EMF Spectrum 1/2010 (Allgemein)

Doris @, Dienstag, 31.08.2010, 15:39 (vor 3383 Tagen)

Gerade erhalten, noch nicht gelesen..

Die erste Ausgabe des EMF Spectrum (32 Seiten).

http://www.wik-emf.org/emfspectrum.html?&eID=dam_frontend_push&docID=3285

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WIK EMF-Brief

EMF Spectrum 1/2010

Doris @, Dienstag, 31.08.2010, 19:58 (vor 3383 Tagen) @ Doris

Die erste Ausgabe des EMF Spectrum (32 Seiten).

http://www.wik-emf.org/emfspectrum.html?&eID=dam_frontend_push&docID=3285

Ab Seite 28 geht es um die Jahrestagung der BEMS im Juni in Seoul.

Dort heißt es als Einleitung....
Nur wenige auffallende Ergebnisse wurden in diesem Jahr vom Gebiet der In-vitro-Studien berichtet.
Im Folgenden werden einige „Highlights“ aus dem wissenschaftlichen Programm unter besonderer Berücksichtigung der Epidemiologie zusammengefasst.

Unter dem Kapitel Zelluntersuchungen steht:

Eine chinesische Arbeitsgruppe, die zurzeit mit Dariusz Leszczynski von der finnischen Strahlenschutzbehörde STUK zusammenarbeitet, wendete eine intermittierende Exposition (5 Minuten an / 10 Minuten aus) mit einem 1800 MHz-GSMSignal (SAR: 3 W/kg; 1 oder 24 Stunden Exposition) auf vier verschiedene Zelltypen von Mensch und Tier an. Die verwendete Art der Exposition entspricht der im Rahmen des REFLEX-Verbund-Forschungsprogramms vor Jahren in einem Wiener Labor angewandten Exposition, mit der – *** – DNA-Strangbrüche hervorgerufen wurden. In der chinesischen Studie wurde jetzt die Anzahl von Reparaturprotein-Ansammlungen („Foci“) an den Brüchen in den beobachteten Erbmasse-Strängen (DNA) der Zellen ausgewertet. Dies diente als Maß für die potenzielle Erbgutschädigung (welche Krebsentstehung zur Folge haben kann) durch die Hochfrequenzbehandlung. In zwei der vier Zelltypen (Lungenzellen aus chinesischen Hamstern, menschliche Bindegewebszellen) wurde nach 24-stündiger, aber nicht nach einstündiger Behandlung eine statistisch signifikante Erhöhung der Anzahl der „Foci“ gegenüber der scheinbehandelten Gruppe beobachtet, d.h. ein erhöhtes Potenzial zur Zellschädigung, das abhängig vom Zelltyp auftritt oder nicht.

Bei der Arbeitsgruppe handelt es sich um Xu et al, der kürzlich diese Studie veröffentlicht hat.

Beide Arbeiten werden von Dr. A. als weitere Bestätigung seiner Befunde gesehen.

[Hinweis Admin: *** aus Rechtsgründen editiert am 31.08.10]

DNS-Schäden bei 3 W/kg können "Reflex" nicht bestätigen

H. Lamarr @, München, Dienstag, 31.08.2010, 22:12 (vor 3383 Tagen) @ Doris

Beide Arbeiten werden von Dr. A. als weitere Bestätigung seiner Befunde gesehen.

Bei einer Befeldungsstärke von 3 W/kg, also deutlich (1,5-fach) oberhalb des Teilkörper-SAR-Werts und noch viel deutlicher (37,5-fach) oberhalb des Ganzkörper-SAR-Werts, kann diese Studie keine Bestätigung für "Reflex" sein. Denn die "Reflex-Befunde" erregten seinerzeit Aufmerksamkeit wegen einer Schädigung unterhalb (1,3 W/kg) der zulässigen Grenzwerte. Gibt es denn einen Beleg dafür, dass Dr. A. auch die jüngste Studie von Xu et al als Bestätigung seiner Befunde sieht?

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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SAR-Wert, Ganzkörper-SAR

DNS-Schäden bei 3 W/kg können "Reflex" nicht bestätigen

Doris @, Dienstag, 31.08.2010, 22:25 (vor 3383 Tagen) @ H. Lamarr

Beide Arbeiten werden von Dr. A. als weitere Bestätigung seiner Befunde gesehen.

Bei einer Befeldungsstärke von 3 W/kg, also deutlich (1,5-fach) oberhalb des Teilkörper-SAR-Werts und noch viel deutlicher (37,5-fach) oberhalb des Ganzkörper-SAR-Werts, kann diese Studie keine Bestätigung für "Reflex" sein. Denn die "Reflex-Befunde" erregten seinerzeit Aufmerksamkeit wegen einer Schädigung unterhalb (1,3 W/kg) der zulässigen Grenzwerte. Gibt es denn einen Beleg dafür, dass Dr. A. auch die jüngste Studie von Xu et al als Bestätigung seiner Befunde sieht?

Ja, in der jüngsten Stellungnahme von Dr. A. zu "Stand der Forschung zu genotoxischen Wirkungen" listet er alle Arbeiten auf, die seine Erkenntnisse bestätigen sollen. Mittlerweile kommt er auf 6 "Bestätigungen". Die aktuellste ist eben die o.g. Arbeit. (Findet sich bei der KOI und bei DF).

Er macht das mittlerweile ganz geschickt und stellt das so dar, dass die Vorwürfe von Dr. Lerchl deshalb nicht korrekt sind, weil immer mehr Arbeiten genotoxische Wirkungen feststellen und ihn bzw. seine Befunde somit bestätigen. Ob oberhalb des Grenzwertes scheint da für ihn keine Rolle zu spielen.

In der Stellungnahme mit obigem Titel können Sie's nachlesen.

Hier gibt es die Zusammenfassung der auf der BEMS vorgestellten Arbeit um die es geht.

DNS-Schäden bei 3 W/kg können "Reflex" nicht bestätigen

H. Lamarr @, München, Dienstag, 31.08.2010, 22:51 (vor 3383 Tagen) @ Doris

Ja, in der jüngsten Stellungnahme von Dr. A. zu "Stand der Forschung zu genotoxischen Wirkungen" listet er alle Arbeiten auf, die seine Erkenntnisse bestätigen sollen. Mittlerweile kommt er auf 6 "Bestätigungen". Die aktuellste ist eben die o.g. Arbeit. (Findet sich bei der KOI und bei DF).

Danke!

Er macht das mittlerweile ganz geschickt und stellt das so dar, dass die Vorwürfe von Dr. Lerchl deshalb nicht korrekt sind, weil immer mehr Arbeiten genotoxische Wirkungen feststellen und ihn bzw. seine Befunde somit bestätigen. Ob oberhalb des Grenzwertes scheint da für ihn keine Rolle zu spielen.

Das riecht nach neuem Streit, nämlich darüber, wie weit eine Folgestudie vom Design des Originals abweichen darf, um noch als "Bestätigung" zu gelten. Klar, dass dies nicht nach Gutdünken geschehen darf, sondern nach objektiven Kriterien geschehen muss. Bei der TNO-Nachfolgestudie in Zürich gab es z.B. bei EHS große Aufregung, weil das TNO-Design nicht 100 % nachempfunden wurde. Das wäre wahrscheinlich von den EHS nicht kritisiert worden, hätte die Nachfolgestudie die TNO-Resultate bestätigt (dann hätten eher die Mobilfunker protestiert). Hat sie aber nicht. Da spielen eben sehr stark persönliche Interessen mit hinein, ob etwas freudig begrüßt oder erbittert bekämpft wird.

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DNS-Schäden bei 3 W/kg können "Reflex" nicht bestätigen

RDW ⌂ @, Mittwoch, 01.09.2010, 07:17 (vor 3382 Tagen) @ Doris

Er macht das mittlerweile ganz geschickt und stellt das so dar, dass die Vorwürfe von Dr. Lerchl deshalb nicht korrekt sind, weil immer mehr Arbeiten genotoxische Wirkungen feststellen und ihn bzw. seine Befunde somit bestätigen. Ob oberhalb des Grenzwertes scheint da für ihn keine Rolle zu spielen.

Stellen Sie sich vor, ein Autofahrer wird von einer Radarfalle mit überhöhtem Tempo erwischt und versucht dem Bußgeld mit dem Hinweis zu entgehen, dass andere hinter ihm die korrekte Geschwindigkeit eingehalten hätten.

Das fänden Sie doch auch eher lustig als korrekt, oder?

RDW

DNS-Schäden bei 3 W/kg können "Reflex" nicht bestätigen

Kuddel, Dienstag, 31.08.2010, 22:28 (vor 3383 Tagen) @ H. Lamarr

Selbst wenn nur bei einem SAR von 3W/kg eine schädigende Wirkung gefunden wurde, so finde ich das bedenklich.
Zum einen, weil ich erwarte, daß ein "Grenzwert" einen Sicherheitsfaktor von mindestens 5..10 beinhaltet
Zum anderen, weil der Teilkörper-Grenzwert von 2W/kg bei einigen Produkten überschritten werden kann, wenn man es z.B. falsch herum in die Hemdtasche steckt (mit der Antenne zum Körper, z.B. bei Nutzung eines Headsets).

Tags:
Teilkörper-Grenzwert

Bedenkliches Resultat?

H. Lamarr @, München, Dienstag, 31.08.2010, 22:34 (vor 3383 Tagen) @ Kuddel

Selbst wenn nur bei einem SAR von 3W/kg eine schädigende Wirkung gefunden wurde, so finde ich das bedenklich.

Auch wenn dazu 24 Stunden Dauerbefeldung mit 3 W/kg erforderlich sind, der eine Zelltyp reagiert der andere nicht und es kein einheitliches Bild gibt, weil andere Studien eben keine DNS-Schäden feststellen konnten?

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Bedenkliches Resultat?

Kuddel, Dienstag, 31.08.2010, 22:58 (vor 3383 Tagen) @ H. Lamarr

Selbst wenn nur bei einem SAR von 3W/kg eine schädigende Wirkung gefunden wurde, so finde ich das bedenklich.

Auch wenn dazu 24 Stunden Dauerbefeldung mit 3 W/kg erforderlich sind, der eine Zelltyp reagiert der andere nicht und es kein einheitliches Bild gibt, weil andere Studien eben keine DNS-Schäden feststellen konnten?

Die "anderen" Studien hatten vermutlich auch ein anderes Studien-Design, so daß die Ergebnisse nicht zwangsweise vergleichbar sein müssen. Natürlich relativieren sie den "Panikfaktor", den dieses Ergebnis auslösen könnte, wenn es die anderen Studien nicht gäbe.

In dem von Doris zitierten Teil steht:

In zwei der vier Zelltypen (Lungenzellen aus chinesischen Hamstern, menschliche Bindegewebszellen) wurde nach 24-stündiger, aber nicht nach einstündiger Behandlung eine statistisch signifikante Erhöhung der Anzahl der „Foci“ gegenüber der scheinbehandelten Gruppe beobachtet.

Der Mensch besteht nun einmal aus verschiedensten Zelltypen, von denen wahrscheinlich nur ein Bruchteil bisher getestet wurde.

Deshalb finde ich, ein ausreichender Sicherheitspuffer ist nötig und bei einem SAR von 3W/kg (Faktor 1,5 über dem Grenzwert) darf überhaupt keine zellschädigende Wirkung auftreten.

Ob die Studie nun fehlerfrei durchgeführt wurde und ob sie replizierbar ist, müssen entsprechende Fachleute unter sich ausmachen.

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Hamster

Bedenkliches Resultat?

H. Lamarr @, München, Dienstag, 31.08.2010, 23:19 (vor 3383 Tagen) @ Kuddel

Deshalb finde ich, ein ausreichender Sicherheitspuffer ist nötig und bei einem SAR von 3W/kg (Faktor 1,5 über dem Grenzwert) darf überhaupt keine zellschädigende Wirkung auftreten.

Ja, so liest sich das durchaus vernünftig, aber Sie dürfen mMn die Randbedingungen nicht so ohne weiteres weglassen, die zu dem Ergebnis genauso dazu gehören wie eben diese mulmigen 3 W/kg. Ich meine damit diese UND-Vernüpfung mit drei Eingängen:

1) 3 W/kg
2) + Intermittierende Befeldung 5 Minuten an / 10 Minuten aus
3) + Dauer der Befeldung: 24 Stunden

So wie ich das verstanden habe, konnten die DNS-Schäden nur dann beobachtet werden, wenn alle drei Parameter gleichzeitig galten. Ich habe große Zweifel, dass so eine UND-Verkettung in der Realität jemals vorkommen kann. Völlig anders wäre die Situation, wenn bei 3 W/kg und sagen wir mal 3 Stunden Continuous-Befeldung (also nicht intermittierend) die DNS zerbrechen würde, dann wäre auch mMn ein in der Tat alarmierender Realitätsbezug gegeben. So aber stellt sich wohl wieder die Frage, wieso überhaupt DNS-Schäden beobachtet werden konnten, denn bekanntlich gibt es noch immer kein Wirkmodell, dass diese Effekte unstrittig erklären könnte. Im Gespräch ist z.B, dass die Feldwirkung gar nicht die DNS betrifft, sondern die DNS-Reparaturmechanismen teilweise außer Kraft setzt, so dass DNS-Schäden durch andere Einflussgrößen (nicht EMF) nicht mehr so gut repariert werden können.

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Tags:
Reparaturmechanismen

Bedenkliches Resultat?

Kuddel, Mittwoch, 01.09.2010, 00:03 (vor 3383 Tagen) @ H. Lamarr

Ich meine damit diese UND-Vernüpfung mit drei Eingängen:

1) 3 W/kg
2) + Intermittierende Befeldung 5 Minuten an / 10 Minuten aus
3) + Dauer der Befeldung: 24 Stunden

Und was ist mit den Limitierungen in solchen Studien ?

1) Aus Aufwandsgründen werden nur bestimmte Zellinien untersucht
2) Aus Aufwandsgründen entschied man sich für 5 min an/10min aus. Wer sagt denn, daß es z.B. bei 20 Min "an" und 30 Min "aus" nicht anders aussähe ?
3) Dauer der Befeldung 1 Stunde und 24 Stunden.. Bei einer Stunde nichts gefunden, bei 24 Stunden schon. Was ist mit 2 Std, 3Std, 4Std... ?

... So aber stellt sich wohl wieder die Frage, wieso überhaupt DNS-Schäden beobachtet werden konnten, denn bekanntlich gibt es noch immer kein Wirkmodell, dass diese Effekte unstrittig erklären könnte.

Das ist ja genau der Punkt. Die DNS Schäden dürften nach bisheriger Lehre auch bei 3W/kg nicht auftreten, deshalb gibt es ja kein Wirkmodell:

Entweder hat man es in der Studie also mit Fehlern/Confoundern zu tun (dann stimmt das bisherige "Weltbild" wieder)

Oder man hat einen neuen Effekt gefunden, für den man nun eine Erklärung finden muß. Selbst wenn man die Erklärung nicht kennt, und sich herausstellt, daß die Ergebnisse "überzeugend" sind, müßte man gut überlegen, ob die Grenzwerte nicht angepasst werden müssten, da der Sicherheitspuffer zu klein geworden ist.

Die (leicht) erhöhte Tumorrate bei Handy-Viel-Nutzern steht ja auch noch im Raum.

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Confounder, DNA

Darum ausgerechnet 5 min an/10 min aus!

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 01.09.2010, 00:32 (vor 3383 Tagen) @ Kuddel

2) Aus Aufwandsgründen entschied man sich für 5 min an/10min aus. Wer sagt denn, daß es z.B. bei 20 Min "an" und 30 Min "aus" nicht anders aussähe ?

Prof. A. sagt das. Guckst du hier, speziell die Tabelle unten, 5 an/10 aus waren biologisch am wirksamsten.

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Darum ausgerechnet 5 min an/10 min aus!

Kuddel, Mittwoch, 01.09.2010, 00:45 (vor 3383 Tagen) @ H. Lamarr

2) Aus Aufwandsgründen entschied man sich für 5 min an/10min aus. Wer sagt denn, daß es z.B. bei 20 Min "an" und 30 Min "aus" nicht anders aussähe ?


Prof. A. sagt das. Guckst du hier, speziell die Tabelle unten, 5 an/10 aus waren biologisch am wirksamsten.

Um ehrlich zu sein, überzeugt mich das nicht.
Es ist mir schleierhaft, wie man bei optischer "Schätzung" von Kometenschweifen bei so wenig voneinander abweichenden Ergebnissen (innerhalb der zu erwartenden Standardabweichung) soviel willkürliche Interpretation stecken kann.
Falls die Chinesen ebenfalls solche Interpretations-"Klopper" drin haben, würde ich das als methodischen Fehler bezeichnen.
Das ist aber etwas ganz anderes, als wenn die Ergebnisse von der Fachwelt auf breiter Front akzeptiert werden würden (was ja bisher noch nicht geschehen ist).

Ich bleibe bei meiner Aussage:
Wenn sich unstrittig herausstellen sollte, daß bei SAR-Werten von 3W/kg Genschäden entstehen, so müssen die Grenzwerte neu überdacht werden, weil der Sicherheitspuffer zu klein ist.

Darum ausgerechnet 5 min an/10 min aus!

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 01.09.2010, 01:40 (vor 3383 Tagen) @ Kuddel

Ich bleibe bei meiner Aussage:
Wenn sich unstrittig herausstellen sollte, daß bei SAR-Werten von 3W/kg Genschäden entstehen, so müssen die Grenzwerte neu überdacht werden, weil der Sicherheitspuffer zu klein ist.

Ihr gutes Recht! Da ich jetzt mein Pulver verschossen habe, kann ich zur Klärung der Sache allerdings auch nichts mehr beitragen. Deshalb: Gutnacht.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Kein bedenkliches Resultat

Skeptiker, Mittwoch, 01.09.2010, 00:08 (vor 3383 Tagen) @ Kuddel

Deshalb finde ich, ein ausreichender Sicherheitspuffer ist nötig und bei einem SAR von 3W/kg (Faktor 1,5 über dem Grenzwert) darf überhaupt keine zellschädigende Wirkung auftreten.

Wie ist es dann mit dem Sonnenlicht zu sehen? Zellverändernde Wirkung wird hier schon nach Minuten eingeräumt. Zehnfache Sicherheit bzw. "überhaupt keine zellschädigende Wirkung" ist beim Sonnenlicht schon gar nicht per Grenzwertsetzung festzuschreiben bzw. praktisch darzustellen. 100-prozentiger Schutz vor UV-Einwirkung ist nicht möglich, da UV-Strahlen niemals in Gänze abgeblockt werden können.

Demgegenüber sind 24 h bei 3W/kg ein unrealistisches Extrem, es ging hierbei erkennbar um die Provokation, um überhaupt eine Wirkung zu sehen.

Kein bedenkliches Resultat

Kuddel, Mittwoch, 01.09.2010, 00:23 (vor 3383 Tagen) @ Skeptiker

Deshalb finde ich, ein ausreichender Sicherheitspuffer ist nötig und bei einem SAR von 3W/kg (Faktor 1,5 über dem Grenzwert) darf überhaupt keine zellschädigende Wirkung auftreten.

Wie ist es dann mit dem Sonnenlicht zu sehen?
Zellverändernde Wirkung wird hier schon nach Minuten eingeräumt.

Bei Sonnenlicht handelt es sich auch nach bisheriger Lehre um hochenergetische Strahlung, die bekanntermaßen Zellschäden verursachen kann.
Bei niederenegetischer Strahlung (Handy) dürfte eigentlich nichts passieren, so hat man es den Nutzern der Mobiltelefone immer gesagt.

Demgegenüber sind 24 h bei 3W/kg ein unrealistisches Extrem, es ging hierbei erkennbar um die Provokation, um überhaupt eine Wirkung zu sehen.

Selbst wenn es eine Provokation ist, wiederlegt es die bisherige Behauptung, daß "theoretisch" nichts passieren kann. Wie das zu bewerten ist, müssen entsprechende Fachleute beurteilen.

Rein aus Sicht der Risikobetrachutng, kann es gut sein, daß andere "Grenzwerte" einen viel dringenderen "Anpassungsbedarf" hätten, da sie größere Schäden verursachen:
Z.B.
- Umweltschadstoffe wie PCB, Weichmacher,Pestizide, Nitrat im Trinkwasser
- der globale CO2-Ausstoß (Klimaerwärmung)
- Volksverdummung durch Radio, Fensehen und Internet
- Schichtarbeit
- ...

Kein bedenkliches Resultat

Skeptiker, Mittwoch, 01.09.2010, 08:41 (vor 3382 Tagen) @ Kuddel

Bei niederenegetischer Strahlung (Handy) dürfte eigentlich nichts passieren, so hat man es den Nutzern der Mobiltelefone immer gesagt.

Selbst wenn es eine Provokation ist, wiederlegt es die bisherige Behauptung, daß "theoretisch" nichts passieren kann. Wie das zu bewerten ist, müssen entsprechende Fachleute beurteilen.

Rein aus Sicht der Risikobetrachtung, kann es gut sein, daß andere "Grenzwerte" einen viel dringenderen "Anpassungsbedarf" hätten, da sie größere Schäden verursachen:

Sie sagen es.

Dass "nichts" passieren "darf", ist eine ultimative Forderung, auf die sich niemand einlassen kann, der die Konsequenzen zu Ende denkt. Es ist nicht möglich, nachzuweisen, dass zu 100,0000% "nichts" passiert. Es geht, wenn man zur Festlegung von Grenzwerten kommt, immer um Wahrscheinlichkeiten und Risikoabschätzungen.

Ein Versuch, der einen bei Normalgebrauch nicht erkennbaren Effekt provozieren soll, etwa durch gegenüber dem Normalgebrauch sehr wesentlich erhöhte Parameter (kann man z.B. auch mit einer Fernbedienung machen, etwa indem man testet, ob ihr Gebrauch bei Verschlucken zum Ersticken führen kann), bringt irgendwann irgendwas zutage.

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, fand die Befeldung bei "Reflex" in einer abgeschlossenen Metallkammer statt, bei simulierter Handy-Höchstleistung. Der Faktor, um den das über den Bedingungen bei Normalgebrauch liegt, dürfte wesentlich höher als nur bei 1,5 liegen.

Gentoxitizität von EMF - ein Gutachten

H. Lamarr @, München, Dienstag, 31.08.2010, 23:45 (vor 3383 Tagen) @ H. Lamarr

Beim Forschungszentrum Jülich gibt es ein PDF, das auf rund zehn Seiten ein Gutachten abgibt über "Gentoxische Effekte durch hochfrequente elektromagnetische Felder". Berücksicht wurde dabei die Studienlage der Jahre 2000 bis 2004, die drei Gutachter arbeiten an der Charité, Berlin, am Institut von Prof. Tauber.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Fragwürdige Resultate

Alexander Lerchl @, Mittwoch, 01.09.2010, 14:21 (vor 3382 Tagen) @ H. Lamarr

Beide Arbeiten werden von Dr. A. als weitere Bestätigung seiner Befunde gesehen.


Bei einer Befeldungsstärke von 3 W/kg, also deutlich (1,5-fach) oberhalb des Teilkörper-SAR-Werts und noch viel deutlicher (37,5-fach) oberhalb des Ganzkörper-SAR-Werts, kann diese Studie keine Bestätigung für "Reflex" sein. Denn die "Reflex-Befunde" erregten seinerzeit Aufmerksamkeit wegen einer Schädigung unterhalb (1,3 W/kg) der zulässigen Grenzwerte. Gibt es denn einen Beleg dafür, dass Dr. A. auch die jüngste Studie von Xu et al als Bestätigung seiner Befunde sieht?

Wenn man sich die Daten (hier nachzulesen) genauer ansieht, fallen einem seltsame Dinge auf.

Es sind 4 Zell-Linien hinsichtlich zweier Endpunkte getestet worden. Bei zwei von ihnen (CHL und HSF) wurden signifikante Unterschiede festgestellt, und zwar 24 Stunden Exposition, nicht aber nach 1 Stunde. Bei den Zell-Linien FL und hLEC fanden sich keine derartigen Effekte.

Die Daten in den Abbildungen habe ich mal mit einem Lineal-Werkzeug in Adobe Reader unter die Lupe genommen und anschließend nachgerechnet (zweiseitiger t-Test mit jeweils n=5; das ist der Standard-Test. Da in dem Abstract nichts weiter angegeben wurde, welcher Test gemacht wurde, nehme ich an, dass es sich um diesen Standard-Test gehandelt hat).

Das Ergebnis: von den 4 mit einem "*" angezeigten signifikanten Ergebnissen ist nur ein einziger tatsächlich signifikant (HSF, Abb. 1A), und zwar mit p<0,018. Die Grenze für Signifikanz liegt bei p<0.05.

Jetzt kommt aber leider noch etwas: wenn man viele statistische Vergleiche an einem Datensatz durchführt, muss man vermeiden, zufallsbedingte "Signifikanzen" zu erhalten. Dafür gibt es Standard-Verfahren. Wenn man ein solches anwendet (Bonferroni), verschwindet auch die eine verbliebene Signifikanz.

Fazit: Ausser Spesen nichts gewesen.

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Fragwürdige Resultate

dlsasv @, Donnerstag, 02.09.2010, 10:12 (vor 3381 Tagen) @ Alexander Lerchl

Wenn man sich die Daten (hier nachzulesen) genauer ansieht, fallen einem seltsame Dinge auf.
...

Die Erklärung könnte einfach sein, dass vielleicht ein "gepaarter" Test verwendet wurde.

Fragwürdige Resultate

Alexander Lerchl @, Donnerstag, 02.09.2010, 10:15 (vor 3381 Tagen) @ dlsasv

Wenn man sich die Daten (hier nachzulesen) genauer ansieht, fallen einem seltsame Dinge auf.
...

Die Erklärung könnte einfach sein, dass vielleicht ein "gepaarter" Test verwendet wurde.

Vollkommen korrekt, wobei sich dann wieder die Frage stellt, die bereits in dem von Ihnen genannten Beitrag thematisiert wurde. Ich werde mal versuchen, an die Originaldaten ranzukommen.

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"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

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