Deutsches Mobilfunk Forschungsprogramm ▼ (Allgemein)

KlaKla, Mittwoch, 02.04.2008, 11:23 (vor 4162 Tagen)

Auf folgender Seite wurden Aktualisierungen vorgenommen:
http://www.emf-forschungsprogramm.de/www/home/abschlussphase/KP_intFG_Langzeiteffekte.html

Was wurde durch die Projekte erreicht?
* Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Salford bezüglich einer erhöhten Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke und der Entstehung sogenannter "Dunkler Neurone" nach einer einmaligen, 2-stündigen HF-Exposition nach Mobilfunkstandard (GSM und UMTS) wurden nicht bestätigt. In einer tierexperimentellen 3-Generationen-Studie an Ratten wurde keine Beeinflussung der Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke oder von CA1-Neuronen gefunden. Aber: bei einer über mehrere Wochen hinweg wiederholten Kopfbefeldung traten bei einem SAR-Wert von 13 W/kg unter GSM-Befeldung Effekte auf. Dieses Ergebnis müsste unabhängig bestätigt werden. Für eine Diskussion möglicher Effekte auf Genexpression muss die vollständige RT-PCR-Analyse einer laufenden in vitro Studie abgewartet werden.

* Es wurden keine Hinweise auf die Induktion von Tinnitus im Tiermodell gefunden, weder in Verhaltenstests noch auf molekularer Ebene (Expression Tinnitus-spezifischer Gene).

* Die Entwicklung von Lymphomen wurde in einem speziellen Tiermodell, der AKR-Maus untersucht. Unter Langzeitexposition mit GSM oder UMTS (SAR 0.4 W/kg) traten keine Unterschiede zwischen exponierten Tieren und Kontrollen auf. Bezüglich der Frage einer Gewichtszunahme bei GSM-exponierten Tieren sind die Ergebnisse der laufenden Metabolismus-Studie abzuwarten.

* Eine 4-Generationen-Studie an chronisch UMTS-exponierten Mäusen war noch nicht vollständig ausgewertet. Aus den vorliegenden vorläufigen Ergebnissen ergaben sich keine Hinweise auf negative Effekte auf Fortpflanzung und Entwicklung.

* Vorläufige, noch zu validierende Ergebnisse aus einer dosimetrischen Studie an anatomischen Kopfmodellen von Kindern ergaben Hinweise darauf, dass in einigen Regionen des kindlichen Kopfes höhere SAR-Werte auftreten als im Erwachsenen-Modell. Diese Ergebnisse sind zu validieren, die Endergebnisse der laufenden Studie sind abzuwarten.

* In einer durchgeführten Machbarkeitsstudie wurden keine geeigneten Kohorten für eine epidemiologische Studie mit beruflich hoch HF-exponierten Personen gefunden.

* In einer weiteren Machbarkeitsstudie wurde die Möglichkeit geprüft, sich an einer internationalen prospektiven Kohortenstudie an Mobilfunknutzern (COSMOS) zu beteiligen. Aufgrund geringer Teilnahmebereitschaft, aufwändiger Expositionserfassung und Schwierigkeiten bei der Verfolgung bestimmter Endpunkte ließ sich die deutsche Teilnahme an dieser Studie im Rahmen des DMF nicht realisieren.

* Die Teilnahme an der internationalen Fall-Kontroll-Studie zu Hirntumoren (INTERPHONE) hat wertvolle Informationen erbracht. In den nationalen Teilstudien wurde übereinstimmend gezeigt, dass das Risiko von Mobilfunknutzern, an einem Hirntumor zu erkranken, für die Nutzergruppe bis 10 Jahre nicht erhöht ist. Für eine Beurteilung der Langzeitnutzergruppe (über 10 Jahre) müssen die Daten der Teilnehmerländer zusammengefasst ausgewertet werden.

* Es wurde ein verbessertes Studiendesign entwickelt, um das Risiko kindlicher Leukämie in der Nähe von Radio- und Fernsehsendern zu untersuchen. Ergebnisse der laufenden Fall-Kontroll-Studie sind abzuwarten.

Troll-Wiese: http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=entry&id=20058
http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?mode=entry&id=20059

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Meine Meinungsäußerung

Tags:
Leukämie, DMF, Hirntumor, Tinnitus, Blut-Hirn-Schranke, Tierexperiment

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