ETS und EMF (Allgemein)

Alexander Lerchl @, Dienstag, 08.12.2009, 16:01 (vor 4743 Tagen)

ETS (External Tobacco Smoke = Passivrauchen) war und ist das Problem der Zigarettenindustrie, wie schon mal ausgeführt.

Nun sind mir zwei Dokumente in die Hände gefallen, die interessant bzw. brisant sind.

Das eine Dokument ist ein Artikel aus dem Jahr 1992 in der Zeitschrift Tobacco Control. Dort werden "Argumente" der Zigarettenhersteller, warum Passivrauchen am Arbeitsplatz nicht schädlich sei, systematisch und anschaulich zerpflückt. Unter (3) ("ETS is far less important than other indoor pollutants") wird das Argument zitiert, dass die Konzentration der Gesundheitsagenturen auf ETS die Aufmerksamkeit von wichtigeren Umweltfaktoren wie elektromagnetische Felder, flüchtige organische Verbindungen und Mikroben ablenke (!!). Dort findet sich eine Literaturstelle, die hinweist auf

Das andere Dokument.

Hier hat die Zigarettenindustrie eine Stellungnahme veröffentlicht, die es in sich hat. Titel: HEALTH EFFECTS OF PASSIVE SMOKING : ASSESSMENT OF LUNG CANCER AND RESPIRATORY DISORDERS IN CHILDREN (EPA/600/6-90/006A). Es geht um die 1990 von der EPA (Environmental Protection Agency = Umweltbehörde der USA) verabschiedete Eingruppierung von ETS in die Gruppe A der Karzinogene. A bedeutet erwiesenermaßen karzinogen für Menschen.

Das hat die Multies natürlich extrem schockiert und veranlasst, die o.a. Stellungnahme zu schreiben. Dort lautet es wörtlich: "No recommendation for the classification of EM field exposure as an EPA group A or B carcinogen was made! Evidence for classifying EM field exposure as carcinogenic is stronger than evidence for classifying ETS as carcinogenic." Übersetzt: "Die EPA hat keine Empfehlung ausgesprochen, Expositionen zu elektromagnetischen Feldern als Karzinogen A oder B einzustufen! Der Beweis für eine Klassifizierung von Exposition zu elektromagnetischen Feldern als karzinogen ist stärker als der Beweis für die Klassifizierung von ETS als karzinogen."

Ein Kommentar erübrigt sich wohl. Das war schon 1990.

--
"Ein Esoteriker kann in fünf Minuten mehr Unsinn behaupten, als ein Wissenschaftler in seinem ganzen Leben widerlegen kann." Vince Ebert

Tags:
USA, EPA, Umweltschutzbehörde

ETS und EMF

Sektor3, Dienstag, 08.12.2009, 19:00 (vor 4742 Tagen) @ Alexander Lerchl

ETS (External Tobacco Smoke = Passivrauchen) war und ist das Problem der Zigarettenindustrie, wie schon mal ausgeführt.

Nun sind mir zwei Dokumente in die Hände gefallen, die interessant bzw. brisant sind.

Das eine Dokument ist ein Artikel aus dem Jahr 1992 in der Zeitschrift Tobacco Control.

Das andere Dokument.

Seit 1990 waren ETS und EMF wie Zwillingsbrüder, die EPA brachte Beide fast gleichzeitig auf die Welt.

Variante 1: EMF ist schlimmer als Passivrauchen
Seitdem wird von Big T auf EMF mit dem Finger gezeigt. Erst mehr(Big T klagte sogar), dann weniger (als Variante 2 in Mode kam)

Variante 2: EMF, ETS, Abgase... alles Panikmache
Die zweite Variante kam etwas verspätet und hörte ca. 1998 wieder auf.
Unser Freund Carlo war führender Vertreter dieser Fakultät, solange er auf dem Tabak-Radarschirm war.

1998 entschied das Gericht von V1, dass EMF kein Argument für Big T sei,
weil kein plausibler Wirkmechanismus bekannt sei!

1998 erkannte Big T, dass mit Variante 2 kein Staat zu machen ist und begrub V2.

1998/99 oder so klagte Medicaid auf Schadenersatz für rauchbedingte Ausgaben.
Variante 1 wäre jetzt sehr praktisch, weil wenn alles schädigt, kann man Big T ja kaum dafür verantwortlich machen.

Dumm nur, dass kein Wirkmechanismus für EMF bekannt war, oder wenigstens eine gute Studie die bewiesen hätte, dass EMF schädigt.

Tags:
Wirkmechanismus

RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum