Globale Bürgerwelle in Planung (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Freitag, 02.05.2008, 19:18 (vor 4288 Tagen)

Kann es eine Internationale Nicht-Regierungs-Organisation überhaupt geben? Eigentlich nicht. Aus Sicht von Christine Aschermann aber schon (Stand: Oktober 2007). Und Wikipedia stößt ins selbe Horn. Dabei wäre der Gegenspieler eine obskure internationale Weltregierung.

Die Nicht-Regierungs-Organisation ist lediglich die einfallslose 1:1-Übersetzung des englischen NGO (Non-Governmental Organization). Der Schwachsinn wird sich zwar nicht mehr stoppen lassen, dennoch möchte ich ein paar Übersetzungsalternativen nennen, die mMn besser sind:

- Verein
- Protestbewegung
- Bürgerbewegung
- Nichtstaatliche Organisation
- Wohnzimmerlobby
- Zusammenschluss stark motivierter Privatleute zum Zweck der Eigeninteressenvertretung gegenüber staatlich-ökonomischer Willkür (und weil dies doch etwas lang geraten ist, hier das einprägsame Kürzel: ZPZESÖW).

Womit ich sagen will: Die Organisationsstrukturen nationaler Kritikerorganisationen sind mMn nicht darauf ausgelegt, eine global brandende Bürgerwelle zweckmäßig zu unterstützen. Der neue Konstrukt müsste völlig selbständig arbeiten. Nur, woher bitte sollen kompetente Leute kommen und wer soll das bezahlen?

Nachtrag: Entschuldigung, da habe ich nicht richtig aufgepasst. Das Finanzproblem ist - zumindest auf dem Papier - bereits gelöst worden (siehe Link), nämlich mit zahlenden "Exekutiv"-Mitgliedern.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

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Fairness, Bürgerwelle, Aschermann, Protestbewegung, Mitglieder, Finazierung

Vitamine und naschen

Kuddel, Freitag, 02.05.2008, 20:12 (vor 4288 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Freitag, 02.05.2008, 21:00

Nachtrag: Entschuldigung, da habe ich nicht richtig aufgepasst. Das Finanzproblem ist - zumindest auf dem Papier - bereits gelöst worden (siehe Link), nämlich mit zahlenden "Exekutiv"-Mitgliedern.

Zitat:
Ein monatliches Magazin mit dem packenden Titel "Der Elektrosmog" mit zahlenden Exekutiv-Mitgliedern (die ihre Waren und Dienstleistungen inserieren könnten)

Übersetzt:

"Exekutiv-Mitglieder", (=Baubiologen-, Meßgeräte- und Abschirmungs-Hersteller) finanzieren den Verein

"Professionelle Mitglieder" (Ärzte, Forscher) geben das Geld für Forschung aus
(ob die Forschung wohl "unabhängig ist?)

Assoziierte Mitglieder (normale Bürger) erhalten das Magazin "mit dem packenden Titel: der Elektrosmog"

Ein interessantes Geschäftsmodell...bei welchem alle gewinnen.

Neu ist das nicht.
Wer kennt sie nicht, die "wissenschaftlichen" Fachartikel in Fernsehzeitungen über neueste Forschungsergebnisse zu (hier Wellnes-Produkt einfügen), wo oben in der Ecke verschämt das Wörtchen "Anzeige" gedruckt ist.

Bio-Prot*ct schütz vor schädlicher Handystrahlung, Zeolith dient der Vorbeugung, natürlich mit wissenschaftlichem Wirkungsnachweis...

Oder das Medium Fernsehen selbst:

Die Firma Pr*cter und Gamble beauftragt einen "Doktor Biest" im Fernsehen über die richtige Zahnbürste zu informieren (ganz uneigennützig).
Und die Zuschauer werden mit den Forschungsergebnissen der Dr. Biest Forschung "beglückt".
Alle sind zufrieden, den Zuschauern ist geholfen, weil ihre Zähne gesund bleiben.

In einem "klinischen Test" wurde übrigens bestätigt, daß die Zahncreme "Signol" besser vor Karies schützt, als andere...

Endlich weiß man, daß man seinen Kindern mit Zuckerbonbons Typ "Vitamine und Naschen" etwas gutes tut...oder mit einer Zuckerschnitte den Kindern heimlich "eine extra Portion Milch" verabreichen kann, ohne daß diese es merken...

In einem wissenschaftlichen Test wurde auch nachgewiesen, daß "Calgan" das Leben der Waschmaschine verlängert..oder "Oil of Oluz" die Fältchen spürbar verringert.

Ich bin 30 und sehe aus wie 29, dank "Bio-vitol".

Prost.

K

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Geschäftsmodell, Vitamine, Werbung, Dienstleistung, Wellness, Selbsthilfeverein, Zeolith, Seilschaften

Eine feine Gesellschaft

AnKa, Freitag, 02.05.2008, 22:30 (vor 4288 Tagen) @ Kuddel
bearbeitet von AnKa, Freitag, 02.05.2008, 22:45

"Exekutiv-Mitglieder", (=Baubiologen-, Meßgeräte- und Abschirmungs-Hersteller) finanzieren den Verein

"Professionelle Mitglieder" (Ärzte, Forscher) geben das Geld für Forschung aus (ob die Forschung wohl "unabhängig ist?)

Assoziierte Mitglieder (normale Bürger) erhalten das Magazin "mit dem packenden Titel: der Elektrosmog"

Ein interessantes Geschäftsmodell...bei welchem alle gewinnen.

Die Zielgruppe dieser feinen Gesellschaft sind kranke und psychisch kranke Menschen: an Krankheiten, an Angst- und Wahnvorstellungen, an Psychosen, an Schizophrenie Leidende; und viele entsprechend gefährdete Mitmenschen.

Das ist das eigentlich Traurige und Empörende.

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"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

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Fairness, Kundenakquise, psyisch Kranke, Psychose

Eine feine Gesellschaft

Kuddel, Samstag, 03.05.2008, 00:22 (vor 4288 Tagen) @ AnKa
bearbeitet von Kuddel, Samstag, 03.05.2008, 00:45

Der Fehler an dem Konstrukt ist, daß man den Bock zum Gärtner macht.

Exekutiv- => lt Lexikon "auführende Gewalt"

D.h. jene, die an Elektrosensiblen Geld verdienen, haben in dem Verein koordinierende und überwachende Funktion. Und da soll "unabhängige Forschung" mit geschaffen werden ???

Was für eine Motivation sollten die "Exekutiv-Mitglieder" haben, den Verein finanziell zu tragen ?

=> Alles uneigennützige Gutmenschen und Gönner der Menschheit ?
=> Oder Marktwirtschaft, d.h. eine kleine Summe investieren, um eine größere zu verdienen ?

Was ist die Zielgruppe von Baubiologen /Abschirmungsherstellern ?
=> Kunden, welche Angst vor gesundheitlichen Auswirkungen von Elektrosmog haben.

Wie kann man den Umsatz mehren ?
=> Möglichst viele von der Gefährlichkeit von Elektrosmog überzeugen (aufklären)

Wie macht man das ?
=> monatliches Magazin mit dem "packenden Titel: Der Elektrosmog" (und eine Webseite)

Wie überzeugt man den Kunden, das man nur edle Motive hat und nicht nur sein Geld will ?

=> man stellt einfach "Forderungen" , die einem selbst nichts kosten und die andere (Politik) erfüllen sollen , z.B. Reduzierung einer (vorher selbst definierten) "Belastung".
=> Man erwähnt Kinder und Krankenhäuser, das wirkt immer....

Was passiert, wenn die Forderungen erfüllt werden ?
=> Wenn die Politiker auf die Forderungen eingehen, gibt es zwei Möglichkeiten:

A) Im Fall von Forschungsergebnissen stellt man diese in Frage, bzw man bezichtigt die Ausführenden der Befangenheit bzw. Bestechlichkeit...
..nachdem die Forderungen erfüllt wurden, nicht vorher, denn würde man ja nachher nicht so argumentieren können ..

B) Wenn Forderungen nach Reduzierung von Elektrosmog erfüllt wurden (Vorsorgeprinzip), folgert man daraus, daß dies der (geheim gehaltene) Beweis für eine Schädlichkeit sei und senkt aufgrund dessen die vorher selbst erfundenen Grenzwerte weiter.

Nein, eine Finanzierung und vor allem Koordinierung durch die Nutznießer des Elektrosmogs macht die Sache für mich von vornherein unglaubwürdig.
Das ist im Prinzip das Gleiche, als wenn Vodaf*ne & Co die Menschen über die Ungefährlichkeit von Mobilfunk aufklärt.

K

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Gutmensch, Befangenheit

Eine feine Gesellschaft

AnKa, Samstag, 03.05.2008, 08:27 (vor 4288 Tagen) @ Kuddel

die Nutznießer des Elektrosmogs

Interessanter Blickwinkel.

Naiv wie ich bin, habe ich bisher immer gedacht, daß Baubiologen Gutmenschen sind, deren Ziel es ist, Ihren Beruf überflüssig zu machen.

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NGO - Nichtre Gier Ungsorga Nis Ation

H. Lamarr @, München, Freitag, 23.10.2009, 00:46 (vor 3750 Tagen) @ H. Lamarr

Die Nicht-Regierungs-Organisation ist lediglich die einfallslose 1:1-Übersetzung des englischen NGO (Non-Governmental Organization). Der Schwachsinn wird sich zwar nicht mehr stoppen lassen, dennoch möchte ich ein paar Übersetzungsalternativen nennen, die mMn besser sind:

Die Ausgabe 35/2009 der EU-Nachrichten brachte jetzt die ultimative Alternative zur Übersetzungs-"Beklopptness" der Nicht-Regierungs-Organisation:

Bürgerrechtsorganisation

Bei der Gelegenheit ...

Weit ist er nicht in die Länder geschwappt, der internationale Bürgerwellen-Tsunami, den uns Dr. Aschermann 2007 vorhersagte. Waren wohl zuviele Häuptlinge da - und keine Indianer: C'est la vie.

Irgendein Spinner schrieb damals (unter der verlinkten Quelle) doch allen Ernstes:

Als internationale NGO müssen wir initial
1. ein Gremium von Direktoren einsetzen

Hört sich nach Hartz IV für Dr. Carlo an.

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