Neues aus Wien: Entlastung für Reflex-Studien (Forschung)

H. Lamarr @, München, Montag, 30.06.2008, 21:01 (vor 5275 Tagen)

[Hinweis: Nach Prüfung bzgl. Verbotsbehauptung wieder frei gegeben am 05.12.2015]

Entgegen meiner Ankündigung hier, wird Hugo Rüdiger die aktuellen Vorgänge in der Untersuchungskommission der Med. Uni Wien zu den Fälschungsvorwürfen nun doch nicht kommentieren. Und zwar deshalb nicht, weil es den Akteuren in dieser Affäre untersagt ist, Internas öffentlich zu kommentieren. Trotz dieses Maulkorbes ist es dem österreichischen Online-Magazin "Profil Online" gelungen, aktuelle Hintergrundinformationen zu recherchieren und diese in dem Beitrag Strahlenschmutz der Ausgabe 27/2008 zu publizieren.

Hier in Kürze die wichtigsten Informationen aus diesem Beitrag

- Rüdiger/Prof. A. ziehen die beanstandeten Studien nicht zurück.

- Der Vorsitzende der Uni-Untersuchungskommission musste wegen seiner Verbindung zu einem Netzbetreiber den Vorsitz abgeben. Dies könnte bedeuten, dass die unter seinem Vorsitz erarbeiteten Stellungnahmen der Kommission für Null und Nichtig erklärt werden.

- Die Laborassistentin dementiert ihr angebliches "Geständnis", das in der Presse-Information der Med. Uni Wien eine tragende Rolle inne hat. Sie sagt: "Ich erkläre, dass die von Prof. Wolf [Anm. Red.: Rektor der Uni] und DI Pilger [Anm. Red.: Laborleiter] unterschriebene Erklärung vom 5.5.2008 - dass ich seit zwei Jahren den Code der Expositionskammer gekannt und somit nicht unter Blindbedingungen gearbeitet habe - unrichtig ist."

- Die beiden im Rahmen des Reflex-Projekts durchgeführten Handystudien ­habe sie, die Laborassistentin, "ausnahmslos unter Doppelverblindung durchgeführt und ausgewertet". Damit entlastet sie sowohl die 2005 (Reflex, GSM) als auch die 2008 (Reflex, UMTS) publizierte Studie vom Fälschungsvorwurf!

- Am 19. Juni bei der letzten Kommissionssitzung wurde überraschend ein neues Dokument - datiert auf 2005 - vorgelegt, das geknackte Verblindungscodes der Expositionskammern zeigen soll. Dazu erklärt die Laborassistentin, sie habe das Papier weder verfasst noch jemals zuvor gesehen.

- Die nächste Sitzung der Kommission findet am 23. Juli 2008 statt.

- Hugo Rüdigers Stellvertreter als Chef der Arbeitsmedizin war seinerzeit Christian Wolf, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats Funk (WBF) ist [Rüdiger: "größter Verharm­losungsklub unter dem Deckmantel der Objektivität"]. Zwischen Rüdiger und Wolf soll es starke Spannungen gegeben haben. Wolf ist gegenwärtig Interimsleiter der Arbeitsmedizin und könnte ein berufliches Interesse daran haben, die Reflex-Studien - deren Ergebnisse er "nie geglaubt" habe, in Misskredit zu bringen.

- Der Rektor der Med. Uni Wien soll auf Tauchstation gegangen sein und sich gegenwärtig nicht mehr öffentlich zu der Affäre äußern.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Profil, Verblindungscode, WBF, Wolf, Pilger, Kratochvil, Widerruf

Filmreif

caro, Dienstag, 01.07.2008, 16:37 (vor 5274 Tagen) @ H. Lamarr

Trotz dieses Maulkorbes ist es dem österreichischen Online-Magazin "Profil Online" gelungen, aktuelle Hintergrundinformationen zu recherchieren und diese in dem Beitrag Strahlenschmutz der Ausgabe 27/2008 zu publizieren.

Ein Lehrstück zum Thema Mobilfunk und Filz! So langsam wird die ganze Geschichte filmreif!
Wenigstens gibt es noch (Online-)Journalisten, die fundiert recherchieren und sich nicht - wie Der Spiegel beim Thema Mobilfunk - mit obeflächlichem Populismus und Effekt-Hascherei begnügen.

Berichtigung

H. Lamarr @, München, Samstag, 19.07.2008, 18:04 (vor 5256 Tagen) @ H. Lamarr

"Ich erkläre, dass die von Prof. Wolf [Anm. Red.: Rektor der Uni]

Falsch: Nicht Prof. Wolf, sondern Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schütz ist Rektor der Med. Uni Wien.

Prof. Christian Wolf war unter Hugo Rüdiger stellvertretender Leiter der Abteilung Arbeitsmedizin und ist jetzt Leiter der Arbeitsmedizinischen Ambulanzen an der Med. Uni Wien.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

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