Demodulation hochfrequenter Funksignale in Gewebeproben (Forschung)

Raylauncher @, Freitag, 16.07.2010, 17:51 (vor 3721 Tagen)

Im WIK "EMF Brief", Ausgabe 14 vom 15.07.2010 wird über ein Grundlagenexperiment berichtet, das die Demodulation hochfrequenter Funksignale durch Zell- und Gewebeproben zum Gegenstand hat.

"Resultat eines wichtigen Grundlagenexperiments zur Demodulation hochfrequenter Funksignale
Bei dem Experiment wurden verschiedene Zell- und Gewebeproben, die man zuvor durch Hitze abtötete oder in ihrem Stoffwechsel blockierte, in einem fein abgestimmten, doppelt resonanten Hohlraumresonator einem ungepulsten 883 MHz-Hochfrequenzsignal ausgesetzt. Sollte das Gewebe in der Lage sein, durch nichtlineares Verhalten, d.h. durch „Demodulation“ aus dem hochfrequenten Trägersignal (das auch beim Mobilfunk Sprache und Daten überträgt) niederfrequentere Basisbandsignale zu generieren, dann würde dies den möglichen Weg einer Energieumwandlung aus dem Hochfrequenzsignal in das biologische Gewebe hinein bedeuten – und damit die Existenz eines nicht-thermischen Wirkungsmechanismus in lebendem Gewebe. Dieser Mechanismus war bislang in lebenden Zellen nur bis zu einer Grenzfrequenz von 10 MHz bekannt, wird aber trotzdem oft als Grundlage für anders nicht erklärbare Wirkungen elektromagnetischer Felder in biologischen Experimenten postuliert.
In dem aufwändigen Experiment, das im Rahmen des englischen „Mobile Telecommunications and Health Research“ (MTHR) Programms gefördert wurde, konnten bei keiner Probe „harmonische Oberwellen 2. Ordnung“ bei Einstrahlung des Hochfrequenzsignals gemessen werden, was ein Indiz für die Fähigkeit des Gewebes zur Demodulation gewesen wäre. Somit ziehen die Forscher das Fazit, dass durch dieses Experiment nicht nachgewiesen werden konnte, dass lebende Zellen Energie aus hochfrequenten elektromagnetischen Feldern im getesteten Bereich demodulieren können – und damit ein nicht-thermischer Wirkungsmechanismus bei Frequenzen oberhalb von 10 MHz weiterhin nicht nachgewiesen ist."
Bibliografie: Kowalczuk et al., Bioelectromagnetics 2010 Jul 6 [Epub ahead of print] Abstract

Zusammenfassung im EMF-Portal

Demodulation hochfrequenter Funksignale in Gewebeproben

Fee @, Freitag, 16.07.2010, 19:09 (vor 3721 Tagen) @ Raylauncher

Im WIK "EMF Brief", Ausgabe 14 vom 15.07.2010 wird über ein Grundlagenexperiment berichtet, das die Demodulation hochfrequenter Funksignale durch Zell- und Gewebeproben zum Gegenstand hat.

"Resultat eines wichtigen Grundlagenexperiments zur Demodulation hochfrequenter Funksignale
Bei dem Experiment wurden verschiedene Zell- und Gewebeproben, die man zuvor durch Hitze abtötete oder in ihrem Stoffwechsel blockierte, in einem fein abgestimmten, doppelt resonanten Hohlraumresonator einem ungepulsten 883 MHz-Hochfrequenzsignal ausgesetzt. Sollte das Gewebe in der Lage sein, durch nichtlineares Verhalten, d.h. durch „Demodulation“ aus dem hochfrequenten Trägersignal (das auch beim Mobilfunk Sprache und Daten überträgt) niederfrequentere Basisbandsignale zu generieren, dann würde dies den möglichen Weg einer Energieumwandlung aus dem Hochfrequenzsignal in das biologische Gewebe hinein bedeuten – und damit die Existenz eines nicht-thermischen Wirkungsmechanismus in lebendem Gewebe. Dieser Mechanismus war bislang in lebenden Zellen nur bis zu einer Grenzfrequenz von 10 MHz bekannt, wird aber trotzdem oft als Grundlage für anders nicht erklärbare Wirkungen elektromagnetischer Felder in biologischen Experimenten postuliert.
In dem aufwändigen Experiment, das im Rahmen des englischen „Mobile Telecommunications and Health Research“ (MTHR) Programms gefördert wurde, konnten bei keiner Probe „harmonische Oberwellen 2. Ordnung“ bei Einstrahlung des Hochfrequenzsignals gemessen werden, was ein Indiz für die Fähigkeit des Gewebes zur Demodulation gewesen wäre. Somit ziehen die Forscher das Fazit, dass durch dieses Experiment nicht nachgewiesen werden konnte, dass lebende Zellen Energie aus hochfrequenten elektromagnetischen Feldern im getesteten Bereich demodulieren können – und damit ein nicht-thermischer Wirkungsmechanismus bei Frequenzen oberhalb von 10 MHz weiterhin nicht nachgewiesen ist."
Bibliografie: Kowalczuk et al., Bioelectromagnetics 2010 Jul 6 [Epub ahead of print] Abstract

Zusammenfassung im EMF-Portal

Weshalb wurden die Zell- und Gewebeproben durch Hitze abgetötet oder in ihrem Stoffwechsel blockiert? Denn bei lebenden von EMF betroffenen Menschen ist dies ja dann nicht der Fall und gerade der Stoffwechsel scheint mMn empfindlich und evt. in Wechselwirkung auf Elektrosmog zu reagieren.
Weshalb wurde ein ungepulstet Signal verwendet, wenn die gepulsten problematischer sein sollen?

Demodulation hochfrequenter Funksignale in Gewebeproben

Doris @, Freitag, 16.07.2010, 19:23 (vor 3721 Tagen) @ Fee

Bei dem Experiment wurden verschiedene Zell- und Gewebeproben, die man zuvor durch Hitze abtötete oder in ihrem Stoffwechsel blockierte,

Weshalb wurden die Zell- und Gewebeproben durch Hitze abgetötet oder in ihrem Stoffwechsel blockiert? Denn bei lebenden von EMF betroffenen Menschen ist dies ja dann nicht der Fall und gerade der Stoffwechsel scheint mMn empfindlich und evt. in Wechselwirkung auf Elektrosmog zu reagieren.

Diese Arbeit habe ich hier schon zur Diskussion gestellt.

Im EMF-Portal hört sich das etwas anders an

Es wurden 17 verschiedene Zell-Suspensionen (menschliche Lymphozyten und Maus-Knochenmarks-Zellen), adhärente Zellen (verschiedene Zelllinien), Chinesische Hamsterovarzellen und dünne Schnitte von Maus-Gewebe (Gehirn, Niere, Muskel, Leber, Milz, Hoden, Herz, Zwerchfell) verwendet. Zusätzlich wurden lebende und nicht-lebende Proben getestet.

Und in der Schlussfolgerung hieß es dann..

Es wurde keine konsistente zweite Harmonische der einfallenden kontinuierlichen Welle-Signale nachgewiesen. Aus diesem Grund unterstützen die Ergebnisse nicht die Hypothese, dass lebende Zellen Hochfrequenz-Energie demodulieren können, da die Generierung einer zweiten Harmonischen eine notwendige und hinreichende Bedingung für die Demodulation darstellt.

Tags:
Tiere, Hamster, Maus

Demodulation hochfrequenter Funksignale in Gewebeproben

Fee @, Freitag, 16.07.2010, 20:26 (vor 3721 Tagen) @ Doris

Bei dem Experiment wurden verschiedene Zell- und Gewebeproben, die man zuvor durch Hitze abtötete oder in ihrem Stoffwechsel blockierte,

Weshalb wurden die Zell- und Gewebeproben durch Hitze abgetötet oder in ihrem Stoffwechsel blockiert? Denn bei lebenden von EMF betroffenen Menschen ist dies ja dann nicht der Fall und gerade der Stoffwechsel scheint mMn empfindlich und evt. in Wechselwirkung auf Elektrosmog zu reagieren.

Diese Arbeit habe ich hier schon zur Diskussion gestellt.

Im EMF-Portal hört sich das etwas anders an

Es wurden 17 verschiedene Zell-Suspensionen (menschliche Lymphozyten und Maus-Knochenmarks-Zellen), adhärente Zellen (verschiedene Zelllinien), Chinesische Hamsterovarzellen und dünne Schnitte von Maus-Gewebe (Gehirn, Niere, Muskel, Leber, Milz, Hoden, Herz, Zwerchfell) verwendet. Zusätzlich wurden lebende und nicht-lebende Proben getestet.

Und in der Schlussfolgerung hieß es dann..

Es wurde keine konsistente zweite Harmonische der einfallenden kontinuierlichen Welle-Signale nachgewiesen. Aus diesem Grund unterstützen die Ergebnisse nicht die Hypothese, dass lebende Zellen Hochfrequenz-Energie demodulieren können, da die Generierung einer zweiten Harmonischen eine notwendige und hinreichende Bedingung für die Demodulation darstellt.

Aus der Aussage "lebende und nicht lebende Proben" lässt sich nicht eindeutig sagen, ob mit den nicht lebenden diejenigen mit Hitze abgetöteten und bei den lebenden die mit dem blockierten Stoffwechsel gemeint sind oder ob es noch solche mit weder noch gegeben hat. Ausserdem wie soll bei einem ungepulsten Signal etwas demoduliert werden können? (die niederfrequente Komponente aus dem Hochfrequenz-Signal zu extrahieren)

Demodulation hochfrequenter Funksignale in Gewebeproben

Eva Weber, Freitag, 16.07.2010, 21:23 (vor 3720 Tagen) @ Fee

Es wurde keine konsistente zweite Harmonische der einfallenden kontinuierlichen Welle-Signale nachgewiesen. Aus diesem Grund unterstützen die Ergebnisse nicht die Hypothese, dass lebende Zellen Hochfrequenz-Energie demodulieren können, da die Generierung einer zweiten Harmonischen eine notwendige und hinreichende Bedingung für die Demodulation darstellt.

Aus der Aussage "lebende und nicht lebende Proben" lässt sich nicht eindeutig sagen, ob mit den nicht lebenden diejenigen mit Hitze abgetöteten und bei den lebenden die mit dem blockierten Stoffwechsel gemeint sind oder ob es noch solche mit weder noch gegeben hat. Ausserdem wie soll bei einem ungepulsten Signal etwas demoduliert werden können? (die niederfrequente Komponente aus dem Hochfrequenz-Signal zu extrahieren)

Na, welch ein Lichtblick! Was bin ich froh, jetzt weiß ich wenigstens sicher, dass meine Beschwerden durch Funk vorbei sind, wenn ich tot bin!! Das muss einem ja endlich einmal wissenschaftlich bewiesen werden!

Eva Weber

Ungepulst heißt noch lange nicht unmoduliert

H. Lamarr @, München, Samstag, 17.07.2010, 00:37 (vor 3720 Tagen) @ Fee

Ausserdem wie soll bei einem ungepulsten Signal etwas demoduliert werden können? (die niederfrequente Komponente aus dem Hochfrequenz-Signal zu extrahieren)

Nun, ganz einfach, indem das Trägersignal demoduliert wird.

Sie gehen irrtümlich davon aus, dass ein ungepulstes Signal zugleich ein unmoduliertes Signal sei. Dies kann, muss aber nicht der Fall sein.

Der Begriff des "gepulsten" Signals ist mWn sowieso nicht eindeutig, den darf momentan noch jeder nach Lust und Laune definieren. Ich z.B. könnte behaupten, ein gepulstes Signal ist ein amplitudenmoduliertes Signal mit Modulationsgrad m > 100 %. Das heißt dann nichts anderes, als dass zeitweise (wegen Übermodulation) gar kein Träger mehr ausgestrahlt wird und dann die Ausstrahlung wieder einsetzt.

Merken Sie sich nur: Einem ungepulsten Signal fehlt die typische Trägeraustastung, der Träger ist immer vorhanden und ist in aller Regel auch moduliert, weil es keinen Sinn macht, unmodulierte Träger auszustrahlen. Typisches Beispiel eines solchen ganz und gar ungepulsten aber modulierten Trägersignals ist der UKW-Rundfunk, der mit Frequenzmodulation arbeitet. Im Gegensatz dazu wäre die Funkübertragung von Morsezeichen durch ein- und ausschalten eines Trägersignals (Pulsung) am einfachsten.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Nachweis einer nichtlinearen Übertragungsfunktion

Raylauncher @, Sonntag, 18.07.2010, 16:44 (vor 3719 Tagen) @ H. Lamarr

Ich nehme hier Bezug auf einige der vorstehenden Beiträge.

Warum wurde für den Versuch ein völlig unmoduliertes, also auch nicht gepulstes Signal verwendet? Weil es eben nicht erforderlich ist, um zu den gewünschten Erkenntnissen zu gelangen.

Das Prinzip von Modulation, Demodulation und Mischung (Multiplikation) hoch- und niederfrequenter Signale ist nicht ganz einfach zu verstehen. Dies erklärt auch, warum Irreführer mit ihren Behauptungen, HF-Signale mit bestimmtem Modulationsinhalt hätten eine besondere biologische Wirkung, vielfach so erfolgreich sind.

Bei (Hüllkurven-) Modulation, Demodulation und Mischung handelt es sich um ein und denselben physikalischen Vorgang, der mathematisch als Multiplikation der beteiligten Signale - oder eines beteiligten Signals mit sich selbst - zu verstehen ist. Damit diese Multiplikation stattfinden kann, ist es zwingend erforderlich, dass das oder die Signal(e) mit einer nichtlinearen Übertragungsfunktion beaufschlagt werden. Bei einer nichtlinearen Übertragungsfunktion ist eine Proportionalität von Strom und Spannung nicht gegeben. Nichtlineares Verhalten zeigen z.B. Dioden und andere Halbleiterbauelemente mit ihren gekrümmten Kennlinien, oxidierte Metallverbindungen, manche Minerale und möglicherweise eben organisches Material als Gegenstand dieser Untersuchung. Im Gegensatz dazu hat man es bei einer linearen Übertragungsfunktion mit einem streng proportionalen Zusammenhang zwischen Strom und Spannung zu tun, wie das z.B. an einem ohmschen Widerstand gegeben ist und in fast allen Medien der Wellenausbreitung und -leitung.

Wird nun ein einzelner unmodulierter HF-Träger mit einer nichtlinearen Übertragungsfunktion beaufschlagt, so bilden sich Verzerrungsprodukte in Form von Oberwellen (hier z.b. die doppelte Frequenz), die man nachweisen kann. Genau dieses Prinzip hat man bei der in Rede stehenden Studie angewandt. Um eine sehr hohe Nachweisempfindlichkeit zu erhalten, führt man die Untersuchungen in einem auf die jeweilige Oberwelle abgestimmten Hohlraumresonator mit angeschlossener empfindlicher Auswerteelektronik durch. Diese Anordnung wäre in der Lage eine auftretende Oberwelle und damit eine Nichtlinearität mit einer Empfindlichkeit nahe an der Grenze der physikalischen Nachweisbarkeit zu erfassen.

Wäre eine Oberwelle nachweisbar, wäre dies ein Indiz für nichtlineares Verhalten und damit der prinzipiellen Fähigkeit einer Demodulation. Tritt sie nicht auf, könnte auch keine Demodulation stattfinden.

Amplitudenmodulation

Raylauncher

Tags:
Oberwellen

Demodulation hochfrequenter Funksignale in Gewebeproben

Raylauncher @, Sonntag, 18.07.2010, 20:12 (vor 3719 Tagen) @ Doris

Bei dem Experiment wurden verschiedene Zell- und Gewebeproben, die man zuvor durch Hitze abtötete oder in ihrem Stoffwechsel blockierte,

Weshalb wurden die Zell- und Gewebeproben durch Hitze abgetötet oder in ihrem Stoffwechsel blockiert? Denn bei lebenden von EMF betroffenen Menschen ist dies ja dann nicht der Fall und gerade der Stoffwechsel scheint mMn empfindlich und evt. in Wechselwirkung auf Elektrosmog zu reagieren.

Diese Arbeit habe ich hier schon zur Diskussion gestellt.

Im EMF-Portal hört sich das etwas anders an

Es wurden 17 verschiedene Zell-Suspensionen (menschliche Lymphozyten und Maus-Knochenmarks-Zellen), adhärente Zellen (verschiedene Zelllinien), Chinesische Hamsterovarzellen und dünne Schnitte von Maus-Gewebe (Gehirn, Niere, Muskel, Leber, Milz, Hoden, Herz, Zwerchfell) verwendet. Zusätzlich wurden lebende und nicht-lebende Proben getestet.

Und in der Schlussfolgerung hieß es dann..

Es wurde keine konsistente zweite Harmonische der einfallenden kontinuierlichen Welle-Signale nachgewiesen. Aus diesem Grund unterstützen die Ergebnisse nicht die Hypothese, dass lebende Zellen Hochfrequenz-Energie demodulieren können, da die Generierung einer zweiten Harmonischen eine notwendige und hinreichende Bedingung für die Demodulation darstellt.

Hallo Doris,

danke für den Hinweis. Ich wurde erst auf die Studie aufmerksam, als ich den WIK EMF-Brief erhielt. Diese Grundlagenforschung betrachte ich als sehr wichtig, da das Verständnis von Mechanismen für mögliche Primärreaktionen der EMF äußerst wichtig ist. Wenn keine Primärreaktion erfolgt, dann ist es müßig über darauf aufbauende Wirkungskaskaden zu schwadronieren.

Die Zusammenfassung im EMF-Brief ist leider etwas missverständlich. Im verlinkten Abstract steht das dann doch etwas präziser.

Raylauncher

Demodulation hochfrequenter Funksignale in Gewebeproben

Uwuzela, Freitag, 16.07.2010, 23:40 (vor 3720 Tagen) @ Raylauncher

Erinnert mich an meine allerersten Detektorradio Experimente. Und zwar nicht Demodulation per Diode oder "Germanium-Kristall", sondern mit einem selbst gebauten Kohlepartikelfritter. An Dioden oder diese Detektorkristalle kam ich damals nicht ran. Aber erinnern heisst noch lange nicht dass hier die Zellen "fritten". Vor Auswertung musste man jedesmal per Draufklopfen den Fritter fit machen.

Es gibt einen WP-Artikel dazu, allerdings ist da die Rede von Eisenfeilspänen. Ich meine aber, damals klein geriebene Kohle benutzt zu haben. Wie dem auch sei, das ist 50 Jahre her.

http://de.wikipedia.org/wiki/Fritter

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