindlichkeit streng normen damit es

weniger taube Handys gibt

Ja ist es denn nicht so, dass die Empfängerempfindlichkeit eines Handys in
den GSM-Recommendations definiert ist (max. 2,44 % Bit-Error-Ratio
bei -102 dBm RX-Pegel) und in den Prüffeldern der Handyfabriken dieser
Wert mit Funkmessplätzen bei jedem Handy auf Konformität hin geprüft wird?
Auch das ist relativ ! Man sollte dies nicht weiter relativieren !
Nach Albert Einstein ist alles relativ !!!

EU-Forscher warnen in Studie: "Handys verursachen Leukämie"

shimra, Montag, 08.08.2005, 20:35 (vor 6884 Tagen) @ KlaKla

WIEN. Mobilfunk-Strahlung verursache Zellmutationen und könne Unfruchtbarkeit und Leukämie auslösen, warnt die Wiener Ärztekammer. Kinder sollten nicht mit dem Handy telefonieren.

WUNDERVOLL , kann ich da nur sagen . Wir sollten alle ein grosses Fest feiern, wenn wir diese Sache endlich in den Griff bekommen und in die richtige Relation gesetzt haben. Dann können wir stolz auf uns sein!!!
Aber es ist noch etwas früh zum Jubeln , ich weiss! Ich freu mich über jeden
Schritt jedes Wissenschaftlers und jedes Mediziners in die heilende Richtung.

gruss von shimra

Handys für Kinder riskant

Karl, Montag, 08.08.2005, 20:42 (vor 6884 Tagen) @ KlaKla

Ähnlich lautende Meldung

06.08.2005

Eine neue Studie der EU gibt Anlass zu begründeter Sorge: Mobilfunkstrahlen verändern die Erbsubstanz.
Die Wiener Ärztekammer rät: Eltern sollen Kinder schützen.

Wien (SN, APA).
Die Wiener Ärztekammer hat am Freitag davor gewarnt, vor allem Kinder übermäßig viel mit dem Handy telefonieren zu lassen. Denn laut einer jüngsten Untersuchung - der so genannten Reflex-Studie - sei eindeutig ein gentoxischer Effekt von Mobilfunkstrahlen nachgewiesen worden.
Als erste Konsequenz daraus hat die Ärztekammer einen Katalog mit Verhaltensregeln erstellt.

Quelle: http://www.salzburg.com/sn/archiv_artikel.php?xm=1635487&res=0

EU-Forscher warnen in Studie: "Handys verursachen Leukämie"

Schutti @, Montag, 08.08.2005, 21:25 (vor 6884 Tagen) @ KlaKla

Zwölf wissenschaftliche Arbeitsgruppen aus sieben EU-Staaten haben sich drei Jahre lang mit der Frage beschäftigt, ob der Einfluss elektromagnetischer Felder zu Veränderungen im Organismus von Menschen und Tieren führen könne. Die EU hat diese sogenannte "Reflex-Studie" mit mehr als zwei Millionen Euro unterstützt.

Leider ist die Reflexstudie derzeit nicht wirklich aussagekräftig.
Ich habe irgenwie das Gefühl dass man dringend etwas gebraucht hat um von Skandalen in der Ärztekammer (irgendwas war doch da in den Medien letztnes?) abzulenken.
Oder, um mal die Verschwörungs- und Korruptionstheorien zu bemühen, sie wollen in der Mastenaffaire mitreden (indirekt halt).
(Etwas Stimmung gegen den bösen Mobilfunk schüren zeigt derzeit sicherlich Wirkung)

Ich schmeisse mal als "Gegenlink" den über die WHO rein:

http://www.heise.de/mobil/newsticker/meldung/62372

Solange die WHO Sachen verlangt die genehm sind wird sie gelobt, sobald sie aber unangenehme Sachen sagt ist sie natürlich korrupt und gekauft, gell.

Schutti

EU-Forscher warnen in Studie: "Handys verursachen Leukämie"

Evi, Dienstag, 09.08.2005, 11:19 (vor 6883 Tagen) @ Schutti

Solange die WHO Sachen verlangt die genehm sind wird sie gelobt, sobald sie aber unangenehme Sachen sagt ist sie natürlich korrupt und gekauft, gell.

Nur verlangt die WHO sehr selten "genehme Sachen", sondern ist leider mit der Wirtschaft verfilzt.(siehe Tabak) Wer sich also auf die WHO beruft oder gar glaubt, diese sei die Organisation, die für die Gesundheit der Menschen besorgt ist, sitzt einem gewaltigen Irrtum auf.

Evi

EU-Forscher warnen in Studie: "Handys verursachen Leukämie"

H. Lamarr @, München, Dienstag, 09.08.2005, 22:35 (vor 6883 Tagen) @ Schutti

Leider ist die Reflexstudie derzeit nicht wirklich aussagekräftig.

Wie bitte? Guter Wein wird besser, wenn er richtig gelagert wird, dass dies auch für Studien gilt, wusste ich noch nicht. Was soll sich denn an der Reflex-Studie noch ändern, der Abschlussbericht wurde im Dezember 2004 vorgelegt - und - frei nach Schröder - basta!

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Kinder und Strahlendosis

Karl, Montag, 10.10.2005, 17:29 (vor 6821 Tagen) @ KlaKla

Aus dem FGF-Newslettter Okt. 2005
Neue Studie:
Absorption elektromagnetischer Strahlung im Kopf hat Auswirkungen auf das Wachstum Jüngste Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Gewebespannung und dem Alter gezeigt.
Die Ergebnisse haben erneut für Bedenken gesorgt, ob die existierenden dosimetrischen Modelle eine konservative Einschätzung der Exposition von Jugendlichen und Kindern in strahlung von Funkgeräten erlauben.
Die Studie untersucht die Absorption der elektromagnetischen Energie und eine damit möglicherweise zusammenhängende Hitzebelastung, wobei ein Worst-Case-Szenario für die altersabhängigen Gewebeeigenschaften, die anatomischen Veränderungen und die Hitzeregulation angenommen wird. Dabei werden speziell entwickelte Simulationsmodelle und experimentelle Techniken eingesetzt. Die Studie wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich durchgeführt (Projektbeginn: Oktober 2005).
http://www.itis.ethz.ch/

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