Gesucht: Definition für pulsierende Funkfelder (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 29.07.2005, 18:22 (vor 5770 Tagen)

Expertenbefragung: Wenn Sie in maximal drei Sätzen plausibel erklären sollten, was gepulste Signale im Sinne elektromagnetischer Feldbelastung sind (pulsierende Funkfelder), was würden Sie schreiben?

Meiner Meinung nach ist es schon ziemlich kurios von uns allen, dass wir in trauter Eintracht mit der Pulsung herumhantieren, ohne uns auf eine gemeinsame Verständigungsbasis geeinigt zu haben. Eine solche ist mir zumindest noch nicht unter gekommen. Es müsste doch möglich sein, eine treffende verständliche Definition für das Unbeschreibliche zu finden. Eine Definition, anhand der sich z. B. ein für allemal einordnen lässt, ob ein analoges TV-Signal wegen des Schwarzimpulses nun zu den gepulsten Signalen zählt - oder nicht. Weiß jemand, wenn er nicht gerade schnurstracks in Urlaub fährt, mehr?

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Tags:
gepulste Signale, Funkfelder

Gesucht: Definition für pulsierende Funkfelder

Schutti @, Freitag, 29.07.2005, 18:42 (vor 5770 Tagen) @ H. Lamarr

Pulsung oder pulsierende funkwellen sind ein Begriff der aus den Reihen der Funkgegner stammt.
Man will damit die Gefährlichkeit unterstreichen indem man Gegenargumente entkräftet (aber die sind ja gepulst!)

Was bei GSM als "gepulst" angesehen ist ist das Multiplexing, das heisst mehrere Nutzer müssen sich eine Frequenz teilen.
Dies geschieht indem sie zeitlich versetzt bedient werden.
GSM hat 8 Zeitschlitze.
Jeder User hat einen Zeitschlitz in dem er senden darf und einen in dem er empfängt.
Sowohl die BTS als auch das Handy gehen zum festgelegten Zeitpunkt auf Sendung und stellen die Sendung ein wenn der jeweilige Zeitschlitz zuende ist.
(Die ganzen Sachen mit Tolleranz und Zeitversatz lasse ich mal beiseite)

"Gepulst" im Sinne der Funkgegner würde ich als diskuntinuierliche Aussendung bei der sich Ausssendund und Sendepause periodisch abwechseln.

Schutti

Gesucht: Definition für pulsierende Funkfelder

H. Lamarr @, München, Dienstag, 02.08.2005, 23:23 (vor 5765 Tagen) @ Schutti

Was bei GSM als "gepulst" angesehen ist ist das Multiplexing, das heisst mehrere Nutzer müssen sich eine Frequenz teilen. Dies geschieht indem sie zeitlich versetzt bedient werden. GSM hat 8 Zeitschlitze. Jeder User hat einen Zeitschlitz in dem er senden darf und einen in dem er empfängt. Sowohl die BTS als auch das Handy gehen zum festgelegten Zeitpunkt auf Sendung und stellen die Sendung ein wenn der jeweilige Zeitschlitz zuende ist. (Die ganzen Sachen mit Tolleranz und Zeitversatz lasse ich mal beiseite).

Zeitmultiplex alleine taugt m. E. als Definitionsgrundlage nicht, hat doch der voll ausgelastete Frequenzkanal einer BTS (alle Zeitschlitze belegt) keine Pulsung mehr.

"Gepulst" im Sinne der Funkgegner würde ich als diskuntinuierliche Aussendung bei der sich Ausssendund und Sendepause periodisch abwechseln.

Mit der Definition komme ich besser klar. Dann wäre 100 % AM aber ebenfalls gepulst. Zur Verdichtung der Definition müsste wohl noch der Begriff der niederfrequenten Tastung mit aufgenommen werden, 217 Hz dürfte aber nur einer von vielen relevanten Werten sein, also müsste ein ganzer NF-Bereich zugelassen sein - aber welcher?

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Schutti @, Mittwoch, 03.08.2005, 10:11 (vor 5765 Tagen) @ H. Lamarr

Zeitmultiplex alleine taugt m. E. als Definitionsgrundlage nicht, hat doch
der voll ausgelastete Frequenzkanal einer BTS (alle Zeitschlitze belegt)
keine Pulsung mehr.

Naja, muss nicht sein.
Die Zeitschlitze haben auch tolleranz, es ist fraglich ob der Sender gleich "oben" gelassen wird, ich glaube eher nicht.
Es wird zwischen den Zeitschlitzen kleine Pausen geben.

"Gepulst" im Sinne der Funkgegner würde ich als diskuntinuierliche

Aussendung bei der sich Ausssendund und Sendepause periodisch abwechseln.

Mit der Definition komme ich besser klar. Dann wäre 100 % AM aber
ebenfalls gepulst.

Nein, da es nicht gepulst wird sondern analog schwankt, je nach Tonsignal.
Wenn du ein digitales Sognal mit AM modulierst werden die Seitenbänder aber entsprechend "gepulst", beispiel Packet Radio über mit AFSK.

Zur Verdichtung der Definition müsste wohl noch der
Begriff der niederfrequenten Tastung mit aufgenommen werden, 217 Hz dürfte
aber nur einer von vielen relevanten Werten sein, also müsste ein ganzer
NF-Bereich zugelassen sein - aber welcher?

Was hat das mit Zulassung zu tun, die Senden nicht mit 217 Herz sondern das Signal wird mit 217 Herz "gezeitschlitzt".
Warum man sich für diesen Abstand entschieden hat weiss ich nicht, wird technische Gründe haben.

Schutti

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Evi, Donnerstag, 04.08.2005, 14:20 (vor 5764 Tagen) @ Schutti

Schutti:
Wenn du ein digitales Sognal mit AM modulierst werden die Seitenbänder aber entsprechend "gepulst", beispiel Packet Radio über mit AFSK.

Schutti:
Was hat das mit Zulassung zu tun, die Senden (senden) nicht mit 217 Herz sondern das Signal wird mit 217 Herz "gezeitschlitzt".

Das arme Sognal! (Signal?) und das wird mit den ebenso armen 217 Herz (oder Hertz?) "gezeitschlitzt" (oder zeitgeschlitzt?)

Und Schutti anderswo:
Sie faseln etwas von üblen Verschwörungstheorien und so und dass die pösen (oder bösen?) Betreiber die Menschen aussaugen und damit ihr Geld verdienen.

Na sowas ist ja wirklich pöse und keiner kann sich dabei ins Feustchen lachen. Oder am Ende doch ins Fäustchen?

Also ehrlich: Man kann schwach sein in Orthographie und Grammatik, aber vielleicht könnte das Durchlesen was nützen. Denn wer einen schludrig geschriebenen Text so ohne jegliche Selbstkontrolle ins Netz setzt, der darf sich nicht wundern, wenn man ihm auch den Inhalt nicht unbesehen abnimmt.

Nichts für ungut!
Evi

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dlsasv @, Mittwoch, 03.08.2005, 19:37 (vor 5765 Tagen) @ Schutti

Pulsung oder pulsierende funkwellen sind ein Begriff der aus den Reihen der
Funkgegner stammt.

Vor über 15 Jahren gab es zwar noch kaum (Mobil)funkgegner, aber dennoch schon "Pulsung":
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=3190763&dopt=Abstract

Man will damit die Gefährlichkeit unterstreichen indem man Gegenargumente
entkräftet (aber die sind ja gepulst!)

Und vergisst dabei, dass der Wurzeln der Idee, gepulst sei schädlicher als ungepulst, Beobachtungen sind, dass gewisse Sinus-AM-Frequenzen Wirkung haben, während andere oder keine Modulation keine hat. Aber Sinus-AM ist ungepulst.

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H. Lamarr @, München, Donnerstag, 04.08.2005, 23:04 (vor 5763 Tagen) @ dlsasv

Aber Sinus-AM ist ungepulst.

Einspruch: Ab einem Modulationsgrad > 100 % ist auch Sinus-AM gepulst. Und Rechteck-AM mit m = 100 % (f = 217 Hz) sollte sogar ein astrein gepulstes 900-MHz-Signal hervorbringen, vergleichbar zum HF-Signal eines GSM-Handys.

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dlsasv @, Freitag, 05.08.2005, 20:07 (vor 5763 Tagen) @ H. Lamarr

Aber Sinus-AM ist ungepulst.


Einspruch: Ab einem Modulationsgrad > 100 % ist auch Sinus-AM gepulst.

Kommt darauf an, was man unter "gepulst" versteht, was das Ausgangsthema dieses Threads war und noch als Überschrift da steht. Ist die goldene Definition schon entdeckt worden? Sinus-AM z.B. mit Modulationsgrad = 100% würde ich nicht als diskontinuierliche Aussendung bezeichnen, da die Intensität nur zu einzelnen Zeitpunkten 0 wird, es kein "Nullintervall" gibt. :-) Hm, jedenfalls würde ich mir unter "gepulst" etwas anderes vorstellen.

Und Rechteck-AM mit m = 100 % (f = 217 Hz) sollte sogar ein astrein gepulstes
900-MHz-Signal hervorbringen, vergleichbar zum HF-Signal eines GSM-Handys.

Ja, was ich sagen wollte: Es macht keinen Sinn, die Pulsung zum einzig wahren Kriterium für die biologische Wirksamkeit eines Signals zu erheben, wenn man (nicht genau weiß, was "gepulst" ist und) sich dabei bloß auf Vergleiche "gepulst" - "unmoduliert" (nur ein Spezialfall von "ungepulst") stützt und zudem noch weiß, dass weitere Modulationsparameter von Bedeutung sein könnten. Ich glaube nicht dass man sagen kann, Radio und Fernsehen seien ungefährlich oder weniger gefährlich, weil ungepulst (oder je nach Definition, gefährlich, weil gepulst).

Reflex ./. Achermann

H. Lamarr @, München, Dienstag, 09.08.2005, 23:15 (vor 5758 Tagen) @ dlsasv

Ich glaube nicht dass man sagen kann, Radio und Fernsehen seien ungefährlich oder weniger gefährlich, weil ungepulst (oder je nach Definition, gefährlich, weil gepulst).

Da widerspreche ich Ihnen nicht. Und doch spielt die "Pulsung" in vielen Diskussionen eine wichtige Rolle, ohne dass es substanzielle Begründungen für ihre Gefährlichkeit/Ungefährlichkeit gibt. Laut Reflex macht sich die Pulsung nicht in verstärkter Gentoxizität bemerkbar, dagen hat P. Achermann (Schweiz) Veränderungen beim zellebralen Blutfluss im Gehirn (was immer das auch sein mag) reproduzierbar nur dann beobachtet, wenn das HF-Signal gemäß GSM gepulst war - wobei er aus der Beobachtung noch kein Gesundheitsrisiko ableitet. Schon ziemlich schwierig, sich in Sachen Pulsung einen Reim zu machen ...

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Gast, Donnerstag, 08.09.2005, 21:21 (vor 5729 Tagen) @ H. Lamarr

Einfach aber treffend kann man sich die Pulsung wie ein ständiges Ein- und Ausschalten des Hochfrequenz-Signals vorstellen. Erfolgt dieses Ein- und Ausschalten in konstanter, regelmäßiger Folge, so spricht man von periodischer Pulsung. Die Häufigkeit des Ein- und Ausschaltens pro Zeiteinheit (so und so oft pro Sekunde) entspricht dann der Pulsfrequenz.

Im optischen Bereich (Licht ist auch eine hochfrequente elektromagnetische Welle) kann man sich die Pulsung im wahrsten Sinne des Wortes sehr anschaulich machen. Benutzt man z.B. eine Taschenlampe gemäß dem Morsealphabet mit kurzen und langen Lichtimpulsen zur Nachrichtenübertragung (beispielsweise als Notsignal in den Bergen), so handelt es sich um ein gepulstes Signal, aber es ist aufgrund der beliebig möglichen Zeichenfolge nicht periodisch gepulst. Ein mit konstanter Frequenz blitzendes Lichtblitzstroboskop dagegen sendet periodisch gepulste Lichtstrahlung aus.

Warum sollte man nun Hochfrequenzstrahlung gepulst benutzen? Hierfür seien zwei der wichtigsten Gründe genannt:

1. Man muss nach dem Senden eine Pause einlegen, um das Echo der ausgestrahlten Welle empfangen zu können. Das ist das Funktionsprinzip des Pulsradars.
2. Mehrere Benutzer teilen sich eine Sendefrequenz. Während einer sendet, müssen die anderen Sendepause halten. Diese Vorgehensweise wird als Zeitmultiplex (TDMA = Time Division Multiple Accesss) bezeichnet. Damit trotzdem für jeden Teilnehmer der Eindruck einer kontinuierlichen Übertragung entsteht, wird recht schnell zwischen den einzelnen Teilnehmern gewechselt - beim GSM-Mobilfunk z.B. 217 mal pro Sekunde. Die Folge ist eine Pulsfrequenz von 217 Hertz beim GSM-Handy. Beim DECT-Telefon benutzen Basisstation und Mobilteil die gleiche Frequenz; man spricht dann von Zeitduplex (TDD = Time Division Duplex), die Pulsfrequenz beträgt bei DECT 100 Hertz. Bei allen Funkdiensten mit TDMA und/oder TDD ist also - meist periodische - Pulsung mit im Spiel.

Herzliche Grüße

Dr.-Ing. Martin H. Virnich

Dürerstraße 36
D-41063 Mönchengladbach
Tel.: 02161 - 89 65 74
Fax: 02161 - 89 87 53
Email: virnich.martin@t-online.de

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