Forschung: Tumorrisiko für Teenager am größten (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Mittwoch, 08.03.2006, 00:05 (vor 5679 Tagen)

Alarmierende Analyse über Akustikusneurinome

(von Eileen O'Connor, publiziert am 24.1.06)

Washington, D.C.: In seiner Februar-Ausgabe 2006 veröffentlicht das Internationale Journal für Onkologie eine neue Analyse von Dr. Lennart Hardell und Kollegen, die eine statistisch bedeutsame Zunahme des Risikos aufzeigt, infolge von Mobiltelefonnutzung an gutartigen Gehirntumoren zu erkranken (besonders Akustikusneurinome). Die Analyse basiert auf der zusammenfassenden Auswertung zweier Fall-Kontrollstudien, die zwischen 1997 und 2003 in Schweden diagnostizierte gutartige Gehirntumore in Zusammenhang mit dem Gebrauch von Mobil- und Schnurlostelefonen bringen.

Die neue Analyse ist besonders wichtig, weil Akustikusneurinome als "Signaltumore" für andere Typen bösartiger und gutartiger Gehirnerkrankungen gelten. Diese Tumore treten auf in Gebieten, die während des Telefonierens die höchste Funkfrequenzbestrahlung aufweisen. Von größter Bedeutung ist die Erkenntnis, dass vor allem Personen, die vor dem 21. Lebensjahr der Strahlung ausgesetzt waren, das größte Risiko tragen, an solchen Tumoren zu erkranken. Somit ist das die erste veröffentlichte Studie, die direkt darauf hinweist, dass Teenager, die Mobilfunktelefone verwenden, ein höheres Risiko tragen, einen Tumor zu bekommen.

Weitere wichtige Punkte in dieser Analyse sind:
Die Analyse umfasst die bisher umfangreichste Untersuchung gutartiger Tumore und sie schließt auch Tumore ein, die bereits im Jahre 2003 diagnostiziert wurden.

Die Analyse zeigt auch eine dosisabhängige Wirkung (Dosis-Wirkung-Beziehung), wobei eine größere Anzahl von am Telefon verbrachten Stunden zu einem immer größeren Tumorerkrankungs-Risiko führt. Das ist besonders bedeutsam, weil die Ungenauigkeit in der Messung der tatsächlichen Strahlenbelastung eine Verschleierung der Risiken nach sich zieht. Somit ist die Zunahme des Risikos, welches in der Analyse angegeben ist, wahrscheinlich als zu gering angegeben. Es ist anzunehmen, dass das tatsächliche (wirkliche/reale) Risiko höher sein wird.

Ein wesentlich größeres Risiko, an einem Tumor zu erkranken hat man, wenn ein Mobiltelefon länger als 15 Jahre genutzt worden ist. Dabei handelt es sich um ein Ergebnis, das auch in anderen Studien auftaucht, die zeigen,
dass sich das Risiko nach 6- bzw. 10-jähriger Nutzung dramatisch erhöht.

Nachricht von Marianne Hafeneder im Newsletter von Volker Hartenstein
Quelle: Don Maisch, Australien

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Hardell, O’Connor


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