Mobilfunkanlagen: Stadt sagt stopp (Allgemein)

KlaKla, Samstag, 03.03.2007, 08:56 (vor 5814 Tagen)

Ein deutliches Votum gegen weitere Mobilfunkanlagen gab es gestern in der Kulmbacher Stadtratssitzung. Das Gremium beschloss, keine weiteren Masten auf städtischen Liegenschaften zuzulassen und zu prüfen, ob Verträge für bereits bestehende Sender gekündigt werden können.

KULMBACH - Damit hat der Stadtrat eine überraschende 180-Grad-Wende zu seiner bisherigen Haltung hinsichtlich der Mobilfunkanlagen vollzogen. Bis gestern galt: Die Stadt wirkt bei der Standortsuche mit, die Nähe von Schulen, Kindergärten und ähnlichen Einrichtungen bleibt tabu, zusätzlich müssen die zehnmal strengeren Schweizer Strahlungsgrenzwerte eingehalten werden.

Die erneute Diskussion wurde durch einen Dringlichkeitsantrag entfacht, der auf Wunsch der Stadträte Jörg Kunstmann (CSU), Volker Wack (Grün-Offene Liste) und des UBK-Vertreters Herbert Münch auf die Tagesordnung kam. Sie hatten vor einer Woche an einer Veranstaltung des Elternbeirates der Realschule teilgenommen, bei der äußerst kritische Stimmen zum Thema Mobilfunk laut geworden waren.

"Dort wurden die Ergebnisse von Studien präsentiert, die auf negative gesundheitliche Auswirkungen der Strahlung hinweisen", so Jörg Kunstmann zur Begründung des Antrags. Bei der Realschule ging es vor allem um einen Sendemast, der auf der nahen ATS-Gaststätte platziert ist.

Einige besorgte Kulmbacher überreichten Bürgermeister Henry Schramm zu Beginn der Stadtratssitzung eine Unterschriftenliste zum Thema Mobilfunk. Schramm selbst hatte sich vor wenigen Tagen bereits eindeutig auf die Seite der Gegner geschlagen: Mit ihm werde es keine zusätzlichen Sender auf stadteigenen Gebäuden oder Grundstücken geben.

Quelle: Frankenpost Online
veröffentlicht am 16.02.2007

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Elternbeirat

Mäntelchen im Wind

Raylauncher @, Montag, 05.03.2007, 22:37 (vor 5812 Tagen) @ KlaKla

Einige besorgte Kulmbacher überreichten Bürgermeister Henry Schramm zu
Beginn der Stadtratssitzung eine Unterschriftenliste zum Thema Mobilfunk.
Schramm selbst hatte sich vor wenigen Tagen bereits eindeutig auf die
Seite der Gegner geschlagen: Mit ihm werde es keine zusätzlichen Sender
auf stadteigenen Gebäuden oder Grundstücken geben.

Der Bürgermeister denkt eben an die nächste Wahl. Damit unterscheidet er sich kaum von anderen Politikern, die in ähnlichen Situationen auch gerne ihr Mäntelchen in den Wind hängen.

Vergleichbares gibt/gab es auch in anderen Städten. Irgendwann wird diesen Leuten dann doch bewußt, dass es ihren Bestrebungen, die Bevölkerung vor vermeintlichen Risiken zu schützen, nicht unbedingt förderlich ist, wenn dadurch Mobilfunksender von niedrigen Privathäusern in die Fenster der Nachbarn strahlen anstatt von hohen öffentlichen Gebäuden die Stadt zu versorgen.

Verhindern lassen sich Sender mit derartigen Maßnahmen jedenfalls nicht. Übrigens auf Dauer auch nicht mit Veränderungssperren, Flächennutzungsplänen, selbstgestrickten Mobilfunkkonzepten und als Alibi deklarierten bzw. ungeeigneten "Konzentrationsflächen", die letztlich vor den Gerichten noch fast alle zum Scheitern verurteilt waren.

Raylauncher

Tags:
Bauleitplanung, Wahlkampf, Steuerverschwendung, Veränderungssperre

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