Salfords Spiel mit den Zahlen (Allgemein)

Doris @, Dienstag, 21.07.2009, 18:06 (vor 4942 Tagen) @ H. Lamarr

Salford spielt hier mit den Zahlen kein gutes Spiel, denn Sendemastengegner sehen nur eines: 1 mW/kg noch in 200 Meter Abstand zur Antenne - Alaaaarm!

Ich denke auch, er spielt mit den Zahlen um seine seit 2 Jahrzehnten gemachten Beobachtungen mal wieder in den Mittelpunkt der Diskussionen zu rücken. Keine BHS leckt so zuverlässig wie die von Salfords Ratten und das schon seit Anfang der 90er Jahre. (Auf Seite 23 des aktuellen Ärztehandbuchs steht auch was zu Salfords Arbeiten).

Sich im EMF-Portal durch die Salford-Studien zu beißen, um die tatsächlichen SAR-Werte in Erfahrung zu bringen, wer macht das schon.

Ja sooo abwegig und auch aufwändig ist das nicht. Und wer sich seriös an den Diskussionen beteiligen will, egal ob pro oder contra BHS-Öffnung, der muss sich durch das zur Verfügung stehende Material durcharbeiten. Nur gibt das EMF-Portal dazu gar nicht so arg viel her, denn die kompletten Arbeiten stehen nicht zur Verfügung. Ich nehme an, er bezieht sich auf die neuesten Arbeiten, denn erst seit jüngster Zeit geraten ja die Basisstationen bezüglich Öffnung er BHS in die Kritik. Und da gibt es nur 2 Arbeiten

Blut-Hirn-Schranken-Permeabilität und Nerven-Zell-Schaden im Gehirn der Ratte nach 14 und 28 Tagen Exposition bei Mikrowellen von GSM-Mobiltelefonen.

Hier sind die Expositionsparamter detailliert genannt und die Zusammenfassung lautet:

Hauptergebnis der Studie (lt. Autor)
Die Albumin-Extravasation und die Albumin-Aufnahme in die Neuronen waren nach 14 Tagen bei den befeldeten Tieren signifikant erhöht, nicht aber nach 28 Tagen. Es gab ein signifikant erhöhtes Auftreten von geschädigten Neuronen nach 28 Tagen. Es wurde eine signifikante Korrelation zwischen der neuronalen Aufnahme von Albumin nach 14 Tagen und dem Auftreten von geschädigten Neuronen nach 28 Tagen gefunden. Schon für den niedrigsten Expositions-Wert zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede zwischen den befeldeten Tieren und der Schein-Expositions-Gruppe. Dieses Ergebnis konnte für alle Parameter, außer für das diffuse Auftreten von Albumin, bestätigt werden. Der SAR-Wert der niedrigsten Expositions-Bedingung lag weit unter dem derzeit von ICNIRP für die EU empfohlenen Grenzwert für die Exposition am Kopf (2 W/kg).

Der niedrigste SAR-Wert mit dem befeldet wurde, war 0,12 mW/kg (Ganzkörper) (= 0,00012 W/KG).

In der Arbeit aus dem Jahre 2009 heißt es

Forty-eight rats were exposed in TEM-cells for 2h at non-thermal specific absorption rates (SARs) of 0mW/kg, 0.12mW/kg, 1.2mW/kg, 12mW/kg and 120mW/kg. Albumin extravasation over the BBB, neuronal albumin uptake and neuronal damage were assessed. Albumin extravasation was enhanced in the mobile phone exposed rats as compared to sham controls after this 7-day recovery period (Fisher's exact probability test, p=0.04 and Kruskal-Wallis, p=0.012), at the SAR-value of 12mW/kg (Mann-Whitney, p=0.007) and with a trend of increased albumin extravasation also at the SAR-values of 0.12mW/kg and 120mW/kg. There was a low, but significant correlation between the exposure level (SAR-value) and occurrence of focal albumin extravasation (r(s)=0.33; p=0.04).

Eigentlich präsentiert er uns alle Werte von klein bis groß und letztendlich leckt die BHS immer, mal mehr mal weniger. Alle Gemüter werden bedient und können sich das Passende raussuchen.

Ich könnte mir vorstellen, er nennt diese 1 mW/kg um eine Relation herzustellen zu den 10 mW/Kg. So wie Prof. A. ja auch schreibt, dass man mit den 0,5 W, wo man bei der neuesten UMTS Studie was gefunden haben will, nicht mehr so ganz weit vom Ganzkörper SAR-Wert entfernt ist und somit diese Befunde eben nicht mehr nur auf die Handynutzung übertragen werden können. Man muss ja im Gespräch bleiben. Und da die Handygeschichte für die Bevölkerung insofern ausgereizt ist, da sie auf dieses nicht verzichten werden und wollen, schwenkt man jetzt auf die Basisstationen, denn da findet man noch Gehör.

Zu meiner Auffassung komme ich durch folgendes...
Im Abstract für Davos steht auf Seite 34

Since 1988 we have studied the effects of non-thermal RF-EMF in TEM-cells upon the BBB in >2000 rats. We have
shown significantly increased leakage of the rats' own blood albumin through the BBB at energy levels of 1W/kg
and below, as compared to non-exposed animals.
The lowest studied energy levels, (below 10mW/kg), give rise to the most pronounced albumin leakage. SAR 1
mW/kg exists about one meter away from the mobile phone antenna and about 200 meters from base-stations.
Further, we have registered neuronal damage in rat brains 28 and 50 days after a 2-hour GSM exposure.

In diesem Absatz nennt er die Zahlen um die es geht. Mit 1 W/kg und darunter befeldet er regelmäßig. 10mW/kg scheint der niedrigste Expositionsparameter zu sein, bei dem er was Signifikantes gesehen hat. Und ich sehe es so, dass er mit den 1 mW/kg aufzeigen will, wie nahe wir nun schon bei der Schädigung der gesamten Bevölkerung, nämlich durch die Basisstationen, sind. ;-)

Mir erscheint es unplausibel und er unseriös, wenn die Aussage von ihm kommt. Dann soll er einfach mal die Fakten auf den Tisch legen und nicht ständig nur rumeiern.


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