Elektrosmog ist Gift für hyperaktive Kinder (Elektrosensibilität)

H. Lamarr @, München, Dienstag, 01.02.2011, 14:03 (vor 4322 Tagen) @ Doris

Meine Stimme: nein

:clap:

Echte Experten müssen sich nicht so schwammig ausdrücken:

Zum einen konnte gezeigt werden, dass ...

Quelle? Dr. Scheiner? Alles klar.

Zum Beispiel scheint es die sogenannte Blut-Hirn-Schranke durchlässig zu machen ...

Stimmt, es scheint.

Es gibt zahlreiche Untersuchungen darüber, dass ...

Wie schön wäre es gewesen, wenigstens eine einzige der zahlreichen Untersuchungen bibliografisch zu nennen, damit jeder die Chance hat zu prüfen, ob Wissenschaft oder Scharlatanerie dahinter steckt.

Und hier die Krönung der Argumentation:

Überdies habe ich unter meinen Patienten einige Kinder, deren plötzlich aufgetretene Kopfschmerzen durch Ersetzen der Energiesparlampen durch konventionelle Glühbirnen wieder verschwunden sind.

Früher haben mich solche anekdotischen Erfahrungsberichte tatsächlich nachdenklich gemacht. Heute weiß ich: Die Irrtumswahrscheinlichkeit solcher Erzählungen steigt proportional mit den PR-Aktivitäten des Erzählers an. Ingeborg K. hat wahrscheinlich noch nie etwas von der Plage der Confounder gehört, die solchen Erzählungen razfaz die Luft rauslassen können, wüsste man nur ein klein wenig mehr über die Umstände, bei denen die plötzlichen Kopfschmerzen der Kinder unter Glühlampenlicht angeblich verschwanden.

Also stimme auch ich mit "Nein", die Geschäftsinteressen von Frau K. sind aus meiner Sicht die, sich als "Heilerin" mit zu 100 % unbelegten Behauptungen als "Expertin" bei blutigen Laien in aussichtsreiche Position zu bringen. Den gesamten Beitrag "Elektrosmog ist Gift für hyperaktive Kinder" werte ich als dilettantisch und lediglich als verkappte Geschäftsanbahnung - denn selbstverständlich hat Frau K. eine eigene Website, die bei der Eingabe ihres Namens in Suchmaschinen an Topposition angezeigt wird.

Ich finde diese Form der Werbung mit Verlaub zum kotzen, die Frau begreift nach meinem Dafürhalten überhaupt nicht, dass auch sie mit ihrem Geschreibsel die unbegründete dumpfe Angst vor Elektrosmog in der Bevölkerung schürt. Denn sie kann nicht wissen, ob jemand so heftig ängstlich auf den Stuss reagiert wie meine Frau "Semmelweis". Das scheint die Ex-Lehrerin auch nicht weiter zu interessieren, wenn sie ihr virales Marketing gedankenlos an der Bevölkerung ausprobiert, nur damit bei ihr die Kasse stimmt.

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Jedes komplexe Problem hat eine Lösung, die einfach, naheliegend, plausibel – und falsch ist.
– Frei nach Henry Louis Mencken (1880–1956) –

Tags:
Nutznießer, Virales Marketing


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