In den Zahlen steckt der Wurm (Allgemein)

Kuddel, Samstag, 16.08.2008, 16:58 (vor 5065 Tagen) @ H. Lamarr
bearbeitet von Kuddel, Samstag, 16.08.2008, 18:02

So, ich habe nochmal in die von Doris verlinkte Quelle geschaut.

Leider nichts erhellendes zu den geringen SAR Werten, trotz der hohen Leistungsflußdichten von 9W/m² im ersten und 90W/m² im 2. Experiment.

Die entsprechenden SAR sind laut Studie "Simulationsergebnisse" mit Leistungsflußdichte als Input und SAR als Output. Daß eine Leistungsflußdichte von 9mW/cm² (=90W/m²) nur einen SAR von 24uW/g erzeugen soll, wobei sich in der Petrischale 1g auf immerhin 6cm² verteilt, also potentiell von einem Feld mit 54mW/3=18mW (wg Pulsung) Energiegehalt durchflutet wird , kommt mir immer noch "komisch" vor.
Schenkt man dem Glauben, so entnimmt die Probe dem Feld gerade mal nur 1 Tausendstel der darin enthaltenen Energie. Ob die Simulation hier stimmt ?

In der Studie tauchen sowohl "mW", als auch "uW" auf, so daß ein Font-Fehler eigentlich auszuschließen ist. Das verwendete iDEN Signal hat ein Puls Pause-Verhältnis von 1:2, d.h durch die Pulsung ist der Mittelwert 1/3 des Peakwertes (zuz. Berücksichtigung Crest-Faktor)

Etwas merkwürdig finde ich einige Schlußfolgerungen der Autoren.
So z.B. spekulieren Sie ausgiebig über die signifikante Abnahme der "Exposed TM" bei 2 und 21 Stunden in Tabelle 2. Merkwürdigerweise ist die Abnahme im Vergleich zu den Sham-Vor-Versuchen in Tabelle 1 gar keine Abnahme, sondern "Exposed" aus Tabelle 2 ist nahezu identisch mit "Sham" aus den Vorversuchen in Tabelle 1.
=> Studienkritiker könnten nun sagen: Was sich eigentlich geändert hat, ist der "Sham"-Wert und nicht der "Exposed" Wert aus Tabelle 2 .

Dazu kommen noch einige mich mißtrauisch stimmende Randbemerkungen der Autoren, wie :

These experiments were not performed as a continuous block, but were performed at random intervals during the entire course of this study.

und des öfteren die Bemerkung:
...although this result was based on only two experiments...

Kaum mehr zu sehen als eine Zufallsverteilung, aber Abweichungen nach oben werden durch "Schädigungsmechanismen" und Abweichungen nach unten durch "Reparaturmechanismen" erklärt.

Unter Berücksichtigung der Datenbasis kommt mir das ein wenig wie Kaffeesatzleserei vor.

Zudem vermisse ich in der "Diskussion der Ergebnisse" jegliche Fehlerbetrachtung, wie es sich für eine gute Arbeit gehört.

Subjektiv habe ich den Eindruck, die Autoren sind voreingenommen bzw nicht objektiv.

Tags:
Fehler, Kaffeesatzlesung


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum