Funkstrahlung im Kinderzimmer: BUND warnt mit Scheinstudie (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Donnerstag, 07.06.2018, 12:29 (vor 525 Tagen)

Eine angeblich neue BUND-Studie über die Risiken von EMF für Kleinkinder irrlichtert heute durch Neues Deutschland und taz. Der BUND, das sind rund 580'000 Menschen, die "Studie" aber geht im Wesentlichen auf das Konto eines Einzelnen (Wilfried Kühling), dessen fragwürdige Kompetenzen in EMF-Sachfragen hier im Forum bereits häufiger Anlass für Postings waren. Kühling ist auch für das desaströse Positionspapier des BUND zu Mobilfunk (2008) verantwortlich. Schlussendlich disqualifiziert sich der BUND als Elektrosmog-Alarmmelder schon deshalb, weil die Organisation mit kommerziellen Nutznießern der Angst vor Elektrosmog gemeinsame Sache macht und Ängste gezielt schürt, z.B. mit einem populistischen Video. Das Forum kennt noch diverse andere Belege. Kurz: Der BUND ist in der Elektrosmogfrage seit 20 Jahren die Skandalnudel der Nation.

Doch was hat es mit der neuen Studie des BUND über Mobilfunkstrahlung im Umfeld von Kindern auf sich, die gestern in Berlin vorgestellt worden sein soll? Der deutsche Blätterwald will dazu nicht recht rauschen und die beiden oben genannten Quellen lassen die Katze ebenfalls nicht aus dem Sack. Um es kurz zu machen: Die sogenannte Studie stellt sich schließlich nur als 24-seitige Broschüre heraus (Mobilfunk im Kinderzimmer – eine kritische Betrachtung), die mit einer wissenschaftlichen Studie nichts zu tun hat, sondern das Meinungspapier hauptberuflicher Alarmisten ist. Autoren und Publikationsdatum nennt das Papier erst auf der letzten Seite und warum sich mit Patricia Cameron die BUND-"Teamleiterin Stoffe & Technologien und Leiterin Chemikalienpolitik, Pestizide und Nanotechnologie" ausgerechnet zu Elektrosmog auslässt, ist nur einer der zahllosen Widersprüche in der deutschen Mobilfunkgegnerei. Wohlwollend betrachtet könnte man in den Ausführungen von Kühling & Cameron eine dilettantische Vorsorgeanleitung für überängstliche Eltern sehen. Weniger wohlwollend betrachtet dient das Pamphlet hingegen dem populistischen Angstschüren gegen Elektrosmog, zur großen Freude sogenannter Baubiologen, die gegen Honorar allerlei kostspielige Einbau- und Schirmmaßnahmen gegen einen Elektrosmog im Programm haben, den die Wissenschaft, von ein paar Außenseitern abgesehen, großmehrheitlich als harmlos einstuft.

Dass die banale Broschüre des BUND grundlos zur "Studie" verklärt wird, wirft kein gutes Bild auf die Recherchefertigkeiten der oben zitierten Quellen. Beide Medien plappern nur nach, was der BUND ihnen auftischte. Und so konnten die Autoren der Artikel auch nicht erkennen, dass der BUND ihnen Schnee von vorgestern als neu verkaufte, denn die sogenannte Studie war bereits 2016 Thema auf dem "Umweltsymposium" des BUND, das früher "Mobilfunksymposium" hieß, jedoch wegen des erlahmenden Interesses an der Veranstaltung ab 2012 Schritt für Schritt umbenannt werden musste.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Mobilfunksymposium, Strahlungskartell, VB, Kühling, Moll, BUND-Studie


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