Blitze in Mobilfunkmasten?

H. Lamarr @, München, Freitag, 30.07.2004, 23:55 (vor 5582 Tagen) @ randy

Das scheint mir eine horrende Sache und sehr naheliegend, dass in diese riesigen Dinger auf den Dächern Blitze gerne einschlagen müssen.

Ich probier's mal ...

Erstens ist es ein weitverbreiteter Irrtum, Blitze schlügen immer dort ein, wo sich etwas am höchsten erhebt (Baum, Haus, Turm ...) und zweitens sind Mobilfunksender geerdet, so dass bei einem Einschlag die Energie kontrolliert (wie bei einem Blitzableiter) und gefahrlos auf Erdpotenzial abgeleitet wird.

Beim Handy ist das anders, dem fehlt der echte "Blitzableiter", stattdessen übernimmt der Mensch, der es in der Hand hält, die Funktion des Blitzableiters. Dort wo der Blitz dann in die Erde eintritt, entsteht ein so genannter Spannungstrichter (starke Potenzialunterschiede auf kürzeste Entfernung). Deshalb empfiehlt es sich in solchen Situationen, die Füsse ganz dicht zusammen zu stellen, damit sich keine Schrittspannung ausbilden kann (von einem Fuß zum anderen). Denn wenn das der Fall ist, kann es auch dann zu einem (gefährlichen) Stromfluss durch den Körper kommen, wenn eine Person nicht direkt vom Blitz getroffen wird, sondern nur in der Nähe des Einschlagpunktes steht. Das erklärt die hohe Anzahl der Verletzten bei dem Vorfall an der Chinesischen Mauer.

Unklar ist mir allerdings der Wirkungsmechanismus, mit dem ein sendendes Handy Blitze anziehen soll. Schließlich ionisieren Handys keine Luftmoleküle und dass sich Blitze entlang elektromagnetischer Wellen hangeln - erscheint doch reichlich fabelhaft. Aber: Auch eine schweizer Website rät, bei Gewitter Handys völlig abzuschalten.

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Nicht die Masten sind das Problem, sondern die Handys!


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