Wenn Handys heimlich auf Sendung gehen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 09.11.2009, 11:00 (vor 5334 Tagen)

Wenn das vor einen Lautsprecher gehaltene, eigentlich ausgeschaltete Handy brumme, dürfte darauf eine Spionagesoftware installiert sein. Solche Programme befielen vor allem Smartphones wie den Blackberry und melden den Aufenthaltsort, ohne dass der Handybesitzer davon etwas mitbekomme, berichtete die WELT ONLINE am 07.11.2009 ...

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Kommentar: Die Gretchenfrage für mich ist, was heißt "ausgeschaltet". Wenn dabei ein Schalter den Stromkreis zum Akku öffnet, kann kein Handy mehr funken. Bei einem Softkey-Ein/Aus-Schalter könnte ich mir dagegen so einen fiesen Trick technisch durchaus vorstellen, wobei der Besitzer dies eigentlich an der auffällig kurzen Stand-by-Zeit seines Handys früher oder später bemerken müsste, dass da etwas nicht stimmt.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Wenn Handys heimlich auf Sendung gehen

charles ⌂ @, Montag, 09.11.2009, 15:53 (vor 5334 Tagen) @ H. Lamarr

Wenn das vor einen Lautsprecher gehaltene, eigentlich ausgeschaltete Handy brumme, dürfte darauf eine Spionagesoftware installiert sein. Solche Programme befielen vor allem Smartphones wie den Blackberry und melden den Aufenthaltsort, ohne dass der Handybesitzer davon etwas mitbekomme, berichtete die WELT ONLINE am 07.11.2009 ...

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Kommentar: Die Gretchenfrage für mich ist, was heißt "ausgeschaltet". Wenn dabei ein Schalter den Stromkreis zum Akku öffnet, kann kein Handy mehr funken. Bei einem Softkey-Ein/Aus-Schalter könnte ich mir dagegen so einen fiesen Trick technisch durchaus vorstellen, wobei der Besitzer dies eigentlich an der auffällig kurzen Stand-by-Zeit seines Handys früher oder später bemerken müsste, dass da etwas nicht stimmt.

Ich habe kein Handy und weiss es deswegen nicht genau:

Aber:
- man kann ein Handy einschalten; dann ist sie funkbereit
- man kann ein Handy im Standby-modus schalten; dann empfängt er nur noch
- man kann ein Handy ausschalten; dann empfängt er keine Gespräche mehr:
aber dann ist das Handy noch immer in Kontakt mit Basisstationen, die wissen müssen ob das Handy sich von Platz ändert, und wenn das so ist, muss es auf eine andere Basisstation umgeschaltet werden.
- man kann ein Handy ganz Tod machen, aber dazu muss den Akku herausgenommen werden.

Ich verstehe unter "ausgeschaltet", das in diese Position das Handy keinen Empfang mehr hat, z.B. wenn man in die Kirche geht.

Das ausgeschaltete Handys noch viel leben zeigen, beweisen meine Geräusche-Sammlung. Der eine mehr, der andere weniger.

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Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

Wenn Handys heimlich auf Sendung gehen

Ex-Mobilfunker, Montag, 09.11.2009, 18:38 (vor 5333 Tagen) @ charles

aber dann ist das Handy noch immer in Kontakt mit Basisstationen, die wissen müssen ob das Handy sich von Platz ändert, und wenn das so ist, muss es auf eine andere Basisstation umgeschaltet werden.
- man kann ein Handy ganz Tod machen, aber dazu muss den Akku herausgenommen werden.

Herr Claessens,

das ist Mumpitz!

Wird ein Handy mit dem on/off Schalter ausgeschaltet, existiert KEINE Verbindung mehr in das Netz. Die betreffende Rufnummer wird quasi ausgebucht; schon deshalb um die freiwerdende Kapazität anderen Handynutzern zur Verfügung zu stellen (so ein teuflischer Mast... pardon, so teuflische Antennen können nämlich nur eine begrenzte Anzahl Nutzer gleichzeitig vertragen).

Wenn das Handy dann (gleich welcher Ort)wieder angeschaltet wird, bucht sich das Handy in die nächstgelegene Basisstation des Netzbetreibers ein und wird dort NEU in das Netz eingebucht.

Funktioniert wie bei einer Urlaubsreise... Hotel ausbuchen (sie sind ja dann auch nicht mehr da) und zu hause wieder einchecken!

Daß ein Handy im ausgeschalteten Zustand trotzdem minimal Strom verbraucht, liegt auf der Hand: Es dient einzig und allein zur Erhaltung der gespeicherten Daten (Kontakte, Uhrzeit, etc.)
Ist wie mit Ihrem PC... der enthält auch eine kleine Batterie für die "Notstromversorgung", um bestimmte Daten zu erhalten.

Wenn Handys heimlich auf Sendung gehen

Ex-Mobilfunker, Montag, 09.11.2009, 19:16 (vor 5333 Tagen) @ H. Lamarr

Lieber Spatenpauli,

an dieser Stelle ein paar Sätze vom Pressefuzzi ;-)

Das Thema Handyortung geistert schon viele Jahre durch die Landschaft. Funktioniert übrigens (es lebe die Physik) auch ohne Hackerprogramme und ähnlich kriminelle Dinge. Ich muß nicht erzählen, daß man drei Punkte benötigt, um einen Ort exakt zu ermitteln (Independence Day läßt grüssen).

Kriminelle können so mit richterlichem Beschluß geortet und gefasst werden. Auf die Details gehe ich aus begreiflichen Gründen nicht ein. Übrigens funktionieren Fußfesseln für "Freigänger" nach diesem Prinzip.

Ansonsten sehe ich in dieser Berichterstattung mehrere gute Hinweise:

1. Behandle Dein Handy wie Deinen PC: Achte auf seine Sicherheit!
2. Öffne nur Dateianhänge in SmS, MMS und EMails, die Dir vertrauenswürdig sind.
3. Mach einen Sicherheitscheck Deines Computers, bevor Du das Handy mit dem Rechner synchronisierst

Ansonsten ein paar Ratschläge von meiner Seite... und ich mag Handys ;-)

1. Ich werde NIE meine E-Mails auf mein Handy umleiten. Sollte wirklich etwas wichtig sein, kann derjenige anrufen. Eine EMail ersetzt NIE ein gutes Gespräch. Und ein Gespräch verhindert Misverständnisse.

2. Kaum ein Mensch ist soooo wichtig, daß er stets erreichbar sein muß. Sollte man wirklich wichtig sein, hat man eine/n Sekretärin/ Sekretär, man ist Kunde oder regiert ein Land. Es tut gut, das Handy mal auszuschalten, gute Gespräche mit realen Personen zu führen oder einfach mal seine Gedanken zu sammeln. Ich persönlich HASSE es, wenn das Handy in einer Konzentrationsphase klingelt.

3. Sinnvoll ist es, für sein Notebook eine UMTS/GPRS/EDGE/WLAN-Karte anzuschaffen, wenn man viel unterwegs ist (Vertrieb, Presse, was weiß ich).
Es ist wie ein kleiner Urlaub und spricht für die Tugend "Gelassenheit", seine EMails über solch eine Karte erst Abends im Hotel bei einem guten Glas Wein zu lesen. Die eigenen Kollegen wissen, daß man auf Dienstreise ist und der Kunde hat sicherlich Verständnis dafür.

Tags:
Hackerangriff

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