Verschwörung und der Missbrauch (Allgemein)

KlaKla, Samstag, 20.12.2008, 11:39 (vor 4327 Tagen)

"Alle eingeladenen staatlichen Stellen glänzten durch Abwesenheit"
An einem Fachgespräch der "Initiative Bürger gegen Elektrosmog" mit Betroffenen-Anhörung in Hirschbach in der Oberpfalz haben kürzlich auch Vertreter der Gaildorfer Bürgerinitiative "Risiko Mobilfunk" teilgenommen. Hintergrund war die Abschlusskonferenz des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms (DMF) in Berlin im Sommer, bei der Bundesumweltminister Gabriel und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) "wider besseren Wissens fast vollständig Entwarnung zu Handy und Sendemast gab", heißt es dazu in einer Presseerklärung. Im Rahmen der Konferenz habe der Leiter des Fachbereichs Strahlenschutz und Gesundheit beim BfS, Weiss, dem Vorsitzenden der Initiative ein Gespräch zur Klärung von Fragen Elektrosmog-Betroffener zugesagt. Als nun die Initiative ein solches Gespräch anberaumt hatte, "glänzten bei der Veranstaltung alle eingeladenen staatlichen Stellen durch Abwesenheit. Offensichtlich war man sich einig: Der direkte Kontakt mit Mobilfunk-Geschädigten muss vermieden werden", so die Presseerklärung. Außer Vertretern aus Ärzteschaft, Bürgerorganisationen und Presse hätten 16 Betroffene teilgenommen, von denen 14 Ihre Erkrankungssituation ausführlich erläuterten. Quelle: Südwest Presse

Kommentar: Nun, dass o.b. Verhalten staatlicher Behörden ist mMn nicht verwunderlich. Das BfS wird immer wieder mit offenen Briefen beglückt. Sie kennen die Akteure, ihre Argumentation, ihre Forderungen und ihre Art zu Diskutieren. Die Verfasser von Briefen überschätzen ihr eigenes Wissen zum Sachstand Mobilfunk und stellen absurde Forderungen. Bekannte Mobilfunkgegner rufen per Rundmail die lieben Mitstreiter und Mitstreiterin auf, mit Musterbriefen gleich lautende Briefe an Behörden zu richten. Die Substanzlosigkeit sollen durch Masse kompensiert werden.

In der Gemeinde Gaildorf referierte im Mai 2008 Dr. Ing. Schorpp, der sich selbst als ES bezeichnet. Auf der Einladung zum Vortrag lass man folgendes Zitat der "Kompetenzinitiative" (Ko-Ini). „Wenn Kinder und Jugendliche weiterhin der boomenden Dauerbelastung durch Mobilfunkstrahlung ausgesetzt werden, dann fahren Industrie, Staat und ihre „wissenschaftlichen“ Helfer unsere Zukunft gegen die Wand“. Hinter der Ko-Ini steckt ein verbitterter älterer Herr (pensionierter Germanisten), der sein Rentendasein mit tendenziöser Anti Mobilfunk Meinung ausfüllt. Ich meine, mit einem Hang zur Esoterik erkannt zu haben, nachdem ich sein Buch lass. Damit er jedoch nicht alleine mit seinem Verein Ko-Ini dasteht, gibt es so genannte Erstunterzeichner.

Betroffene Bürger werden in der Regel aufgeschreckt durch die Errichtung eines Sendemasten. Sie informieren sich in einschlägigen Kreisen und organisieren tendenziöse Infoveranstaltungen. Der Referent kommt nicht allein. Er bringt einen ES mit oder ist selbst betroffen. Fragwürdiges Infomaterial tendenziöser Gruppierungen wird zum Kauf angeboten inkl. Werbeflyer und Visitenkarten mit der Bitte, dies flächendeckend zu verteilen. Noch besser, man schließt sich der Bewegung an und finanziert durch Spenden fragwürdige Akteure und ihre Aktivitäten. Verschwörungstheorien werden dargestellt und Umdeutungen des allgemeinen Sachverhalts. Alles für die Daseinsberechtigung der Mobilfunkgegner mit diffusen Ängsten und Kenntnissen, die außer Angst beim Laien nichts bewirken und als Mietmaul umfunktioniert wurden.

Die Angst jedoch, ist ein sehr guter Träger für geschäftstüchtige Baubiologen, Messtechniker, Rechtsanwälte, Heilmittelverkäufer, Buchautoren, Selbsthilfevereinen, Umweltverbände, Parteien und Profilneurotiker die selbstverständlich Erstunterzeichner des Vereins Ko-Ini sind. Hier werden Synergie genutzt damit alle Mitwirkende ihren Profit erzielen. Der unaufgeklärte Bürger wirkt als Kompasse mit.

Sehr bedenklich sehe ich dass die Ko-Ini mit samt ihren Erstunterzeichnern bis heute kein Studiendesigne eines Wirkmodells für ES erarbeite. Sie glänzten durch Teilnahmslosigkeit bei öffentlichen Debatten, öffentliche Meldestelle für ES, gefälschte UMTS-Studie, oder Aktionstag Risiko Mobilfunk selbst beim Zeichnen der unterschiedlichsten Petitionen beziehen sie nicht öffentlich sichtbar Stellung.

Wenn die Akteure nicht mal selbst an ihre Angst einflößenden Behauptungen glauben und entsprechend handel, benutzen sie doch unwissende Bürger und ES für ihre persönlichen Zwecke? Sie kämpfen für ihre Daseinsberechtigung als Mobilfunkgegner und Geschäftsmann. Da muss keine staatliche Behörde Vertreter zur o.a. Veranstaltung schicken. Denn das Ganze ist lediglich eine Inszenierung von Profiteuren. Die ES werden benutzt von einschlägigen Profiteuren. Sie setzen einfach aufs falsche Pferd und ihre lieben Mitstreiter basteln sich aus dem Nicht erscheinen staatlicher Behördenvertretern ihre Verschwörungstheorie um die ES und unwissenden Bürger weiterhin bei Laune zu halten, damit sie für Sie aktiv sind.

[Hinweis Moderator - 31.07.2010 10:21 Uhr
Vorsicht mit Links, die auf die Webseiten der Kompetenzinitiative gehen.
Die Seiten sind womöglich infiziert mit Trojaner, Spyware und Würmer. Weitere Detail sind hier nachzulesen.]

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Meine Meinungsäußerung

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Verschwörung, Marketing, Selbstüberschätzung, Gaildorf, Komplott, Instrumentalisierung, Kundenakquise, Kompetenzinitiative, Inszenierung, Mietmaul, Anhörung, Schorpp, Synergismus, Mobilisierung, Aktionstag, Synergie, Umweltverbände, Schein BI, Protiteur

Amateure: Gaildorfer "Initiative Bürger gegen Elektrosmog"

AnKa, Sonntag, 21.12.2008, 08:33 (vor 4326 Tagen) @ KlaKla

An einem Fachgespräch der "Initiative Bürger gegen Elektrosmog" mit Betroffenen-Anhörung in Hirschbach in der Oberpfalz haben kürzlich auch Vertreter der Gaildorfer Bürgerinitiative "Risiko Mobilfunk" teilgenommen.

Im Rahmen der Konferenz habe der Leiter des Fachbereichs Strahlenschutz und Gesundheit beim BfS, Weiss, dem Vorsitzenden der Initiative ein Gespräch zur Klärung von Fragen Elektrosmog-Betroffener zugesagt. Als nun die Initiative ein solches Gespräch anberaumt hatte, "glänzten bei der Veranstaltung alle eingeladenen staatlichen Stellen durch Abwesenheit.

Warum glänzten staatliche Vertreter beim Fachgespräch der Gaildorfer "Initiative Bürger gegen Elektrosmog" mal wieder durch Abwesenheit?

Die Antwort liegt auf der Hand: Die Gaildorfer BI hat das Symposium am falschen Ort, nämlich in Hirschbach in der Oberpfalz stattfinden lassen. Dort aber gibt es keinen Flughafen. Es müsste doch bekannt sein, dass staatliche Stellen ihre Experten grundsätzlich mit einem Bundeswehrgeschwader einfliegen lassen.

Das nächste Mal sollte die Gaildorfer "Initiative Bürger gegen Elektrosmog" folglich ihre Betroffenenanhörung an einem auch für Experten zugänglichen Ort stattfinden lassen, zum Beispiel in einem Airporthotel am Frankfurter. Münchener oder Brüsseler Flughafen. Schon der Dringlichkeit des Anliegens wegen.

Durch das planlose Vorgehen der Gaildorfer "Initiative Bürger gegen Elektrosmog" wurde wieder einmal anschaulich demonstriert, wie sich manche unserer lieben Mitstreiter durch amateurhaftes Vorgehen selbst ausbremsen und dadurch der gesamten Bewegung schaden!

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"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

Gaildorfer BI: heiße Luft aus kalten Schläuchen

H. Lamarr @, München, Samstag, 27.12.2008, 16:13 (vor 4320 Tagen) @ AnKa

Warum glänzten staatliche Vertreter beim Fachgespräch der Gaildorfer "Initiative Bürger gegen Elektrosmog" mal wieder durch Abwesenheit?

Warum? Das, ihr Gaildorfer, ist schnell erklärt: Staatliche Vertreter haben es einfach nur satt, Erklärungen vor Leuten abzugeben, die wenig wissen und auch nicht unbedingt mehr wissen wollen.

Wer in Gaildorf derart olle Karmellen auftischt, wie sie hier nachzulesen sind, der darf sich nicht wundern, wenn seine Veranstaltung als drittklassig eingestuft und von Entscheidungsträgern gemieden wird. Die haben in aller Regel besseres zu tun, als sich nachgeplapperte abgegriffene Parolen zum x-ten male anzuhören. Nein, die EU-Umweltagentur (EEA) warnt eben nicht - wie behauptet - eindringlich vor den Gefahren der Mobilfunktechnik, das ist nur der Käse, wie ihn schlecht informierte Kritiker verbreiten. In Wirklichkeit geht die EEA weit weniger marktschreierisch ans Werk wenn sie verlauten lässt:

Although the EEA does not have specific expertise in EMF, the case studies of public hazards analysed in the 'Late lessons [http://reports.eea.europa.eu/environmental_issue_report_2001_22/en] ' publication show that harmful exposures can be widespread before there is both 'convincing' evidence of harm from long-term exposures, and biological understanding of how that harm is caused.

Schon vor mehr als 1 Jahr hat Teilnehmer Kuddel die Legendenbildung um die EEA gerade gerückt: Die EEA bestätigt also keineswegs die Gesundheitsgefahren als "wissenschaftlich bewiesen", sondern sie gibt zu, daß ihr für die Beurteilung die fachliche "Expertise" fehlt. Sie sagt auch nicht, daß das "Mobilfunkrisiko vergleichbar mit den Gefahren von Asbest und PCB ist", sondern nur daß es in der Vergangenheit im Fall von Asbest und PCB schon gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt wurden, bevor überzeugende Beweise für die Schädlichkeit gefunden- und die Wirkungsmechanismen verstanden wurden.

Päng! Da bleibt von der vermeintlich "eindringlichen Warnung" wieder einmal nur ein Stoß heiße Luft übrig.

Und wie steht es um die "eindringliche Warnung" des EU-Parlaments? Diese Behauptung beruht auf einer real existierenden Pressemeldung der EU. Schaut man sich die vermeintlich neue Warnung etwas genauer an, bleibt freilich auch hier die Dramatik schnell auf der Strecke. Warum? Weil sich auch diese Warnung nicht etwa auf Experten vom Fach stützt, sondern auf Abgeordnete. Und diese wiederum stützen sich auf die Umweltagentur EEA, die sich ihrerseits auf den (umstrittenen) Report der BioInitiative stützt. Zum perfekt geschlossenen Kreislauf fehlt jetzt nur noch, dass sich die BioInitiative auf die "Warnung" des EU-Parlaments beruft.

Päng! Da bleibt von der vermeintlich "eindringlichen Warnung" ebenfalls nur ein Stoß heiße Luft übrig. Es handelt sich nicht um ein neue unabhängige Bewertung, sondern um eine Wiederholung der "Warnung" der EEA, lediglich anders formuliert.

Zur Erinnerung für Gaildorf: Die BioInitiative hat gegen Funkfeldbelastungen von 1 mW/m² (gemessen im Freien) nichts einzuwenden. Also ihr Gaildorfer, messt doch erst einmal nach, was bei euch vor Ort an den Fensterscheiben so ankommt - und dann sehen wir weiter ...

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Fehlinterpretation, Dilettantismus, Fehler, Legende, Gaildorf, Irrtum, EU-Parlament, EEA, Umweltagentur

Gaildorfer BI: heiße Luft aus kalten Schläuchen

AnKa, Samstag, 27.12.2008, 18:28 (vor 4320 Tagen) @ H. Lamarr

Zur Erinnerung für Gaildorf: Die BioInitiative hat gegen Funkfeldbelastungen von 1 mW/m² (gemessen im Freien) nichts einzuwenden. Also ihr Gaildorfer, messt doch erst einmal nach, was bei euch vor Ort an den Fensterscheiben so ankommt

Vor allem: dahinter. Der Mensch hält sich, allein zu Haus, meistens hinter seinen Fensterscheiben auf.

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"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

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