Vodafone vs. Bürgerinitiative 5G-freies Köln (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 03.04.2022, 14:38 (vor 245 Tagen)

Nicht nur die Wege des Herrn, auch die von Mobilfunknetzbetreibern sind zuweilen unergründlich. Obwohl: Bei Mobilfunknetzbetreibern habe ich den Eindruck, sie provozieren gerne mal eine besonders laute Anti-Mobilfunk-Bürgerinitiative. So geschehen kürzlich in Köln, wo Vodafone die Bürgerinitiative 5G-freies Köln vorführt.

Wenn eine Bürgerinitiative den vielversprechenden Namen "5G-freies Köln" hat und mit der Verheißung antritt "Gesund leben mit weniger Funkstrahlung", dann sieht diese BI ziemlich alt aus, beschließt ein Mobilfunknetzbetreiber ausgerechnet in Köln Europas erste Straßenlaternen mit vollwertiger 5G-Kleinzellentechnik (5G-stand-alone, 5G-SA) zu errichten. Vodafone war so frei. Die speziell angefertigten zwei Straßenlaternen fügen sich unauffällig ins Stadtbild im Herzen der Kölner Innenstadt ein in unmittelbarer Nähe zu den belebten Plätzen am Heumarkt und an der Domplatte. Die 5G-Technik von Vodafone ist in der Laternenbasis (Podium) am Fuß der neun Meter hohen Laternen untergebracht (Fotos), die kleinen Antennen sind sechs Meter über dem Boden montiert. Über Glasfaserleitungen erfolgt die Anbindung ans Festnetz. Die Antennen haben eine für Kleinzellen erstaunlich große Reichweite von bis zu 400 Metern und bieten im 3,5-GHz-Band eine Download-Geschwindigkeit von bis zu 1 Gbit/s. Bei Vodafone heißt 5G-stand-alone kurz 5G+.

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Bilder: Vodafone

Die Stadt Köln strebt im Rahmen ihres "Gigabit Masterplan Cologne" bis 2025 ein flächendeckendes Gigabitnetz mit Glasfaser im Boden und 5G in der Luft an. Ziel der Stadt Köln ist es, den Netzausbau in der Domstadt zu erleichtern. Daher werden Antennenstandorte der Stadt Köln und der Stadtwerke Köln sowie Glasfaser und Strom gebündelt an die Netzbetreiber oder die jeweiligen Funkturmgesellschaften vermietet. Die Inbetriebnahme der Straßenlaternen ist Teil der Strategie für den flächendeckenden Rollout von 5G-SA in ganz Köln. Dafür werden Vodafone bzw. ihre Infrastrukturtochter Vantage Towers Antennenstandorte in Kombination mit Glasfaser- und Stromanbindungen der Stadt und der RheinEnergie nutzen. Vodafone ist der erste Nutzer dieses "Kölner Modells" der kombinierten Bereitstellung von Infrastruktur. Grundsätzlich steht dieses Modell jedoch allen Netzbetreibern offen.

Die Unternehmen der Stadtwerke Köln leisten essenzielle Beiträge zur Daseinsvorsorge in Köln und in der Region. Gemeinsam mit der Stadt Köln verfügen sie über weitreichende Synergien auch zum Aufbau einer flächendeckenden 5G-Infrastruktur: Flächen und Gebäude der Stadt, Glasfaser und Leerrohre der NetCologne und Straßenlaternen der RheinEnergie. Diese Leistungen sowie alle weiteren infrage kommenden Objekte und Flächen werden künftig gebündelt an Vodafone über einen einzigen Rahmenvertrag vermietet. Dies geht weit über gesetzliche Vorgaben hinaus und verbessert die an anderen Orten häufig langwierigen Abstimmungsprozesse.

In Köln verfügt Vodafone über 374 Mobilfunkstandorte, von denen 45 mit 5G-Technik ausgerüstet sind. Zehn davon sind 5G-SA-Standorte. Bis 2023 plant der Netzbetreiber in Köln 75 5G-Netzerweiterungen und 62 LTE-Ausbaumaßnahmen.

Quelle: Vodafone-Pressemitteilung vom 31. März 2022

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Kleinzellen, Vodafone, Glasfaser, 5G, Köln, Straßenlaterne


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