Wünsche und Erwartungen für 2009 (Allgemein)

AnKa, Mittwoch, 31.12.2008, 16:37 (vor 4038 Tagen)

So.

Für dieses Jahr bin ich "durch" mit meinen Kommentaren zum Mobilfunkgeschehen in diesem Forum.

Ich erwarte für den Verlauf des Jahres 2009 mit gutem Optimismus, dass der Rückgang der Popularität der gigaherz-bürgerwelle-der-mast-muss-weg-Fraktion, derjenigen "lieben Mitstreiter" also, die mit dem Schüren von Ängsten unter den Menschen ihre Daseinsberechtigung begründen, sich fortsetzen wird.

Ich hoffe darauf, dass sich rationale Skepsis innnerhalb der mobilfunkkritischen Bewegung mehr und mehr Bahn bricht. Ich sehe gute Anzeichen dafür, dass dieser Weg unumkehrbar eingeschlagen ist. Antimoderner Kulturpessimismus hat, bei aller Popularität in unserer Gesellschaft, ein großes Handicap: Er benötigt ständig neue Themen, ständig neue Sauen zum durchs-Dorf-treiben. Verliert das eine Thema seinen Reiz, muss neuer "Stoff" her. Das ermmüdet auf die Dauer das Publikum wie auch die "lieben Mitstreiter". Insofern sehe ich gute Chancen dafür, dass die "Panikfraktion" innerhalb der mobilfunkkritischen Bewegung langsam aber sicher mangels weiterer sich einstellender Sensationen (á la "Naila", "Blutbild", "Blut-Hirn-Schranke", der "Reflex"-Fake, u.s.w.) auf Grund laufen wird.

Für 2009 sehe ich aber auch die Gefahr, dass die Szene der Extremen versuchen wird, sich des Themas "Das Handy als die eigentliche Gefahr" anzunehmen. Als Zuspätgekommene wird man versuchen, das Führerhäuschen zu erklimmen, um von dort aus die Politik des Angstschürens weiterzutreiben. Deswegen ist und bleibt es wichtig, die totalitären Denkstrukturen der Angstschürer-Fraktion offenzulegen. Skeptiker sind also weiterhin gefragt.

Für 2009 erhoffe ich mir, dass die Homepage des IZgMF auch bald in ihrem redaktionellen Teil den Kurs der rationellen Auseinandersetzung mit dieser Szene sichtbar machen kann.

--
"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

Wünsche und Erwartungen für 2009

Anna, Mittwoch, 31.12.2008, 17:09 (vor 4038 Tagen) @ AnKa

So.

Für dieses Jahr bin ich "durch" mit meinen Kommentaren zum Mobilfunkgeschehen in diesem Forum.

Zum Jahres-Abschluß eine Fabel

Ein Elefant hatte den gleichen Trampelpfad wie ein Ameisenvolk.
Er trampelte halt so herum und dachte sich nix dabei.
Das ging nun schon viele Jahre so und die Ameisen wurden immer grantiger.
Eines Tages gelang es einer Ameise den Riesen zu erklimmen und war schon ziemlich weit oben.

Da riefen die Ameisen im Chor:

"Eeeegon, erwürg' ihn"

Da es aber für die kleine Ameise unmöglich war diesen Riesen zu erwürgen,trampelte der Elefant einfach weiter auf seinem Pfad.

Und das tut er bis heute.

Ich wünsche mir für 2009
zur Vorsorge
eine Unter- oder Überführung für die Ameisen
dann können alle in Frieden miteinander leben. :yes:

Anna

Wünsche und Erwartungen für 2009

AnKa, Mittwoch, 31.12.2008, 19:55 (vor 4038 Tagen) @ AnKa

Für 2009 erhoffe ich mir, dass die Homepage des IZgMF auch bald in ihrem redaktionellen Teil den Kurs der rationellen Auseinandersetzung mit dieser Szene sichtbar machen kann.

Gemeint war natürlich: der rationalen. Aber es darf gerne auch rationell hergehen dabei.

--
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Wünsche und Erwartungen für 2009

Doris @, Donnerstag, 01.01.2009, 19:32 (vor 4037 Tagen) @ AnKa
bearbeitet von Doris, Donnerstag, 01.01.2009, 20:33

Insofern sehe ich gute Chancen dafür, dass die "Panikfraktion" innerhalb der mobilfunkkritischen Bewegung langsam aber sicher mangels weiterer sich einstellender Sensationen (á la "Naila", "Blutbild", "Blut-Hirn-Schranke", der "Reflex"-Fake, u.s.w.) auf Grund laufen wird.

Die nächste anstehende Sache wird die längst überfällige Veröffentlichung der Interphone-Studie sein. Egal, wie sie interpretiert wird, sie kann durch bestimmte Gruppierungen immer so und so aufgearbeitet werden. Ich hoffe, dass die an der Studie Beteiligten sich ihrer Verantwortung stellen. Einfach wird es, aufgrund der emotional geführten Diskussion und in Anbetracht der extremen Nutzung von Mobiltelefonen nicht.
Beim Stöbern in alten Berichten stieß ich auf einen heise Beitrag aus dem Jahre 2000 ! in dem auch was zum Restrisiko und Interphone Studie stand.

Restrisiko?

Epidemiologische Auffälligkeiten zwischen der Handy-Nutzung und der Häufigkeit von Krebserkrankungen sind bisher nicht beobachtet worden. Aber da Tumore mehrere Jahre zur Entwicklung benötigen, lässt sich daraus noch nichts ableiten. Um Langzeitwirkungen herauszufinden, müssen so genannte Fall-Kontroll-Studien an Erkrankten und Gesunden nicht nur ein Nutzungsverhalten erfassen, das etwa fünf bis zehn Jahre zurückliegt - also in die Frühphase des Mobilfunk-Booms fällt -, sondern es auch noch von anderen Krebs auslösenden Faktoren statistisch signifikant abgrenzen können. Immerhin: Schon der geringe Anstieg der Krebswahrscheinlichkeit um ein Promille würde unter den derzeit rund einer halben Milliarde Handy-Nutzern weltweit 500 000 Tumorerkrankungen zusätzlich bedeuten.

Mittlerweile ist die Zahl der Handynutzer auf angeblich 3 Milliarden angestiegen - so zumindest steht es irgendwo im Forum - und mögliche zusätzliche Tumorerkrankungen von 3 Millionen würden sicherlich nicht in den Statistiken untergehen. Somit hoffe ich persönlich, dass zum einen sich die bisherigen Hinweise nicht bestätigen und zum anderen, dass die Verantwortlichen derartiger Studien sich auch ihrer Verantwortung bewusst sind.

Für 2009 sehe ich aber auch die Gefahr, dass die Szene der Extremen versuchen wird, sich des Themas "Das Handy als die eigentliche Gefahr" anzunehmen. Als Zuspätgekommene wird man versuchen, das Führerhäuschen zu erklimmen, um von dort aus die Politik des Angstschürens weiterzutreiben.

Erste Beispiele, wie es m.E. nicht sein soll, geistern bereits durch's Netz, in Form von Handyaufklebern, die Gehirntumore bei telefonierenden Kindern zeigen.

Deswegen ist und bleibt es wichtig, die totalitären Denkstrukturen der Angstschürer-Fraktion offenzulegen. Skeptiker sind also weiterhin gefragt.

Skeptiker sind weiterhin gefragt, Verharmloser und Leugner allerdings nicht. Nachdem Ihre Einstellung zu Mobilfunkkritik und speziell zu den Elektrosensiblen hier im Forum umfassend verewigt ist, bin ich unvoreingenommen sehr gespannt speziell auf Ihre Beiträge zu evtl. entstehenden Handydiskussionen, die im Rahmen der Veröffentlichung der Interphone Studie sicherlich geführt werden. Und das ist jetzt überhaupt nicht zynisch gemeint.

Es ist - wie Sie es richtig ausdrücken - sehr wichtig die Politik des Angstschürens zu bekämpfen, sonst tritt das ein, was Arne von Mühlendahl in diesem Beitrag sagt

Dabei gibt es quantitativ viel bedeutendere, nachgewiesene Umweltrisiken, um die
wir uns dringender kümmern müssten: neben den erwähnten psychosozialen
Umständen Tabak, Feinstaub, Radon, Lärm, um nur einige zu nennen. Bei
begrenzten finanziellen Ressourcen muss gut überlegt werden, wohin wir
präventive Bemühungen investieren. Dafür müssen wir versuchen, Risiken zu
quantifizieren. Keineswegs ist es hilfreich, wenn ohne eine solche Abwägung
allgemein gedroht, geklagt, gewarnt wird. Wer zu häufig ruft „Der Wolf ist da", der wird am Ende sehen, dass keiner mehr richtig hinhört, wenn der Wolf wirklich kommt.

Man mag zu Dr. v. Mühlendahl eingestellt sein wie man will, bei extremen Gruppierungen steht er stark in der Kritik, wie aus dem Link zu sehen ist und ich selber sehe das eine oder andere bei ihm auch mit einer gewissen Skepsis. Aber der letzte Satz ist sehr treffend. Nicht nur die Kritiker, sondern bei sämtlichen Fanatikern hat man schon soviele Wölfe gerufen, dass man davor mittlerweile gar nicht mehr den nötigen Respekt hat. Und irgendwann, geht es einem wie den 7 Geißlein..;-)

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Risiko, Interphone, Hirntumor, Krebsstatistik, Krebserkrankung

Jonglieren mit Krebswahrscheinlichkeiten

H. Lamarr @, München, Freitag, 02.01.2009, 01:59 (vor 4037 Tagen) @ Doris

Immerhin: Schon der geringe Anstieg der Krebswahrscheinlichkeit um ein Promille würde unter den derzeit rund einer halben Milliarde Handy-Nutzern weltweit 500 000 Tumorerkrankungen zusätzlich bedeuten.

Also ich bin nun wahrlich nicht gut in Mathematik, aber in dieser Aussage ist mMn der Wurm drin. Denn es wurde überhaupt nicht der Anstieg einer (nicht weiter bezifferten) Krebswahrscheinlichkeit um 1 Promille (nicht Promillepunkte) berechnet, sondern einfach so getan, als ob 1 Promille von 0,5 Mrd. Handynutzern (=500'000) zusätzlich Krebs bekommen würden.

Nehmen wir mal als plausibles Beispiel Hirntumore. Gemäß dieser Quelle liegt die Wahrscheinlichkeit einen zu bekommen bei 0,1 Promille (1:10'000). Das heißt, von den 0,5 Mrd. Handynutzern bekommen 50'000 schon rein statistisch Krebs, ohne dass Funkfelder überhaupt eine Rolle spielen. Laut hese steigt nun die Krebswahrscheinlichkeit wegen Funk möglicherweise um 1 Promille (1:1000). Auf unsere konkreten Zahlen angewendet kommen zu den 50'000 allgemeinen Krebsfällen noch 50 weitere aufgrund EMF hinzu (1/1000 von 50'000). Die nebulösen Angaben von heise auf eine reale Krebswahrscheinlichkeit angewendet reduzieren die angeblich 500'000 zusätzlichen Krebsfälle auf 50 zusätzliche Fälle von Hirntumor. Vorausgesetzt ich habe richtig gerechnet ist die Anzahl der Fälle doch sehr stark eingedampft.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Ich will hier kein Risiko klein reden. Ich will mich aber auch nicht mit den Milchmädchenrechnungen eines Journalisten abspeisen lassen. Mittlerweile liegt die Anzahl der Handynutzer weltweit bei 3,5 Mrd., da ist es offenkundig, dass selbst ein relativ kleines Risiko viele Menschen treffen kann. So wie es beim Autofahren, Rauchen, übermäßigem Essen, beim Trinken von Alkohol oder beim sorglosen Sonnenbaden Tag für Tag passiert und weitgehend hingenommen wird. Da stört es mich dann schon, wenn ein Autor mit mMn untauglichen Mitteln versucht, seinem Beitrag einen Schuss Dramatik einzuhauchen. Genau solche Passagen sind es nämlich, die sich in den Köpfen der Leser festsetzen und dann zu diffusen unbegründeten Sorgen führen. Auf diesem Wege züchtet die Presse exakt das heran, was sich am Tag X, wenn im Umkreis von 300 Metern zur Wohnung des Lesers ein neuer Mast errichtet wird, als wütender Sendemastengegner entpuppt.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Krebs, Gehirntumor, Milchmädchen, Journalisten, Laien

Jonglieren mit Krebswahrscheinlichkeiten

Doris @, Freitag, 02.01.2009, 11:10 (vor 4037 Tagen) @ H. Lamarr

Also ich bin nun wahrlich nicht gut in Mathematik, aber in dieser Aussage ist mMn der Wurm drin.

konnte ich Sie hinter dem Ofen hervorlocken ;-)
Freut mich, dass Sie wohl gut über den Jahreswechsel gekommen sind.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Ich will hier kein Risiko klein reden. Ich will mich aber auch nicht mit den Milchmädchenrechnungen eines Journalisten abspeisen lassen. Mittlerweile liegt die Anzahl der Handynutzer weltweit bei 3,5 Mrd., da ist es offenkundig, dass selbst ein relativ kleines Risiko viele Menschen treffen kann.

Aber die Zahl, die durch Ihr Rechenbeispiel zustande kommt, unterscheidet sich schon stark von der des Journalisten. Das beruhigt mich doch ziemlich, auch wenn jeder Gehirntumor einer zuviel ist.
Aber so kann ich nun beruhigt zum Arbeiten gehen und muss nicht jedem Handytelefonierer, der mir verkommt das Telefon aus der Hand reißen und ihm ganz Düsteres prophezeien :wink:

Auf diesem Wege züchtet die Presse exakt das heran, was sich am Tag X, wenn im Umkreis von 300 Metern zur Wohnung des Lesers ein neuer Mast errichtet wird, als wütender Sendemastengegner entpuppt.

Dazu braucht es nicht diese Hochrechnung, da liefert das Netz noch soviele Schauermärchen, dass der Stoff nicht so schnell ausgeht.

Hautkrebs - eine Analogie?

H. Lamarr @, München, Freitag, 02.01.2009, 12:50 (vor 4036 Tagen) @ Doris

konnte ich Sie hinter dem Ofen hervorlocken ;-)

Um Himmels Willen, Nein! Wir haben Nachtspeicheröfen, die ziehen nachts kräftig Strom. Säße ich dahinter, ich würde ruck zuck zum NF-ES ;-).

Freut mich, dass Sie wohl gut über den Jahreswechsel gekommen sind.

Danke, Doris. Diesmal anstelle Feuerzangenbowle mit einem seit Sommer angesetzter Rumtopf, der durchschlagende Wirkung entfaltete. Ist mir ein Rätsel, wie Matrosen mit so einem Zeugs intus noch in die Wanten klettern konnten.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Ich will hier kein Risiko klein reden. Ich will mich aber auch nicht mit den Milchmädchenrechnungen eines Journalisten abspeisen lassen. Mittlerweile liegt die Anzahl der Handynutzer weltweit bei 3,5 Mrd., da ist es offenkundig, dass selbst ein relativ kleines Risiko viele Menschen treffen kann.

Aber die Zahl, die durch Ihr Rechenbeispiel zustande kommt, unterscheidet sich schon stark von der des Journalisten. Das beruhigt mich doch ziemlich, auch wenn jeder Gehirntumor einer zuviel ist.

Ja, aber die kleine Anzahl liegt auch daran, dass Hirntumore eben selten sind und sich ein Zuwachs von 1 Promille da nicht groß bemerkbar macht. Bei Darmkrebs, einem häufig auftretenden Krebs, sähe es anders aus, erst recht bei allen Krebsen zusammen genommen. Nur, es will mir noch immer nicht in den Kopf, warum Handytelefonate nicht nur Hirntumore, sondern auch Darmkrebs oder meinetwegen Hautkrebs am rechten großen Zeh auslösen sollen.

Vielleicht lässt sich dazu anhand Hautkrebs eine Analogie finden. Denn: Wo genau entwickelt sich eigentlich Hautkrebs aufgrund von UV-Licht? a) Irgendwo am Körper, also auch dort wo, normalerweise kein Sonnenstrahl hinkommt? Oder b) nur dort, wo Hautpartien unter Sonnenbrand gelitten haben? Und wenn a) zutrifft, wie ist dann der Wirkmechanismus zu erklären und lässt sich dieser sinnvoll auf EMF-Einwirkung adaptieren?

Aber so kann ich nun beruhigt zum Arbeiten gehen und muss nicht jedem Handytelefonierer, der mir verkommt das Telefon aus der Hand reißen und ihm ganz Düsteres prophezeien :wink:

In unserer 1G-Zeit haben wir sowas mal auf der Münchener Flaniermeile (Leopoldstraße) gemacht: Wer uns telefonierend entgegen kam, dem überreichten wir vistenkartengroße knallgelbe Kärtchen mit irgendwelchen Alarmbotschaften. Vor lauter Schreck haben die meisten spontan zugegriffen.

Auf diesem Wege züchtet die Presse exakt das heran, was sich am Tag X, wenn im Umkreis von 300 Metern zur Wohnung des Lesers ein neuer Mast errichtet wird, als wütender Sendemastengegner entpuppt.

Dazu braucht es nicht diese Hochrechnung, da liefert das Netz noch soviele Schauermärchen, dass der Stoff nicht so schnell ausgeht.

Da haben Sie leider recht. Und irgendwann wird es aufgrund des "Drucks der öffentlichen Meinung" vielleicht sogar zu einer (sinnlosen) Grenzwertsenkung für Sendemasten kommen (wie in Belgien), für die es keine rationale Begründung gibt, außer der, dass "man" sich wegen der Vielzahl der geäußerten Bedenken zum Handeln gezwungen sah. Dabei spielen dann instrumentalisierte Gruppierungen wie der BUND eine wichtige Rolle. Das erinnert mich alles entfernt an die Gepflogenheiten bei Duden: Wenn nur hinreichend viele in den D-A-CH-Ländern ein Wort falsch schreiben, z.B. "Flanze" statt "Pflanze", dann wird Flanze als zulässige Schreibweise in den Rechtschreibduden aufgenommen.

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, BUND, Hautkrebs

Hautkrebs - nicht nur dort, wo die Sonne hinkommt

H. Lamarr @, München, Sonntag, 18.01.2009, 02:57 (vor 4021 Tagen) @ H. Lamarr

Wo genau entwickelt sich eigentlich Hautkrebs aufgrund von UV-Licht? a) Irgendwo am Körper, also auch dort wo, normalerweise kein Sonnenstrahl hinkommt? Oder b) nur dort, wo Hautpartien unter Sonnenbrand gelitten haben? Und wenn a) zutrifft, wie ist dann der Wirkmechanismus zu erklären und lässt sich dieser sinnvoll auf EMF-Einwirkung adaptieren?

Bei allen Hautkrebsarten hat in den letzten Jahren die Neuerkrankungsrate stark zugenommen. Beim Basalzell- und dem Stachelzellkarzinom wird die krebserregende Wirkung der UV-Strahlung dadurch deutlich, dass diese Hautkrebsarten vornehmlich in den Körperregionen entstehen, die dem Licht ausgesetzt sind. Derselbe klare Zusammenhang zwischen häufiger UV-Bestrahlung und Entstehung eines Hautkrebses besteht auch beim so genannten Lentigo maligna Melanom, einer speziellen Form des schwarzen Hautkrebses, das nur dort auftritt, wo eine langjährige chronische UV-Bestrahlung stattfand. Die malignen Melanome treten sonst häufig auch an bedeckten Körperstellen auf.

Quelle: Ratgeber Hautkrebs

Sieht also ganz danach aus, dass eine Form des Hautkrebses sich auch dort breit machen kann, wo kein Licht hingekommen ist. Leider wird in dem PDF nichts darüber gesagt, wie der Krebs dort hin kommt und warum nur das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) so ein Wanderkrebs ist, andere Hautkrebsformen dagegen nicht. Damit bin ich jetzt nicht viel schlauer, ob Handys, ans Ohr gehalten, am großen Zeh Krebs bewirken können.

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Hautkrebs - genetische/selbstverschuldete Ursache

H. Lamarr @, München, Sonntag, 10.07.2016, 17:58 (vor 1290 Tagen) @ H. Lamarr

Vielleicht lässt sich dazu anhand Hautkrebs eine Analogie finden. Denn: Wo genau entwickelt sich eigentlich Hautkrebs aufgrund von UV-Licht? a) Irgendwo am Körper, also auch dort wo, normalerweise kein Sonnenstrahl hinkommt? Oder b) nur dort, wo Hautpartien unter Sonnenbrand gelitten haben?

Derweil ich neulich beim "Screening" war, habe ich genau diese Frage dem Hautarzt gestellt. Antwort: Sowohl als auch. Selbst wer in einer Grotte lebt und nie einen Sonnenstrahl gesehen hat kann Hautkrebs kriegen. Denn es gibt auch ein gewisses genetisches Potenzial, an Hautkrebs zu erkranken. Unabhängig davon gibt es den Hautkrebs, der sich auf UV-Einwirkung zurückführen lässt. Eigentlich hätte ich da selbst drauf kommen können, es gibt ja bekanntlich Lungenkrebspatienten, die nie geraucht oder passivgeraucht haben. Dummerweise habe ich jetzt nicht nach dem Zahlenverhältnis der beiden Ursachen bei Hautkrebs gefragt, das hole ich beim nächsten mal nach.

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Hautkrebs

Jonglieren mit Krebswahrscheinlichkeiten

Schmetterling @, Freitag, 02.01.2009, 11:30 (vor 4037 Tagen) @ H. Lamarr

Nehmen wir mal als plausibles Beispiel Hirntumore. Gemäß dieser Quelle liegt die Wahrscheinlichkeit einen zu bekommen bei 0,1 Promille (1:10'000). Das heißt, von den 0,5 Mrd. Handynutzern bekommen 50'000 schon rein statistisch Krebs, ohne dass Funkfelder überhaupt eine Rolle spielen. Laut hese steigt nun die Krebswahrscheinlichkeit wegen Funk möglicherweise um 1 Promille (1:1000). Auf unsere konkreten Zahlen angewendet kommen zu den 50'000 allgemeinen Krebsfällen noch 50 weitere aufgrund EMF hinzu (1/1000 von 50'000). Die nebulösen Angaben von heise auf eine reale Krebswahrscheinlichkeit angewendet reduzieren die angeblich 500'000 zusätzlichen Krebsfälle auf 50 zusätzliche Fälle von Hirntumor.

*nachdenk* Diese Zahlenspielerei versteh` ich nicht.

Ein Promille der Krebskranken (50 000 P.) bekommt jetzt (hypotetisch) auch noch einen 2. Krebs. (50 Personen)

Und wo ist das eine Promille der anderen 499 950 000 Handynutzer abgeblieben?


der Schmetterling

Jonglieren mit Krebswahrscheinlichkeiten

H. Lamarr @, München, Freitag, 02.01.2009, 12:07 (vor 4037 Tagen) @ Schmetterling

Nehmen wir mal als plausibles Beispiel Hirntumore. Gemäß dieser Quelle liegt die Wahrscheinlichkeit einen zu bekommen bei 0,1 Promille (1:10'000). Das heißt, von den 0,5 Mrd. Handynutzern bekommen 50'000 schon rein statistisch Krebs, ohne dass Funkfelder überhaupt eine Rolle spielen. Laut hese steigt nun die Krebswahrscheinlichkeit wegen Funk möglicherweise um 1 Promille (1:1000). Auf unsere konkreten Zahlen angewendet kommen zu den 50'000 allgemeinen Krebsfällen noch 50 weitere aufgrund EMF hinzu (1/1000 von 50'000). Die nebulösen Angaben von heise auf eine reale Krebswahrscheinlichkeit angewendet reduzieren die angeblich 500'000 zusätzlichen Krebsfälle auf 50 zusätzliche Fälle von Hirntumor.

*nachdenk* Diese Zahlenspielerei versteh` ich nicht.

Macht nix, ist ja auch verzwickt.

Ein Promille der Krebskranken (50 000 P.) bekommt jetzt (hypotetisch) auch noch einen 2. Krebs. (50 Personen)

Nein, nicht doppelt an Krebs erkrankt, sondern: Zu den 50'000 sowieso schon (ohne Funk) erwarteten Krebsfällen kommen 50 weitere aufgrund EMF hinzu.

Und wo ist das eine Promille der anderen 499 950 000 Handynutzer abgeblieben?

Diese Frage verstehe nun ich wiederum nicht, hoffe aber, sie mit obiger Antwort gleich mit "erschlagen" zu haben.

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Ein anderer Rechenweg

H. Lamarr @, München, Freitag, 02.01.2009, 14:45 (vor 4036 Tagen) @ Schmetterling

Ein Promille der Krebskranken (50 000 P.) bekommt jetzt (hypotetisch) auch noch einen 2. Krebs. (50 Personen)

Hier ein anderer Rechenweg mit selben Ergebnis, wobei jedoch der Doppelkrebs ausgeschlossen ist.

Die (statistische) Wahrscheinlichkeit einen Hirntumor zu bekommen beträgt 1:10'000 entsprechend 0,0001. Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich laut heise um 1 Promille (von 0,0001) entsprechend 0,0000001. Macht nach Adam Riese eine Wahrscheinlichkeit von 0,0001 + 0,0000001 = 0,0001001. Auf die 0,5 Mrd. Handynutzer angewandt (nicht wie zuvor auf die 50'000 Krebskranken) ergibt dies wieder 50'050 Krebskranke (0,5 Mrd. x 0,0001001) und damit 50 mehr als ohne 1-Promille-Anstieg.

Können Sie sich damit eher anfreunden?

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Wünsche und Erwartungen für 2009

AnKa, Freitag, 02.01.2009, 20:34 (vor 4036 Tagen) @ Doris

Skeptiker sind weiterhin gefragt, Verharmloser und Leugner allerdings nicht. Nachdem Ihre Einstellung zu Mobilfunkkritik und speziell zu den Elektrosensiblen hier im Forum umfassend verewigt ist, bin ich unvoreingenommen sehr gespannt speziell auf Ihre Beiträge zu evtl. entstehenden Handydiskussionen, die im Rahmen der Veröffentlichung der Interphone Studie sicherlich geführt werden.

Der oben zitierte Absatz stimmt mich nachdenklich. Ich sehe mich sicher als manches, zuvorderst als Normalbürger mit Handy und Heimanschluss, sicher aber nicht als "Verharmloser und Leugner". Diese Sprache ist von vornherein nicht angebracht. Ich denke, wenn "Interphone" ein relevantes Risiko belegen kann, dann kann und sollte man selbstverständlich über die notwendige Prävention diskutieren. Insofern weiss ich nicht, wo ich da als "Verharmloser und Leugner" zum Zuge kommen sollte oder wollte.

Interessant wird es wahrscheinlich an der Stelle werden, wo die Überinterpretationen beginnen. Da befürchte ich die übliche Panikmache, die dann ausgerechnet von den Leuten kommen dürfte, die die Masten auf die grüne Wiese verbannen wollen und mit dieser unsinnigen Forderung die Strahlung der Handyteilnehmer erhöhen helfen.

Und das ist jetzt überhaupt nicht zynisch gemeint.

(Ich habe von Ihnen in diesem Forum, soweit ich es überblicke, überhaupt noch nie irgend etwas Zynisches gelesen. Dass Sie befürchten, man könne Ihre Aussagen für zynisch halten, erstaunt mich nun wieder.)

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Wünsche und Erwartungen für 2009

Doris @, Freitag, 02.01.2009, 23:55 (vor 4036 Tagen) @ AnKa

Skeptiker sind weiterhin gefragt, Verharmloser und Leugner allerdings nicht. Nachdem Ihre Einstellung zu Mobilfunkkritik und speziell zu den Elektrosensiblen hier im Forum umfassend verewigt ist, bin ich unvoreingenommen sehr gespannt speziell auf Ihre Beiträge zu evtl. entstehenden Handydiskussionen, die im Rahmen der Veröffentlichung der Interphone Studie sicherlich geführt werden.

Der oben zitierte Absatz stimmt mich nachdenklich. Ich sehe mich sicher als manches, zuvorderst als Normalbürger mit Handy und Heimanschluss, sicher aber nicht als "Verharmloser und Leugner".

Beim Verfassen meines Beitrages, war es genau dieser Absatz, der mir m.E. nicht so gelang und missverstanden werden konnte.
Ich hätte wohl einen Absatz einfügen müssen, dann wäre es vielleicht klarer gewesen.
Verharmloser und Leugner von Risiken gab und gibt es. Der - bisher auch von mir - geschätzte Dr. Prof. A. ist ein Beispiel dafür in der Tabakdiskussion. Anders ist und wird es auch bei der Mobilfunkdiskussion nicht sein, das zu glauben wäre blauäugig. So war mein erster Satz gemeint, den ich allgemein gesehen haben wollte.

Danach erst galten dann meine Zeilen Ihnen persönlich. Da man sich ja an einen Beitrag anhängen muss, passiert es in einem Forum doch immer wieder mal, dass jemand sich persönlich angesprochen fühlt, obwohl dies nicht so gemeint war.

Interessant wird es wahrscheinlich an der Stelle werden, wo die Überinterpretationen beginnen. Da befürchte ich die übliche Panikmache, die dann ausgerechnet von den Leuten kommen dürfte, die die Masten auf die grüne Wiese verbannen wollen und mit dieser unsinnigen Forderung die Strahlung der Handyteilnehmer erhöhen helfen.

Ich sehe es nochmals anders. Auch hier werden evtl. Erkenntnisse auf die Bedrohung durch Sendemasten übertragen werden. Im Gigaherz Forum ist immer wieder mal zu erkennen, dass Betroffene Effekte, die in Studien gefunden werden auf sich übertragen und "Respekt" für ihr Leiden erwarten.
Die Gefahr würde ich eher darin sehen, dass der Appell von den Kritikern wieder nicht unmissverständlich an die Zielgruppe gerichtet wird, die von evtl. Interphone Erkenntnissen betroffen wäre.

(Ich habe von Ihnen in diesem Forum, soweit ich es überblicke, überhaupt noch nie irgend etwas Zynisches gelesen. Dass Sie befürchten, man könne Ihre Aussagen für zynisch halten, erstaunt mich nun wieder.)

Sie sind für die Elektrosensiblen und so manche Kritiker ein sehr provozierender Teilnehmer und bewegen die Gemüter weit über das Forum hinaus. Dass ich selber zu Beginn Ihrer Teilnahme hier Probleme mit Ihrer Art hatte, wird auch Ihnen nicht verborgen geblieben sein. Wäre damals pro/contra AnKa abgestimmt worden, hätte ich mein Kreuz bei "contra" gemacht. Heute würde ich so eine Abstimmung ablehnen :-)
Bei Ihrer Meinung, die Sie zu Elektrosensiblen vertreten, kann man Ihnen wohl deshalb nichts anhaben, weil diese durch den aktuellen Stand der Wissenschaft gestützt wird. Auf die Betroffenen wirkt es zynisch und beleidigend. Ob Ihre sehr deutlichen und direkten Worte einfach nur eine unangenehme Wahrheit ist, die man nicht hören will, oder aber, ob Sie den Leuten Unrecht tun, wird die Zukunft zeigen.

Ich denke, wenn "Interphone" ein relevantes Risiko belegen kann, dann kann und sollte man selbstverständlich über die notwendige Prävention diskutieren.

Deshalb bin ich wirklich ehrlich neugierig, wie wir Sie in einer derartigen Diskussion kennenlernen werden.

Dilemma ▼

AnKa, Samstag, 03.01.2009, 08:25 (vor 4036 Tagen) @ Doris

Sie sind für die Elektrosensiblen und so manche Kritiker ein sehr provozierender Teilnehmer und bewegen die Gemüter weit über das Forum hinaus.

Wenn man Ihren Satz analysiert, stolpert man sogleich über das Dilemma:

"Die Elektrosensiblen" können medizinisch besehen nicht als Entität beschrieben werden. Was es also braucht, um "ES" als berechtigt mit gemeinsamem Merkmal existierende Gruppe aufzufassen, sind soziologische, psychologische, politische, also in weiterem Sinn gesellschaftsanalytische Kategorien.

Just darin besteht die "Provokation" - die in Wirklichkeit für Skeptiker eine Form ist, dem vorgeblichen Phänomen "ES" überhaupt sprachlich gerecht werden zu können.

Indem "ES" den Skeptikern in diesem Forum mit moralischen Argumenten bestreiten wollen, über sie, die "ES", auch nur zu reden, versuchen sie nichts anderes, als die Skeptiker entweder zur Sprachlosigkeit zu verurteilen, oder ihnen die Vorschrift zu erteilen, aufgrund möglicher "provozierender" Wirkung das Äußern ihrer Gedanken zu unterlassen. Zu welchen Verhältnissen diese Einstellung führt, kann man sich im gigaherz-Forum betrachten.

Troll-Wiese: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=27658

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Provokation

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