20 Jahre Elektrosmog-Report, 20 Jahre Panikmache (Allgemein)

H. Lamarr @, München, Sonntag, 17.08.2014, 01:41 (vor 1984 Tagen)

2015 kann der Elektrosmog-Report auf 20 Jahre Elektrosmog-Panikmache zurück blicken. Nimmt man die erste Ausgabe vom April 1995, könnte diese mit marginalen Eingriffen im April 2015 noch einmal erscheinen, ohne dass dies allzuviele bemerken würden. Denn es hat sich so gut wie nichts verändert, wie ein Blick auf die Titelzeilen zeigt.

Immerhin erfährt man, knapp zwei Jahre vor der 26. BImSchV galt damals nach DIN/VDE der Grenzwert 400 µT für die Exposition der Öffentlichkeit mit 50-Hz-Magnetfeldern. Erst im Dezember 1996 sollte die 26. BImSchV diesen Wert auf 100 µT herabsetzen.

Bemerkenswert auch der Beitrag über die "Zunahme von DNS-Brüchen nach Hochfrequenzbestrahlung". Geschickterweise wurde darin die Befeldungsstärke auf Quadratzentimeter bezogen. Dies hat den "Vorteil", dass für die Leistungsflussdichte Werte zustande kommen wie 2 mW/cm², die leicht mit 2 mW/m² verwechselt werden können. Tatsächlich ist die vermeintlich schwache Befeldung mit 2 mW/cm² ziemlich heftig, denn umgerechnet sind dies 20 W/m². Ebenfalls gut ins Bild passt, dass zwar ein zugehöriger SAR-Wert genannt wird (1,2 W/kg), jedoch die elementar wichtige Information fehlt, ob es sich dabei um Ganz- oder Teilkörperbefeldung der Versuchstiere handelt. Ohne diese Angabe ist die Nennung eines SAR-Werts irreführend. Nicht irreführend, sondern für Mobilfunkgegner verstörend ist die Feststellung: "Auch nach Exposition mit einer kontinuierlichen Hochfrequenzstrahlung wurde eine signifikante Zunahme von DNS-Brüchen festgestellt, sowohl unmittelbar als auch vier Stunden nach der Belastung." Bekanntlich soll eine Replikation der berühmt-berüchtigten "Reflex"-Studie eben daran gescheitert sein, weil Prof. Speit in Ulm Zellen statt mit gepulster HF mit ungepulster (kontinuierliche) HF befeldet hat, was keinerlei DNS-Brüche zur Folge hatte.

Dass der sogenannte "Fachinformationsdienst" von Anfang an kein Kostverächter war und sich bediente, wo immer auch alarmierende Meldungen erscheinen, zeigt folgendes Zitat: "Wie Untersuchungen am Institut für Feldtheorie und Höchstfrequenztechnik (N. Kuster) der ETH Zürich zeigten, sind selbst für D-Netz-Mobiltelefone mit nur 1 Watt Leistung die Einhaltung der WHO-Grenzwerte kritisch: Bei sehr dichtem Abstand der Antenne zum Kopf wurden die erlaubten SAR-Werte von allen im Test untersuchten Geräte deutlich überschritten. (nach: Lemme: Elektrosmog: Wie gefährlich sind Mobilfunkgeräte? Funkschau 22/1994)." Nun ist es so, Helmut Lemme ist ein ehemaliger Kollege von mir, ein gelernter Physiker. Ich glaub', ich wer' ihn wegen seiner Recherche vor 20 Jahren mal anrufen müssen ...

Hintergrund
Wer sich rückwirkend wegen Elektrosmog gruseln möchte, kann auf dieser Website die ersten fünf Jahrgänge des Elektrosmog-Reports einsehen.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!

Tags:
Elektrosmog-Report, Paniktreiber, Alarmist


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