Simultane Exposition mit 850 und 1950 MHz in AKR-Mäusen (Forschung)

Doris @, Mittwoch, 30.03.2011, 14:25 (vor 3064 Tagen) @ Doris

Und diese Informationen liefert der aktuelle WIK-EMF Brief

Studie: Entwicklung von Lymphomen in Mäusen unter dem Einfluss von zwei verschiedenen Mobilfunksignalen
Forscher der Universität in Seoul (Südkorea) untersuchten in dieser Studie die Entwicklung von bösartigen Tumoren des Lymphsystems (Lymphom) in einem speziellen Stamm von Mäusen (AKR/J), der im ersten Lebensjahr spontan maligne Lymphome durch ungehemmtes Wachstum der T-Lymphozyten ausbildet. Der zur Untersuchung der Krebsentwicklung (Krebsart Leukämie) gezüchtete Stamm wird häufig als Tiermodell in der medizinischen Forschung eingesetzt. Ab der sechsten Lebenswoche wurden die Tiere über zehnein-halb Monate an jeweils fünf Tagen pro Woche einer 45-minütigen Ganzkörper-Exposition in zwei kombiniert angewendeten Mobilfunksignalen exponiert (CDMA bei 848,5 MHz, entspricht einem 2G GSM-Signal und WCDMA bei 1950 MHz, entspricht einem 3G UMTS-Signal). Die Tiere konnten sich frei im Käfig bewegen. Die Ganzkörper-SAR (Spezifische Absorptionsrate, aus beiden Signalen kombiniert) lag bei einem relativ hohen Wert von 4 W/kg (Arbeitsschutz-Grenzwert für den Menschen: 0,4 W/kg). Im Vergleich zu einer nicht behandelten Kontrollgruppe wurden folgende Parameter untersucht: Überlebenskurven, allgemeine Entwick-lung der Tiere (z.B. Gewichtszunahme), Verhalten und Wachstum der Tumore (auch Bildung von Metasta-sen), Blutparameter sowie Einflüsse auf Parameter des Immunsystems.
Nur bei einem Parameter, der Bildung von Metastasen im Gehirn, wurden Unterschiede zwischen der expo-nierten und der nicht exponierten Gruppe festgestellt, die aber bei männlichen und weiblichen Tieren gegen-sätzlich waren: exponierte männliche Tiere wiesen im Vergleich zu scheinexponierten Tieren weniger Meta-stasen im Gehirn auf, bei weiblichen Tieren war dies in der Gruppe, die scheinexponiert wurde der Fall.
Die Autoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass die Entwicklung von Lymphomen durch die relativ starke Exposition in den beiden angewandten Mobilfunksignalen nicht beeinflusst wird. Unter Berücksichtigung der generellen Einschränkungen, die bei der Übertragbarkeit von Tierversuchsdaten auf den Menschen gemacht werden müssen, geben die Resultate keine Hinweise auf eine gesundheitlich relevante Wirkung der ange-wandten Felder in Bezug auf die Tumorentwicklung im blutbildenden System, so die Autoren weiter.
In ähnlichen Studien im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF) wurden am glei-chen Mäusestamm unter Anwendung von 900 MHz GSM- bzw. 1966 MHz UMTS-Signalen vergleichbare Resultate erzielt. Die jetzige Studie von Lee et al. verbindet jedoch eine Kombination zweier Signale der zweiten und dritten Mobilfunk-Generation mit einer höheren Expositionsintensität. Im Unterschied zur korea-nischen Studie wurden die Mäuse in den DMF-Studien über ähnliche Versuchszeiträume chronisch 24 Stun-den am Tag exponiert (bei Lee et al. nur 45 Minuten am Tag).

Bibliografie: Lee et al., Bioelectromagnetics (published online in advance of print 23 March 2011), Abstract
Dokumentation der DMF-Studie auf den Internetseiten des BfS:
http://www.emf-forschungsprogramm.de/forschung/biologie/biologie_abges/bio_040.html
http://www.emf-forschungsprogramm.de/forschung/biologie/biologie_abges/bio_060.html

Tags:
Tierversuch, WIK


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