Hausmannstätten (Allgemein)

caro, Donnerstag, 27.03.2008, 10:56 (vor 4870 Tagen)

Ministerium bestätigt: Keine C-Netz-Station am Standort Hausmannstätten
Utl.: Keine Rechercheanfrage bei BMVIT erfolgt
In der Sache "C-Netz-Studie Hausmannstätten" (Krebsuntersuchung zu einer nicht-existenten Mobilfunkanlage) durch den Salzburger Umweltmediziner Dr. Gerd Oberfeld hat sich die Faktenlage weiter erhärtet. In einem offiziellen Schreiben des Verkehrsministeriums an die, mit der Beurteilung der Oberfeld-Studie befassten Abteilung im Gesundheitsministerium, heißt es: "In Hausmannstätten selbst hat es keine Sendeanlage für das C-Netz gegeben." Damit liegt die offizielle Bestätigung vor, dass es sich um ein "Falschgutachten" handelt und somit nicht als Beleg für einen Zusammenhang zwischen Krebs und Mobilfunk dienen kann. Das Gesundheitsministerium ist nun aufgerufen, den Anrainern in Hausmannstätten und im benachbarten Vasoldsberg die unbegründete Angst vor der falsch zugeordneten Quelle für die Krebsfälle zu nehmen.
Die Stellungnahme des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) fußt auf den Ergebnissen der Recherche der Fernmeldebehörde I. Instanz (Fernmeldebüro Graz bzw. Funküberwachung Graz) bzw. aus den entsprechenden Unterlagen des ehemaligen Betreibers des C-Netzes. Das C-Netz in Österreich wurde zu einer Zeit errichtet und betrieben (1984-1997), als die Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung (PTV) noch eine Behörde war und als einziger Betreiber eines Mobilfunknetzes fungierte (Fernmeldemonopol). Nach der Marktöffnung wurde 1998 das Mobilfunkgeschäft des ehemaligen Monopolisten PTV/PTA in eine eigene Gesellschaft (mobilkom austria) ausgelagert, die somit die betriebliche und rechtliche Nachfolgerin der PTV/PTA ist. Als diese verfügt sie auch über die Daten der vor der Privatisierung errichteten Sendeanlagen..
Auch hinsichtlich der vermeintlichen Rechercheanfrage Dr. Oberfelds an das BMVIT klärt das Schreiben auf: "Nur der Vollständigkeit halber darf darauf hingewiesen werden, dass Herr Dr. Oberfeld keine konkrete Anfrage betreffend die von ihm in der Untersuchung genannten Senderstandorte an das BMVIT gerichtet hat, weder schriftlich noch mündlich."
"Sämtliche Fakten liegen nun auf dem Tisch. Alles weitere wird im Rechtsverfahren geklärt werden", erklärt FMK-Geschäftsführer Maximilian Maier die weitere Vorgehensweise. "Ungeachtet dessen, muss die Arbeitsgruppe im Gesundheitsministerium die Arbeit grundsätzlich betrachten. Und es muss dringend daran gelegen sein, den tatsächlichen Verursacher für die Krebsfälle in Hausmannstätten zu finden", urgiert Maier raschen Handlungsbedarf der Politik.
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Wien, 27. März 2008
Für Rückfragen:
Michael Buchner

Tags:
Oberfeld, C-Netz, Hausmannstätten

Schreckstarre?

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 27.03.2008, 17:32 (vor 4870 Tagen) @ caro

Ministerium bestätigt: Keine C-Netz-Station am Standort Hausmannstätten

Nanu? Sind jetzt alle Vielschreiber des Forums in eine Schreckstarre verfallen, oder wo bleiben die giftigen/entrüsteten Kommentare?

Sieht nicht gut aus für Oberfeld. Aller Voraussicht nach wird nun die Legende fertig gestrickt werden müssen, von einer konzertierten Aktion österreichischer Mobilfunkbetreiber mit Ministerien, Aufsichtsbehörden und vielleicht auch noch Justizbehören gegen den armen Oberfeld, um den arg ramponierten Ruf des tapferen aber vielleicht doch etwas unvorsichtigen Mediziners zu retten. Steine schmeißen wäre jetzt nicht fair und noch immer zu früh, denn der entscheidende Akt dieses Dramas dürfte ja wohl das Ergebnis der Unterlassungsklage sein. Solange die Justiz schweigt, ist Oberfeld unschuldig. Wetten würde ich auf ihn nach der heutigen Eröffnung freilich nicht mehr. Stellt sich umgehend also aller Voraussicht nach die Frage: Was bedeutet dieser "Skandal" für die mitteleuropäische Mobilfunkkritik? Ende und Aus, oder heilsamer Schock?

Hintergrund
Studie zum C-Netz
Skandal um Oberfeld-Studie

--
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Tags:
Unterlassungsklage

Schreckstarre?

caro, Freitag, 28.03.2008, 09:59 (vor 4869 Tagen) @ H. Lamarr

Sieht nicht gut aus für Oberfeld. Aller Voraussicht nach wird nun die Legende fertig gestrickt werden müssen, von einer konzertierten Aktion österreichischer Mobilfunkbetreiber mit Ministerien, Aufsichtsbehörden und vielleicht auch noch Justizbehören gegen den armen Oberfeld, um den arg ramponierten Ruf des tapferen aber vielleicht doch etwas unvorsichtigen Mediziners zu retten. Steine schmeißen wäre jetzt nicht fair und noch immer zu früh, denn der entscheidende Akt dieses Dramas dürfte ja wohl das Ergebnis der Unterlassungsklage sein. Solange die Justiz schweigt, ist Oberfeld unschuldig. Wetten würde ich auf ihn nach der heutigen Eröffnung freilich nicht mehr.

Ich wäre sehr, sehr vorsichtig damit, eine Presse-Erklärung eines Lobby-Vereins für bare Münze zu nehmen. Wie lange werden Daten über Sendeanlagen in Österreich aufbewahrt? (10 Jahre? oder länger?). Hausmannstätten soll ein Füllsender gewesen sein. Werden solche Füllsender überhaupt in den Akten geführt? Und wenn ja, wie lange? Viele Fragen - und erst wenn die beantwortet sind, würde ich mir ein Urteil erlauben.

Schreckstarre?

H. Lamarr @, München, Freitag, 28.03.2008, 13:34 (vor 4869 Tagen) @ caro

Ich wäre sehr, sehr vorsichtig ...

Ja, ich bin's sogar!

--
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Entgegnung von Dr. Oberfeld

Gast, Donnerstag, 27.03.2008, 21:30 (vor 4870 Tagen) @ caro

Mobilfunkforschung in Österreich

Vorher: keine Auskunft, Nachher: Klage

Wien (OTS) - Die Reihe der verunglimpfenden und desavouierenden Pressemeldungen wird vom FMK nun mehr offenbar fortgesetzt. Entgegen der heute getroffenen Behauptung erfolgten durch Dr. Gerd Oberfeld sehr wohl inhaltliche Anfragen zum C-Netz sowohl beim BMVIT als auch bei der Mobilkom Austria AG. Seitens des BMVIT wurde gegenüber Dr. Oberfeld anlässlich einer persönlichen Anfrage erklärt, dass die Daten über das C-Netz nicht mehr existent sind, da diese gelöscht wurden. Die jetzige "Bestätigung" des angeblichen Nichtbestandes ist also im höchsten Maße erklärungsbedürftig. Die an Mobilkom Austria zum C-Netz gestellten einfachen technischen Fragen wurden nicht einmal ansatzweise beantwortet. Vielmehr hat die Mobilkom Austria AG eine Liste von Gegenfragen an Dr. Oberfeld gerichtet, da offenbar kein Wille bestand inhaltliche Fragen zu beantworten. Dadurch wenig verunsichert, hat Dr. Oberfeld weitergehende Kontakte genützt um seine Recherchen ordnungsgemäß durchzuführen.

Es ist jedenfalls bemerkenswert dass trotz Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens FMK weiterhin versucht durch öffentliche Presseaussendungen die Integrität Dr. Oberfelds zu erschüttern. Wenn FMK von einem "falschen" Gutachten spricht, so werden solche Behauptungen selbstverständlich einer rechtlichen Überprüfung zugeführt werden müssen.

Rückfragehinweis:
Dr. med. univ. Gerd Oberfeld
Tel. 0662/8042-2969
gerd.oberfeld@salzburg.gv.at

Entgegnung von Dr. Oberfeld

RDW, Donnerstag, 27.03.2008, 22:10 (vor 4869 Tagen) @ Gast

Wien (OTS) - Die Reihe der verunglimpfenden und desavouierenden Pressemeldungen wird vom FMK nun mehr offenbar fortgesetzt.

Ja, so ist das eben, wenn ein Studienautor sein Ergebnis am Tag der Ablieferung an den Auftraggeber ebenso in mobilfunkkritische Foren einspeist, noch bevor jemand einen unabhängig prüfenden Blick darauf werfen konnte.
Bei einem peer-review oder überhaupt einem seriösen wissenschaftlichen Vorgehen bei der Veröffentlichung
- zuerst in Fachkreisen- wäre das alles nicht passiert. Doch so war wie bereits in Naila eben "Wirkung" gefragt und die kommt nun anders als erhofft und gewohnt.

So wird es nun ein Gericht klären müssen, das sich wohl kaum vom Hörensagen, vermeintlichen Erinnerungen oder einfachen Behauptungen beeindrucken lassen wird, sondern dem Fakten vorgelegt werden müssen und das Ende wird dicker und dicker....

RDW

Nicht entmutigen lassen, Herr Dr. Oberfeld!

AnKa, Donnerstag, 27.03.2008, 23:42 (vor 4869 Tagen) @ Gast

Entgegen der heute getroffenen Behauptung erfolgten durch Dr. Gerd Oberfeld sehr wohl inhaltliche Anfragen zum C-Netz sowohl beim BMVIT als auch bei der Mobilkom Austria AG. Seitens des BMVIT wurde gegenüber Dr. Oberfeld anlässlich einer persönlichen Anfrage erklärt, dass die Daten über das C-Netz nicht mehr existent sind, da diese gelöscht wurden. Die jetzige "Bestätigung" des angeblichen Nichtbestandes ist also im höchsten Maße erklärungsbedürftig.

HERRGOTTNOCHMAL!

Herr DOKTOR OBERFELD!

IRGENDEINE FOTOGRAFIE, auf der der Sendemast zufällig mit abgebildet ist, wird sich doch wohl AUFFINDEN lassen!

Ein Liebespaar auf der Parkbank vielleicht, das sich mit dem Selbstauslöser verewigt hat - dahinter zufällig unauffällig der Sendemast. Oder ein Passant hat seinen Hund geknipst, wie er an den Sendemast pinkelt. Oder er erinnert sich wenigstens daran, wie der Hund plötzlich Funken gesprüht hat und danach verdampft ist. Oder irgendein Lokalreporter hat das Stadtinnere abgelichtet, am Horizont natürlich die dräuende Silhouette des Sendemasten, im Vordergrund die umherwankenden Krebskranken.

Werfen Sie Zettel in die Briefkästen, geben Sie eine Suchanzeige auf!

IRGENDEINEN BEWEIS für das einstige Vorhandensein des krebserzeugenden Sendemasten treiben Sie so ganz sicher auf! Die Bevölkerung ist auf Ihrer Seite!

--
"Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere." (Groucho Marx)

Nicht entmutigen lassen, Herr Dr. Oberfeld!

Kuddel, Freitag, 28.03.2008, 11:57 (vor 4869 Tagen) @ AnKa
bearbeitet von Kuddel, Freitag, 28.03.2008, 12:26

IRGENDEINE FOTOGRAFIE, auf der der Sendemast zufällig mit abgebildet ist, wird sich doch wohl AUFFINDEN lassen!

In der Studie von Oberfeld (ursprünglich hier zu finden, jetzt offensichtlich vom Netz genommen)
war auf Seite 17 ein Photo des Wählamtes inklusive Antenne mit dem Begleittext :

Abbildung 4: Rechte Bildhälfte: Wählamt Schemmerlstraße mit C-Netz (NMT 450) Sende- und
Empfangsanlage, 8071 Hausmannstätten, Grundstück-Nr. 865, KG Hausmannstätten, 1994. Quelle W.
Sabutsch.

[image]


Unabhängig von der Frage, ob der Mast nun existent war oder nicht, hier
noch eine Studienkritik von Dr. Martin Röösli, erstellt für die Schweizer Krebsliga...

Frage an den Admin: Ist es erlaubt in einem Forum ein (verkleinertes) Screenshot einzustellen (Urheberrecht)?
Falls nicht, das Photo bitte löschen.

Download der Original-Studie

H. Lamarr @, München, Freitag, 28.03.2008, 12:18 (vor 4869 Tagen) @ Kuddel

Nicht entmutigen lassen, Herr Dr. Oberfeld!

charles ⌂ @, Freitag, 28.03.2008, 13:06 (vor 4869 Tagen) @ Kuddel

Abbildung 4: Rechte Bildhälfte: Wählamt Schemmerlstraße mit C-Netz (NMT 450) Sende- und Empfangsanlage ...

[image]


Derartige Antennen gibt es in die Niederlande und Belgien für TETRA.

Sehe www.hetbitje.nl/bitjeD2711f.pdf Seite 10.

TETRA liegt bei 380-400 MHz.
Laut Wikipedia lag das C-netz bei Frequenzbereich 451,30-455,74 MHz und 461,30-465,74 MHz.

Also, kann die Antenne auf der Abbildung gut von einem C-Netz gewesen sein.

--
Charles Claessens
www.milieuziektes.nl

Da ist ja ein Beweisfoto!

H. Lamarr @, München, Freitag, 28.03.2008, 13:33 (vor 4869 Tagen) @ Kuddel

ein Photo des Wählamtes inklusive Antenne ...

Ach du meine Güte, ich dachte immer, die Bilder wären symbolisch und mit Mitteln der Bildmontage eher zur Illustration der Bleiwüste angefertigt worden. Sieht aber nicht danach aus, auch im vergrößerten Original konnte ich nichts erkennen, was nach Bildmontagearbeiten aussieht. Dieses Foto ist allem Anschein nach echt und zeigt zweifellos Rundstrahlantennen, die gut zum C-Netz gepasst haben. Jetzt noch ein Eid von der Bildquelle W. Sabutsch - und Oberfeld hat wieder Oberwasser. Hätte mir einer so ein Foto vorgelegt, ich hätt's auch geglaubt. Da man genau sieht, wo der Mast durch die Dachhaut ging, sollte es aber doch nicht so schwer sein, Spurensicherung zu betreiben und z.B. Mastschellen, jüngere Dachziegel und dergleichen sicherzustellen.

Wer dieses Foto anzweifelt sagt ja nichts anderes, als dass es eine Fälschung ist. Uiii, das wird ja immer aufregender

Frage an den Admin: Ist es erlaubt in einem Forum ein (verkleinertes) Screenshot einzustellen (Urheberrecht)? Falls nicht, das Photo bitte löschen.

Ich stehe als Forenmaster sowieso mit einem Bein im Knast, da kommt es auf so eine kleine Biegung des Urheberrechts auch nicht mehr drauf an. Da der Auftraggeber der Studie ein staatliches Organ ist, hoffe ich auf mehr Milde, als wenn das Foto allein einer Privatperson oder einem gewinnorientierten Unternehmen zuzuordnen ist.

--
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Da ist ja ein Beweisfoto!

Kuddel, Freitag, 28.03.2008, 14:31 (vor 4869 Tagen) @ H. Lamarr

Jetzt noch ein Eid von der Bildquelle W. Sabutsch und Oberfeld hat wieder Oberwasser.

Der Name Sabutsch tauchte in der Kritikerszene schon früher auf.
Die Familie gehört offensichtlich selbst zu den in der Studie erwähnten Betroffenen.

Da ist ja ein Beweisfoto!

Robert, Freitag, 28.03.2008, 15:38 (vor 4869 Tagen) @ H. Lamarr

Wer dieses Foto anzweifelt sagt ja nichts anderes, als dass es eine Fälschung ist. Uiii, das wird ja immer aufregender

Ich will ja nicht die Euphorie bremsen aber FMK sagt in der Stellungnahme vom 25.2. dieses:

"Eine C-Netz-Station war nie an diesem Standort vorhanden. Das Foto im vorliegenden Bericht, das öffentlich verbreitet wurde, zeigt eine D-Netz-Station, die an diesem Standort im Jahr 1994 für 6 Monate als Provisorium installiert war. Danach wurde diese D-Netz-Antenne (D-Netz = Nachfolger von C-Netz) auf einem 33 m hohen Rohrmasten am selben Grundstück aufgestellt."

Ich nehme an, dass damit obiges Foto gemeint war. Wie damals die D-Netz-Antennen ausgesehen haben, sollte jemand beurteilen der sich damit auskennt.

Grüsse

Robert

--
Niemand ist unnütz.
Man kann zumindest noch als schlechtes Beispiel dienen.

Da ist ein Beweisfoto für GSM

Raylauncher @, Freitag, 28.03.2008, 15:58 (vor 4869 Tagen) @ Robert

"Eine C-Netz-Station war nie an diesem Standort vorhanden. Das Foto im vorliegenden Bericht, das öffentlich verbreitet wurde, zeigt eine D-Netz-Station, die an diesem Standort im Jahr 1994 für 6 Monate als Provisorium installiert war. Danach wurde diese D-Netz-Antenne (D-Netz = Nachfolger von C-Netz) auf einem 33 m hohen Rohrmasten am selben Grundstück aufgestellt."

Ich nehme an, dass damit obiges Foto gemeint war. Wie damals die D-Netz-Antennen ausgesehen haben, sollte jemand beurteilen der sich damit auskennt.

So ist es. Die abgebildete Konfiguration ist typisch für GSM-Rundstrahlanordnungen aus dieser Zeit. Die damals eingesetzte Systemtechnik war für getrennte Sende- und Empfangsantennen ausgelegt. Heute findet man meist nur noch zwei Antennen, die für RX und TX simultan genutzt werden.

Raylauncher

C- oder D- Netz

Kuddel, Freitag, 28.03.2008, 17:03 (vor 4869 Tagen) @ Robert

"Eine C-Netz-Station war nie an diesem Standort vorhanden. Das Foto im vorliegenden Bericht, das öffentlich verbreitet wurde, zeigt eine D-Netz-Station, die an diesem Standort im Jahr 1994 für 6 Monate als Provisorium installiert war. Danach wurde diese D-Netz-Antenne (D-Netz = Nachfolger von C-Netz) auf einem 33 m hohen Rohrmasten am selben Grundstück aufgestellt."

In dem von Robert verlinkten Artikel steht weiter:
...Kropik kritisiert weiters, dass "die Arbeit auch Krebsfälle vor 1994 beinhaltet, also jene 10 von 13 Jahren des untersuchten Zeitraumes betreffen, indem überhaupt kein Mobilfunk am Standort vorhanden war"...

Also ist das Foto wohl authentisch, strittig (aus Kritiker-Sicht) ist, ob die Antenne auch vor 1994 vorhanden war.
Oberfeld schreibt in seiner Studie auf Seite 21:
Der Betrieb des C-Netz Senders begann am 1. November 1984 und endete am 31.
Dezember 1997.

Würd mich interessieren, ob er sich das sehr konkrete Datum 1.November 1984 aus den Fingern gesogen hat ?!?.

Ich nehme an, dass damit obiges Foto gemeint war. Wie damals die D-Netz-Antennen ausgesehen haben, sollte jemand beurteilen der sich damit auskennt.

Die Form der Antenne ist ein Punkt der mich stutzig macht. Offensichtlich ist sie für Empfangs-Diversity ausgelegt.
Diversity war zu C-Netz-Zeiten zwar schon als Technik bekannt, wurde aber aus Kostengründen praktisch nie eingesetzt, weil es bei vergleichsweise geringem Nutzen den Hardwareaufwand (Kosten) enorm in die Höhe getrieben hätte.
Beim analogen C-Netz waren nämlich pro Gesprächskanal je ein eigener Sender und ein eigener Empfänger erforderlich (mit Diversity 2 Empfänger), zuzüglich einer recht aufwändigen Duplex-Weiche, welche mit Diversity noch aufwändiger gewesen wäre.
Außerdem hatten die C-Netz Koffergeräte (von 1984) ausreichend Sendeleistung (>10Watt), so daß Diversity bei der Basisstation nicht unbedingt erforderlich war.

Erst mit GSM konnten 8 Gesprächskanäle pro Sender-Empfängerkombination abgewickelt werden, was ein Diversity wirtschaftlich werden ließ. Die geringen Sende-Leistungen der "Handy's" (<2watt) machten es an sich auch unverzichtbar..

Dieser Punkt spricht tatsächlich für eine D-Netz Antenne ...

Das ist aber ein stabiles Provisorium

H. Lamarr @, München, Freitag, 28.03.2008, 17:09 (vor 4869 Tagen) @ Robert

"Eine C-Netz-Station war nie an diesem Standort vorhanden. Das Foto im vorliegenden Bericht, das öffentlich verbreitet wurde, zeigt eine D-Netz-Station, die an diesem Standort im Jahr 1994 für 6 Monate als Provisorium installiert war. Danach wurde diese D-Netz-Antenne (D-Netz = Nachfolger von C-Netz) auf einem 33 m hohen Rohrmasten am selben Grundstück aufgestellt."

Danke für den Hinweis! Für ein Provisorium sieht diese Antenne aber verdammt fest montiert aus. Auf dem Münchener Oktoberfest und auch in München-Allach habe ich provisorisch aufgestellte Masten gesehen, denen eindeutig anzusehen war, dass sie ein Provisorium waren. Von einem provisorischen Dachstandort habe ich weder was gehört noch gesehen, der Aufwand (Statik) ist ja auch nicht ohne. Aber egal, das wird die Verhandlung ohnehin klären.

Sofern ich das richtig verstanden habe, ist am Wählamt also spätestens seit 1997 ein 33 m hoher GSM-Sendemast aufgestellt. Was spricht dann, außer der ungewöhnlich kurzen Latenzzeit, dagegen, dass die beobachteten Krebsfälle nicht dem (evtl. nicht vorhandenen C-Netz-Sender), sondern eben dem D-Netz-Sender angelastet werden. Dann wäre auch das Dilemma mit der bislang als weitgehend harmlos eingestuften Analogtechnik vom Tisch und der Fall halbwegs widerspruchsfrei. Aber: da muss ja irgendwo der Wurm drin sein, sonst hätte Oberfeld schon längst dieses Ausweichmanöver gefahren.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Das ist aber ein stabiles Provisorium

Robert, Freitag, 28.03.2008, 22:38 (vor 4868 Tagen) @ H. Lamarr

Sofern ich das richtig verstanden habe, ist am Wählamt also spätestens seit 1997 ein 33 m hoher GSM-Sendemast aufgestellt. Was spricht dann, außer der ungewöhnlich kurzen Latenzzeit, dagegen, dass die beobachteten Krebsfälle nicht dem (evtl. nicht vorhandenen C-Netz-Sender), sondern eben dem D-Netz-Sender angelastet werden. Dann wäre auch das Dilemma mit der bislang als weitgehend harmlos eingestuften Analogtechnik vom Tisch und der Fall halbwegs widerspruchsfrei. Aber: da muss ja irgendwo der Wurm drin sein, sonst hätte Oberfeld schon längst dieses Ausweichmanöver gefahren.

Ich schicke voraus, dass ich die ganze "Studie" nur überflogen habe (auch weil ich glaube, dass das Kartenhaus bald zusammenfällt - mal sehen).

Was mir selbst auch bei den Histogrammen aufgefallen ist, beschreibt Röösli so:

"Die zeitliche Verteilung der Fälle in den beiden Distanzklassen (S64+65) suggeriert, dass sich die unterschiedlichen Risiken vor allem auf die ersten Jahre bezogen hat (frühen 90er Jahre). Nachher scheint sich die Krebshäufigkeit in den weiter entfernten Gebieten deutlich erhöht zu haben."
Seltsames Deutsch (sehen Sie Charles, andere können es auch nicht perfekt).

Das Histogramm übersetzt in Zahlen (Stichprobe A+B, Seite 64, tabs bitte dazudenken)

Zeit 1991 1996 2001
<200m 3 4 4

200m 7 23 26

Verhältnis 0,43 0,17 0,15

Ich verstehe das so: nimmt man den ersten Zeitabschnitt 1991 raus, relativiert sich das mit dem extrem überhöhtem Krebsrisko im Nahbereich der (wirklichen oder fiktiven) Antenne deutlich. Weil in den frühen 90ern im Aussenbereich sehr wenig Fälle aufgetreten sind oder gemeldet wurden.
Spatenpauli, wenn Sie nun die Jahre bis 1994 oder gar 1997 ausblenden wollen, bleibt vermutlich wenig von der angeblichen Gefährdung übrig. Zumindest dürften die errechneten Zahlen bei weitem nicht mehr so eindrucksvoll sein.

Worüber ich noch gestolpert bin:
Auf Seite 64 unten und auf Seite 65 analog.
"Die im Hinblick auf die Exposition gegenüber dem C-Netz-Sender relevante Distanzklasse 0-200 m zeigt in der Stichprobe A+B eine zeitliche Verteilung, die nicht gegen die Hypothese eines allfälligen Zusammenhanges spricht."

allfällig- etwaig, eventuell, möglicherweise

Interessant formuliert.

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Das ist aber ein stabiles Provisorium

H. Lamarr @, München, Samstag, 29.03.2008, 02:31 (vor 4868 Tagen) @ Robert

Zeit 1991 1996 2001
<200m 3 4 4

200m 7 23 26

Verhältnis 0,43 0,17 0,15

Ich verstehe das so: nimmt man den ersten Zeitabschnitt 1991 raus, relativiert sich das mit dem extrem überhöhtem Krebsrisko im Nahbereich der (wirklichen oder fiktiven) Antenne deutlich. Weil in den frühen 90ern im Aussenbereich sehr wenig Fälle aufgetreten sind oder gemeldet wurden. Spatenpauli, wenn Sie nun die Jahre bis 1994 oder gar 1997 ausblenden wollen, bleibt vermutlich wenig von der angeblichen Gefährdung übrig. Zumindest dürften die errechneten Zahlen bei weitem nicht mehr so eindrucksvoll sein.

Schon blöd, dass HTML keine Tabellenformatierung mit Leerzeichen zulässt. Aber trotz gedachter tabs, Robert, hab ich's nicht geschnallt. Besonders 1996 und 2001 sind doch im Außenbereich viele Fälle aufgetreten (23 + 26), da ist es doch nicht plausibel zu schreiben, dass in diesen Zeiträumen nur wenig von der angeblichen Gefährdung übrig geblieben ist. Ich sehe in den beiden jüngeren Zeiträumen absolut fast 50 Fälle, Sie sehen, vermute ich mal, etwas anderes, nämlich ein statistisches Risiko. Ich liege aber offenbar neben der Spur, denn Oberfeld selbst schreibt ja: Die im Hinblick auf die Exposition gegenüber dem C-Netz Sender relevante Distanzklasse 0-200 m .... Also ist der Außenbereich wohl irrelevant. Warum? Ich fürchte, ich muss da noch viel mehr schmökern.

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Das ist aber ein stabiles Provisorium

Robert, Samstag, 29.03.2008, 14:13 (vor 4868 Tagen) @ H. Lamarr

Also ist der Außenbereich wohl irrelevant.
Warum? Ich fürchte, ich muss da noch viel mehr schmökern.

Ganz grob:
Innenbereich = belastet, Aussenbereich = unbelastet
Wenn aussen 10 mal soviele Leute wohnen wie innen, sollten aussen auch 10 mal so viele Fälle auftreten - wenn man annimmt, dass der Sender keinen Einfluss hat.

Wenn es aber aussen deutlich weniger sind, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass die Fälle innen durch den Sender verursacht wurden. Zumindest statistisch.

Ähm, hab ich das jetzt selbst kapiert?

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Das ist aber ein stabiles Provisorium

H. Lamarr @, München, Samstag, 29.03.2008, 17:47 (vor 4868 Tagen) @ Robert

Also ist der Außenbereich wohl irrelevant.
Warum? Ich fürchte, ich muss da noch viel mehr schmökern.

Ganz grob:
Innenbereich = belastet, Aussenbereich = unbelastet

Ach soooo - Treffer! Aber ich muss noch einen kleinen Kopfschüttler loswerden, was den Radius der Demarkationslinie anbelangt, die den Innen- vom Außenbereich trennt. Offenbar wirkt sich die Lage dieses Radius stark auf das Resultat einer Studie aus. Bei Oberfeld verläuft die Demarkationslinie in 200 m Radius um den Sender, bei Eger (Naila, GSM900) dagegen in 400 m. Ein Teil von Oberfelds Unbelasteten wäre also bei Eger in die Kategorie der Belasteten gefallen. Okay, vermutlich darf da jeder Studienleiter den Radius wählen wie er lustig ist, ein simpler Vergleich beider Studienergebnisse dürfte dann aber zu kapitalen Fehlinterpretationen führen.

Noch so eine Schnapsidee: Bei C-Netz-Frequenzen der zulässige Grenzwert mit rd. 30 V/m deutlich niedriger als bei GSM900 (45 V/m). Dies könnte auch so dargestellt werden: C-Netz-Signale sind aggressiver als GSM900-Signale. Dann aber hätte bei Oberfeld der Radius größer sein müssen als bei Eger.

Wenn aussen 10 mal soviele Leute wohnen wie innen, sollten aussen auch 10 mal so viele Fälle auftreten - wenn man annimmt, dass der Sender keinen Einfluss hat.

Wenn es aber aussen deutlich weniger sind, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass die Fälle innen durch den Sender verursacht wurden. Zumindest statistisch.

Danke, Robert, das habe jetzt sogar ich verstanden.

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antenne

photon, Dienstag, 08.04.2008, 22:10 (vor 4858 Tagen) @ Kuddel

...in dem Zusammenhang ist das höchstwahrscheinlich eine ETACS 900MHz Anlage, typisch für die neunziger Jahre in Österreich. Gegen Ende der Neunziger wurde oftmals eine Simultanutzung mit GSM900 durchgeführt. Der verwendete Antennentyp war i.d.R. Kathrein 75186. Auf dem Bild sind drei dieser Stabantennen zu erkennen, jede hat 3m Länge. Der Stab an der Spitze war die Sendeantenne, die beiden Stäbe an der Seite waren Empfangsantennen.

Möglicherweise eine Amateurfunkstation?

H. Lamarr @, München, Freitag, 28.03.2008, 12:38 (vor 4869 Tagen) @ caro

Ministerium bestätigt: Keine C-Netz-Station am Standort Hausmannstätten

Nehmen wir mal an, es war tatsächlich kein C-Netz-Sender dort in Hausmannstätten. Was haben die Leute dann gesehen? Vielleicht die Antenne eines Funkamateurs?

In dieser Liste hier finden sich in Hausmannstätten immerhin sieben Funkamateure:

OE6EYD Trammer Evelyn Hausmannstätten 8071 Erlenstraße 35
OE6GVD Voller Gerhard Hausmannstätten 8071 Gemeindestr.22
OE6PBD Böhler Peter Hausmannstätten 8071 Sonnenhang 19 1
OE6PRG Podhovnik Andreas Hausmannstätten 8071 Sonnenhang 14
OE6TEG Sixt Engelbert Hausmannstätten 8071 Am Hofacker 16,Gössendf
OE6WAG Wonaschütz Alois Hausmannstätten 8071 Sonnenhang 4
OE6YTE Trammer Maria Josefa Hausmannstätten 8071 Erlenstrasse 35

Kann denn einer der hier mitlesenden Funkamateure nicht mal einen Kollegen in Hausmannstätten mit dessen Rufzeichen anfunken und nachfragen, ob es überhaupt im entferntesten möglich ist, dass die Zeugen eine (inzwischen abgebaute) Funkamateurantenne gesehen haben und nicht eine C-Netz-Antenne? In so einem kleinen Vorort müsste sich doch da was machen lassen. Der Sonnenhang zum Beispiel ist gar nicht weit weg von der Schemmerlstraße, dem Standort des umstrittenen Wählamtes. Und wie gesagt: Die Antenne muss nicht unbedingt heute noch stehen.

Vielleicht so etwas ...

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oder so etwas ...

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oder so etwas

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Tags:
Foto, Funkamateur

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