Wie spatenpauli in 10 min elektrosensibel wurde (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Montag, 21.07.2008, 00:54 (vor 4515 Tagen)

Also, das ging wirklich ganz einfach innerhalb von weniger als 10 Minuten.

Und zwar füllte ich diesen nagelneuen doch leider wegen eines Zeichensatzfehlers auf Seiten des Webservers nur schwer lesbaren Fragebogen der "neuen" Scheiner/Carlo-Organisation aus. Tja, und dann war's passiert, da kam ich dann eben auf 32 Punkte. Mit 32 Punkten bin ich in der Kategorie der Mobilfunkopfer und bin (Originaltext):

... wahrscheinlich zu einer Gruppe mit hohem Risiko zuzuordnen, die an auf Elektromagnetischer Strahlung zurückzuführenden Krankheiten leidet, so dass sowohl ärztliche Bewertung, als auch Behandlung sowohl notwendig als auch empfehlenswert erscheint.

Die Sache hat nun aber einen Haken, denn ich fühle mich ganz und gar nicht als Dahinsiechend zumal der 85 Punkte umfassende Fragebogen doch allerlei Fragen aufwirft wie diese:

@Doris: Sie kennen doch den Fragebogen der Mainzer-Untersuchung und haben berichtet, dass einige der Fragen etwas kitzelig waren. Was sagen Sie zu den Fragen dieses Fragenkatalogs hier, z.B. zu Frage 11?

@caro: Sie sind vom Fach, wie werten Sie diesen Fragebogen? Ist er als seriöse ärztliche Datenerhebung zu werten?

Aus meiner Sicht ist der Fragebogen mit derart viel Allerwelts-Ja-Antworten ausgestattet (nur die bringen Punkte), dass voraussichtlich auch Amazonas-Indianer locker über die 30-Punkte-Klinge springen könnten und sich unversehens als ES wiederfänden. Das Prädikat "ungefährdet" wird einem übrigens auch dann nicht zugestanden, wenn man keine einzige Frage mit Ja beantwortet. Selbst dann ist man aus Sicht der Doktoren Scheiner & Carlo, wie auf der Auswerteseite nachzulesen ist, noch immer wahrscheinlich leicht gefährdet. Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich, die Kompetenz geht flöten :no:.

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, ES-Test, Scheiner, Carlo

Wie spatenpauli in 10 min elektrosensibel wurde

Schmetterling @, Montag, 21.07.2008, 07:15 (vor 4514 Tagen) @ H. Lamarr

Spatenpauli, normalerweise fülle ich keine solche Fragebögen aus. Nun wollt` ich`s wissen. Endlich hab ich für den spatenpauli DEN Beweis, dacht`ich so.

Woll`n Sie das Ergebnis wissen? 9 Punkte


Welchen Zusammenhang haben die Altersgrenzen 18 und 50 Jahre, haben Alkohol- und Drogengenuss mit ES?


der Schmetterling

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Ich möchte nicht vergessen zu erwähnen, dass dies meine persönliche Meinung ist und keine Tatsache.

Wie spatenpauli in 10 min elektrosensibel wurde ▼

Susi, Montag, 21.07.2008, 11:42 (vor 4514 Tagen) @ Schmetterling

Am besten gefallen mir diese Fragen:
Leiden Sie gelegentlich unter dem Gefühl, dass Ihr Leben sinnlos sei?
Haben Sie Partnerprobleme?
Sind Sie grundsätzlich unglücklich?

Ob diese Frage wirklich etwas mit ES zu tun haben?

Gruss

Troll-Wiese: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=entry&id=23112

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Troll-Wiese, Sockenpuppe

Rattenfänger auf der Psycho-Schiene

AnKa, Montag, 21.07.2008, 13:34 (vor 4514 Tagen) @ Susi

Leiden Sie gelegentlich unter dem Gefühl, dass Ihr Leben sinnlos sei? Haben Sie Partnerprobleme? Sind Sie grundsätzlich unglücklich?

Ob diese Frage wirklich etwas mit ES zu tun haben?

Diese Fragen, unbeantwortet, können die Verwandlung in eine/n sogenannte/n "ES" befördern:

"ES"-Sein verleiht dem Leben Sinn.

Interessant hieran: Die Mobilfunkkritiker-Seite entdeckt die Psycho-Schiene. Nicht jedoch, um einen Erklärungsansatz für das Lebensgefühl als "ES" zu finden, sondern um labile Menschen zu Anhängern an den Glauben zu machen, sie seien "ES".

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Rattenfänger

Wie spatenpauli in 10 min elektrosensibel wurde

caro, Montag, 21.07.2008, 12:55 (vor 4514 Tagen) @ H. Lamarr

@caro: Sie sind vom Fach, wie werten Sie diesen Fragebogen? Ist er als seriöse ärztliche Datenerhebung zu werten?


Also ich kam auf 7 Punkte. Der Fragebogen ist nicht geeignet, um "Risikogruppen" auszumachen. Es scheint eher so, als sollten bereits Geschädigte ausfindig gemacht werden. Doch auch das ziemlich Laien-haft. Fragebögen, die nur auf Ja-Nein-Fragen aufbauen, sind grundsätzlich sehr ungenau und ohne Zusatz-Erhebungen völlig wertlos. Offenbar wollten sich die Macher um eine aufwändigere statistische Auswertung herum drücken, die bei differenzierteren Fragebögen anfällt. Normalerweise macht man so eine Erhebung mit Hilfe von Ratings, die Abstufungen erfassen (sehr oft/ stark, oft/stark, ..selten/schwach....nie). Am besten fünfstufig oder mehr, um die Tendenz zur Mitte auszugleichen. Und vor allem auch mit Fragen dazwischen, die eine mögliche Tendenz auf "sozial erwünschtes" Antworten aufzeigen - "Kontrollfragen" sozusagen, die nichts mit dem erhobenen Thema zu tun haben, aber Rückschlüsse auf das Antwortverhalten einer Person erlauben. Solche Fragen sind in diesem Bogen nicht enthalten. Lediglich eine kleine Doppelung zwischen Frage 60 und 72, die aber vermutlich unbeabsichtigt entstanden ist.

Guerilla-Marketing

Franz, Montag, 21.07.2008, 21:48 (vor 4514 Tagen) @ caro

Offenbar wollten sich die Macher um eine aufwändigere statistische Auswertung herum drücken, die bei differenzierteren Fragebögen anfällt.

An eine Auswertung haben die Herrn Doktoren gar nicht gedacht.
Für mich sieht das nach einer (ziemlich platten) Werbekampagne aus.

Ergebnis-Tabelle Wenn Sie weniger als 10 Fragen mit "Ja"-beantwortet haben, sind Sie wahrscheinlich nur leicht gefährdet, an einer auf Elektromagnetische Strahlung zurückzuführende Krankheit zu leiden.

Wenn Sie zwischen 11 und 30 Fragen mit "Ja" beantwortet haben, so sind Sie wahrscheinlich einer Gruppe mittleren Risikos zuzuordnen, an einer auf Elektromagnetische Strahlung zurückzuführende Krankheit zu leiden. Es empfiehlt sich eine ärztliche Bewertung vornehmen zu lassen.

Wenn Sie mehr als 30 Fragen mit "Ja" beantwortet haben, sind Sie wahrscheinlich zu einer Gruppe mit hohem Risiko zuzuordnen, die an auf Elektromagnetischer Strahlung zurückzuführenden Krankheiten leidet, so dass sowohl ärztliche Bewertung, als auch Behandlung sowohl notwendig als auch empfehlenswert erscheint.

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Guerilla-Marketing

BRAVO

KlaKla, Montag, 21.07.2008, 13:13 (vor 4514 Tagen) @ H. Lamarr

Und zwar füllte ich diesen nagelneuen doch leider wegen eines Zeichensatzfehlers auf Seiten des Webservers nur schwer lesbaren Fragebogen der "neuen" Scheiner/Carlo-Organisation aus. Tja, und dann war's passiert, da kam ich dann eben auf 32 Punkte.

BRAVO
Es macht den Anschein, dass hier das Dr. Sommer Team mitwirkte. :clap:

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Meine Meinungsäußerung

Wie spatenpauli in 10 min elektrosensibel wurde

Doris @, Dienstag, 22.07.2008, 00:24 (vor 4514 Tagen) @ H. Lamarr

"neuen" Scheiner/Carlo-Organisation aus. Tja, und dann war's passiert, da kam ich dann eben auf 32 Punkte. Mit 32 Punkten bin ich in der Kategorie der Mobilfunkopfer und bin (Originaltext):

Also, wie kann man auf 32 Punkte kommen :no:
Neben unverschuldeten "Ja" Antworten kann ich mir Ihre "Leichen" schon vorstellen. Ich schaffe gerade mal 6 Ja Antworten, beantworte allerdings z.B. die Frage ob ein Mobilfunksender in meiner Nähe ist mit "nein", da ich den
300 m entfernten nicht sehen kann und der 500 m entfernte nicht "nah" ist und außerdem sehe ich den jetzt um diese Uhrzeit auch nicht ;-)

@Doris: Sie kennen doch den Fragebogen der Mainzer-Untersuchung und haben berichtet, dass einige der Fragen etwas kitzelig waren. Was sagen Sie zu den Fragen dieses Fragenkatalogs hier, z.B. zu Frage 11?

Die Frage Nr. 11 nach dem Rauschgift-Konsum ist noch harmlos zu den Mainzer Fragen. Die gingen wirklich ans Eingemachte.

@caro: Sie sind vom Fach, wie werten Sie diesen Fragebogen? Ist er als seriöse ärztliche Datenerhebung zu werten?

Auch wenn ich nicht caro heiße und auch nicht vom Fach bin, erkenne selbst ich, dass dieser Fragebogen doch recht stümperhaft ist. Viele Fragen zielen auf eine gesunde Lebensweise ab und gerade der hier oft diskutierte Zusammenhang zwischen ES und Öko lässt mich doch annehmen, dass gerade die bekennenden ES gerade diese Fragen, die auf eine gesunde LEbensweise schließen lassen mit "nein" beantworten und ebenfalls die Fragen nach benutzer Funktechnik. Folglich müssten die meisten ES eher wenige "Ja" Antworten haben und dürften somit gar nicht so elektrosensibel sein, wie es der Fragebogen suggeriert. M.E. ist da von jedem ein bisschen was reingepackt, gesunde Lebensweise incl. Ernährung und Sport, Fremdbestrahlung, Krankheiten in der Familie, etwas Psyche und ein bisschen Partnerschaft. Da hat doch jeder ein wenig was zu bieten.

die Kompetenz geht flöten :no:.

Wie wahr.

Wie spatenpauli in 10 min elektrosensibel wurde

Kuddel, Dienstag, 22.07.2008, 19:14 (vor 4513 Tagen) @ Doris

Also, wie kann man auf 32 Punkte kommen :no:

Ich bin auf 24 Punkte gekommen :lookaround:

Wie spatenpauli in 10 min elektrosensibel wurde

Doris @, Dienstag, 22.07.2008, 20:15 (vor 4513 Tagen) @ Kuddel

Also, wie kann man auf 32 Punkte kommen

Ich bin auf 24 Punkte gekommen :lookaround:

Dann zeigt das schon mal, dass der Fragebogen Müll ist. Die Männer hier scheinen ein deutlich höheres Risiko zu haben als die Frauen.

Also das Studiendesign stimmt hier wohl nicht. :no:
Wenn wir jetzt ein Statistik machen, bedeutet das, die drei Frauen sind gar nicht gefährdet, obwohl zwei als ES gelten und ich auch Funkerfahrung hinter mir habe und die beiden hochgradig gefährdeten Männern sind "pumperlgsund". Oder Ihr wisst es noch nicht, dass Ihr schon am Dachinsiechen seid ;-)

Eigene Funktechnik und nahe Sendemasten, wie sie bei Städtebewohner eben doch üblich sind, machen gleich ein paar "Ja" Antworten mehr aus. Gesunde Familie bringt "Nein" Antworten und dann natürlich gesunde Ernährung und Sport, da kann man punkten, wenn man fleißig ist.

Kleines Experiment zur Verblindung

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 23.07.2008, 00:54 (vor 4513 Tagen) @ Doris

Also, wie kann man auf 32 Punkte kommen :no:

Vielleicht liegt das daran, dass ich die "Verblindung" geknackt hatte. Bevor ich den Fragebogen ausfüllte, habe ich probeweise mal auf "Kalkulieren" gedrückt und dann die drei Auswertungskategorien gesehen. Da wußte ich dann: je mehr Ja-Antworten, desto elektrosensibel. Naja, unterschwellig muss mich dies wohl doch stark beeinflusst haben, im Zweifel eher Ja zu wählen, denn bewusst geschummelt habe ich bei der Beantwortung nicht. Probieren Sie's vielleicht mal bei ihrer BI aus, wenn Sie zum Ausfüllen des Fragebogens bitten: Der ersten Hälfte sagen Sie nichts über die Bedeutung der Ja-Antworten, der zweiten Hälfte dagegen schon. Nach Roethlisberger und Dickson müssten die Probanden der zweiten Hälfte dann mehr Punkte ansammeln als die der ersten Hälfte.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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