In Urdorf geht die Angst um - ein bisschen (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 03.02.2009, 23:36 (vor 5054 Tagen)

In Urdorf (Schweiz) soll ein weiterer Sendemast errichtet werden. Dies stößt nicht auf ungeteilte Zustimmung. Bürger haben deshalb im Forum ihrer Gemeinde einen Strang eröffnet, in dem sich Besorgte zu Wort melden können. Eine mMn gute Idee. Bislang haben sich sechs Betroffene zu Wort gemeldet (Stand: 03.02.09) und es ist gut zu erkennen, dass die Leute - vom befürchteten Wertverlust ihrer Immobilien einmal abgesehen - nur diffuse Ängste plagen. Wer also mal von keinem Journalisten gefilterte Bürgerkommentare in der Morgenröte eines sich ankündigenden Sendemasten lesen möchte, hier werden Sie geholfen. Wenn die Leute nicht aufgehetzt werden, scheint auch die Aggression in Grenzen zu bleiben.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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Urängste in Urdorf

AnKa, Mittwoch, 04.02.2009, 06:48 (vor 5054 Tagen) @ H. Lamarr

Wer also mal von keinem Journalisten gefilterte Bürgerkommentare in der Morgenröte eines sich ankündigenden Sendemasten lesen möchte, hier werden Sie geholfen.

Dort schreibt Initiantin Silvia: "Einspracheberechtigt ist mit einem Umkreis von 586 Meter von der geplanten Anlage aus ein Grossteil der Urdorfer Bevölkerung". 586 Meter. Ich bin immer wieder erstaunt, wie genau es diese Schweizer mit den Details nehmen. Das scheint mir ein Land voller typischer Deutscher zu sein.

Auch sagt Sylvia dies: "Wir stellen unsere elektronischen Geräte immer vollständig ab und besitzen nicht mal eine Mikrowelle." Diese Aussage wiederum passt mir irgendwie zum Namen des Dörfchens, in dem Sylvia lebt. Könnte es sein, dass "Urdorf" ein bislang übersehener Außenposten der Amish-People ist?

Weiterhin wird in besagtem Zeitungsartikel Initiantin Sylvia wie folgt wiedergegeben:

"Gleichzeitig haben die Gegner dem Gemeinderat einen Brief geschickt, in dem sie eine alternative Lösung präsentieren. Es sei gemäss Kanton möglich, alle Involvierten an einen Tisch zu bringen, also auch die Gemeinde, und gemeinsam eine Standortsteuerung vorzuschreiben. Dafür müssten aber Politische Gemeinde und Schulgemeinde ihre Liegenschaften für Antennenstandorte frei geben."

Also, zimperlich sind die Initianten dieser neuen Schweizer Mobilfunksenderbewegung jedenfalls nicht. Die haben allem Anschein nach, im Gegensatz zu den Zögerlingen hierzulande, kein Problem damit, einen Sendemast ersatzweise dann eben auf ein Schulgelände zu stellen, wenn er woanders stört. Sankt Florian, strahl' and're an.

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"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

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Die Ursuppe allen Mitstreitens

AnKa, Donnerstag, 05.02.2009, 20:06 (vor 5052 Tagen) @ AnKa

Initiantin Sylvia geht jetzt im Urdorfer Diskussionsforum einen Schritt weiter.

Nachdem für sie unerwartet in Gestalt weniger Zeilen sachlicher Widerspruch erfolgt ist, was ja gegenüber Mobilfunkgegnern an sich schon einen unerhörten Vorgang darstellt, wird sie argwöhnisch. Sie hat ins Telefonbuch geschaut und glaubt nunmehr fremde Eindringlinge am Werk:

"Sehr seltsam, dass die Personen, welche sich hier im Forum äussern und allfällige Bedenken der Einwohner von Urdorf in Bezug auf die Mobilfunkantennenanlage zerstreuen wollen, genaustens mit der Materie (Baurecht, Studien) vertraut sind, aber anscheinend gar nicht hier in der Region wohnhaft sind!"

Wenn schon nicht "hier in der Region wohnhaft", muss es sich bei Fremdmeinungsäußerern, zumal in der Sache bewanderten, die trotz fehlender Regionszugehörigkeit eigene Meinungen äußern, logischerweise um Fremde handeln.

Nun wird es Zeit, dass Initiantin Sylvia ihre Vermutungen über diese verdächtigen Personen in Form der Urfrage allen mitstreiterischen Seins in den Raum stellt:

"Von welcher Seite wird hier versucht, eine Meinungsänderung zu bewirken?"

Nun, wir fragen zurück: Welche Fremden könnte Initiantin Sylvia meinen? Sie sagt es uns nicht. Wir sind also auf eigene Vermutungen zurückgeworfen. Aber welche Anhaltspunkte haben wir? Sylvia liefert uns nur den einen: Fremden ist zu misstrauen. Mit diesem schmächtigen Anhaltspunkt alleine aber können wir natürlich die Zielgruppe noch nicht eingrenzen. Denn Urdorfbesucher, auch virtuelle, sind natürlich allesamt fremd in Urdorf, und sie sind dazu noch gegenüber der Urdorfer Urbevölkerung in erdrückender Überzahl. Das von Initiantin Sylvia Gebotene reicht also noch nicht hin, die Verdächtigen zweifelsfrei dingfest zu machen.

Wir beobachten also erst einmal weiter.

Und wir freuen uns, in einem kleinen, unbedeutenden Diskussionsforum einer kleinen schweizerischen Gemeinde namens Urdorf der Geburt einer mobilfunkkritischen Initiative beiwohnen zu dürfen.

Es ist wie ein Reagenzglasversuch im Zeitraffer.

In diesem Urdorfer Dorf-Forum köchelt die Ursuppe allen Mobilfunkstreits, und das vor unser aller Augen.

Nahezu jeder Satz löst bei uns erfahrenen alten Hasen ein Déjà-Vu-Erlebnis aus.

Es hat etwas Nostalgisches.

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Voodoo

AnKa, Donnerstag, 26.02.2009, 07:37 (vor 5032 Tagen) @ H. Lamarr

Wer also mal von keinem Journalisten gefilterte Bürgerkommentare in der Morgenröte eines sich ankündigenden Sendemasten lesen möchte, hier werden Sie geholfen. Wenn die Leute nicht aufgehetzt werden, scheint auch die Aggression in Grenzen zu bleiben.

Im Urdorfer Forum:

Neue Verdachtshinweise!
Und ein neuer Vorschlag für die lieben Mitstreiter betreffs der weiteren Vorgehensweise:

Wer ist eigentlich dieser mächtige "Goliath", der die Urdorferinnen und Urdorfer unüberhörbar aufschreien lässt? Steckt der Bundesrat dahinter, die Classe Politique, das Bauamt oder die Erreger der Finanzkrise?

Sie haben es bemerkt und fordern zu Recht: diesem "Goliath" müssen die einzelnen Namen zugeteilt werden! Nicht Firmennamen, sondern Namen von Personen mit Körper und Seele - die persönlichen Drahtzieher von "Goliath's" Muskeln sind per Namen, Geburtsort und Geburtdatum gefragt!
Kennt man die Leute ergeben sich bessere und direkte Möglichkeiten über Sinn und Unsinn von krankmachenden Funkinstallationen zu diskutieren. So können auch die ränkeschmiedenden Star-Anwälte ausgehebelt werden.
Zur Unterstützung braucht es allerdings die verlockenden und grossartigen Dienste der Geistheiler, Hellseher, Zauberer und Sterndeuter oder jene der unzähligen Religionen, Sekten, Zirkeln und Seilschaften, die auf Distanz Unsägliches und Unerklärliches bewirken oder sonstwie beeinflussende Verbindungen herstellen können. Als Beispiel erwähne ich die Möglichkeiten von Fernheilungen und Einflussnahmen für die Abgewöhnung der Gifte bei den süchtigen Rauchern. Getreulich dem Motto: nützt es nicht, schadet's nicht !

Tut euch zusammen ihr begabten Genies der telepathischen Künste und beeinflusst die Gilde der personifizierten geldgierigen Mobilfunker mit all eurem Können, auf dass sie mit der Verbreitung der krankmachenden Strahlung in unserem Dorf aufhören bzw. dass ihre Konsumenten auf den unsinnigen Konsum freiwillig verzichten.

Voodoo-Puppen! Ich sage nur: Voodoo-Puppen! Gleich morgen Barbie und Ken kaufen und einfach schon mal damit anfangen!

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Leben im Schatten des Masten

H. Lamarr @, München, Samstag, 28.02.2009, 00:47 (vor 5030 Tagen) @ AnKa

Voodoo-Puppen! Ich sage nur: Voodoo-Puppen! Gleich morgen Barbie und Ken kaufen und einfach schon mal damit anfangen!

Weil nicht bekannt ist, wie lange Barbie und Ken diese Tortour durchhalten, habe ich sicherheitshalber soeben noch den Versuch gewagt, den Urdorfern vom Schicksal des Spatenpauli und seiner Familie im Schatten des Masten zu berichten. In der zaghaften Hoffnung es möge helfen, dass die Urdorfer die reflexartig aus dem Zylinder sich selbst herbeizaubernden Panikmacher wahlweise zum Spielen oder zum Teufel schicken.

Dummerweise habe ich meinen Eintrag aber unter "Spatenpauli" geschrieben, und deshalb - wie ich soeben entdeckt habe - gegen eine Urdorfer Forenregel verstoßen, der Beitrag wird also das nächste Abendrot kaum erleben.

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Leben im Banne des Masten

AnKa, Samstag, 28.02.2009, 09:27 (vor 5030 Tagen) @ H. Lamarr

Weil nicht bekannt ist, wie lange Barbie und Ken diese Tortour durchhalten, habe ich sicherheitshalber soeben noch den Versuch gewagt, den Urdorfern vom Schicksal des Spatenpauli und seiner Familie im Schatten des Masten zu berichten. In der zaghaften Hoffnung es möge helfen, dass die Urdorfer die reflexartig aus dem Zylinder sich selbst herbeizaubernden Panikmacher wahlweise zum Spielen oder zum Teufel schicken.

Ihre Freundin Lissi hat auf der Stelle zurückgebuchst. Wenn man nicht absteigen will, müssen wenigstens die Heimspiele gewonnen werden.

Datum: 28. Februar 2009 04:37

Ich vermute, Sie stehen bei ihr unter einer rund-um-die-Uhr-Überwachung.

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